Die celestiale Ehe – Vorbereitung auf die Ewigkeit

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge macht sich bewußt, daß die Entscheidung, sich im Tempel an eine würdige Frau siegeln zu lassen und dann gemeinsam nach den Tempelbündnissen zu leben, von ewiger Bedeutung ist.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 132:15–20.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Bild 10, „Der Manila-Tempel“ (62591 150); Bild 12, „Ein celestialer Saal im Tempel“; Bild 13, „Ein Begabungsraum im Tempel“.

    3. c)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Einführung

Tafel/Besprechen

Schreiben Sie an die Tafel: „Ein heiliges Dreieck.“ Zeichnen Sie ein Dreieck darunter.

Erklären Sie den Jungen, daß sie zehn Fragen stellen dürfen, um festzustellen, was das Dreieck bedeutet. Sie müssen jede Frage mit Ja oder Nein beantworten können. Wenn die Jungen nach den ersten fünf Fragen noch nicht erraten haben, daß das Dreieck etwas mit der Ehe zu tun hat, dann geben Sie ihnen ein, zwei Tips. Arbeiten Sie heraus, daß das Dreieck die Beziehung zwischen einem Mann und seiner Frau und Gott darstellt. Tragen Sie an der Tafel die entsprechenden Bezeichnungen ein:

triangle

• Wie kann man Gott als Partner in die Ehe einbeziehen?

• Warum möchte der himmlische Vater, daß wir uns alle gleich nach der Eheschließung im Tempel siegeln lassen?

Erklären Sie, daß diese Frage heute im Unterricht beantwortet wird.

Die richtige Eheschließung ist notwendig, damit wir wirklich glücklich sein können

Weisen Sie darauf hin, daß die meisten Menschen über zwei Drittel ihres Lebens verheiratet sind. Wie sie diese Zeit hier und in der Ewigkeit verbringen, hängt sehr davon ab, wie und wen sie heiraten.

• Was für eine Familie und was für ein Familienleben wünscht ihr euch?

• Welche Formen der Eheschließung stehen einem Mitglied der Kirche offen?

Wenn die Jungen die standesamtliche Trauung nennen, schreiben Sie auf eine Seite der Tafel: „Standesamtliche Trauung: Vertrag auf Zeit.“ Wenn sie die Tempelehe nennen, schreiben sie auf die andere Seite der Tafel: „Celestiale Ehe: Bund für die Ewigkeit.“

Berater/Tafel/Besprechen

Besprechen Sie die folgenden Fragen, und schreiben Sie die Antworten jeweils unter die passende Überschrift. Die Tafel sollte anschließend etwa folgendermaßen aussehen:

Standesamtliche Trauung:

Celestiale Ehe:

Vertrag auf Zeit

Bund für die Ewigkeit

1. Standesamt usw.; kann überall stattfinden, wo es einen Standesbeamten gibt

1. Heiliger Siegelungsraum im Tempel

2. Standesbeamter

2. Jemand, dem der Prophet des Herrn die Siegelungsgewalt übertragen hat

3. Bis zum Tod

3. Für Zeit und Ewigkeit

4. Allein, Diener für andere

4. Gott beziehungsweise Göttin

5. Kein Anspruch auf die Familie

5. Für immer eine Familie

Besprechen

• Wo kann die Eheschließung stattfinden?

Zeigen und erläutern Sie kurz Bild 10, 12 und 13.

• Wer vollzieht die Eheschließung?

Lassen Sie einen Jungen das folgende Zitat vorlesen; die anderen sollen dabei darüber nachdenken, wie wichtig es ist, daß die Eheschließung mit der richtigen Vollmacht vollzogen wird.

„Hier auf der Erde gibt es stets nur ein einzigen Mann, der die Schlüssel der Siegelungsge- walt innehat. Niemand sonst hat das Recht, eine Siegelung für Zeit und alle Ewigkeit zu vollziehen, es sei denn, er sei unmittelbar von dem beauftragt worden, der die Schlüsselgewalt dafür besitzt.“ (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, Salt Lake City, 1954–56, 2:74.)

Schriftstelle/Besprechen/Zitat

• Wie lange dauern die verschiedenen Formen der Ehe?

Die Jungen sollen jetzt Lehre und Bündnisse 132:15 lesen und sich bewußtmachen, daß die standesamtliche Trauung bis zum Tod gültig ist, während die Siegelung im Tempel für Zeit und Ewigkeit gilt.

Lassen Sie die Jungen überlegen, wie glücklich eine Ehe sein kann, die für immer besteht, während einer von ihnen das folgende Zitat vorliest.

„Die größte Freude wahren Ehelebens braucht nicht aufzuhören. Die herrliche Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann auf Dauer geschlossen werden. Der heilige Familienbund braucht nie ein Ende zu haben, wenn Mann und Frau für die Ewigkeit gesiegelt sind. Ihre Freude und ihr Fortschritt werden dann niemals enden.“ (Spencer W. Kimball, „So long as You Both Shall Live“, Improvement Era, Dezember 1964, Seite 1055.)

• In welchem Zustand werden sich in der Ewigkeit die befinden, die sich an ihren Ehebund gehalten haben?

Die Antwort bezüglich der standesamtlichen Trauung steht in Lehre und Bündnisse 132:16,17. Lesen Sie anschließend das folgende Zitat vor:

„Dieses Zitat aus der heiligen Schrift besagt folgendes: Wenn jemand ein reines, tugendsames und ehrenhaftes Leben führt, aber keine ewige Ehe im Haus des Herrn schließen will, kann er allenfalls als Diener ins celestiale Reich eingehen. Dort wird er denen dienen, ,die eines viel größeren, ja, eines einzigartigen und ewigen Maßes an Herrlichkeit würdig sind‘. …

Wer möchte schon als Diener in die ewige Welt eintreten, wenn er nach der Verheißung Gottes Sohn oder Tochter werden könnte? Dennoch wird die überwiegende Mehrheit aller Menschen als Knecht in die künftige Welt eingehen – ganz einfach deshalb, weil ihnen die Welt mit ihren Verpflichtungen mehr am Herzen liegt als Gott und die Bündnisse, die man mit ihm schließt. … O, wie verbittert werden viele am Tag des Gerichts sein, wenn jeder nach seinen Werken seinen Lohn erhält.“ (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, 2:62,64,65.)

Die Antwort bezüglich der Tempelehe steht in Lehre und Bündnisse 132:19,20. Lassen Sie einen Jungen diese Schriftstelle vorlesen.

Besprechen/Zitate

• Was geschieht mit der Familie, wenn alle Familienmitglieder tot sind?

Die Antwort bezüglich der standesamtlichen Trauung findet sich im folgenden Zitat, das Sie von einem Jungen vorlesen lassen können:

„Sie, nämlich Mann und Frau, sind durch kein Gesetz des Evangeliums gebunden. So erledigen sich mit ihrem Tod alle Abmachungen und Übereinkünfte. Mann und Frau können einander nicht mehr beanspruchen; auch ihre Kinder gehören ihnen zukünftig nicht mehr. Diese Kinder haben dann keine Eltern mehr. Sie können aber, wenn sie selbst dem Glauben treu sind, in die Familie eines anderen Mannes aufgenommen werden.“ (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, 2:61.)

Die Antwort bezüglich der Tempelehe finden Sie im folgenden Zitat, das Sie von einem Jungen vorlesen lassen können:

„Aus diesem Gedanken schöpfe ich einen starken Trost: Wenn ich glaubenstreu bin und mich der Erhöhung würdig erweise, wird mein Vater auch dort mein Vater sein, und ich werde ihm durch alle Ewigkeit als Sohn untertan sein. Ich werde meine Mutter wiedererkennen, und sie wird in alle Ewigkeit meine Mutter bleiben. Meine Brüder und Schwestern werden auch dort meine Geschwister sein, und meine Kinder und meine Frauen werden mir in der Ewigkeit gehören.“ (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, 2:67.)

Wiederholen Sie noch einmal, was an der Tafel steht, und lassen Sie die Jungen erklären, welche Form der Ehe sie wirklich glücklich machen kann.

Aus der Ehe, die im Tempel gesiegelt wurde, kann eine celestiale Ehe werden

Besprechen/Beispiel

• Ist eine Ehe, die im Tempel gesiegelt wurde, automatisch eine celestiale Ehe?

Erzählen Sie das folgende Beispiel:

„Inmitten eines heftigen Streits um finanzielle Angelegenheiten der Familie brach Klaus Müller den Satz ab, den er auf den Lippen hatte, und starrte mit einem seltsamen Ausdruck auf seine Frau.

,Es reicht nicht‘, sagte er bestürzt.

,Was reicht nicht?‘ fuhr seine Frau ihn an.

,Sich im Tempel siegeln zu lassen. Es ist so wie ein Kanal ohne Wasser.‘ ,Wovon sprichst du überhaupt?‘ wollte seine Frau jetzt völlig aufgebracht wissen. ,Wir waren gerade beim Thema Geld!‘

,Es ist mir ganz plötzlich klar geworden. Die Siegelung im Tempel ist nicht gleichbedeutend mit der ewigen Ehe. Sie ist eher wie ein Kanal, in dem noch kein Wasser fließt.‘

Jetzt ließ auch Susanne Müllers Ärger nach. ,Was meinst du damit?‘

,Die Siegelung im Tempel ist der Kanal für die ewige Ehe. Der Kanal kann auch bestehen, ohne daß er mit Wasser gefüllt ist. Schau mal‘, sagte er ernst, ,stell dir einmal vor, in diesem Augenblick würde das Dach über uns einstürzen und uns beide töten.‘ Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. ,Wir sind zwar im Tempel aneinander gesiegelt worden, aber glaubst du, daß wir damit gleichzeitig eine ewige Ehe führen? Denk doch einmal über unsere Ehe nach. Meinst du, daß unsere Ehe eine celestiale Ehe ist?‘

Langsam schüttelte seine Frau den Kopf. ,Wahrscheinlich nicht. Welch schrecklicher Gedanke!‘

Klaus Müller nickte bedächtig. ,Irgendwie haben wir einfach angenommen, es reiche aus, sich im Tempel siegeln zu lassen. Wir müssen aber daran arbeiten, eine celestiale Ehe aufzubauen. Den Kanal haben wir; jetzt müssen wir ihn mit Inhalt füllen‘“ (Achieving a Celestial Marriage, CES-Leitfaden, 1976, Seite 125.)

Schriftstelle/Besprechen

• Wann kann aus der Siegelung im Tempel eine celestiale Ehe werden?

Lassen Sie die Jungen zur Beantwortung dieser Frage noch einmal Lehre und Bündnisse 132:19 lesen. Sie sollen vor allem überlegen, welche Aufgabe der Heilige Geist der Verheißung in bezug auf die Tempelehe hat.

• Was ist der Heilige Geist der Verheißung? (Der Heilige Geist.)

• Was bedeutet es, wenn eine Ehe durch den Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt wird?

Zitat

Lassen Sie die Jungen antworten; und lesen Sie ihnen dann das folgende Zitat vor:

„Siegeln heißt ratifizieren, rechtfertigen, billigen. Was durch den Heiligen Geist der Verhei- ßung gesiegelt wird, wird also vom Heiligen Geist ratifiziert; es wird vom Herrn genehmigt; und wer die Verpflichtung auf sich genommen hat, wird durch den Geist in dem, was er getan hat, gerechtfertigt. Das ratifizierende Siegel der Billigung wird aber nur einer Handlung aufgedrückt, bei der alle Beteiligten würdig sind.“ (Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, Seite 361f.)

Berater/Besprechen

Wenn Mann und Frau den ewigen Ehebund rechtschaffen und würdig eingehen und weiterhin ein reines Leben führen, gehört Gott mit zu ihrem Ehebund, und der Heilige Geist der Verheißung ratifiziert ihre Ehe. Man muß sich ständig anstrengen, damit aus der Siegelung im Tempel eine celestiale Ehe wird.

• Warum wünscht ihr euch die celestiale Ehe und nicht nur die Siegelung im Tempel?

Berater

Die Vorbereitung auf die celestiale Ehe kann nicht in wenigen Stunden, Wochen oder auch Monaten erfolgen. Sie dauert vielmehr viele Jahre, und ihr müßt schon jetzt damit anfangen. Eine celestiale Ehe können nämlich nur zwei Menschen führen, die sich unumstößlich vorgenommen haben, ein celestiales Leben zu führen. Die Vollzeitmission ist eine hervorragende Möglichkeit, sich auf die celestiale Ehe vorzubereiten. Weisen Sie auf das Dreieck an der Tafel, und erklären Sie, daß alle Verbindungslinien vorhanden sein müssen, damit man eine celestiale Ehe führen kann.

Zum Abschluß

Aufforderung

Fordern Sie die Jungen auf, sich weiterhin auf die celestiale Ehe vorzubereiten und sich dafür würdig zu machen. Sie sollen nur mit Mädchen ausgehen, die für den Tempel würdig sind.