An den Berater

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Diese Lektionen sollen den jungen Männern helfen, das Evangelium besser kennenzulernen. Außerdem sollen sie dazu beitragen, daß die AP-Kollegiumsversammlung den Jungen Freude macht und sie ihre Zeit dort sinnvoll verbringen. Sie können diesen Leitfaden für den Unterricht für einzelne Priester-, Lehrer- und Diakonskollegien verwenden; Sie können ihn aber auch verwenden, um alle drei Kollegien gleichzeitig zu unterrichten. Indem Sie sich gebeterfüllt auf jede einzelne Lektion vorbereiten, können Sie den Jungen nahebringen, wie sie ihre Berufung im Aaronischen Priestertum groß machen und wahrlich ein Sohn Gottes werden (siehe LuB 84:26–42 und Johannes 1:12,13).

Der Leitfaden enthält fünfzig Lektionen – mehr, als Sie in einem Jahr durchnehmen können. Wählen Sie gebeterfüllt solche Lektionen aus, die auf die Jungen, die Sie unterrichten, zugeschnitten sind. Manche Lektionen sind vielleicht besser für die Priester geeignet, andere besser für die Diakone und Lehrer.

Schlüssel für erfolgreichen Unterricht

Nutzen Sie die folgenden Schlüssel für erfolgreichen Unterricht, um aus den Lektionen in diesem Leitfaden den größtmöglichen Nutzen zu ziehen:

  1. 1.

    Stellen Sie Jesus Christus in den Mittelpunkt. Sie lehren die Jungen, Jünger Christi zu sein. Es reicht nicht aus, ihnen bloß eine Aufgabe beizubringen, die sie im Priestertum wahrzunehmen haben, oder ihnen einen wahren Grundsatz zu vermitteln; die Jungen müssen wissen, daß der Herr von ihnen als seinen Jüngern erwartet, daß sie dies tun – weil sie an ihn glauben und weil sie ihn lieben.

  2. 2.

    Bemühen Sie sich um den Geist. Bitten Sie den himmlischen Vater um Hilfe bei der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung. Der Herr hat verheißen: „Der Geist wird euch durch das Gebet des Glaubens gegeben; und wenn ihr den Geist nicht empfangt, sollt ihr nicht lehren.“ (LuB 42:14.) Der Geist ist dann am stärksten, wenn Sie von Christus Zeugnis geben, wenn Sie das Jüngersein lehren und wenn Sie aus Ihrer Erfahrung als sein Jünger heraus unterrichten und Zeugnis geben.

  3. 3.

    Beziehen Sie den Kollegiumspräsidenten mit ein. Der AP-Kollegiumspräsident soll die Mitglieder seines Kollegiums die Obliegenheit ihres Amtes lehren (siehe LuB 107:85–87). Der Kollegiumspräsident soll, mit Ihrer Hilfe, mit entscheiden, welche Lektionen in welcher Reihenfolge durchzunehmen sind. Der Kollegiumssekretär soll vielleicht im Kalender darüber Bericht führen, damit keine Lektionen doppelt durchgenommen werden.

  4. 4.

    Lieben Sie die Jungen. Bringen Sie jedem Jungen, den Sie unterrichten, aufrichtige Liebe entgegen. Beweisen Sie in allem, was Sie innerhalb und außerhalb des Unterrichts tun, Ihre Liebe. Lernen Sie jeden Jungen im Kollegium, seine Interessen und seine Schwierigkeiten kennen.

  5. 5.

    Bereiten Sie sich vor. Lesen Sie jede Lektion wenigstens zwei, drei Wochen vor dem Termin durch. Wenn Sie die Unterrichtsvorbereitung bis zum Samstag vor dem Termin aufschieben, wird der Unterricht viel weniger effektiv. Beachten Sie vor allem den Abschnitt „Vorzubereiten“ zu Beginn jeder Lektion.

Lesen Sie die Geschichten in den Lektionen bei der Unterrichtsvorbereitung mehrmals durch, damit Sie sie verstehen und sie gut vortragen können. Die Geschichten und Beispiele in den Lektionen sollen den Jungen aufzeigen, wie die besprochenen Grundsätze des Evangeliums sich auf ihr tägliches Leben beziehen lassen. Wenn Sie Sich gebeterfüllt auf den Unterricht vorbereiten und dann die Lektion durchnehmen, mag der Geist Ihnen eingeben, daß Sie auch eigene Erlebnisse oder andere, verläßliche Quellen einflechten, statt die Beispiele aus dem Leitfaden zu verwenden. Behalten Sie dabei immer das Unterrichtsziel im Sinn. Jede Geschichte, die Sie selbst hinzufügen, muß den Grundsatz, der im Unterrichtsziel genannt ist, untermauern.

Benutzen Sie gegebenenfalls die Broschüre Für eine starke Jugend (34285 150), um den Unterricht zu bereichern. Helfen Sie den Jungen, sich mit den Grundsätzen in der Broschüre vertraut zu machen. Halten Sie sie dazu an, die Broschüre häufig zu lesen und sich an die darin dargelegten Grundsätze zu halten.

Zusätzliche anregungen

Die folgenden Anregungen werden Ihnen helfen, den Unterricht interessanter und effektiver zu gestalten:

  1. 1.

    Gebrauchen Sie die heiligen Schriften. Halten Sie die Jungen dazu an, die heiligen Schriften jede Woche zur Priestertumsversammlung mitzubringen. Halten Sie im Unterricht immer Buntstifte zum Markieren bereit.

  2. 2.

    Regen Sie zur Diskussion innerhalb des Kollegiums an. Fordern Sie die Jungen auf, sich offen zu äußern und Fragen zu stellen. Erkennen Sie den Beitrag eines jeden Jungen an, damit er auch in Zukunft noch mitmacht.

  3. 3.

    Passen Sie die Lektionen den Gegebenheiten an. Verwenden Sie Unterrichtsmethoden, die das Interesse der Jungen wecken. Achten Sie auf Ereignisse und Erfahrungen im Leben der Jungen oder im Leben von Menschen, die sie kennen, die Ihnen helfen, die Lektionen auf die Jungen zu beziehen. Gelegentlich werden Sie die Geschichten und Beispiele im Leitfaden Ihren kulturellen Gegebenheiten anpassen müssen.

    Um den Jungen zu helfen, die Worte der lebenden Propheten zu lernen, können Sie eine eigene Lektion gestalten, indem Sie eine Ansprache von einer Generalkonferenz verwenden. Wenn Sie sich an die Richtlinien in Lektion 50 halten, können Sie Lektionen vorbereiten, die auf die Bedürfnisse der Jungen in Ihrem Kollegium eingehen.

    Sie werden vielleicht feststellen, daß manche Lektionen zuviel an Stoff enthalten, als daß man sie in einer einzigen Unterrichtsstunde durchnehmen könnte. Dann können Sie das auswählen, was die Jungen am meisten brauchen, oder für die Lektion mehr als eine Versammlung verwenden.

  4. 4.

    Verwenden Sie die Bilder aus dem Leitfaden. Lassen Sie die Bilder hinten im Leitfaden, reißen Sie sie nicht heraus. Verwenden Sie sie im Zusammenhang mit der jeweiligen Lektion. In der Gemeindehausbibliothek finden Sie vielleicht Bilder, die Sie verwenden können, um die Gegebenheiten aus den heiligen Schriften zu veranschaulichen. Die Bilder im Leitfaden, die in der Gemeindehausbibliothek erhältlich sind, sind mit der entsprechenden Nummer versehen. Sie können den Gemeindehausbibliothekar danach fragen.

  5. 5.

    Benutzen Sie Tafel und Kreide. Denken Sie vor jeder Unterrichtsstunde darüber nach, wie Sie die Tafel am besten dazu einsetzen können, den Unterricht zu bereichern. Schreiben Sie aus längeren Aussagen nur die wichtigsten Wörter an die Tafel.

  6. 6.

    Richten Sie Aufforderungen an die Jungen, und fragen Sie nach. Richten Sie nach jeder Unterrichtsstunde eine konkrete Aufforderung an die Jungen. Fragen Sie anschließend nach, und halten Sie die Jungen dazu an, der Aufforderung Folge zu leisten. Bitten Sie sie, darüber zu berichten, wie sie das geschafft haben.

  7. 7.

    Verwenden Sie die verfügbaren Zeitschriften der Kirche. Der STERN enthält viele hervorragende Artikel, die die Lektionen in diesem Leitfaden bereichern können. Die Ausgaben von Januar und Juli sind besonders hilfreich, weil sie die Ansprachen der Generalautoritäten der Kirche von der Generalkonferenz enthalten.

  8. 8.

    Verwenden Sie die Handzettel. Am Ende mancher Lektionen finden Sie einen Handzettel, der den Jungen helfen soll, die Grundbegriffe des Evangeliums zu lernen und zu behalten. Vervielfältigen Sie die Handzettel nach Bedarf, damit Sie sie im Unterricht benutzen können.

Besuche der kollegiumspräsidentschaft in der PV

Die Diakonskollegiumspräsidentschaft hat die Aufgabe, andere Jungen auf den Empfang des Priestertums vorzubereiten. Halten Sie die Präsidentschaft dazu an, daß sie in der entsprechenden PV-Klasse ein paar kurze Vorträge hält. Diese Kurzvorträge haben einen dreifachen Zweck:

  1. 1.

    Die Kollegiumspräsidentschaft soll erfahren, wie es ist, Jüngere zu unterrichten.

  2. 2.

    Die Jüngeren, die sich auf das Priestertum vorbereiten, sollen sehen, welche Aufgaben und Segnungen mit dem Aaronischen Priestertum verbunden sind. Die Kollegiumspräsidentschaft soll außerdem betonen, welche Freude und Zufriedenheit damit einhergehen, wenn man dient, und wie wichtig es ist, ein Vorbild zu sein. 3. Die Jüngeren sollen sehen, daß sie im Kollegium willkommen sein werden.

Die Kollegiumspräsidentschaft kann ihre Vorträge beispielsweise folgendermaßen gestalten:

Ein Diakon dient seinen Mitmenschen

Die Diakonskollegiumspräsidentschaft könnte dazu einen zwanzigminütigen Vortrag vorbereiten, in dem sie erklärt, wie die Diakone ihren Mitmenschen dienen, indem sie ihre Aufgaben im Priestertum erfüllen. Sie soll auch darauf eingehen, welche Freude und Zufriedenheit mit diesem Dienst einhergeht. Die Kollegiumspräsidentschaft könnte erklären, inwiefern das Austeilen des Abendmahls und das Einsammeln des Fastopfers für die Mitglieder der Gemeinde ein Segen ist; sie können auch von konkreten Dienstprojekten erzählen.

Ein Vorbild sein

Die Diakonskollegiumspräsidentschaft könnte einen zwanzigminütigen Vortrag darüber vorbereiten, wie wichtig es ist, daß man als Priestertumsträger, der ja Jesus Christus vertritt, ein Vorbild ist. Sie könnte erklären, wie wichtig es ist, daß man in Kleidung und Verhalten mit gutem Beispiel vorangeht, vor allem wenn man das Abendmahl austeilt und das Fastopfer einsammelt.

Der Berater und die Präsidentschaft des Diakonskollegiums müssen mit der PV-Lehrerin zusammenkommen, um die Vorträge im voraus zu planen. Die Besuche in den PV-Klassen müssen mit der PV-Leiterin abgesprochen werden.

Spezielle richtlinien dazu, wie sie behinderte einbeziehen

Der Herr hat beispielhaft gezeigt, was er für Behinderte empfand, und ihnen seine Anteilnahme bewiesen. Als er nach seiner Auferstehung den Nephiten erschien, sagte er:

„Habt ihr Kranke unter euch? Bringt sie her. Habt ihr Lahme oder Blinde oder Gichtbrüchige oder Krüppel oder Aussätzige oder die verdorrt sind oder die taub sind oder die in irgendeiner Weise bedrängt sind? Bringt sie her, und ich werde sie heilen, denn ich habe Mitleid mit euch.“ (3 Nephi 17:7.)

Sie als Lehrer in der Kirche können auf vorbildliche Weise zeigen, was Anteilnahme ist. Sie mögen zwar keine entsprechende Ausbildung haben, aber als Lehrer können Sie doch Behinderten Verständnis und liebevolle Fürsorge entgegenbringen. Sie brauchen Anteilnahme, Verständnis und den Wunsch, möglichst jeden in der Klasse in den Lernprozeß einzubeziehen.

Behinderte, das können Menschen mit einer Lernbehinderung, einer geistigen Behinde- rung, mit Sprachproblemen, Hörschwierigkeiten, Verhaltensstörungen und sozialen Problemen oder psychisch Kranke sein. Sie können sich vielleicht nicht gut bewegen oder haben eine chronische Krankheit. Ungeachtet seiner Umstände hat jeder in der Klasse das gleiche Bedürfnis, geliebt und akzeptiert zu werden, das Evangelium zu lernen, erfolgreich am Unterricht teilzunehmen und seinen Mitmenschen zu dienen. Denken Sie immer an folgendes, wenn Sie in einer Klasse behinderte Schüler haben.

  • Schauen Sie über die Behinderung hinaus, und lernen Sie den Menschen kennen. Seien Sie natürlich und freundlich und warmherzig.

  • Bringen Sie die Stärken und Schwächen des einzelnen in Erfahrung.

  • Unternehmen Sie jede Anstrengung, um jeden in der Klasse zu lehren und daran zu erinnern, daß er jeden anderen in der Klasse achten soll. Das Bemühen um einen behinderten Schüler kann allen anderen helfen, dadurch Christus ähnlicher zu werden.

  • Ermitteln Sie die besten Methoden, den betreffenden Schüler zu unterrichten, indem Sie mit den Eltern, anderen Familienmitgliedern und gegebenenfalls dem Schüler selbst reden.

  • Fragen Sie einen behinderten Schüler, wie weit er sich am Unterricht beteiligen möchte, ehe Sie ihn bitten, etwas vorzulesen, zu beten oder sich anderweitig zu beteiligen. Legen Sie Nachdruck auf die Fähigkeiten und Talente des einzelnen, und achten Sie darauf, wie sich jeder auf die ihm gemäße Weise erfolgreich am Unterricht beteiligen kann.

  • Passen Sie den Unterrichtsstoff und die Umgebung den Bedürfnissen der behinderten Schüler an.