Ein guter Heimlehrer sein

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge lernt, wie er ein guter Heimlehrer sein kann.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 20:46–57.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Schreiben Sie die Rollenspiele aus der Lektion je auf ein Blatt Papier, und teilen Sie sie zu Beginn des Unterrichts aus.

  4. 4.

    Studieren Sie die Rollenspiele gründlich.

  5. 5.

    Zeigen Sie gegebenenfalls das Video Following the Spirit (53276).

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Ein Heimlehrer ist dazu da, den Familien zu helfen

Beispiel

Stefan Pegel, der das Aaronische Priestertum trägt, gehört mit seiner Mutter zu einem kleinen Zweig der Kirche. Als Stefan noch klein war, ist sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Stefan arbeitet neben der Schule, um seine Mutter und seine jüngeren Schwestern zu unterstützen. Er kann an vielen Kollegiumsaktivitäten nicht teilnehmen, weil er arbeitet, damit seine Familie sich Kleidung und Essen kaufen kann. Weder Stefan noch seine Mutter haben das Gefühl, daß sie in dem Zweig wirklich dazugehören, obwohl beide in der Kirche aktiv sind.

• Wie könnte das Priestertumskollegium Stefan helfen?

Lassen Sie die Jungen sich dazu äußern, und machen Sie Ihnen klar, daß es die Aufgabe des Kollegiums ist, Stefan zu helfen, und daß auch die Heimlehrer dafür verantwortlich sind, der Familie zu helfen.

• Nehmt an, ihr gehört zu den Heimlehrern der Familie. Was könnt ihr tun, um Schwester Pegel und ihren Kindern zu helfen? Wie könnt ihr ihnen das Gefühl vermitteln, daß sie in ihrem Zweig gebraucht werden und wirklich dazugehören?

Arbeiten Sie heraus, daß die Heimlehrbesuche bei der Familie zwar wichtig sind, aber nicht ausreichen. Zum Heimlehren gehört nämlich mehr als der monatliche Besuch. Die Heimlehrer müssen sich vielmehr verpflichten, der Familie in geistiger und materieller Hinsicht zu helfen.

Die Aufgaben des Heimlehrers

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

• Worin bestehen die Aufgaben des Heimlehrers?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, und lassen Sie sie dann Lehre und Bündnisse 20:46–57 lesen. Schlagen Sie vor, daß die Jungen die Verse markieren, die sie wichtig finden.

• Was in diesen Versen gilt für eure Aufgabe als Heimlehrer?

• Wer hat euch als Heimlehrer berufen? (Der Herr, und zwar durch seine Stellvertreter, die örtlichen Priestertumsführer.)

Rollenspiel

Verwenden Sie Rollenspiele wie die folgenden, um den Jungen bewußt zu machen, was Heimlehren bedeutet. Teilen Sie sie jeweils zu zweit als Heimlehrer ein, und geben Sie ihnen eine Situationsbeschreibung. Sie und der Bischof können die Familie spielen, die von den Heimlehrern besucht wird. Sie können aber auch mehrere Jungen die Familienmitglieder spielen lassen.

1. Situation

Lesen Sie folgendes vor:

Zwei Heimlehrer sind der Familie Gäbler zugeteilt worden. Die Gäblers sind in der Gemeinde aktiv und besuchen alle Versammlungen. Richard Gäbler ist Priester und segnet oft das Abendmahl. Der eine Heimlehrer ist auch Priester und kennt Richard von der Schule. Ihm ist bekannt, daß Richard zusammen mit Schulfreunden Alkohol trinkt und Drogen nimmt und sich dadurch innerlich immer weiter von der Kirche entfernt. Die beiden neuen Heimlehrpartner haben ihre erste gemeinsame Planungssitzung und überlegen, was sie für ihre Familien tun können. Der ältere Heimlehrer erklärt seinem Partner, daß die Gäblers in der Kirche aktiv sind und ihm nichts von irgendwelchen Problemen bekannt sei.

Lassen Sie zwei Jungen die Planungssitzung weiterspielen.

2. Situation

Lesen Sie folgendes vor:

Zwei Heimlehrer – ein Priester und ein Hoher Priester – besuchen seit mehreren Monaten Bruder und Schwester Thielen. Bruder Thielen ist schon alt und sitzt im Rollstuhl, und seiner Frau geht es auch nicht sehr gut. Beide können nicht mehr draußen im Garten arbeiten. Den Heimlehrern ist aufgefallen, daß im Garten viel zu tun ist, und sie möchten gern helfen; aber jedesmal, wenn sie ihre Hilfe anbieten, antwortet Bruder Thielen, daß sie keine Hilfe brau- chen. Vor dem neuerlichen Besuch bei den Thielens haben die Heimlehrer noch einmal über dieses Thema gesprochen und sich gesagt, daß sie irgendwie helfen müssen. Jetzt sind sie bei den Thielens.

Lassen Sie zwei Jungen spielen, wie die Heimlehrer den Thielens helfen können, ohne ihren Stolz zu verletzen.

3. Situation

Lesen Sie folgendes vor:

Zwei Heimlehrer sind mehreren Familien in der Gemeinde zugeteilt. Einige Familien sind in der Kirche aktiv, andere nicht. Der Seniorpartner ist ein Hoher Priester, der das Heimlehren nicht sehr ernst nimmt. Wenn er überhaupt heimlehren geht, redet er nur über das Wetter und alles mögliche, was ihm gerade einfällt. Der Juniorpartner weiß, daß die Familien sie brauchen, meint aber, daß er die Besuche nicht allein machen und auch nicht einfach die Aufgaben seines Partners übernehmen darf. Jeden Monat ruft er deshalb seinen Partner an und fragt ihn, wann sie ihre Besuche machen wollen. Jetzt will er ihn gerade wieder anrufen und ist fest entschlossen, seinen Partner irgendwie dazu zu bewegen, daß sie die Besuche machen und gute Arbeit leisten, damit sie den ihnen zugeteilten Familien auch wirklich helfen können.

Lassen Sie zwei Jungen das Gespräch zwischen den Heimlehrpartnern spielen.

Besprechen

Besprechen Sie im Anschluß an jedes Rollenspiel, was die Jungen sonst noch hätten tun können. Erarbeiten Sie dabei folgendes:

  1. 1.

    Die Heimlehrer müssen sich partnerschaftlich miteinander beraten.

  2. 2.

    Heimlehren ist mehr als der Besuch bei einer Familie. Dazu gehört auch, daß man aufrichtiges Interesse an der Familie und ihren Bedürfnissen zeigt.

  3. 3.

    Manchmal kann der Juniorpartner bei Familienangehörigen in seinem Alter mehr erreichen als der Seniorpartner.

  4. 4.

    Die Würde der Familien, denen man hilft, muß gewahrt bleiben.

  5. 5.

    Manchmal ist es besser, wenn man der Familie konkrete Hilfe anbietet, als wenn man einfach nur fragt, ob sie Hilfe braucht.

  6. 6.

    Der Juniorpartner muß sich gut überlegen, wie er seinen Seniorpartner motiviert, wenn dieser nicht bereit ist, die Führung zu übernehmen. 7. Die Heimlehrer müssen sich bei der Planung der Besuche mit dem Familienoberhaupt absprechen, damit sie dazu beitragen können, der Familie das zu geben, was sie braucht.

Besprechen Sie auch weitere Punkte, die Sie aus Erfahrung kennen und die den Jungen ihre Aufgabe noch deutlicher machen. Machen Sie den Jungen anhand der Rollenspiele bewußt, wie wichtig es ist, daß sie ihre Heimlehraufgabe richtig erfüllen.

Ein Heimlehrer kann mithelfen, daß jemand sich ändert

Beispiel

Lesen Sie das folgende Beispiel vor:

„,Wie gut, daß es die Heimlehrer gibt!‘

Bruder Bjarne Engman sagt das sehr nachdrücklich, wenn er sich die Ereignisse ins Gedächtnis ruft, die dazu geführt haben, daß er und seine Familie wieder in der Kirche aktiv wurden. …

,Ich habe bei der Arbeit eine Frau kennengelernt, die nicht rauchte und keinen Kaffee trank. Da habe ich sie gefragt, ob sie Mormonin sei, und sie bejahte das.

Wir unterhielten uns, und daraufhin kam uns der Zweigpräsident besuchen. Wir meinten, die Missionare sollten zu uns kommen‘, erinnert sich Bruder Engman.

,Nein‘, antwortete der Zweigpräsident. ,Sie sind Mitglieder; wir schicken Ihnen die Heimlehrer.‘

,Die Heimlehrer waren großartig. Sie weckten in uns neues Interesse am Evangelium, und sie kamen uns oft besuchen. Sie kümmerten sich in jeder Hinsicht um uns. Sie waren gut informiert und verbrachten soviel Zeit bei uns, daß wir wußten, sie interessierten sich wirklich für uns. Wir wußten, daß sie uns Zuneigung entgegenbrachten.

Wir gingen aber nur langsam auf sie ein und haben sie vielleicht auch etwas entmutigt. Sie haben aber jedesmal mit uns gebetet, und das Beten gab schließlich auch den Ausschlag. Eines Abends baten sie uns, das Gebet zu sprechen. Ich sagte: „Ich bete, wenn meine Frau betet.“ Das tat sie auch, und so wurde uns ein herrliches geistiges Erlebnis zuteil.‘

Die Heimlehrer waren klug und geduldig und luden die Familie schließlich zur Sonntagsschule ein.

,Die Begrüßung werden wir nie vergessen‘, sagt Schwester Engman. ,Es war wie bei der Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Die Mitglieder waren sehr nett zu uns. Sie luden uns ein und besuchten uns. Bald spürten wir auch den Geist des Evangeliums und wollten unsere Kinder taufen lassen.‘…

,Die Missionare unterwiesen die Kinder im Evangelium. Aber wir baten die Heimlehrer, die größeren Kinder zu taufen.‘ Bruder Engman trug damals nämlich noch nicht das Priestertum.

Die Heimlehrer, Svenerik Thompson und Preben Devantie, erklärten den Engmans auch den Familienabend.

,Den ersten Familienabend haben wir zusammen mit den Heimlehrern durchgeführt. Es war wundervoll. Wir haben eine Lektion durchgenommen, Spiele gespielt, die mit der Kirche zu tun hatten, Kuchen gegessen und Saft getrunken‘, erzählt Schwester Engman.

,Dann haben wir auch selbst angefangen, den Familienabend zu halten‘, fügt Bruder Engman hinzu. ,Das tut unserer Familie sehr gut.‘

Jetzt ist die ganze Familie in der Kirche aktiv. Bruder Engman ist inzwischen Mitglied des Hohenrates im Pfahl Kopenhagen. Vorher war er in der Distriktspräsidentschaft.

Schwester Engman ist Lehrerfortbildungsbeauftrage für die PV und außerdem noch PV-Sekretärin und Leiterin des Gemeindechors.“ („Home Teachers Show the Way“, Church News, 16. November 1974, Seite 12.)

• Was haben die Heimlehrer in unserem Beispiel getan, um ihrer Familie zu helfen?

Eigene Erlebnisse

Sie können von einem Erlebnis im Zusammenhang mit der Heimlehrarbeit erzählen. Bitten Sie die Jungen, auch von eigenen Erlebnissen zu berichten.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß der Herr das Heimlehren zum Nutzen der Mitglieder eingeführt hat. Er hat die Brüder, die das Priestertum tragen, zu dieser wichtigen Aufgabe berufen, die mit viel Weisheit ausgeführt werden muß. Zum Heimlehren gehört, daß man sich immer um die Familien kümmert, für die man zuständig ist, und sich überlegt, wie man ihnen dienen kann. Ohne die Hilfe des Herrn ist das nicht möglich, doch der Herr ist immer bereit, uns zu helfen, wenn wir ihn um seine Hilfe bitten.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, sich mehr um die Familien zu kümmern, für die sie zuständig sind. Sie sollen sich jeden Monat wenigstens eine Möglichkeit überlegen, wie sie ihren Familien zeigen können, daß sie ihnen wichtig sind.