Lektion 7: 1 Nephi 2

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Der Bericht in 1 Nephi 2 zeigt verschiedene Reaktionen auf die Gebote des Herrn. Der Prophet Lehi folgt dem Gebot des Herrn und führt seine Familie in die Wildnis. Weil dieser Auftrag sehr schwierig ist, lehnen sich Laman und Lemuel dagegen auf. Im Gegensatz dazu bemüht sich Nephi um ein bestätigendes Zeugnis.

Anregungen für den Unterricht

1 Nephi 2:1-7

Gott gebietet Lehi, in die Wildnis zu ziehen

Die Schüler sollen sich vorstellen, ihre Eltern hätten ihnen mitgeteilt, sie müssten morgen ihr Zuhause verlassen und fast ihren gesamten Besitz zurücklassen. Sie würden in die Wildnis ziehen und nur die Vorräte mitnehmen, die sie zum Überleben brauchen.

  • Wie würdet ihr reagieren?

  • Wie würde sich eure Reaktion ändern, wenn ihr wüsstet, dass der Auftrag, in die Wildnis zu ziehen, vom Herrn kommt?

Bitten Sie einen Schüler, 1 Nephi 2:1-6 vorzulesen. Die Klasse soll Gründe dafür finden, wieso Lehi seine Familie in die Wildnis führte.

  • Welches Gebot hat Lehi vom Herrn empfangen? (Siehe 1 Nephi 2:2.)

  • Was könnt ihr von Lehis Entscheidung lernen, wenn es darum geht, was man mitnehmen und was man zurücklassen sollte?

Lassen Sie einen Schüler 1 Nephi 2:7 vorlesen.

  • Lehi dankte dem Herrn unmittelbar nachdem er sein Zuhause und seine Besitztümer zurückgelassen hatte. Was können wir daraus lernen?

  • Wofür konnte Lehi dankbar gewesen sein?

Schreiben Sie folgende Aussage an die Tafel: Wenn wir treu und gehorsam sind, wird der Herr uns in Prüfungen helfen.

  • Wie hat der Herr euch geholfen, als ihr geprüft wurdet? (Die Schüler sollen sich bei ihrer Antwort vom Heiligen Geist führen lassen. Weisen Sie sie darauf hin, dass sie keine Erfahrungen erzählen müssen, die zu persönlich oder zu privat sind.)

1 Nephi 2:8-15

Laman und Lemuel murren gegen ihren Vater

Die Schüler sollen sich selbst die Frage stellen, ob sie sich schon einmal mit Worten oder in Gedanken über ein Gebot des Herrn oder über einen Auftrag ihrer Eltern oder eines Führers der Kirche beklagt haben. Lassen Sie sie einen Augenblick darüber nachdenken.

  • Warum beklagen wir uns manchmal, wenn man uns etwas aufträgt?

Schreiben Sie die Wörter Fluss und Tal an die Tafel. Bitten Sie einen Schüler, 1 Nephi 2:8-10 vorzulesen.

  • Inwiefern wollte Lehi, dass Laman so ist wie ein Fluss? Inwiefern wollte er, dass Lemuel so ist wie ein Tal? (Sie können die Schüler auch bitten, ihre Antworten neben die Wörter Fluss und Tal an die Tafel zu schreiben.)

  • Was wollte Lehi Laman und Lemuel damit sagen?

Die Schüler sollen 2 Nephi 2:11-14 still lesen.

  • Aus welchen Gründen murrten Laman und Lemuel gegen ihren Vater?

  • Mit dem Wort Halsstarrigkeit in 1 Nephi 2:11 ist Stolz und Verstocktheit gemeint. Weshalb führen Gefühle wie Stolz manchmal dazu, dass man murrt?

  • Wieso murren die Menschen wohl manchmal, wenn sie die Absichten Gottes nicht verstehen?

Erklären Sie: Ein Grund, warum der Satan uns dazu bringen möchte, dass wir murren, besteht darin, dass er uns davon abhalten will, den lebenden Propheten, inspirierten Führern der Kirche und unseren Eltern zu folgen. Lesen Sie dazu gegebenenfalls vor, was Elder H. Ross Workman von den Siebzigern einmal gesagt hat:

„Murren [geht] in drei Schritten vor sich, wobei ein Schritt zum anderen führt und das alles seinen Weg hinab zum Ungehorsam nimmt.“ Zuerst beginnt man zu hinterfragen. Zuerst denkt man es bei sich und dann sät man „bei anderen ebenfalls Zweifel.“ Zweitens beginnen jene, die murren, „sich zu rechtfertigen und nach Ausreden zu suchen, warum sie das, wozu sie angehalten worden waren, nicht ausführten. … So [entschuldigen] sie ihren Ungehorsam.“ Ihre Ausreden führen zum dritten Schritt: „Man wird träge und befolgt das Gebot des Herrn nicht. …

Ich lade Sie ein, sich auf das Gebot unserer lebenden Propheten zu konzentrieren, das Sie am meisten stört. Stellen Sie infrage, ob das Gebot für Sie gilt? Finden Sie leicht Ausreden, warum Sie dieses Gebot derzeit nicht befolgen können? Ärgern Sie sich, oder geht es Ihnen auf die Nerven, wenn Sie an dieses Gebot erinnert werden? Sind Sie träge im Halten dieses Gebots? Hüten Sie sich vor der Täuschung durch den Widersacher! Hüten Sie sich davor, zu murren.“ („Hütet euch zu murren“, Liahona, Januar 2002, Seite 98f.)

Bitten Sie die Schüler, die folgende Frage in ihrem Studientagebuch zu beantworten:

  • Was könnt ihr tun, wenn ihr merkt, dass ihr gegen die Propheten des Herrn und gegen die Gebote murrt?

1 Nephi 2:16-19

Nephi bemüht sich um Erkenntnis vom Herrn

Lassen Sie die Schüler 1 Nephi 2:16,19 still lesen und darüber nachdenken.

  • Wie ging Nephi mit der Botschaft seines Vaters um?

  • Wann habt ihr Gott angerufen und gespürt, dass er euch das Herz erweicht hat?

Lassen Sie die Schüler berichten, wann der Herr ihnen das Herz erweicht hat. (Weisen Sie sie aber darauf hin, dass sie nichts erzählen müssen, was zu persönlich oder zu privat ist.) Sie können außerdem erzählen, wann der Herr Ihnen einmal das Herz erweicht hat. Versichern Sie den Schülern, dass Gott uns das Herz erweichen kann, damit wir seinen Worten Glauben schenken, wenn wir zu ihm beten.

Lesen Sie 1 Nephi 2:19 vor. Bitten Sie die Schüler, mit ihren eigenen Worten die Bedeutung der Begriffe „eifrig“ und „mit demütigem Herzen“ zu erklären. Fordern Sie sie auf, den Herrn ebenso zu suchen wie Nephi es tat.

Bitten Sie jemanden, 1 Nephi 2:17,18 vorzulesen.

  • Welche Grundsätze können wir aus den unterschiedlichen Reaktionen von Nephi, Sam, Laman und Lemuel ziehen?

  • Wann haben die Worte eines Angehörigen oder eines Freundes euren Glauben gestärkt, so wie Nephis Worte Sams Glauben gestärkt haben?

1 Nephi 2:20-24

Wer die Gebote hält, dem wird es wohlergehen

Die Schüler sollen 1 Nephi 2:20,21 lesen. Fordern Sie sie auf, die Verheißung „insofern ihr meine Gebote haltet, wird es euch wohlergehen“ zu markieren. Erklären Sie ihnen, dass sie beim Studium des Buches Mormon vieles darüber lesen werden, wie sich diese Verheißung erfüllt hat.

Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam die folgende Aussage von Elder Bruce R. McConkie vom Kollegium der Zwölf Apostel:

„Gehorsam ist das erste Gesetz des Himmels. Aller Fortschritt, alle Vollkommenheit, Errettung, Göttlichkeit ist richtig, gerecht und wahr, alles Gute widerfährt denjenigen, die die Gesetze dessen halten, der ewig ist. In aller Ewigkeit gibt es nichts Wichtigeres, als Gottes Gebote zu halten.“ (The Promised Messiah: The First Coming of Christ, 1978, Seite 126.)

Geben Sie Zeugnis, dass Gott all diejenigen segnet, die gehorsam und treu sind. Die Schüler können wie Nephi zu der Überzeugung kommen, dass sie Führung vom Herrn erlangen können. Fordern Sie sie auf, sich zu bemühen und noch gehorsamer zu sein und der Führung des Heiligen Geistes zu folgen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

1 Nephi 2:2-6. Mögliche Reiseroute der Familie Lehis

Lehi hat seine Familie vermutlich ans Rote Meer nahe des Golfes von Akaba geführt, etwa 290 Kilometer von Jerusalem entfernt. Das würde bedeuten, dass sie durch eine heiße, öde Landschaft gezogen sind, die dafür bekannt war, dass Diebe darauf warten, unvorbereitete Reisende auszurauben. Nachdem sie das Rote Meer erreicht hatten, reiste die Familie noch drei weitere Tage, bevor sie in einem Flusstal ein Lager aufschlugen. Die Reise von Jerusalem bis zum Flusstal wird ungefähr 14 Tage gedauert haben. Weisen Sie die Schüler auf diese Entfernungen und Zeitspannen hin, wenn sie lesen, wie Nephi und seine Brüder nach Jerusalem zurückgereist sind.

1 Nephi 2:7. Dem Herrn danken

Lehis Dankbarkeit für Gottes Führung und Schutz wird in 1 Nephi 2:7 deutlich: „Er baute einen Altar aus Steinen und brachte dem Herrn ein Opfer dar und dankte dem Herrn, unserem Gott.“ Das ist das erste von mehreren Beispielen aus dem Buch Mormon, wo treue Jünger Christi Opfer und Brandopfer darbrachten, um Gott zu danken (siehe zum Beispiel 1 Nephi 7:22; Mosia 2:3,4). Es ist für alle Kinder des himmlischen Vaters unumgänglich, ihm aufrichtige Dankbarkeit und Gehorsam entgegenzubringen, wenn sie ihm Freude bereiten wollen (siehe LuB 59:21).

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

1 Nephi 2:1-3,16-19. Ein erweichtes Herz und Offenbarung

Weisen Sie die Schüler darauf hin, dass Nephi in 1 Nephi 1 eine Offenbarung schildert, die Lehi erhalten hat, während er „überwältigt vom Geist“ war (1 Nephi 1:7). In dieser Vision las Lehi in einem Buch, das Prophezeiungen enthielt, und er war „vom Geist des Herrn erfüllt“ (1 Nephi 1:12). Das Thema Offenbarung wird in 1 Nephi 2 fortgesetzt, wo Nephi davon berichtet, dass sein Vater in einem Traum eine Warnung vom Herrn empfängt (siehe 1 Nephi 2:1-3). Nephi berichtet auch davon, wie er selbst Offenbarung empfangen hat und auf die Stimme des Herrn gehört hat.

Zeigen Sie zwei Gegenstände: einen weichen und saugfähigen (zum Beispiel ein Stück Stoff oder einen Schwamm) und einen harten (zum Beispiel einen Stein). Bitten Sie anschließend jemanden, 1 Nephi 2:16-19 vorzulesen.

  • Inwiefern war das Herz Lehis, Nephis und Sams so wie dieser weiche Gegenstand?

  • Inwiefern war das Herz Lamans und Lemuels wie dieser harte Gegenstand?

  • Inwiefern beeinflusst der geistige Zustand unseres Herzens die Fähigkeit, Offenbarung zu empfangen?

Erläutern Sie den Schülern, dass der Herr uns Wissen in dem Maße offenbart, wie wir bestrebt sind, ihn zu erkennen. Im Rahmen dieses Gesprächs können Sie die Schüler in Zweiergruppen aufteilen und bitten, den Eintrag unter „Offenbarung“ im Schriftenführer zu lesen. Anschließend sollen sie sich über diese Fragen austauschen:

  • Was können wir tun, um vom Herrn Offenbarung zu empfangen?