Lektion 19: 1 Nephi 18

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nephi und die anderen stellen das Schiff gemäß den Weisungen des Herrn fertig und machen sich auf den Weg zum verheißenen Land. Auf der Reise lehnen sich Laman und Lemuel sowie die Söhne Ischmaels und ihre Frauen gegen den Herrn auf. Als Nephi sie zurechtweist, fesseln Laman und Lemuel ihn mit Stricken. Daraufhin funktioniert der Liahona nicht mehr, und sie wissen nicht mehr, wohin sie das Schiff steuern sollen. Als ein schwerer Sturm das Leben aller auf dem Schiff bedroht, kehren sie um und lassen Nephi frei. Nephi betet, damit der Sturm sich beruhigt, und der Herr führt sie wieder auf ihrer Reise zum verheißenen Land.

Anregungen für den Unterricht

1 Nephi 18:1-8

Lehis Familie bereitet sich auf die Schiffsreise zum verheißenen Land vor

Schreiben Sie folgende Begriffe an die Tafel: die Macht des Herrn und meine Bemühungen. Bitten Sie die Schüler, an ein Problem zu denken, das sie momentan beschäftigt. Fragen Sie, was wohl effektiver wäre, das Problem zu lösen – die Macht des Herrn oder meine Bemühungen? Weshalb? Lassen Sie die Schüler nach einer kurzen Besprechung aus 1 Nephi 18 heraussuchen, worin sie sich an Nephi ein Beispiel nehmen könnten, um ihre Probleme besser zu bewältigen.

Lehi und seine Familie erreichen das verheißene Land

Zeigen Sie das Bild „Lehi und seine Familie erreichen das verheißene Land“, (06048 090; Bildband zum Evangelium, Nr. 71.)

Bitten Sie die Schüler, 1 Nephi 18:1-8 still zu lesen. Sie sollen feststellen, 1.) was Nephi und seine Familie taten, um sich auf die Reise ins verheißene Land vorzubereiten, und 2.) was der Herr tat, um ihnen zu helfen.

  • Was ist wohl daran so wichtig, dass Nephi „von Zeit zu Zeit“ Offenbarung empfing?

  • Welche Beziehung seht ihr in 1 Nephi 18:2,3 zwischen Nephis Taten und der Hilfe, die er vom Herrn empfing?

  • Inwiefern waren sowohl die Führung des Herrn als auch Nephis eigene Bemühungen wichtig, um das Schiff zu bauen und die Reise ins verheißene Land anzutreten?

Bitten Sie die Schüler, einiges zusammenzufassen, was wir anhand von Nephis Beispiel lernen können. Wenn die Schüler damit fertig sind, schreiben Sie den nachstehenden Grundsatz an die Tafel: Um das zu schaffen, was der Herr uns geboten hat, müssen wir seine Hilfe suchen und uns selbst anstrengen.

  • Wann seid ihr schon einmal vom Herrn geführt oder angeleitet worden und musstet außerdem euch selbst anstrengen, um eins seiner Gebote zu halten?

Die Schüler können das, was die anderen auf die obige Frage geantwortet haben, in ihr Studientagebuch schreiben.

Weisen Sie darauf hin, dass wir alle Gottes Hilfe brauchen, um seine Gebote zu halten und nach den Grundsätzen in der Broschüre Für eine starke Jugend zu leben. (Besorgen Sie sich gegebenenfalls die Broschüre Für eine starke Jugend und gehen Sie sie vor dem Unterricht durch.) Fordern Sie die Schüler auf, ein Gebot oder einen Grundsatz aus der Broschüre zu nennen, bei dem sie Gottes Hilfe besonders brauchen. Lassen Sie sie in ihr Studientagebuch schreiben, 1.) wie sie sich um die Hilfe des Herrn bemühen können, um gehorsam zu sein, und 2.) welche eigenen Anstrengungen sie dafür unternehmen müssen.

1 Nephi 18:9-25

Laman und Lemuel stiften zur Auflehnung an, was die Weiterfahrt ins verheißene Land behindert

Stellen Sie folgende Frage:

  • Was für Gründe kann es wohl haben, wenn wir Schweres durchmachen?

Wenn Sie die Frage besprochen haben, lassen Sie einen Schüler das nachstehende Zitat von Elder L. Whitney Clayton von den Siebzigern vorlesen. Bitten Sie die Klasse, auf die drei Gründe zu achten, die Elder Clayton dafür nennt, dass wir Drangsal erleiden:

„Allgemein kann man sagen, dass unsere Lasten aus drei Quellen stammen: 1.) Manche Lasten sind das natürliche Ergebnis der Verhältnisse in der Welt, in der wir leben. Krankheiten, körperliche Behinderungen, Wirbelstürme und Erdbeben ereilen uns von Zeit zu Zeit, ohne dass wir etwas dafür können. …

2.) Andere werden uns durch das Fehlverhalten anderer auferlegt. Misshandlung, Missbrauch und Suchtverhalten können dazu führen, dass für ein argloses Mitglied der Familie das Zuhause alles andere ist als der Himmel auf Erden. Sünde, falsche Traditionen, Unterdrückung und Verbrechen haben schon viele Opfer gefordert. …

3.) Unsere eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten verursachen viele unserer Probleme und können uns schwere Lasten auf die Schultern laden. Die beschwerlichste Last, die wir uns selbst aufbürden, ist die Last der Sünde.“ („Dass eure Lasten leicht seien“, Liahona, November 2009, Seite 12f.)

Schreiben Sie an die Tafel: 1.) Zustände in der Welt, 2.) Fehlverhalten anderer und 3.) eigene Fehler und Unzulänglichkeiten.

Erklären Sie, dass Laman, Lemuel und andere Menschen schlechte Entscheidungen trafen, nachdem Lehis Familie mit dem Schiff aufgebrochen war, und dass das Drangsal für alle auf dem Schiff nach sich zog. Bitten Sie jemanden, 1 Nephi 18:9 vorzulesen. Die Schüler sollen jedes Mal die Hand heben, wenn berichtet wird, wie jemand eine falsche Entscheidung traf.

  • Welche falsche Entscheidung trafen Laman, Lemuel und die Söhne Ischmaels samt ihrer Frauen? Warum war die Entscheidung falsch?

Verdeutlichen Sie den Schülern, dass es nicht falsch ist, zu tanzen, sich Musik anzuhören oder Spaß zu haben. Aber aus diesem Vers geht hervor, dass Laman, Lemuel und die anderen dies mit „äußerster Rohheit“ (1 Nephi 18:9) taten. Erklären Sie, dass mit Rohheit hier vulgäres, ungehobeltes Verhalten gemeint ist. Der Widersacher kann sich Tanz, Musik und unsere Ausdrucksweise zunutze machen, um unser Herz und unseren Verstand zu verderben, sodass der Heilige Geist nicht mehr bei uns sein kann.

Ein Schüler soll 1 Nephi 18:10 vorlesen.

  • Welche Folgen fürchtete Nephi laut 1 Nephi 18:10, wenn diejenigen, die sich auflehnten, nicht umkehren würden?

  • Wie versuchte Nephi, ihnen zu helfen?

Bitten Sie die Schüler, darüber nachzudenken, wie sie sich verhalten würden, wenn jemand aus der Familie oder ein Führer der Kirche sie auffordern würde, andere Musik zu hören, auf ihre Tanzbewegungen zu achten oder auf ihre Ausdrucksweise. Sie sollen überlegen, ob sie bereit wären, zuzuhören und sich zu ändern.

Ein Schüler soll 1 Nephi 18:11 vorlesen.

  • Wie reagierten Laman und Lemuel laut 1 Nephi 18:10,11 auf Nephis Worte?

  • Warum ließ der Herr zu, dass Laman und Lemuel Nephi fesselten?

Lassen Sie mehrere Schüler der Reihe nach 1 Nephi 18:12-14 und 17-19 vorlesen. Sie sollen nach Wörtern oder Sätzen suchen, die die Folgen von Lamans und Lemuels Verhalten aufzeigen. Fordern Sie die Schüler auf, die Evangeliumsgrundsätze dieser Begebenheit herauszusuchen. Eine Antwort kann lauten, dass Sünden dazu führen, dass der, der sündigt, und manchmal auch andere leiden müssen. Damit es den Schülern leichter fällt, diesen Grundsatz auf sich zu beziehen, können Sie Fragen wie diese stellen:

  • Warum hat sich die Auflehnung weniger Personen auf die gesamte Gruppe ausgewirkt?

  • Inwieweit beeinträchtigen unkluge Entscheidungen oder Auflehnung unsere Fähigkeit, Offenbarung zu empfangen?

Lesen Sie als Teil der Diskussion folgende Aussage von Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

„In den letzten Jahren haben wir in der Kirche immer wieder Ehrfurcht und mangelnde Ehrfurcht erlebt. Viele Mitglieder müssen wir loben, aber der Trend ist besorgniserregend.

Die Welt wird immer lärmender. Die Kleidung, das Äußere und das Verhalten sind lockerer, schlampiger und unordentlicher. Raue Musik … mit obszönen Texten dröhn[t] aus Lautsprechern. … In abgewandelter Form wird das alles auch von unseren Jugendlichen immer mehr akzeptiert und gewinnt an Einfluss auf sie. …

Dieser Trend hin zu mehr Lärm, mehr Aufregung, mehr Streit, weniger Zurückhaltung, weniger Würde, weniger Formalität ist nicht zufällig oder unschuldig oder harmlos.

Ein militärischer Befehlshaber, der eine Invasion starten will, gibt als Erstes den Befehl, die Kommunikationskanäle des Landes, das er erobern will, zu unterbrechen.

Ehrfurchtslosigkeit nützt den Absichten des Widersachers, da sie die empfindsamen Übertragungskanäle der Offenbarung in Sinn und Geist blockiert.“ („Ehrfurcht führt zu Offenbarung“, Der Stern, Januar 1992, Seite 19f.)

  • Wie wirkt es sich auf eure Eltern und Geschwister aus, wenn ihr rebellisch und ungehorsam seid? Wie wirkt es sich auf eure Freunde aus? Wie auf eure Klasse oder euer Kollegium?

Verweisen Sie nochmals auf die drei möglichen Ursachen von Prüfungen, die an der Tafel stehen. Erklären Sie, dass wir aus den weiteren Teilen des Kapitels entnehmen können, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir geprüft werden – ob dies nun Folge der eigenen Entscheidungen oder der Entscheidungen anderer ist. Lassen Sie die Schüler 1 Nephi 18:15,16,20-23 für sich lesen. Sie sollen dabei auf Punkte achten, die sie in beiden Situation anwenden können. Bitten Sie sie, mit eigenen Worten wiederzugeben, was sie herausgefunden haben. Zu den Antworten gehört vielleicht:

  • Wir können auf Gott blicken, damit wir in Prüfungen treu bleiben.

  • Das Gebet kann uns in Prüfungen Frieden verleihen.

Heben Sie, wenn die Schüler darauf antworten, hervor, dass Nephi vorbildlich zeigt, wie man in Prüfungszeiten rechtschaffen bleibt. Bitten Sie einen Schüler, das nachstehende Zeugnis von Elder L. Whitney Clayton vorzulesen. Die Schüler sollen herausfinden, wie wir uns laut Elder Claytons Worten in Zeiten von Prüfungen verhalten sollen:

„Ganz unabhängig davon, welche Lasten wir im Leben zu tragen haben – ob sie nun eine natürliche Ursache haben oder auf das Fehlverhalten anderer oder unsere eigenen Fehler und Schwächen zurückgehen –, sind wir doch alle Kinder des himmlischen Vaters, der uns liebt und uns gemäß seinem ewigen Plan auf die Erde gesandt hat, damit wir wachsen und uns weiterentwickeln. Die einzigartigen Erfahrungen, die jeder von uns macht, können uns bei der Vorbereitung auf unsere Rückkehr zu ihm helfen. … Wir müssen unser Möglichstes tun, um unsere Lasten … ,gut‘ zu tragen (siehe LuB 121:7,8). …

Ich weiß: Wenn wir die Gebote und die Bündnisse, die wir mit Gott geschlossen haben, halten, hilft er uns mit unseren Lasten. Er gibt uns Kraft. Wenn wir Umkehr üben, vergibt er uns und segnet uns mit Frieden im Gewissen und mit Freude.“ („Dass eure Lasten leicht seien“, Seite 13f.)

Halten Sie die Schüler dazu an, über einen der wahren Grundsätze nachzudenken, die sie in dieser Lektion dazugelernt haben.

  • Habt ihr bei euch oder bei jemand anders schon mal erlebt, wie sich dieser Grundsatz als wahr erwiesen hat?

Geben Sie gegebenenfalls Zeugnis, dass Gott uns durch Prüfungen helfen kann, wenn wir treu sind oder wenn wir Umkehr üben und uns ihm wieder zuwenden.

Erinnern Sie die Schüler zum Abschluss daran, dass Nephi und seine Familie trotz aller Prüfungen, denen sie ausgesetzt waren, letztlich doch das verheißene Land erreichten. Bezeugen Sie: Wenn wir uns um die Führung des Herrn bemühen und dieser eifrig folgen, können auch wir bei unserer Reise durchs Erdenleben schließlich ans Ziel gelangen.

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

1 Nephi 18:9. „Sie [fingen an], zu tanzen und zu singen und sehr rohe Reden zu führen.“

Machen Sie deutlich, dass die Führer der Kirche uns ermahnt haben, darauf zu achten, was wir sagen, welche Musik wir uns anhören und wie wir tanzen. Ein Schüler soll den folgenden Ratschlag aus der Broschüre Für eine starke Jugend vorlesen:

„Wie ihr mit anderen kommuniziert, sollte widerspiegeln, wer ihr seid: ein Sohn oder eine Tochter Gottes. Eine saubere und intelligente Ausdrucksweise zeugt von einem gesunden, wachen Verstand. Wenn ihr gute Wörter verwendet, erbaut, erhebt und erfreut das andere, und der Geist kann bei euch sein. Unsere Worte sollen – wie unsere Taten – voller Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe sein. …

Wählt die Musik, die ihr euch anhört, sorgfältig aus. Achtet darauf, was ihr beim Zuhören empfindet. Manche Musik sendet Botschaften aus, die böse und zerstörerisch sind. Hört euch keine Lieder an, die durch Text, Rhythmus oder Heftigkeit zu Unsittlichkeit anregen oder Gewalt verherrlichen. Hört euch keine Musik an, in der anstößige oder entwürdigende Ausdrücke gebraucht werden oder die zu schlechtem Verhalten ermuntert. Solche Musik kann euer geistiges Feingefühl abstumpfen. …

Nehmt nur an Tanzveranstaltungen teil, wo Kleidung, äußere Erscheinung, Beleuchtung, Texte, Musik und Unterhaltung zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen, wo der Geist zugegen sein kann.“ (Für eine starke Jugend, Broschüre, 2011, Seite 20, 22f.)

  • Wie können sich unanständige Musik, eine schlechte Ausdrucksweise und anstößige Tanzbewegungen auf uns auswirken?

Hinweis: Vermitteln Sie die Grundsätze und Lehren, wenn sie im Verlauf des Schriftblocks vorkommen. Wenn Sie so vorgehen, heben Sie genau das hervor, was der Verfasser der Schriften beabsichtigt hat. Vermeiden Sie es, zu viel Zeit auf einen Vers oder Grundsatz auf Kosten der übrigen zu verwenden. Wenn beispielsweise die gesamte Unterrichtszeit für 1 Nephi 18:9 und die Diskussion um unanständige Musik und anstößiges Tanzen verwendet wird, fehlt die Zeit, um andere wichtige Inhalte zu besprechen, die danach kommen.