„Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte“

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen ist klar, daß es den Satan wirklich gibt; ihm wird bewußt, wie der Satan die Menschen täuscht.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Jesaja 14:12–16; Matthäus 4:1–11; 1 Korinther 10:13; Jakobus 4:7; Offenbarung 12:4,7–9; 2 Nephi 28:15,16,20–22; Helaman 14:30; 3 Nephi 18:15; Moroni 7:16,17 und Lehre und Bündnisse 76:25–27.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Wer ist der Satan?

Zitate/Besprechen

• Was wißt ihr über den Satan?

Es gibt einiges, was man über den Satan wissen muß, aber auch vieles, was man wahrscheinlich nicht zu wissen braucht. Es ist zwar wichtig, daß man weiß, wer der Satan ist und warum wir ihn als Feind betrachten müssen, aber wenn man zu viel über den Satan nachdenkt und spricht, kann sich das schon als gefährlich erweisen.

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Francis M. Gibbons vor, und setzen Sie dann den Unterricht fort:

„Um wieviel besser ist es, den Ermahnungen des Erretters zu folgen, nämlich mit Güte und Liebe zu sprechen und im eigenen Zuhause den sicheren Hafen zu schaffen, wo wir vor dem weltlichen Tumult geschützt sind, der ständig durch die Ränke unseres gemeinsamen Feindes geschürt wird. Und um wieviel besser ist es, sich auf das Positive anstatt auf das Negative zu konzentrieren und einander dadurch zu erbauen und zu schützen, daß der satanische Einfluß in unserem Leben auf das Mindestmaß beschränkt bleibt.“ (Der Stern, Januar 1992, Seite 75.)

Präsident Kimball hat über den Satan folgendes gesagt:

„Er ist eine Person aus Geist, ohne Körper. Er ist genauso eifrig darauf bedacht, uns seinen Stempel aufzudrücken, wie der himmlische Vater bestrebt ist, uns zu seinem ewigen Reich emporzuziehen. …

Er ist auch schlau und geschickt. Aufgrund jahrtausendelanger Erfahrung ist er außerordentlich geschickt und zunehmend entschlossener geworden.“ (The Miracle of Forgiveness, Salt Lake City, 1969, Seite 21.)

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Jesaja 14:12–16 und Lehre und Bündnisse 76:25–27 lesen und gegebenenfalls Auszüge aus diesen Versen unterstreichen.

• Wer war der Satan vor seinem Fall?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß der Satan ein Geistsohn des himmlischen Vaters war, der zu Beginn des vorirdischen Daseins geboren wurde. Er wählte von Anfang an das Böse (siehe LuB 93:25) und verschaffte sich große Macht und großen Einfluß. In den heiligen Schriften wird er als „Engel Gottes, der in der Gegenwart des Vaters Vollmacht hatte“ (LuB 76:25) bezeichnet. Daß er sich schließlich gegen Gott auflehnte und aus dem Himmel ausgestoßen wurde, war so schrecklich und unwiderruflich, daß er die Hoffnung verlor, je auch nur einen einzigen Grad der Errettung zu erlangen. Deshalb weinten die Himmel über ihn. (Siehe LuB 76:26.)

• Was verursachte den Fall Luzifers?

Der Satan hatte sich ganz seiner eigenen Sache verschrieben und falschen Stolz entwickelt. Er wollte über den Sternen Gottes seinen Thron aufstellen und weit über die Wolken hinaufsteigen. (Siehe Jesaja 14:13,14.) Er war von Selbstsucht und Machthunger getrieben und wollte wie der Allerhöchste sein. Als ihm das alles aber verwehrt wurde, weil er sich nicht auf rechtschaffene Weise darum bemühte, lehnte er sich wissentlich gegen Gott auf und wurde zum Vater der Lügen.

• Warum ist der Satan der Feind jedes Jungen, der das Aaronische Priestertum trägt, und warum will er uns in Sünde verstricken?

Berater

Machen Sie deutlich, daß der Satan Rechtschaffenheit haßt. Er und seine Engel, die eben- falls keine Hoffnung auf Errettung haben, wollen alle Menschen so elend machen, wie sie selbst sind. (Siehe 2 Nephi 2:18, 27.) Sie können keine rechtschaffenen Gefühle wie Liebe, Nächstenliebe, Reinheit, Ehrlichkeit, Demut, Mut und Hoffnung mehr haben. Der Satan möchte, daß wir nichts als Haß, Wut, Verzweiflung, Neid und Stolz empfinden. Er möchte, daß wir keine Hoffnung auf Errettung haben, und er will uns die Möglichkeit nehmen, wie der himmlische Vater zu werden und selbst ein ewiges Reich zu schaffen.

Es gibt Menschen, die das Gute in anderen nicht ertragen können und auf jede erdenkliche Art und Weise versuchen, den guten Ruf eines anderen zu zerstören und ihn genauso unglücklich zu machen, wie sie selbst sind. Solche Menschen könnte man wirklich als teuflisch bezeichnen.

Schriftstelle

Lassen Sie die Jungen Offenbarung 12:7–9 und anschließend Offenbarung 12:4 lesen; dann verstehen sie besser, wie Luzifer zum Satan wurde. Machen Sie deutlich, daß der Satan ein Drittel unserer Geistbrüder und -schwestern dazu verleitete, ihm nachzufolgen und den himmlischen Vater zu verwerfen.

Die Methoden des Satans

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

Lesen Sie mit den Jungen 2 Nephi 28:15,16,20–22, und stellen Sie fest, wie der Satan die Menschen zu täuschen versucht. Die Jungen sollen seine Methoden nennen, die Sie dabei an die Tafel schreiben. Nennen Sie dann für jede Methode ein Beispiel, das deutlich macht, wie der Satan sie heute anwendet. Im folgenden sind einige Beispiele aufgeführt:

  1. 1.

    Stolz im Herzen (Arroganz, Selbstsucht, Prahlerei).

  2. 2.

    Falsche Lehren (falsche Lehrer, falsche Religionen).

  3. 3.

    Unzucht (unsittliches Verhalten, Unkeuschheit, Begierde, Verlangen).

  4. 4.

    Das verunglimpfen, was gut ist (Gott, Religion, Keuschheit oder die Ehe verspotten).

  5. 5.

    Gegen das wüten, was gut ist (Verfolgung der Rechtschaffenen).

  6. 6.

    Fleischliche beziehungsweise weltliche Sicherheit (das ausgeprägte Verlangen nach Geld oder anderen weltlichen Besitztümern).

  7. 7.

    Schmeichelei (unaufrichtiges Lob).

  8. 8.

    Täuschung und Lügen (die Behauptung, es gebe keinen Gott, keinen Teufel, keine Sünde und keine Hölle).

Schriftstelle/Zitate

Lassen Sie die Jungen Matthäus 4:1–11 lesen und die wichtigen Wörter markieren.

Präsident David O. McKay hat gesagt, daß der Satan uns genauso in Versuchung führt, wie er auch Christus in Versuchung geführt hat, und zwar hauptsächlich in drei Bereichen:

„Gliedern Sie die Versuchungen, und Sie werden folgendes feststellen: Fast jede Versuchung, mit der wir uns beflecken – und wenn auch nur in geringem Maße – gehört in eine der folgenden drei Kategorien: (1) Begierden und Verlangen, (2) Stolz, Äußerlichkeiten und Eitelkeit, verursacht von denjenigen, denen Gott fremd ist, (3) das Verlangen nach weltlichem Reichtum und nach Macht bei den Menschen.“ (Gospel Ideals, Salt Lake City, Improvement Era, 1953, Seite 154.)

Präsident Howard W. Hunter hat erklärt, wie der Satan uns in diesen drei Bereichen versucht:

„Als Jesus sein vierzigtägiges Fasten beendet und mit Gott gesprochen hatte, blieb er in seinem hungrigen und körperlich geschwächten Zustand den Versuchungen des Teufels überlassen. … Wenn wir seelisch oder körperlich erschöpft sind, wenn wir müde, verletzlich und am wenigsten darauf vorbereitet sind, den hinterlistigen Einflüsterungen des Versuchers zu widerstehen, dann ist für ihn der richtige Augenblick gekommen. Das war die Stunde der Gefahr, denn in einem solchen Augenblick werden viele Menschen schwach und geben den Vorspiegelungen des Teufels nach.“ (Generalkonferenz, Oktober 1976.)

Wir können den Versuchungen des Satans widerstehen

Schriftstelle/Zitat/Besprechen

Lesen und besprechen Sie die folgenden Schriftstellen und Zitate, die deutlich machen, wie wir uns vor der Macht des Satans schützen können und daß er uns nicht zwingen kann, seinen Einflüsterungen nachzugeben. Lesen Sie gemeinsam jede Schriftstelle, und schreiben Sie dabei jeweils die entsprechende Versangabe an die Tafel.

  1. 1.

    Moroni 7:16,17

  2. 2.

    1 Korinther 10:13

  3. 3.

    Helaman 14:30

  4. 4.

    3 Nephi 18:15

  5. 5.

    Jakobus 4:7

Der Prophet Joseph Smith hat über die Macht des Satans folgendes gesagt: „Alle Wesen, die einen Körper haben, besitzen Macht über diejenigen, die keinen haben. Der Teufel hat nur so viel Macht über was, wie wir ihm einräumen. In dem Augenblick, wo wir uns gegen etwas, was von Gott kommt, auflehnen, ergreift der Teufel die Macht.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 184 f.)

Präsident Spencer W. Kimball hat erklärt, wie der himmlische Vater uns dabei helfen kann, den Satan zu überwinden:

„Der Herr ist stärker als Luzifer; er ist unser Schutz und unsere Stärke und kann uns helfen, wenn heftige Versuchungen auf uns einstürmen. Zwar befreit er niemand gegen seinen Willen aus der Sünde und dem Zugriff des Versuchers, doch veranlaßt er den Sünder durch den Einfluß seines Geistes zu dem Entschluß, sich mit Gottes Hilfe aus den Klauen des Satans zu befreien. Wer auf den Heiligen Geist und seine Ermahnungen hört und alles tut, was er kann, um bußfertig zu bleiben, der kann sich darauf verlassen, daß der Herr ihm Schutz und Kraft, Freiheit und Freude gewährt.“ (The Miracle of Forgiveness, Salt Lake City, 1969, Seite 176.)

Präsident Harold B. Lee hat zu diesem Thema gesagt:

„Zünden Sie doch einmal ein Lagerfeuer an, und schauen Sie zu, wie die Insekten herbeifliegen, weil das helle Licht sie anlockt. Sie ziehen ihre Kreise um das Feuer immer enger, bis sie sich schließlich zu einem verhängnisvollen Fehler verleiten lassen und dann mit versengten Flügeln in den Tod stürzen, in das brennende Feuer der lockenden Versuchung. Ich habe erlebt, wie schöne junge Menschen mit dem verlockenden Feuer der Sünde spielen. Sie wollen die hellen Lichter einer großen Stadt voll Sünde sehen, wenn sie von zu Hause fort sind. … Sie ziehen sich unanständig an und lassen sich auf billige Gespräche ein, und dadurch gewähren sie Unheiligem Eintritt. Sie hören sich schmutzige, obszöne Geschichten an, und erzählen sie dann selbst weiter. Sie reden sich ein, daß der Kontakt mit Laster und Sünde notwendig ist, damit sie wissen, wie sie sich davor schützen können. Sie unterscheiden zwischen schweren Sünden wie Mord, Raub und Betrug und ,angenehmen‘ Sünden, die sie für weniger schwerwiegend halten. Dabei denken sie nicht an die Warnung eines Weisen, der gesagt hat: Das Wissen um eine Sünde verleitet dazu, sie zu begehen. Man kann nicht – wie auch immer – mit Sünde in Berührung kommen, ohne seine geistige Reinheit zumindest teilweise zu verlieren. Solchen Menschen ist folgendes nicht bewußt:

,So schrecklich ist der Anblick bösen Lasters: Kaum, daß er‘s erstmals sieht, so haßt er‘s! Doch oft geschaut, wird es vertraut – erbarmt es; Und wer mit ihm dann ganz intim – umarmt es.‘ (Alexander Pope, Essay on Man.)

Viele Menschen, die in den Himmel aufsteigen könnten, stürzen mit versengten Flügeln und tiefen Wunden ab, weil sie auf Verbotenes neugierig waren.“ (Decisions for Successful Living, Salt Lake City, 1973, Seite 87 f.)

Tafel/Besprechen

• Was will der Satan von euch?

• Wie führt der Satan junge Menschen am wirkungsvollsten in Versuchung?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel.

Schriftstelle/Besprechen

Lesen Sie gemeinsam Mose 1:12–22.

• Wie wollte der Satan den Mose täuschen? Wie widersetzte sich Mose diesen Versuchungen?

• Warum wich der Satan schließlich von Mose? Mose hat den Satan insgesamt viermal aufgefordert, von ihm zu weichen. Worin unterschied sich die vierte Aufforderung von den vorherigen drei?

Arbeiten Sie heraus, daß Jesus Christus viel mehr Macht besitzt als der Satan und daß wir den Satan mit seiner Hilfe immer überwinden können.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß es den Satan wirklich gibt und daß wir seine Methoden kennen müssen, damit wir uns nicht von ihm in die Irre führen lassen. Der Satan ist keine Märchengestalt, wie manche Menschen uns glauben machen wollen, sondern der große Christusgegner. Er ist ein nicht zu unterschätzender Feind. Aber wenn wir klug sind und die geistige Kraft nutzen, die uns zuteil wird, wenn wir Christus nachfolgen, auf die Eingebungen des Heiligen Geistes hören und das Priestertum in Ehren halten, können wir stärker sein als er.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, sich um Führung durch den Heiligen Geist zu bemühen, auf ihn zu hören und um Kraft zu beten, damit sie sich von allen Versuchungen zum Schlechten abwenden können. Fordern Sie sie auf, alles Schlechte zu meiden – unter anderem auch in ihrer Ausdrucksweise, ihrer Einstellung, ihrem Verhalten und den Situationen, denen sie sich aussetzen.