Der Glaube an den Herrn Jesus Christus

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen ist bewußt, daß er an den Herrn Jesus Christus glauben muß und daß er seinen Glauben unter Beweis stellen kann, indem er die Gebote hält.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt 1 Könige 18:21–40 und Johannes 14:6; siehe auch Enos 1:5–8; Mosia 3:9; Helaman 8:15; 3 Nephi 17:8,9; Mormon 9:37; Moroni 7:26,37,33 und Lehre und Bündnisse 44:2.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Bunte Kreide (oder bunte Filzstifte, wenn Sie die Übersicht auf ein Poster schreiben).

    3. c)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Schreiben Sie an die Tafel oder auf ein Poster eine Übersicht mit Versangaben und den Segnungen, die der Glaube an Jesus Christus bewirkt. Sie finden diese Übersicht am Ende der Lektion. Übertragen Sie aber nicht die Linien, die deutlich machen, welche Schriftstelle zu welcher Segnung gehört.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Einleitung

Schriftstelle/Besprechen

In den heiligen Schriften wird häufig von Menschen berichtet, die aufrichtigen Glauben besaßen, der ihnen allerdings nicht viel nützte, weil sie nämlich an das Falsche glaubten. In 1 Könige finden wir ein Beispiel dafür.

Lassen Sie die Jungen 1 Könige 18:21–40 gemeinsam lesen und die wichtigen Sätze beziehungsweise Verse markieren.

• Was geschah, als die Priester Baal voller Glauben darum baten, ein Feuer zu entzünden? (Nichts; siehe 1 Könige 18:25-29.)

• Warum konnte Baal die Gebete der Priester nicht erhören? (Er war ja nur ein Götze und existierte nur als Götzenbild. Er besaß nicht die geringste Macht.)

• Was geschah, als Elija den Herrn voller Glauben darum bat, ein Feuer zu entzünden? (Siehe 1 Könige 18:36–38.)

• Warum wurde Elijas Beten erhört, das Beten der Baalspriester hingegen nicht?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß die Baalspriester an etwas glaubten, das nicht die geringste Macht besaß. Deshalb konnte ihr Glaube ihnen auch nicht helfen. Elija jedoch glaubte an Jesus Christus.

• Warum hatte Elija diesen Wettstreit wohl vorgeschlagen? (Um dem Volk zu zeigen, daß Jahwe beziehungsweise Jesus Christus der wahre Gott war, nicht Baal.)

• Wie reagierten die Zuschauer auf Elijas Demonstration? (Sie waren nun überzeugt, daß Jahwe Gott war; siehe Vers 39.)

Machen Sie deutlich, daß die Menschen zur Zeit Elijas nicht genau wußten, woran sie glauben und worauf sie vertrauen sollten. (Siehe 1 Könige 18:21.) Elija wollte ihnen anhand des Wettstreits zeigen, daß sie an Jesus Christus glauben sollten.

Wahrer Glaube muß sich auf den Herrn Jesus Christus gründen

Tafel/Besprechen

In der Vergangenheit haben immer wieder Menschen an Götzen wie Baal geglaubt oder auch an die Sonne oder an Tiere. Auch heute gibt es viele Menschen, die auf anderes vertrauen als auf Jesus Christus.

• Worauf vertrauen die Menschen heute, anstatt auf Jesus Christus zu vertrauen?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, beispielsweise Geld, Bildung, andere Menschen oder sich selbst. Besprechen Sie kurz, inwiefern die Menschen darauf vertrauen. (Wenn jemand beispielsweise meint, er sei glücklicher, wenn er Geld habe, dann vertraut er auf Geld.)

• Warum ist es gefährlich, auf so etwas zu vertrauen?

Machen Sie deutlich, daß alles Genannte nur begrenzten Einfluß hat. Geld, Bildung und selbst andere Menschen können uns zwar hier auf der Erde gewissen Erfolg und gewisses Glück ermöglichen, aber sie können uns nicht zu Erhöhung und ewiger Freude führen.

Glaubensartikel

Lassen Sie einen Jungen den vierten Glaubensartikel aufsagen.

• Was ist der erste Grundsatz des Evangeliums?

Arbeiten Sie heraus, daß der Glaube an Jesus Christus uns erretten kann, weil er uns ja die Umkehr, die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes ermöglicht, außerdem geistigen Fort- schritt und schließlich Erhöhung. Der Glaube an Christus kann uns ewige Freude schenken.

Schriftstelle

Lassen Sie einen Jungen Johannes 14:6 vorlesen; er selbst und die übrigen Jungen sollen diese Verse in ihrer Bibel markieren. Machen Sie deutlich, daß wir nur durch den Glauben an Jesus Christus in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückkehren können und daß nur Christus allein die Macht hat, uns die Richtung zu weisen und uns die Kraft, die Segnungen und die Erkenntnis zu schenken, die notwendig sind, damit wir wahres Glück finden und Erhöhung erlangen.

Wenn wir an Jesus Christus glauben, werden wir gesegnet

Beispiel

Lassen Sie einen Jungen das folgende Beispiel erzählen, das deutlich macht, wie mächtig der Glaube an Jesus Christus ist. Erklären Sie aber vorher, daß Randall Ellsworth ein Missionar war und großen Glauben besaß. Er wurde während eines Erdbebens in Guatemala schwer verletzt, denn das Gebäude, in dem er sich während des Bebens befand, stürzte ein und begrub ihn unter sich. Eine Generalautorität schildert sein Erlebnis folgendermaßen:

„Ich glaube, man suchte zwölf Stunden nach ihm. Später stellte sich heraus, daß er von der Hüfte abwärts gelähmt war und seine Nieren nicht mehr funktionierten. Es gab nicht die geringste Hoffnung, daß er je wieder laufen konnte.

Man flog ihn nach Maryland. Im Krankenhaus wurde er von einem Fernsehreporter inter- viewt. Dieser fragte ihn: ,Die Ärzte sagen, daß Sie nie wieder laufen können. Was halten Sie davon, Mr. Ellsworth?‘ Er entgegnete: ,Ich werde nicht nur wieder laufen können, sondern auch wieder nach Guatemala zurückkehren und dort meine Mission beenden, auf die mich ja ein Prophet berufen hat. …

Er übte doppelt soviel, wie ihm die Ärzte vorgeschrieben hatten, und er übte auch seinen Glauben aus. Er erhielt einen Priestertumssegen und wurde auf wunderbare Weise wieder gesund, so daß Ärzte und Spezialisten höchst erstaunt waren. Nach einiger Zeit konnte er auch wieder auf den Füßen stehen. Später konnte er an Krücken laufen, und die Ärzte sagten zu ihm: ,Sie können Ihre Mission wieder aufnehmen, wenn Ihre Kirche es Ihnen gestattet.‘ Und so ging er wieder auf Mission. Wir sandten ihn nach Guatemala, zurück in das Land, in das er ursprünglich berufen worden war – zu den Menschen, die er von Herzen liebte.

Er leistete dort das normale Arbeitspensum – in jeder Hand eine Krücke. Eines Tages sah sein Missionspräsident ihn an und sagte: ,Elder Ellsworth, Sie haben doch einen so starken Glauben. Werfen Sie diese Krücken doch einfach weg, und gehen Sie ohne!‘ Darauf erwiderte der Missionar: ,Wenn Sie mir soviel zutrauen, dann nehmen Sie die Krücken.‘ Er legte die Krücken nieder und hat sie seither nie mehr gebraucht.“ (Thomas S. Monson, zitiert von Marion G. Romney, Generalkonferenz, Oktober 1977.)

Machen Sie deutlich, daß Randall Ellsworth sich nicht auf die Ärzte und auch nicht auf seinen Körper verlassen konnte, als es um seine Gesundung ging. Nur der Glaube an Jesus Christus konnte ihn heilen.

Beispiel

Erklären Sie noch einmal, daß die Segnungen, die der Glaube an Jesus Christus mit sich bringt, nicht immer so spektakulär sein müssen wie die Heilung von Randall Ellsworth. Manchmal bestehen sie nur in kleinen Wundern, die uns aber im täglichen Leben helfen. Das folgende Beispiel ist von Martha Cragun Cox aufgeschrieben worden, die zu den ersten Pionieren gehörte, die ins Salzseetal kamen: „In dem Jahr, als die Heuschrecken fast die ganze Ernte vernichtet hatten, gab es nicht viel zu essen. Wir hatten fast überhaupt kein Mehl mehr, und den anderen ging es nicht viel besser. Insgesamt hatten wir nur noch ein Pfund Mehl zu Hause.

Da kam ein Nachbar und fragte, ob wir ihm etwas Mehl borgen könnten, denn er wollte für seine kranke Frau, die seit Tagen nichts gegessen hatte, ein Brötchen backen. Deshalb vergewisserte ich mich noch einmal, wieviel Mehl wir noch hatten. Es war wirklich nur noch ein Pfund, aber wir gaben ihm trotzdem etwas ab, denn für das Frühstück am nächsten Morgen reichte es noch. Also gaben wir ihm die Hälfte des Mehls. Er nahm es und sagte: ,Möge der Herr euch segnen, daß es euch an nichts mangle.‘

Als wir am nächsten Morgen das Mehl verwenden wollten, war immer noch ein Pfund da. Das ging etwa eine Woche oder auch noch etwas länger so, bis wir einen neuen Sack Mehl bekamen. So mangelte es uns wirklich an nichts.“ (Richard Cottam Shipp, Champions of Light, Orem, 1983, Seite 82.) Übersicht Erklären Sie, daß die heiligen Schriften Zeugnis davon ablegen, daß der Glaube an Christus viele Segnungen bringen kann. Weisen Sie auf die Übersicht an der Tafel beziehungsweise auf dem Poster hin. Jeder Junge soll eine odere mehrere Schriftstellen aufschlagen und mit der bunten Kreide beziehungsweise einem Filzstift eine Linie zwischen der Versangabe und der darin genannten Segnung ziehen. Anschließend soll ein anderer Junge die entsprechende Schrifstelle vorlesen. Besprechen Sie dann mit den Schülern die Segnung, die in der jeweiligen Schriftstelle genannt wird.

Schriftstelle

Die Segnungen, die der Glaube an Jesus Christus mit sich bringt

Moroni 7:37

Sünden sind vergeben

3 Nephi 17:8–9

Errettung

Enos 1:5–8

Wunder

Moroni 7:33

Söhne Gottes werden

Moroni 7:26

Heilungen

Lehre und Bündnisse 44:2

Gebete werden erhört

Mosia 3:9

Macht

Helaman 8:15

Ewiges Leben

Mormon 9:37

Den Geist des Herrn empfangen

Wir können unseren Glauben an Jesus Christus dadurch unter Beweis stellen, daß wir seine Gebote halten

Besprechen

• Wie können wir unseren Glauben an Jesus Christus unter Beweis stellen?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß wir unseren Glauben an Jesus Christus unter Beweis stellen können, indem wir die Gebote halten und nach dem Evangelium leben. Wenn wir tun, was Christus von uns wünscht, können wir ihm zeigen, daß wir an ihn glauben.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen 1 Nephi 3:7 vorlesen. Arbeiten Sie heraus, daß Nephi seinen Glauben an den Herrn dadurch unter Beweis gestellt hat, daß er tat, was der Herr von ihm verlangte.

• Wie hat Randall Ellsworth seinen Glauben an Christus unter Beweis gestellt?

• Wie hat die Familie von Martha Cragun Fox ihren Glauben an Christus unter Beweis gestellt?

• Wie können wir unseren Glauben an Christus unter Beweis stellen?

Zum Abschluß

Zitat

Geben Sie Zeugnis von Jesus Christus und von seiner Macht, uns zu erhöhen. Sagen Sie den Jungen noch einmal, daß wir unseren Glauben an den Herrn unter Beweis stellen können, indem wir die Gebote halten, und daß wir dadurch Glück finden und Erhöhung erlangen.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, auf den Herrn zu vertrauen und ihren Glauben unter Beweis zu stellen, indem sie nach seinen Geboten leben.