Das Sühnopfer bedeutet den Sieg über Tod und Hölle

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge versteht das unbegrenzte Sühnopfer, das Jesus Christus für ihn gebracht hat, besser.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Lukas 22:39–44; 2 Nephi 9:4–10; Mosia 3:7; 14:3–6; Alma 12:12–18; 34:8–14; Helaman 14:15–19 und Lehre und Bündnisse 19:16–19.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

    3. c)

      Bild 3, „Jesus der Christus“ (62572 150; Bild 240 in „Bilder zum Evangelium“).

  3. 3.

    Singen Sie an geeigneter Stelle im Unterricht gemeinsam das Lied „Wie groß die Liebe und Geduld“ (Gesangbuch, Nr. 13).

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Warum ein unbegrenztes Sühnopfer notwendig war

Zitat/Bild/Besprechen

• Was ist wohl die wichtigste Lehre des Evangeliums?

Erklären Sie den Jungen, daß der Prophet Joseph Smith oft gefragt wurde, welches die wesentlichen Grundsätze unserer Religion seien. Einmal entgegnete er dem Frager: „Die wesentlichen Grundsätze unserer Religion sind das Zeugnis der Apostel und Propheten über Jesus Christus, daß er gestorben ist, begraben wurde und am dritten Tage wieder auferstanden und dann in den Himmel aufgefahren ist; und alles andere, was mit unserer Religion zu tun hat, ist nur eine Zugabe dazu.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 124.)

Zeigen Sie Bild 3, „Jesus der Christus“.

• Warum stehen der Tod, die Grablegung und die Auferstehung Jesu Christi im Mittelpunkt unserer Religion? (Ohne das Sühnopfer und die Auferstehung gäbe es überhaupt keine Religion, und infolge des Falls wären wir für immer gefallen und verloren.)

• Wie wäre es um die Menschheit bestellt, wenn es keine Auferstehung gegeben hätte?

Schriftstelle/Besprechen

Besprechen Sie diese Fragen kurz, und lassen Sie die Jungen dann 2 Nephi 9:4–10 lesen.

• Der Fall Adams hat zwei verschiedene Arten des Todes bewirkt. Welche? (Den Tod des Körpers bzw. den physischen Tod; den Tod des Geistes bzw. den geistigen Tod, der manchmal auch als Hölle bezeichnet wird und darin besteht, daß jemand aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen wird.)

• Was wäre mit uns geschehen, wenn es kein Sühnopfer gegeben hätte? (Wir hätten sowohl den physischen als auch den geistigen Tod erlitten, und zwar für immer. Unser physischer Körper wäre dann ins ins Grab gelegt worden, „um zu verfaulen und zu zerfallen, um sich nie wieder zu erheben“ [2 Nephi 9:7]. Unser Geist aber wäre dem Teufel unterworfen gewesen, und wir wären für immer aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen gewesen.)

• Was ist laut Vers 7 erforderlich, damit wir den physischen und den geistigen Tod überwinden können? (Es muß „notwendigerweise eine unbegrenzte Sühne“ geben.)

• Was ist eine „unbegrenzte“ Sühne? (Eine unbegrenzte Sühne ist ohne Ende und allumfassend.)

Lassen Sie mehrere Jungen Alma 34:8–14 vorlesen.

• Wer sollte die Menschheit gemäß Amuleks Prophezeiung aus ihrem verlorenen und gefallenen Zustand erlösen? (Jesus Christus, der Sohn Gottes.)

• Was ist mit „großes und letztes Opfer“ gemeint?

Arbeiten Sie folgendes heraus: Das Gesetz des Opferns nahm mit Adam seinen Anfang und bestand auch unter dem Gesetz des Mose fort. Auf besonderen Altären wurden Tiere geopfert, deren Blut man dabei vergoß. Ein Engel des Herrn gebot Adam, er und seine Kinder sollten Blutopfer darbringen, und zwar „als Sinnbild für das Opfer des Einziggezeugten des Vaters“ (Mose 5:7). Das Gesetz des Mose war bis zur Zeit Jesu Christi gültig; dann war es erfüllt. Jesus Christus war das große und letzte Opfer, und damit endeten die Blutopfer.

Arbeiten Sie gegebenenfalls anhand der folgenden Fragen heraus, inwiefern Opfern und Sühnopfer in Zusammenhang stehen.

• Hätte ein unbegrenztes Sühnopfer dadurch erfolgen können, daß man ein Lamm oder ein anderes Tier opfert? (Nein.)

• Hätte ein unbegrenztes Opfer dadurch erfolgen können, daß ein anderer als Jesus geopfert wurde? (Nein.)

• Was für ein Opfer war notwendig, damit die unbegrenzte Sühne zustande gebracht wurde? („Ein unbegrenztes und ewiges Opfer“; siehe Alma 34:10. Unbegrenzt und ewig bedeutet, daß etwas von keinerlei Grenzen eingeschränkt wird und kein Ende hat.)

• Was setzt ein unbegrenztes und ewiges Opfer voraus? (Daß es sich beim Geopferten um einen Gott handelt bzw. um den Sohn Gottes, nämlich Jesus Christus, der „unbegrenzt und ewig“ ist; siehe Alma 34:14.)

Berater

Erklären Sie, daß unbegrenzt und ewig auch Bezeichnungen für Jesus Christus sind. Jesus ist das Lamm Gottes, dessen Blut als großes und letztes Opfer vergossen wurde. Nur ein Gott konnte für die Sünden der ganzen Menschheit sühnen und dem Gesetz der Gerechtigkeit Genüge tun. Und nur ein Gott konnte frei von Sünde bleiben und das Leid ertragen, das die Gerechtigkeit als Preis für die Sünden der Welt forderte.

Das Sühnopfer erforderte, daß Christus Pein ertrug

Berater

Obwohl das Sühnopfer, also das große und letzte Opfer, von einem Gott gebracht wurde, war es weder leicht noch schmerzlos. Im Gegenteil: Das unbegrenzte Sühnopfer Christi erforderte mehr Leiden an Körper und Geist, als je ein Mensch ertragen hatte oder ertragen könnte.

Die Schilderung, wie der Herr in Getsemani litt, macht deutlich, wie sehr er seinen Vater und uns liebt.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen still für sich Lukas 22:39–44 lesen und markieren. Anschließend soll ein Junge diese Verse vorlesen.

Machen Sie folgendes deutlich: Der Satz „Sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte“ (Lukas 22:44) zeigt, wie sehr Jesus für uns gelitten hat. Seine Qual war so groß, daß er sogar darum betete, der Kelch (die Qual) möge von ihm genommen werden, wenn es eine andere Möglichkeit gäbe, das Sühnopfer zu vollenden. Aber dennoch war er bereit, den Willen des Vaters zu tun.

Lesen Sie mit den Jungen Lehre und Bündnisse 19:16–19; durch diese Schriftstelle soll ihnen deutlich werden, wie sehr Jesus litt.

Die Jungen sollen darüber nachdenken, wie sie einmal sehr an Körper oder Geist leiden mußten. Machen Sie ihnen dann bewußt, daß dieser Schmerz unbedeutend ist im Vergleich mit dem, was Jesus Christus aushalten mußte. Er litt so sehr, daß er sogar aus jeder Pore blutete.

Lesen Sie einen Jungen Mosia 3:7 vorlesen.

• Kann ein Mensch das gleiche Maß an Schmerz und Angst ertragen wie Jesus Christus? (Nein; jeder Mensch würde an solchem Schmerz und solcher Angst sterben.)

• Warum mußte Jesus Christus so sehr leiden, daß aus jeder Pore Blut trat? (Er erlitt „Schmerz über die Schlechtigkeit und Greuel seines Volkes“ (Mosia 3:7), oder mit anderen Worten: Er litt geistige Qualen, weil er die Sünden aller Menschen auf sich nahm.)

Christus hat für uns gelitten

Berater

Jesus Christus hat die geistige Strafe für die Sünden aller Menschen erlitten. Irgendwie konzentrierte sich die ganze Strafe auf ihn, so daß alle, die umkehren und zu ihm kommen, nicht selbst für ihre Sünden leiden müssen. Dieses große und letzte Opfer, das Jesus gebracht hat, macht deutlich, wie sehr er uns alle liebt, Der Prophet Jesaja schildert in bewegenden Worten, wie Jesus stellvertetend für uns alle gelitten hat. Seine Worte sind auch im Buch Mormon zu finden. Lesen Sie jetzt Mosia 14:3–6 vor.

• Macht euch bewußt, daß Jesus für eure Sünden gelitten habt. Was empfindet ihr dabei?

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Helaman 14:15–19 lesen und markieren.

• Was haben das Sühnopfer Jesu Christi und seine Auferstehung für uns bewirkt? (Jesus hat den physischen Tod überwunden, so daß wir alle auferstehen können.)

• Inwiefern werden wir durch das Sühnopfer erlöst? (Wir können alle in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückkehren und den geistigen Tod überwinden. So wie alle Menschen durch den Fall Adams von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen wurden, so können alle Menschen, die von ihren Sünden umkehren, durch das Sühnopfer Christi wieder in Gottes Gegenwart zurückkehren.)

Lassen Sie einen oder mehrere Jungen Alma 12:12–18 vorlesen.

• Was geschieht, wenn wir in die Gegenwart Gottes zurückgekehrt sind? (Wir werden gerichtet.)

• Wonach werden wir gerichtet? (Nach unserer Einstellung und unseren Worten, Taten und Gedanken.)

• Wie steht es dann mit denen, die ihr Herz verhärtet hatten, als sie starben, und nicht umkehren wollten? (Sie werden von ihren Worten, Taten und Gedanken verdammt und sich vor Gott verstecken wollen, was ihnen aber nicht gelingen wird.)

• Werden die Schlechten Gott der Ungerechtigkeit beschuldigen? (Nein, jeder wird anerkennen, daß der Richterspruch Gottes gerecht und barmherzig ist.)

• Was versteht man unter „rechtschaffen“?

Erklären Sie den Jungen: Im Buch Mormon steht, daß diejenigen rechtschaffen sind, die Christus annehmen, an ihn glauben, umkehren, die heiligen Handlungen des Evangeliums empfangen, bis ans Ende ausharren und Erben des celestialen Reiches werden (siehe Mosia 4:5–11). Die Schlechten hingegen weigern sich, Christus und seine Rechtschaffenheit anzunehmen, indem sie sich weigern, an ihn zu glauben, umzukehren, die heiligen Handlungen des Evangeliums zu empfangen und bis ans Ende auszuharren.

• Bleiben die Schlechten in Gottes Gegenwart? (Nein, sie werden aus seiner Gegenwart ausgestoßen, und zwar nicht wegen Adams Übertretung, sondern wegen ihrer Übertretungen.)

• Wie steht es um die Schlechten, wenn sie aus Gottes Gegenwart ausgestoßen worden sind? (Sie quälen sich und müssen genauso leiden, wie Jesus gelitten hat. Für sie wird es sein, als wäre keine Erlösung und keine Sühne zustandegebracht worden, abgesehen davon, daß sie nicht sterben können.)

Erklären Sie den Jungen, daß die Schlechten so lange leiden müssen, bis sie den Preis für ihre Sünden gezahlt haben.

• Wer kann die vollständigen Segnungen des Sühnopfers genießen?

Machen Sie den Jungen deutlich, daß diejenigen die vollen Segnungen des Sühnopfers genießen werden, die –

  1. 1.

    ihr Herz nicht gegen den Herrn und seine Wahrheit verhärten

  2. 2.

    durch Glauben und Umkehr das sühnende Blut Christi annehmen

  3. 3.

    sich in Gedanken, Worten und Taten dem Dienst und der Herrlichkeit des Herrn weihen, der ja für sie gelitten hat.

Zum Abschluß

Aktivität

Damit diese Lektion den Jungen nachhaltig im Gedächtnis bleibt, können Sie sie in einer weiteren Unterrichtsstunde aus den Schriftstellen in dieser Lektion eine Schriftstellenkette herstellen lassen.

Beginnen Sie die Schriftstellenkette mit der ersten Schriftstelle (2 Nephi 9:4–10), und schreiben Sie die nächste Versangabe (Alma 34:8–14) daneben, so daß neben jeder Schriftstelle abgelesen werden kann, wo die nächste Schriftstelle der Schriftstellenkette zu finden ist. Neben Alma 34:14 beispielsweise lassen Sie die Jungen die Versangabe für die dritte Schriftstelle schreiben, nämlich Lukas 22:39–44. Das geht so weiter, und zwar in der Reihenfolge, in der die Schriftstellen in der Lektion vorkommen.

Die fertige Schriftstellenkette sieht dann folgendermaßen aus:

  1. 1.

    2 Nephi 9:4–10

  2. 2.

    Alma 34:8–14

  3. 3.

    Lukas 22:39–44

  4. 4.

    Lehre und Bündnisse 19:16–19

  5. 5.

    Mosia 3:7

  6. 6.

    Mosia 14:3–6

  7. 7.

    Helaman 14:15–19

  8. 8.

    Alma 12:12–18

Aufforderung

Fordern Sie die Jungen auf, noch mehr an Jesus Christus zu glauben und ihm zu zeigen, daß sie für das Sühnopfer dankbar sind, indem sie von ihren Sünden umkehren.