Lektion 17: 1 Nephi 16

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nachdem Laman und Lemuel durch Nephis Worte im Herzen aufgestachelt worden waren, demütigten sie sich vor dem Herrn. Die Familie setzte ihre Reise in die Wildnis fort, und der Herr segnete sie mit dem Liahona, durch den er sie auf ihrer Reise führte. Auf ihrer Reise durchlitten sie Schwierigkeiten, darunter den Verlust von Nephis Bogen, mit dem sie die Nahrung am besten beschaffen konnten. Der größte Teil der Familie – sogar Lehi – fing an, gegen den Herrn zu murren. Nephi wies seine Brüder zurecht, weil sie sich beklagten; er fertigte sich einen neuen Bogen und bat seinen Vater um Rat, wo er jagen sollte.

Anregungen für den Unterricht

1 Nephi 16:1-6

Nephi reagiert auf das Murren seiner Brüder

Fordern Sie die Schüler auf, an eine Situation zu denken, wo sie für einen Fehler getadelt wurden und wie sie darauf reagiert haben. Lassen Sie dann einen Schüler 1 Nephi 16:1 vorlesen. Fordern Sie zuvor die Klasse auf, darauf zu achten, wie Laman und Lemuel auf Nephis Lehren reagiert haben. Erinnern Sie die Schüler daran, dass Nephi gewarnt hat, die Schlechten würden von den Rechtschaffenen getrennt werden und aus Gottes Gegenwart ausgestoßen werden (siehe 1 Nephi 15:33-36).

Bitten Sie die Schüler, 1 Nephi 16:2 still zu lesen. Sie können ihnen vorschlagen, den Satz zu markieren, mit dem Nephi beschrieb, wie einige Leute reagieren, wenn sie die Wahrheit hören, aber nicht danach leben.

  • Was bedeutet es wohl, dass „die Schuldigen die Wahrheit als hart [empfinden]“? Was bedeutet wohl die Aussage „sie trifft sie bis tief ins Innerste“?

  • Wie könnten wir wohl reagieren, wenn eine Wahrheit schwer zu ertragen ist?

Bitten Sie die Schüler, 1 Nephi 16:3,4 still zu lesen. Sie können ihnen vorschlagen, die Wörter wenn und dann in Vers 3 zu markieren. Regen Sie die Schüler dazu an, auf den Rat zu achten, den Nephi seinen Brüdern im Hinblick darauf gab, wie sie auf das „Harte“ reagieren sollten, von dem er gesprochen hat. Fordern Sie einen Schüler auf, mit eigenen Worten wiederzugeben, was Nephi seinen Brüdern vermittelt hat.

  • Wie haben Nephis Brüder laut 1 Nephi 16:5 auf seine Unterweisung reagiert?

  • Wie sollten wir gemäß 1 Nephi 16:5 reagieren, wenn die Wahrheit uns „bis tief ins Innerste trifft“?

1 Nephi 16:7-33

Der Herr führt Lehis Familie durch den Liahona

Bitten Sie jemanden, 1 Nephi 16:9,10 vorzulesen. Zeigen Sie das Bild „Der Liahona“ (06048 090; Bildband zum Evangelium, Nr. 68). Weisen Sie darauf hin, wie der Künstler den Liahona dargestellt hat.

  • Inwiefern, glaubt ihr, war ein solches Geschenk für Lehi und seine Familie in ihrer Situation hilfreich?

Fordern Sie einige Schüler auf, abwechselnd 1 Nephi 16:16-19 vorzulesen.

  • Inwiefern war der Liahona für Lehis Familie von Nutzen?

  • War die Reise für Lehis Familie, nachdem sie den Liahona erhalten hatte, leicht oder schwierig? Was berichtet Nephi in 1 Nephi 16:17-19, womit ihr eure Antwort untermauern könnt?

  • Warum müssen rechtschaffene Menschen wie Lehi und Nephi manchmal Prüfungen durchstehen? (Sie können erklären, dass viele Prüfungen, vor die wir gestellt sind, nicht unbedingt die Folgen falscher Entscheidungen sind. Sie sind als Bestandteil unserer irdischen Reise vielmehr Gelegenheiten, zu lernen und zu wachsen.)

Bitten Sie eine Hälfte der Klasse, 1 Nephi 16:20-22 leise zu studieren und darauf zu achten, wie einige aus Lehis Familie auf die Prüfung reagierten, dass Nephis Bogen zerbrochen war. Die andere Hälfte der Klasse soll 1 Nephi 16:23-25,30-32 studieren und darauf achten, wie Nephi auf diese Prüfung reagierte und wie sich seine Reaktion auf seine Familie auswirkte. Nachdem jede Gruppe berichtet hat, was sie herausgefunden hat, stellen Sie die Fragen:

  • Was lernen wir daraus, wenn wir diese beiden Reaktionen auf dieselbe Prüfung vergleichen?

  • Warum ist es so bedeutsam, dass Nephi seinen Vater um Weisung gebeten hat, obwohl Lehi gemurrt hatte? Welche Grundsätze können wir daraus ableiten, die wir auch in unserem Leben anwenden können? (Sie können erklären, dass Nephi, indem er Lehi um Weisung bat, ihm seine Achtung erwies und ihm in Erinnerung rief, dass er sich dem Herrn zuwenden sollte. Wenn wir bei Eltern und Priestertumsführern trotz ihrer Unvollkommenheiten Rat suchen, zeigen wir ihnen damit unsere Anerkennung und üben Glauben an den Herrn aus.)

  • Welche weiteren Grundsätze können wir der Reaktion Nephis auf die Not seiner Familie entnehmen? (Wenn die Schüler ihre Gedanken äußern, betonen Sie, dass der Herr uns durch unsere Schwierigkeiten hindurch helfen wird, wenn wir alles in unserer Macht Stehende tun und uns außerdem um seine Führung bemühen).

Lassen Sie einen Schüler 1 Nephi 16:26-29 vorlesen. Fordern Sie die Schüler auf, nach Einzelheiten zu suchen, wie der Herr Lehis Familie anhand des Liahonas führte. Um den Schülern diese Verse verständlicher zu machen und ihnen zu helfen, danach zu leben, was darin über die Führung durch den Herrn steht, stellen Sie die folgenden Fragen:

  • Was ist der Unterschied, wenn wir uns nur gelegentlich nach der Weisung des Herrn richten oder wenn wir uns mit Glauben und Eifer von ihm führen lassen?

Fordern Sie die Schüler auf, 1 Nephi 16:29, Alma 37:6,7 und Alma 37:38-41 leise zu lesen und dabei auf einen Grundsatz zu achten, der in allen drei Schriftstellen vermittelt wird.

  • Welcher Grundsatz wird in diesen drei Schriftstellen vermittelt? (Machen Sie den Schülern begreiflich, dass der Herr durch kleine Mittel Großes zustande bringen kann. Sie können diesen Grundsatz auch an die Tafel schreiben.)

  • Welche „kleinen Mittel“ hat der Herr laut diesen Versen bereitgestellt, um uns zu führen?

Schreiben Sie die folgenden Fragen an die Tafel und erklären Sie, dass in jeder Frage ein Wort oder eine Formulierung fehlt. (Sie können das vor dem Unterricht vorbereiten.)

  1. 1.

    Nennt zwei oder drei Beispiele dafür, dass … wie der Liahona ist.

  2. 2.

    Nennt einige Gründe dafür, weshalb wir wichtige Botschaften vom … verpassen könnten.

  3. 3.

    Wann seid ihr schon einmal gesegnet worden, weil ihr euch vom … habt führen lassen?

Teilen Sie die Klasse in drei Gruppen, und bestimmen Sie jeweils einen Leiter. Geben Sie jedem Leiter einen der folgenden Aufträge. Jede Gruppe soll sich mit einem „kleinen Mittel“ befassen, anhand dessen der Herr uns führt. (Wenn Ihre Klasse aus vielen Schülern besteht, können Sie sie auch in mehr als drei Gruppen aufteilen, damit die Gruppen nicht so groß sind. In dem Fall müssen Sie einer oder mehreren Gruppen den gleichen Auftrag geben.)

1. Gruppe: Der Patriarchalische Segen

Lesen Sie der Gruppe diese Aussage von Präsident Thomas S. Monson vor:

„Derselbe Herr, der Lehi den Liahona gab, schenkt uns heute eine seltene und kostbare Gabe, die uns die Richtung in unserem Leben weist und zeigt, wo unsere Sicherheit in Gefahr ist. Sie zeigt uns den sicheren Weg – nicht den Weg ins verheißene Land, sondern heim in den Himmel. Die Gabe, die ich meine, ist Ihr Patriarchalischer Segen. …

Dieser Segen ist nicht dazu da, dass Sie ihn ordentlich zusammenfalten und wegstecken. Sie sollen ihn nicht einrahmen und auch nicht anderen zugänglich machen. Sie sollen ihn vielmehr lesen. Sie sollen ihn schätzen. Sie sollen ihn beherzigen. Der Patriarchalische Segen führt Sie durch die schwärzeste Nacht. Er führt Sie durch die Gefahren des Lebens hindurch. … Der Patriarchalische Segen ist für Sie wie ein Liahona, der Ihnen den Weg zeigt und Sie führt.“ („Your Patriarchal Blessing: A Liahona of Light“, Ensign, November 1986, Seite 65f.)

Passt die Fragen an der Tafel so an, dass sie sich auf den Patriarchalischen Segen beziehen. Besprecht die Fragen als Gruppe. Bestimmt einen in eurer Gruppe dazu, den anderen in der Klasse zu berichten, was eure Gruppe gelernt hat. Bittet auch jemanden aus eurer Gruppe, zu Frage 3 ein persönliches Erlebnis zu erzählen.

Die heiligen Schriften und die Worte der neuzeitlichen Propheten

Lesen Sie der Gruppe die nachstehende Aussage von Elder W. Rolfe Kerr von den Siebzigern vor:

„Die Worte von Christus [können] für jeden von uns ein eigener Liahona sein …, der uns den Weg zeigt. Seien wir nicht träge, weil der Weg so leicht ist. Nehmen wir voll Glauben die Worte von Christus in unseren Sinn und unser Herz auf, wie sie in den heiligen Schriften verzeichnet sind und wie sie von lebenden Propheten, Sehern und Offenbarern verkündet werden. Weiden wir uns voll Glauben und Eifer an den Worten von Christus, denn die Worte von Christus werden unser geistiger Liahona sein, durch den wir in allem wissen können, was wir tun sollen.“ („Die Worte von Christus – unser geistiger Liahona“, Liahona, Mai 2004, Seite 37.)

Passt die Fragen an der Tafel so an, dass sie sich auf die heiligen Schriften und die Worte der neuzeitlichen Propheten beziehen. Besprecht die Fragen als Gruppe. Bestimmt einen in eurer Gruppe dazu, den anderen in der Klasse zu berichten, was eure Gruppe gelernt hat. Bittet auch jemanden aus eurer Gruppe, zu Frage 3 ein persönliches Erlebnis zu erzählen.

3. Gruppe: Der Heilige Geist

Lesen Sie der Gruppe diese Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

„Wenn wir versuchen, unsere Einstellung und unser Handeln mit Rechtschaffenheit in Einklang zu bringen, wird der Heilige Geist für uns heute das, was der Liahona für Lehi und seine Familie in ihrer Zeit war. Die gleichen Faktoren, die bewirkten, dass der Liahona für Lehi eine Hilfe war, werden auch den Heiligen Geist in unser Leben einladen. Und die gleichen Faktoren, die damals bewirkten, dass der Liahona nicht funktionierte, bewirken heute, dass wir uns vom Heiligen Geist entfernen.“ („Damit sein Geist immer mit uns sei“, Liahona, Mai 2006, Seite 30.)

Passt die Fragen an der Tafel so an, dass sie sich auf den Heiligen Geist beziehen. Besprecht die Fragen als Gruppe. Bestimmt einen in eurer Gruppe dazu, den anderen in der Klasse zu berichten, was eure Gruppe gelernt hat. Bittet auch jemanden aus eurer Gruppe, zu Frage 3 ein persönliches Erlebnis zu erzählen.

Hinweis für den Lehrer: Bitten Sie nach sechs bis acht Minuten die einzelnen Gruppen, der Klasse zu berichten, was sie aus ihrem Gespräch gelernt haben. Sie können die Schüler auch auffordern, in ihr Studientagebuch Erlebnisse zu schreiben, bei denen der Herr sie schon einmal durch kleine Mittel geführt hat. Sie könnten auch berichten, was sie selbst in dieser Hinsicht schon erlebt haben.

Kommentar und Hintergrundinformationen

1 Nephi 16:10. Ein eigener Liahona

Präsident Spencer W. Kimball hat unser Gewissen mit dem Liahona verglichen:

„Sie müssen sich bewusst machen, dass Sie eine Art Kompass wie den Liahona besitzen. Jedes Kind erhält ihn. Wenn es acht Jahre alt ist, kann es Gut und Böse unterscheiden, vorausgesetzt, seine Eltern haben es gut belehrt. Wer nicht auf seinen inneren Liahona achtet, dem lässt er schließlich unter Umständen auch keine Einflüsterungen mehr zukommen. Wenn wir uns jedoch vor Augen halten, dass wir alle etwas in uns haben, was uns in die richtige Richtung lenkt, steuern wir auch keinen falschen Kurs, wir müssen nicht leiden, der Bogen zerbricht nicht und die Familie schreit nicht nach Nahrung. Aber dafür müssen wir auf das hören, was uns unser innerer Liahona, nämlich unser Gewissen, gebietet.“ („Our Own Liahona“, Ensign, November 1976, Seite 79.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

1 Nephi 16. Auf Zurechtweisung vom Herrn reagieren

Erklären Sie, dass 1 Nephi 16 einen Bericht über mehrere Mitglieder von Nephis Familie enthält, die vom Herrn gezüchtigt oder zurechtgewiesen wurden.

  • Wie haben sie auf Zurechtweisung vom Herrn reagiert?

Fordern Sie die Schüler auf, still über folgende Fragen nachzudenken:

  • Wie reagiert ihr auf Züchtigung oder Zurechtweisung?

Schreiben Sie an die Tafel:

Schuldgefühle und Reue können uns helfen, geistig zu wachsen, wenn …

Zurechtweisung durch den Herrn kann uns zu … führen. 

Fordern Sie die Schüler auf, 1 Nephi 16:5,25,39 zu lesen und dabei auf Möglichkeiten zu achten, wie sie die Aussagen an der Tafel vervollständigen könnten. Die Schüler formulieren es möglicherweise anders, aber ihre Antworten sollen Folgendes widerspiegeln:

Schuldgefühle und Reue können uns helfen, geistig zu wachsen, wenn wir demütig und offen für die Zurechtweisung sind, die wir vom Herrn erhalten.

Zurechtweisung durch den Herrn kann uns zur Umkehr führen.

Lesen Sie die nachstehende Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel vor, der erklärt hat, dass Züchtigung oder Zurechtweisung uns helfen kann, wenn wir demütig und offen dafür sind:

„Obwohl es häufig schwierig ist, dies auszuhalten, sollten wir uns doch darüber freuen, dass Gott der Ansicht ist, dass wir die Zeit und die Mühe wert sind, die er dafür aufbringt. …

Wenn wir uns dafür öffnen, erhalten wir die notwendige Zurechtweisung in unterschiedlicher Form und aus unterschiedlichen Quellen. Wir werden vielleicht zurechtgewiesen, wenn wir beten und Gott sich uns im Verstand und Herzen durch den Heiligen Geist kundtut (siehe LuB 8:2). Oder es geschieht dadurch, dass wir ein Nein als Antwort auf unsere Gebete erhalten oder eine andere Antwort, als wir erwartet haben. Wir können auch gezüchtigt werden, wenn wir uns in die heiligen Schriften vertiefen und an unsere Unzulänglichkeiten, unseren Ungehorsam oder an das erinnert werden, was wir schlicht vernachlässigt haben.

Auch andere Menschen könnten uns zurechtweisen, insbesondere diejenigen, die von Gott inspiriert werden, zu unserem Glück beizutragen.“ („Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht“, Liahona, Mai 2011, Seite 98f.)

  • Wie können wir besser auf Zurechtweisung reagieren?