Sich an den Worten von Christus laben

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen wird bewußt, wie das Lesen in den heiligen Schriften seine geistige Gesinnung fördert und seinen Glauben und sein Zeugnis festigt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt 2 Nephi 31:20; Alma 32:26–43; 3 Nephi 17:2,3; Moroni 6:4, 10:3,4; Lehre und Bündnisse 18:33–36, 88:62,63.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen.)

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Das Schriftstudium trägt dazu bei, daß wir dem himmlischen Vater nahe bleiben

Zitat/Besprechen

• Hattet ihr schon einmal das Gefühl, daß der himmlische Vater eure Gebete nicht hört oder daß er weit entfernt ist und sich nicht um euch kümmert?

• Woran mag das wohl liegen?

• Wie kann man dieses Gefühl überwinden und sich dem himmlischen Vater wieder nahe fühlen?

Lesen Sie vor, was ein Führer der Kirche getan hat, um seine geistige Gesinnung zu vertiefen:

Als Präsident Spencer W. Kimball noch Apostel war, hat er einmal gesagt: „Ich habe folgendes festgestellt: Wenn ich in meiner Beziehung zu Göttlichem nachlässig werde und es scheint, daß Gott mich nicht hört und nicht zu mir spricht, dann bin in Wirklichkeit ich selbst weit, weit entfernt. Wenn ich mich dann in die heiligen Schriften vertiefe, verringert sich die Entfernung, und die geistige Gesinnung kehrt zurück.“ („What I Hope You Will Teach My Grandchildren and All Others of the Youth of Zion“, Ansprache an der Brigham-Young- Universität am 11. Juli 1966.)

Das Zeugnis von Präsident Kimball ist beindruckend deutlich. Er vertieft sich in die heiligen Schriften, um seine geistige Gesinnung zu fördern. Wir dürfen nicht erwarten, daß wir Gott nahe sein und bleiben können, ohne in den heiligen Schriften zu lesen. Darum hat Präsident Kimball auch gesagt: „Die Generalautoritäten fordern uns immer häufiger und voller Liebe auf, das tägliche Schriftstudium bei uns zu Hause einzuführen, und zwar sowohl das persönliche Schriftstudium als auch das Studium mit der ganzen Familie.“ („How Rare a Possession – the Scriptures“, Ensign, September 1976, Seite 2.)

• Wie kann das Schriftstudium dazu beitragen, daß sich unsere geistige Gesinnung vertieft und wir Gott nahe bleiben?

Beispiel

Präsident Marion G. Romney hat einmal ein Beispiel erzählt, an dem deutlich wird, daß jemand, der mit wirklichem Vorsatz in den heiligen Schriften liest, eine tiefere geistige Gesinnung erlangt:

„Ich weiß noch, wie ich mit einem meiner Söhne im Buch Mormon gelesen habe. Er war damals noch ziemlich klein. Einmal lagen wir dabei in einem Etagenbett, ich unten und er oben, und lasen uns abwechselnd aus den letzten drei Kapiteln des zweiten Buches Nephi vor. Da hörte ich, wie ihm die Stimme versagte, und dachte, das läge an einer Erkältung. Er las aber trotzdem bis zum Ende der drei Kapitel weiter. Als wir fertig waren, fragte er mich: ,Papa, hast du schon mal geweint, wenn du im Buch Mormon gelesen hast?‘

,Ja, mein Junge‘, antwortete ich. ,Manchmal bezeugt mir der Geist des Herrn so stark, daß das Buch Mormon wahr ist, daß ich weinen muß.‘

,Ja‘, sagte er, ,das ist mir heute passiert.‘ …

Gott hat uns dieses Buch geschenkt, damit wir es lesen und danach leben. Es bringt uns dem Geist des Herrn näher als alles andere.“ (Look to God and Live: Discourses of Marion G. Romney, Salt Lake City, 1971, Seite xii f.)

• Was hat Präsident Romney über die heiligen Schriften und darüber gesagt, wie man dem Geist nahe bleibt?

• Wer von euch hat beim Lesen der heiligen Schriften schon einmal ein geistiges Erlebnis gehabt?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß sie durch das Schriftstudium erfahren, was der himmlische Vater und Jesus von ihnen erwarten. Wenn sie die Lehren in den heiligen Schriften kennen und danach leben, können sie dem himmlischen Vater und Jesus nahe bleiben.

Wir können uns mit dem Wort Gottes nähren

Tafel

Die Jungen sollen die folgenden Schriftstellen lesen und die Worte unterstreichen, die deutlich machen, wie wir uns mit den heiligen Schriften beschäftigen sollen. Lassen Sie die Jungen antworten, und schreiben Sie dabei folgendes an die Tafel:

Schriftstelle

Schlüsselwort

Bedeutung

2 Nephi 31:20

laben

sich an etwas freuen, etwas genießen

3 Nephi 17:2,3

nachdenken

sorgfältig betrachten

Moroni 10:3,4

 

abwägen

Lehre und Bündnisse 88:62,63

 

nachsinnen

Moroni 6:4

nähren

mit Lebensmitteln und anderem versorgen, was man zum Leben und zum Wachsenbraucht

Schriftstelle/Besprechen

Lesen Sie 2 Nephi 31:20 vor.

• Was sollen wir laut Nephi mit dem Wort von Christus tun? (Wir sollen uns daran weiden beziehungsweise daran laben.)

• Was bedeutet „sich an etwas laben“?

Erklären Sie den Jungen, daß das bedeutet, daß man etwas sehr genießt und daß es einem guttut.

Lesen Sie 3 Nephi 17:2,3 vor.

• Wozu forderte der Herr die Nephiten auf, damit sie seine Worte besser verstehen konnten?

Jesus wußte, daß es nicht ausreicht, seine Worte nur einmal zu hören oder zu lesen, um sie zu verstehen.

• Was bedeutet „nachdenken“? (Abwägen, sorgfältig betrachten und untersuchen.)

Lesen Sie Moroni 10:3,4 vor.

• Was sollen wir mit den Worten im Buch Mormon tun?

• Was ist allen verheißen, die über die heiligen Schriften nachsinnen und mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz und Glauben an Christus fragen?

Lesen Sie Lehre und Bündnisse 88:62,63 vor.

• Wozu fordert Jesus uns hier auf?

• Was verheißt er uns für den Fall, daß wir das tun?

Lesen Sie Moroni 6:4 vor.

• Warum wurde der Name derer aufgenommen, die sich hatten taufen lassen? (Damit ihrer gedacht wurde und damit sie „durch das gute Wort Gottes genährt würden“.)

• Was bedeutet „nähren“?

Erklären Sie, was „nähren“ bedeutet, nämlich daß man mit dem, was zum Leben und Wachsen notwendig ist, versorgt wird.

• Was haben sich laben, nachdenken und genährt werden miteinander zu tun?

Erklären Sie den Jungen, daß jemand, der sich an den heiligen Schriften labt und über sie nachdenkt, geistig genährt wird. Er wird vom Geist Gottes, nämlich dem Heiligen Geist, genährt und erkennt die Stimme Christi. Dazu muß er sich aber erstens an den Worten von Christus laben, zweitens gründlich darüber nachdenken und drittens Gott im Namen Christi über die heiligen Schriften befragen.

Wenn wir in den heiligen Schriften lesen, werden unser Glaube und unser Zeugnis fester

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Alma 32:26–43 lesen.

• Was muß man als erstes tun, um Glauben zu entwickeln? (Man muß in sich den Wunsch wecken, den Versuch zu wagen und glauben zu wollen [siehe Vers 27]. Das ist so ähnlich wie das Bearbeiten der Erde vor dem Pflanzen.)

• Was muß man als nächstes tun? (Man muß den Samen pflanzen.)

• Womit läßt sich das Samenkorn vergleichen? (Mit dem Wort Gottes.)

• Wie kann man feststellen, daß der Same gut ist? (Er beginnt zu sprießen und zu wachsen. Er erweitert uns die Seele, schenkt uns Einsicht und fängt an, uns köstlich zu werden.)

• Was geschieht, wenn die junge Pflanze nicht gepflegt wird? (Sie bildet keine Wurzeln und wird schließlich von der Sonne versengt, so daß sie verwelkt.)

• Was geschieht, wenn die Pflanze gepflegt wird? (Sie wächst und bringt Frucht hervor.)

• Inwiefern sind der Glaube und das Zeugnis einer Pflanze vergleichbar? (Auch sie müssen gepflegt werden, damit sie wachsen und sich entwickeln.)

• Wie können wir die Pflanze des Glaubens pflegen? (Indem wir glauben [siehe Vers 41] und uns weiterhin am Wort Gottes laben.)

In dieser Schriftstelle wird ganz deutlich, daß wir uns das Wort Gottes ins Herz pflanzen müssen, denn nur so können wir Glauben und ein Zeugnis entwickeln.

Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: „Der Glaube kommt, indem man das Wort Gottes hört, durch das Zeugnis der Knechte Gottes.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 151.)

Zum Abschluß

Berater

Die heiligen Schriften machen deutlich, daß die Macht des Geistes diejenigen nährt, die sich demütig an den heiligen Schriften laben und über sie nachsinnen. Wer in den heiligen Schriften liest, spürt den Geist, labt sich am Wort von Christus und kann die Stimme des Herrn erkennen.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, sich am Wort von Christus zu laben und dann die übrigen Mitglieder der Kirche mit dem Wort Gottes zu nähren, und zwar sowohl zu Hause als auch beim Heimlehren und in Ansprachen.

Vorschlag für eine Aktivität

Suchen Sie ein Thema aus, beispielsweise das Sühnopfer, den Fall Adams oder die Gabe des Heiligen Geistes. Lassen Sie die Schüler zu diesem Thema Schriftstellen aus der Bibel heraussuchen. Dadurch lernen sie, wie man sich mit einem Evangeliumsgrundsatz beziehungsweise einem Lehrsatz auseinandersetzt.