Der Patriarchalische Segen

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Die Jungen wissen, was der Patriarchalische Segen ist und wozu er dient.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Genesis 25:19–34; 26:34,35; 49:8-12,22–26; 2 Nephi 4:5–9 und Lehre und Bündnisse 107:39,53–57.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Bringen Sie einen Brief mit.

  4. 4.

    Freigestellt: Laden Sie, falls möglich, den Pfahlpatriarchen zum Unterricht ein, und bitten Sie ihn, über die Stammeszuordnung und den Unterschied zwischen einem natürlichen und einem ordinierten Patriarchen zu sprechen.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Was ist der Patriarchalische Segen?

Anschauungsunterricht

Zeigen Sie den Brief.

• Wie würde es euch gefallen, wenn ihr einen Brief vom Herrn bekämt?

• Was müßte in einem solchen Brief stehen?

Die Jungen sagen vielleicht, daß darin Ratschläge für die Probleme enthalten sein sollten, die die Zukunft mit sich bringen wird. Beschränken Sie diese Aktivität auf wenige Minuten.

• Wer von euch hat schon den Patriarchalischen Segen empfangen?

Zitat

Lesen Sie den Jungen vor, was Präsident David O. McKay und seine Ratgeber (Stephen L. Richards und J. Reuben Clark) 1957 darüber gesagt haben, was in einem Patriarchalischen Segen steht:

„Der Patriarchalische Segen nennt auf inspirierte Weise die Abstammung des Empfängers und gibt außerdem, wenn vom Geist dazu bewegt, eine inspirierte und prophetische Aus- sage über die Lebensmission des Empfängers. Außerdem nennt er die Segnungen, Ermahnungen und Warnungen, die notwendig sind, damit diese Aufgabe erfüllt werden kann – so wie der Patriarch vom Geist dazu bewegt wird.“ (Zitiert von Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, Seite 558.)

Tafel/Besprechen

• Was steht im Patriarchalischen Segen?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, etwa folgendermaßen:

  1. 1.

    Eine Aussage über die Stammeszugehörigkeit

  2. 2.

    Eine prophetische Aussage über die Lebensmission

  3. 3.

    Ermahnungen und Warnungen

  4. 4.

    Trost, Weisung und Schutz Schriftstelle/

Besprechen

• Wer kann einen Patriarchen berufen und ordinieren?

• Wer ist der für uns zuständige Patriarch?

Lassen Sie einen Jungen zur Beantwortung der ersten Frage Lehre und Bündnisse 107:39 vorlesen. Ein Patriarch ist ein Evangelist und muß daher auf Weisung eines Apostels ordiniert werden. Der Prophet, der dienstälteste Apostel auf Erden, hat dem Pfahlpräsidenten die Vollmacht übertragen, den Patriarchen zu ordinieren.

Zitat

Lassen Sie einen Jungen vorlesen, was Joseph Smith über den Evangelisten gesagt hat: „Der Evangelist ist ein Patriarch, nämlich der älteste Mann vom Blut Josefs oder aus der Nachkommenschaft Abrahams. Wo auch immer die Kirche Christi auf Erden aufgerichtet wird, muß es zum Nutzen der Nachkommenschaft der Heiligen einen Patriarchen geben. So war es auch mit Jakob, als er seinen Söhnen den Patriarchalischen Segen gab usw.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 154.)

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen Lehre und Bündnisse 107:53–57 vorlesen, und erklären Sie, daß Adam seiner Nachkommenschaft vor seinem Tod noch einen letzten Segen geben wollte.

• Warum wollte Adam seinen Nachkommen wohl einen Segen geben?

Lesen und besprechen Sie 2 Nephi 4:5–9.

Erklären Sie, daß der Herr uns zu unserem Nutzen die Zukunft offenbaren kann. Der Herr kannte Laman und Lemuel, und er wußte, wie sie sich entscheiden würden. Er konnte vorhersagen, daß ihre Nachkommenschaft ihretwegen letztlich in die Irre gehen würde. Er bot ihrer Nachkommenschaft aber Hoffnung auf die Zukunft an, denn schließlich sollten sie sich doch von den falschen Lehren ihrer Väter, die über Laman und Lemuel auf sie gekommen waren, abkehren und wieder gläubig werden.

Lassen Sie die Jungen die anderen Segen analysieren. Der Patriarch erhält die Gabe der Prophezeiung, damit er gemäß der Inspiration des Heiligen Geistes einen solchen Segen aussprechen kann.

Lassen Sie einen Jungen Genesis 49:8–12 (Judas Segen) und Genesis 49:22–26 (Josefs Segen) vorlesen. Juda und Josef, zwei der zwölf Söhne Israels, erhielten einen wichtigen Segen. Suchen Sie in jedem Segen nach einem Punkt, der sich auf die ganze Welt ausgewirkt hat.

• Woran wird deutlich, daß Jakob für seine beiden Söhne Inspiration empfangen hat?

Führen Sie kurz an der Tafel auf, wie sich der Segen für Josef und der Segen für Juda erfüllt haben. Machen Sie den Jungen klar, daß Christus aus dem Stamm Juda hervorgegangen ist; Lehi stammte von Josef ab. Er reiste mit seiner Familie über das Meer und kam ins verheißene Land.

• Wie wirkt sich die Erfüllung dieser beiden Verheißungen heute auf uns aus?

Zitat

Lesen Sie vor, was Elder Bruce R. McConkie zum Verhältnis der Jungen zu Jakob beziehungsweise Israel sagt:

„Fast jedes Mitglied der Kirche ist ein buchstäblicher Nachkomme Jakobs, der seinen zwölf Söhnen den Patriarchalischen Segen spendete und ihnen darin vorhersagte, was mit ihnen und ihrer Nachkommenschaft geschehen sollte. … Der gesammelte Überrest Jakobs gehört zu den Erben jedes Segens, den er gespendet hat, und deshalb haben diese Menschen das Recht, ihren Patriarchalischen Segen zu empfangen und dadurch so gesegnet zu werden wie die Menschen in alter Zeit, vorausgesetzt, sie haben Glauben.“ (Mormon Doctrine, Seite 558.)

Berater

Jedes würdige Mitglied der Kirche kann vom Herrn für sich einen inspirierten Segen empfangen, und zwar durch den Patriarchen. In diesem Segen wird gesagt, welchem Stamm man angehört, und außerdem empfängt man einen Segen und Ermahnungen.

Der Patriarch gibt den Segen

Besucher oder Unterrichtsgespräch

Wenn Sie den Pfahlpatriarchen eingeladen haben, können Sie ihn jetzt erklären lassen, worin sich der Segen eines ordinierten Patriarchen vom Väterlichen Segen des Patriarchen einer Familie unterscheidet.

Beprechen/Berater

• Welche zwei Arten von Patriarchen in der Kirche können einen Segen spenden? (Der Vater gibt den Väterlichen Segen, der ordinierte Patriarch den Patriarchalischen Segen.)

Jeder Priestertumsträger, der den Bund der celestialen Ehe eingeht, wird Patriarch seiner Familie. Der Väterliche Segen unterscheidet sich jedoch von dem Segen, den ein ordinierter Patriarch spendet.

Erfahrungsaustausch

Lassen Sie die Jungen erzählen, wie ihr Vater ihnen oder jemand anders in ihrer Familie einen Segen gegeben hat. Machen Sie deutlich, wie man mit einem solchen Segen Kranke heilen und Furcht besänftigen kann, wie man jemand segnen kann, der von zu Hause fortgeht, oder Probleme lösen helfen kann.

Man muß Glauben haben, damit ein solcher Segen in Erfüllung gehen kann

Berater

In alter Zeit gab es im Rahmen der patriarchalischen Ordnung bestimmte Rechte, Vorzüge, Kräfte und Segnungen, die unter dem Begriff „Geburtsrecht“ zusammengefaßt wurden. Dieses Geburtsrecht wurde vom Vater auf den erstgeborenen Sohn übertragen.

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

Lesen Sie Genesis 25:19–34 und 26:34,35 vor, während die Jungen in ihrer Bibel mitlesen. Sie sollen sich dabei überlegen, wie die folgenden Fragen zu beantworten sind:

• Wodurch hat Esau gezeigt, daß ihm sein Geburtsrecht gleichgültig war?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, unter anderem folgendes:

  1. 1.

    Er verkaufte sein Geburtsrecht für ein Linsengericht. (Achten Sie auf den Symbolismus: Man verkauft sein Geburtsrecht im Gottesreich, indem man flüchtigem Augenblicksvergnügen nachgibt.)

  2. 2.

    Er heiratete außerhalb seiner Religion.

  3. 3.

    Er bereitete seinen Eltern mit seiner Gleichgültigkeit Kummer.

Esaus Verhalten hat ganz deutlich gezeigt, daß er der Segnungen des Geburtsrechts nicht würdig war.

Berater

Als Jakob den Patriarchalischen Segen erhielt, wurden ihm auch die Segnungen des Geburtsrechts übertragen, die normalerweise dem erstgeborenen Sohn zugekommen wären, obwohl er ein paar Stunden jünger war als Esau. Deshalb erbte Jakob den größten Teil des Landes und des Reichtums seines Vaters. Außerdem wurde er aufgrund dieses Segens Patriarch und geistiger Führer der Familie.

• Warum gab Esau sein Geburtsrecht wohl auf? (Er fand es wahrscheinlich nicht besonders wichtig. Ihm bedeutete Zeitliches mehr als Geistiges.)

Tafel/Besprechen

• Welche weitreichenden Segnungen lehnte Esau ab, die dann Jakob zuteil wurden?

Arbeiten Sie heraus, daß –

  1. 1.

    er Israel wurde, der Vater einer großen Familie, durch die die Segnungen Abrahams erteilt werden sollten

  2. 2.

    durch seine Nachkommenschaft alle Völker der Erde gesegnet werden sollten

  3. 3.

    der Messias von ihm abstammen sollte

  4. 4.

    seine Nachkommen Israel aus der ganzen Welt sammeln sollten

• Wie verkaufen manche jungen Leute heutzutage ihr Geburtsrecht?

Weisen Sie auf die Ähnlichkeiten zwischen dem Patriarchalischen Segen und dem Segen des Geburtsrechts hin. Beide nennen Verheißungen, die auf Glaubenstreue beruhen, und beide können durch Gleichgültigkeit verlorengehen.

• Für welches „Linsengericht“, also für etwas Weltliches, gibt jemand heutzutage geistige Segnungen auf?

• Wie gibt jemand heutzutage sein Geburtsrecht auf oder verliert es?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel. Arbeiten Sie auf jeden Fall folgendes heraus:

  • Schwierigkeiten mit dem Wort der Weisheit

  • Unzucht

  • Verlockungen der Welt, Ansehen

  • Selbstsucht

  • Unehrlichkeit

  • Gleichgültigkeit gegenüber dem Evangelium

  • Eheschließung außerhalb des Bundes

  • Weltliche Gesinnung

Zum Abschluß

Berater/Besprechen

Die Jungen dürfen ihren Patriarchalischen Segen dann empfangen, wenn ihre Eltern und der Bischof meinen, sie seien dafür bereit. Die folgenden Schritte sind dazu nötig:

  1. 1.

    Einen Termin mit dem Bischof ausmachen, denn man braucht einen vom Bischof unterschriebenen Empfehlungsschein, den man dem Pfahlpatriarchen vorlegt.

  2. 2.

    Der Bischof fragt in erster Linie danach, ob man für den Patriarchalischen Segen würdig ist und sich ausreichend darauf vorbereitet hat.

  3. 3.

    Mit dem Pfahlpatriarchen einen Termin ausmachen, wann man den Segen empfangen kann. Es ist auch wichtig, daß man den Patriarchen fragt, wie man sich auf den Segen vorbereiten kann. Vielleicht bittet er einen, vorher zu fasten, zu beten und bestimmte Schriftstellen zu lesen.

• Was soll man tun, wenn man den Patriarchalischen Segen empfangen hat?

Erklären Sie, daß der Patriarchalische Segen wie heilige Schrift ist, die nur für den Betreffenden geschrieben wurde. Man muß ihn oft aufmerksam lesen, damit man ihn ganz versteht. Erklären Sie, daß die darin genannten Segnungen sehr persönlicher Natur sind und daß der Segen deshalb nicht herumgereicht und von anderen gelesen werden darf. Die Jungen sollen auch nur dann mit Freunden und entfernteren Verwandten über ihren Patriarchalischen Segen sprechen, wenn der Heilige Geist sie dazu bewegt. Machen Sie deutlich, daß die Jungen auch ihren Vater um einen Segen bitten sollen, vor allem dann, wenn sie das Bedürfnis danach haben. Außerdem müssen sie immer so leben, daß sie der genannten Segnungen würdig sind. (Erklären Sie, daß der Patriarch eine Kopie des Segens an den Hauptsitz der Kirchen sendet, wo er dann aufbewahrt wird.)

Auftrag

Fordern Sie die Jungen, die den Patriarchalischen Segen noch nicht empfangen haben, dazu auf, sich darauf vorzubereiten. Fordern Sie die Jungen, die bereits den Patriarchalischen Segen empfangen haben, dazu auf, sich oft mit diesem Segen zu beschäftigen und sich um Lösungen für ihre Probleme zu bemühen.