Gedanken und Sprache

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge entwickelt den Wunsch, seine Gedanken zu beherrschen und sich eine gute Ausdrucksweise anzugewöhnen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Levitikus 19:12; Matthäus 5:34,35 und 15:17–20.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Ein Glas, halb voll mit Wasser.

    3. c)

      Lebensmittelfarbe in verschiedenen Farben.

    4. d)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Schreiben Sie den Wortlaut von 1 Timotheus 4:12 auf ein Blatt Papier.

  4. 4.

    Füllen Sie eine Glasflasche mit flüssigem Bleichmittel und schreiben Sie darauf „Reiniger für Sinn und Sprache“.

  5. 5.

    Probieren Sie den Anschauungsunterricht vorher aus, damit auch alles klappt.

  6. 6.

    Schreiben Sie auf verschiedene Blätter die Lösungsmöglichkeiten für die Fallstudien, die im letzten Teil der Lektion behandelt werden. Geben Sie jedem Jungen eine Lösungsmöglichkeit, damit er sie zur gegebenen Zeit vorlesen kann.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Es gibt viele Möglichkeiten, Gedanken und Sprache rein zu halten

Anschauungsunterricht/Tafel/ Besprechen

• Was in der heutigen Gesellschaft kann unsere Gedanken und unsere Ausdrucksweise negativ beeinflussen?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, und besprechen Sie sie. Mögliche Antworten:

  • Fernsehshows und Filme

  • Zeitschriften

  • Fluchen

  • Schmutzige Witze

  • Pornographie

  • Neid

  • Selbstsucht

Lassen Sie jedes Mal, wenn die Jungen einen schlechten Einfluß nennen, einen Tropfen Lebensmittelfarbe in das Wasserglas fallen. Nehmen Sie dazu verschiedene Farben.

Erklären Sie, daß unser Sinn so trübe wie das Wasser wird, wenn wir vulgäre und unreine Gedanken in uns aufnehmen und uns eine ungebührliche Ausdrucksweise aneignen.

• Wie können wir unsere Gedanken rein halten, so daß der Geist des Herrn in uns wohnen kann?

Erklären Sie, daß es auch Reinigungsmittel gibt, die dabei helfen, Sinn und Sprache rein zu halten.

Bitten Sie einen Jungen, ein wenig Bleichmittel aus der Flasche „Reiniger für Sinn und Sprache“ in das Wasser mit der Lebensmittelfarbe zu gießen. Wenn Sie alle Zitate und Anregungen besprochen haben, muß das Wasser wieder klar sein. Erklären Sie, daß unser Sinn ebenso klar werden kann wie das Wasser, wenn wir die unten angegebenen Reinigungsmittel benutzen. Besprechen Sie die Zitate und Anregungen.

Sakrale Musik

„Sucht euch aus den heiligen Liedern der Kirche ein Lieblingslied aus…

Geht dieses Lied einige Male sorgfältig durch. Lernt den Text und die Melodie auswendig. Nehmt das Lied als Zufluchtsort, an den eure Gedanken sich zurückziehen können. Dieses Lied ändert die Stimmung auf der Bühne eures Geistes. Weil es rein, erhebend und ehrfürchtig ist, schleichen sich die schlechten Gedanken davon.“ (Boyd K. Packer, „Let Virtue Garnish Thy Thoughts“, Ansprache an der Brigham-Young-Universität, 26. September 1967.)

Aufrichtig beten

„Wenn man Selbstbeherrschung übt und aufrichtig betet, kann man seine Ausdrucksweise beherrschen lernen.“ (Henry D. Taylor, Generalkonferenz, April 1964.)

Das Beispiel Jesu Christi

„Wer danach strebt, sein Leben nach Jesus Christus auszurichten, der wird in Gedanken und im Verhalten rein, und seine Ausdrucksweise ist rein, würdevoll und gottgefällig.“ (Henry D. Taylor, Generalkonferenz, April 1964.)

Gute Freunde

Sucht euch eure Freunde mit Bedacht aus, damit ihr nicht in Versuchung geführt werdet. Gute Entscheidungen und Selbstbeherrschung sind nämlich auch auf den Einfluß unserer Freunde zurückzuführen.

Den Sinn beherrschen

Stellt euch euren Sinn als riesige Leinwand oder als Theaterbühne vor. Wenn ein schlechter Gedanke auftritt, schaltet um, vollführt einen Szenenwechsel,oder denkt an etwas Erhebendes.

Schriftstellen auswendig lernen

Sucht euch eine Schriftstelle aus, die für euch von besonderer Bedeutung ist, und lernt sie auswendig. Wenn ihr dann in Versuchung geratet, etwas Schlechtes zu denken, sagt diese Schriftstelle immer wieder auf, bis der schlechte Gedanke verschwindet.

Ein besonderer Stein

Ein Vater erzählte, seine kleine Tochter habe ihm einmal als besonderes Geschenk einen Stein gegeben. Der Stein war klein und paßte in seine Jackentasche. Jedesmal, wenn ein schlechter Gedanke sich bei ihm einschlich, nahm er den Stein aus der Tasche und schaute ihn an. Er erinnerte ihn an den schuldlosen Geist seiner Tochter. Wenn er an sie dachte, mußten alle schlechten Gedanken verschwinden. Manche Gegenstände, wie beispielsweise ein Stein, erinnern uns an einen Menschen, den wir so sehr schätzen, daß alle schlechten Gedanken verschwinden müssen, wenn wir an den Betreffenden denken.

Schlechtes meiden

Meidet Bilder, Bücher, Zeitschriften, Filme und anderes, was schlechte Gedanken in euch weckt.

Zitat

Lesen Sie das folgende Zitat vor:

„Gedanken sind die Werkzeuge, mit denen wir unseren Charakter formen, so wie ein wahrhaft großer Bildhauer mit Hammer und Meißel den rauhen Marmor bearbeitet, bis er sich verwandelt, vielleicht in ein außergewöhnliches, vollkommenes Kunstwerk. Genauso formt jeder Gedanke unseren Charakter und folgerichtig auch unser Schicksal, unser Leben. Deshalb schaffen unsere Gedanken den Charakter.“ (George Q. Morris, The Importance of Habits, Ansprache an der Brigham-Young-Universität, 20. Mai 1953.)

Wir müssen immer und überall eine reine Ausdrucksweise pflegen

Fallstudien

Es ist sehr leicht, Ausreden dafür zu suchen, daß man schlechte Ausdrücke benutzt. Aber ein Junge, der sich als Jünger des Herrn versteht, muß sich bemühen, immer und überall eine reine Ausdrucksweise zu pflegen. Das wird auch an den folgenden Fallstudien ganz deutlich: Fallstudien Geben Sie jedem Jungen die Lösungsmöglichkeit für eine der Fallstudien, und lassen Sie ihn diese lesen. Tragen Sie dann eine Fallstudie vor, und lassen Sie die Jungen darüber sprechen. Anschließend soll der Junge, der die Lösung hat, diese vorlesen.

  1. 1.

    Problem: David ist aufgefallen, daß seine Schulfreunde ständig fluchen. Sie behaupten, solche Wörter seien so alltäglich, daß niemand sie mehr als Fluchen ansähe. David ist verunsichert. Er möchte gerne genau wissen, was Fluchen eigentlich ist. Könnt ihr es ihm erklären?

    Lösung: Fluchen bedeutet, daß man den Namen des Herrn mißbraucht. Das hat der Herr aber ausdrücklich verurteilt. (Siehe Exodus 20:7.)

    „Es gibt zweifellos einige Wörter, die nicht angemessen sind, aber nur deshalb als Kränkung angesehen werden, weil die Gesellschaft das so sieht. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß sich viele Menschen (zu recht oder zu unrecht) von solchen Ausdrücken gekränkt fühlen und sie als Ausdruck mangelnder christlicher Einstellung und Höflichkeit verstehen.“ (Daniel S. Hess, „Offend not in Word“, New Era, März 1975, Seite 9.)

  2. 2.

    Problem: Jochens Freunde finden Fluchen völlig normal. „Alle tun es“, sagen sie und wollen damit diese Angewohnheit rechtfertigen. Was sagt ihr dazu?

    Lösung: „Es gibt zwar viele schlechte Ausdrücke, aber es gibt doch immer noch gute und schlechte Ausdrucksweise, gepflegte und ordinäre Ausdrucksweise, ehrerbietige und respektlose Ausdrucksweise. Auch wenn es noch so viele schlechte Ausdrücke gibt, bleibt der Unterschied dennoch bestehen.“ (Richard L. Evans, „The Use of Profanity“, Improvement Era, Juni 1965, Seite 554.)

  3. 3.

    Problem: Robert hat den heiligen Namen Gottes in seinen Unterhaltungen in der Schule schon oft mißbraucht. Er achtet darauf, daß ihm das zu Hause nicht passiert, aber eines Tages entschlüpft ihm doch ein solches Wort. Seine Mutter will mit ihm darüber spre- chen, aber Robert gibt zurück: „Das sind bloß Wörter. Sie ändern doch nichts an meinen Gefühlen für den Herrn. Ich sehe nicht ein, was daran falsch sein soll.“ Was würdet ihr sagen, wenn ihr Roberts Mutter wärt?

    Lösung: „Der Herr hat gesagt: ,Was auch immer ihr tut, das sollt ihr in meinem Namen tun.‘ (3 Nephi 27:7.)

    In der Kirche, die Jesus Christus errichtet hat, wird alles in seinem Namen getan, nämlich gebetet, Kinder gesegnet, Zeugnis gegeben, gepredigt, heilige Handlungen vollzogen, der Abendmahlsdienst versehen, die Kranken gesalbt, die Gräber geweiht.

    Wie sehr verspotten wir doch den Herrn, wenn wir seinen heiligen Namen in den Schmutz ziehen.“ (Boyd K. Packer, Generalkonferenz, Oktober 1967.)

    „Es ist schon schlimm genug, wenn man die weitverbreiteten Flüche über die Lippen bringt, denn man drückt sich damit ja selbst den Stempel auf, ungehobelt und unbedachtsam zu sein. Aber den Namen Gottes zu mißbrauchen, dafür gibt es keine Entschuldigung. Wem so etwas jemals unterläuft, der muß in ,Sack und Asche‘ Umkehr üben, so als hätte er eine der schwerwiegenderen Sünden begangen.“ (Spencer W. Kimball, The Miracle of Forgiveness, Salt Lake City, 1969, Seite 54.)

  4. 4.

    Problem: Als Jürgen seine Freunde bat, in seiner Gegenwart nicht zu fluchen, lachten sie ihn aus und spotteten: „Warum ein Heuchler sein? So ist die Welt nun einmal. Es ist besser, wenn du das Leben so nimmst, wie es ist.“ Was kann Jürgen sagen?

    Lösung: „Nicht alles, was vorhanden ist, ist auch richtig. Es gibt beispielsweise Krankheitskeime, aber muß man sie deshalb gleich verbreiten? … Daß geflucht wird, bedeutet noch lange nicht, daß es auch toleriert werden muß.“ (Boyd K. Packer, Generalkonferenz, Oktober 1967.)

  5. 5.

    Problem: Sebastians Eltern mögen Sebastians Freunde nicht, weil sie fluchen. Sebastian findet, daß seine Eltern seine Freunde ungerecht beurteilen. Stimmt das?

    Lösung: „Fluchen ist Schmutz. Ein Mensch verrät sich durch seine Ausdrucksweise ebenso wie durch seine Freunde. … Schmutz in jeder Form würdigt herab und zerstört die Seele. Daher muß man ihm aus dem Weg gehen.“ (Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, Salt Lake City, 1954–1956, 1:13.)

    Der Herr hat deutlich gesagt, wie wichtig es ist, daß wir einander sowohl in unserer Ausdrucksweise als auch in unserem Verhalten stärken. Er hat nämlich gesagt: „Darum stärke deine Brüder in all deinem Umgang, in all deinen Gebeten, in allen deinen Ermahnungen und in allem, was du tust.“ (Lehre und Bündnisse 108:7.)

Zum Abschluß

Schriftstelle/Besprechen

Schreiben Sie die Versangaben Levitikus 19:12 und Matthäus 5:34,35; 15:17–20 an die Tafel.

Die Jungen sollen die genannten Schriftstellen aufschlagen und vorlesen.

Besprechen

Sie kurz jede Schriftstelle, und arbeiten Sie folgendes heraus: Der Herr hat uns geboten, daß wir nicht fluchen sollen, und deshalb brauchen wir auch keinen weiteren Grund dafür, warum wir unsere Gedanken und unsere Ausdrucksweise rein halten sollen.

Erklären Sie: Ein junger Mann, der geistig reif ist, tut das, was der himmlische Vater ihm sagt, denn er glaubt daran, daß der himmlische Vater ihm nur das abverlangt, was für ihn gut ist und zum Glücklichsein beiträgt. Er hält seine Ausdrucksweise rein.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, anhand der vorgeschlagenen Methoden ihre Gedanken und ihre Ausdrucksweise zu kontrollieren. Erklären Sie, daß sie ja eines Tages auf Mission gehen und später auch ihren Kindern ein Vorbild sein werden. Schon jetzt geben sie ihren Freunden und Angehörigen ein Beispiel. Deshalb ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, sich richtige Denk- und Redegewohnheiten anzueignen.