Lektion 23: 2 Nephi 2 (Teil 1)

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

In 2 Nephi 2 steht die Fortsetzung dessen, was Lehi kurz vor seinem Tod gelehrt hat. Lehi gab, an seinen Sohn Jakob gewandt, Zeugnis davon, dass der Herr uns unsere Bedrängnisse zum Gewinn weihen wird. Dann richtete er das Wort an all seine Söhne und sprach über den Fall Adams – warum er notwendig gewesen war und wie er sich auf die Menschheit auswirkt – und über die Notwendigkeit des Sühnopfers Jesu Christi. (Lehi sprach auch über die Entscheidungsfreiheit. Diese Lehre wird in der nächsten Lektion behandelt.)

Anregungen für den Unterricht

2 Nephi 2:1-4

Lehi spricht zu Jakob über Prüfungen und Segnungen

Damit die Schüler erkennen, dass 2 Nephi 2 auch für sie von Bedeutung ist, bitten Sie sie, an einen Bekannten zu denken, der erhebliche Schwierigkeiten oder Bedrängnisse erlebt hat oder gerade erlebt. Die Schüler sollen darüber nachdenken, was sie sagen könnten, um den Betreffenden aufzumuntern. Bitten Sie sie, sich darauf vorzubereiten, den anderen in der Klasse ihre Gedanken mitzuteilen.

Erklären Sie, dass in 2 Nephi 2 davon berichtet wird, was Lehi zu seinem Sohn sagte, der schwierige Zeiten durchgemacht hatte. Fordern Sie die Schüler auf, sich 2 Nephi 2:1 durchzulesen. Bitten Sie die Schüler, zu sagen, welchen Sohn Lehi hier belehrt (Jakob) und worunter dieser gelitten hatte (unter der Rohheit seiner Brüder). Lassen Sie die Schüler anschließend still 2 Nephi 2:2,3 lesen. Sie können ihnen vorschlagen, die Wörter und Passagen zu markieren, die beschreiben, was der Herr für Jakob tun wird.

Lassen Sie die Schüler erzählen, was sie herausgefunden haben. Stellen Sie ihnen dann diese Fragen, um ihnen verständlich zu machen, dass der Herr uns unsere Bedrängnisse zum Gewinn weihen kann:

  • Was versteht ihr unter der Formulierung „dir deine Bedrängnisse zum Gewinn weihen“? (Sie müssen vielleicht erklären, dass weihen widmen oder heilig machen bedeutet.)

  • Habt ihr schon einmal etwas selbst erlebt oder mitbekommen, was euch gezeigt hat, dass der Herr uns unsere Bedrängnisse zum Gewinn weihen kann?

2 Nephi 2:5-25

Lehi belehrt seine Söhne über den Fall und über das Sühnopfer Jesu Christi

Erklären Sie, dass Lehi Jakob und seine anderen Söhne über den Fall Adams und Evas belehrt hat. Sie müssen vielleicht erklären, dass mit dem Begriff „der Fall“ die Lebensumstände gemeint sind, die sich für Adam und Eva und ihre Nachkommen daraus ergeben haben, dass sich Adam und Eva im Garten von Eden entschieden hatten, von der verbotenen Frucht zu essen.

  • Vor welche Wahl stellte der Herr Adam und Eva im Garten von Eden? (Sie durften selbst entscheiden, ob sie von der verbotenen Frucht essen oder nicht.)

  • Warum überließ der Herr ihnen laut 2 Nephi 2:15 diese Entscheidung? (Um „seine ewigen Absichten, was den Zweck des Menschen betrifft, zuwege[zu]bringen“. Sie können die Schüler dazu anregen, diese Stelle zu markieren.)

  • Welche ewigen Absichten hat Gott für uns? (Er will es uns ermöglichen, ewiges Leben zu erlangen und wie er zu werden. Sie können die Schüler dazu anhalten, sich in ihren heiligen Schriften neben dem Begriff „ewige Absichten“ etwas zu notieren. Sie können sie auch Mose 1:39 lesen lassen.)

Übertragen Sie die folgende Übersicht an die Tafel und lassen Sie die beiden unteren Felder frei. (Sie können den Schülern vorschlagen, die Übersicht in ihr Studientagebuch zu übertragen.)

Ohne den Fall

Aufgrund des Falls

Alles wäre so geblieben, wie es war, als es erschaffen wurde (siehe 2 Nephi 2:22).

Adam und Eva hätten keine Kinder gehabt (2 Nephi 2:23).

Adam und Eva wären in einem Zustand der Unschuld verblieben und hätten weder Freude noch Leid gekannt; sie hätten auch nicht gewusst, was gut ist und was Sünde ist (siehe 2 Nephi 2:23).

Adam und Eva wurden aus dem Garten vertrieben und sollten die Erde bebauen (2 Nephi 2:19).

Adam und Eva haben Kinder hervorgebracht – die Familie der ganzen Erde (siehe 2 Nephi 2:20).

Adam und Eva und ihre Nachkommen sollten das Erdenleben erfahren, darunter Elend, Freude und die Fähigkeit, Gutes zu tun und zu sündigen (siehe 2 Nephi 2:23,25).

Wir sind dem körperlichen und geistigen Tod unterworfen (siehe 2 Nephi 9:6; Helaman 14:16).

Bitten Sie einen Schüler, an die Tafel zu kommen und für die Klasse als Schreiber zu fungieren. Fordern Sie die Schüler auf, 2 Nephi 2:19-25 durchzulesen und 1.) herauszufinden, welche Folgen es gehabt hätte, wenn Adam und Eva nicht von der verbotenen Frucht gegessen hätten und gefallen wären, und 2.) herauszufinden, welche Folgen der Fall nach sich gezogen hat. Bitten Sie den Schüler an der Tafel, die Antworten der Schüler in die Übersicht zu schreiben. In den Antworten sollen die oben aufgeführten enthalten sein (ausgenommen die Angaben zum körperlichen und geistigen Tod – diese werden später hinzugefügt).

Fordern Sie die Schüler auf, ihre Antworten unter der Überschrift „Ohne den Fall“ zu besprechen.

  • Inwiefern hätten die Lebensbedingungen im Garten von Eden Adam und Eva daran gehindert, im Erlösungsplan des himmlischen Vaters Fortschritt zu machen? (Siehe 2 Nephi 2:22,23.)

Fordern Sie die Schüler nun auf, die Liste unter der Überschrift „Aufgrund des Falls“ zu besprechen. Machen Sie ihnen begreiflich, dass wir, weil wir die Nachkommen Adams und Evas sind, den Bedingungen unterworfen sind, die der Fall für sie nach sich gezogen hat (siehe 2 Nephi 2:21).

  • Die Formulierung „die Erde zu bebauen“ bedeutet, dass Adam und Eva, nachdem sie aus dem Garten vertrieben worden waren, arbeiten mussten, damit sie zu essen hatten. Inwiefern hilft uns Arbeit wohl, im Plan des Vaters im Himmel Fortschritt zu machen?

  • Inwiefern hat Adam und Eva der Umstand, dass sie Kinder hatten, geholfen, dem Vater im Himmel ähnlicher zu werden? Inwiefern ist die Familie im Plan des Vaters im Himmel wichtig?

  • Inwiefern kann uns die Möglichkeit, Freude und Elend zu erfahren, helfen, im Plan des Vaters im Himmel Fortschritt zu machen?

Wenn Sie diese Fragen besprochen haben, betonen Sie, dass der Fall Adams und Evas ein wichtiger Bestandteil von Gottes Plan für unser Glücklichsein ist.

Weisen Sie darauf hin, dass 2 Nephi 2:25 eine Lernschriftstelle ist. Sie können die Schüler auffordern, sie zu markieren. Da die Schriftstelle kurz ist, können Sie sie mit den Schülern auswendig lernen.

Erklären Sie, dass der Fall nicht nur zur Folge hatte, dass wir Fortschritt machen können, sondern dass damit auch Schmerz, Leid, Sünde und der Tod in die Welt kamen. Um den Schülern diese Wahrheit eingehender verständlich zu machen, bitten Sie jemanden, 2 Nephi 9:6 vorzulesen. Bitten Sie einen anderen Schüler, Helaman 14:15-17 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, darauf zu achten, welche Folgen des Falls in diesen Versen beschrieben werden.

  • Was lernen wir aus diesen Versen über den Fall? (Er brachte den physischen Tod mit sich, nämlich den Tod des Körpers, und den geistigen Tod, nämlich den Umstand, dass wir von der Gegenwart Gottes abgeschnitten sind. Schreiben Sie Wir sind dem physischen und geistigen Tod unterworfen in die Spalte „Aufgrund des Falls“ an der Tafel.)

Lassen Sie die Schüler überlegen, inwiefern sie die an der Tafel aufgelisteten Folgen des Falls schon selbst erlebt haben. Jeder soll dazu für sich über die nachstehenden Fragen nachdenken. (Lesen Sie die Fragen langsam vor und halten Sie zwischendurch inne, um den Schülern genug Zeit zum Nachdenken zu lassen.)

  • Nennt einige Gründe für Kummer und Leid in diesem Leben.

  • Warum ist der Tod ein notwendiger Bestandteil des Erlösungsplans?

  • Wie können Probleme und Kummer dazu beitragen, dass wir lernen und wachsen?

Erklären Sie: Wenn wir verstehen, wie sich der Fall auf uns auswirkt, erkennen wir auch, dass wir das Sühnopfer Jesu Christi brauchen. Lesen Sie diese Aussage von Präsident Ezra Taft Benson vor:

President Ezra Taft Benson

„So, wie es einen erst wirklich nach Essen verlangt, wenn man hungrig ist, so hat man erst dann Verlangen nach der Errettung durch Christus, wenn einem bewusst wird, warum man Christus braucht.

Keiner weiß wirklich, warum er Christus braucht, solange er nicht die Lehre vom Fall versteht und sie annimmt und solange er nicht begreift, wie sich der Fall auf die Menschheit auswirkt. Und in keinem anderen Buch auf der Welt wird diese entscheidende Lehre auch nur annähernd so gut erläutert wie im Buch Mormon.“ (The Book of Mormon and the Doctrine and Covenants, Ensign, Mai 1987, Seite 85.)

Wenn die Schüler genug Zeit hatten, über diese Fragen nachzudenken, zeigen Sie ein Bild vom Heiland. Geben Sie Zeugnis, dass Jesus Christus uns durch das Sühnopfer von den Auswirkungen des Falls erlöst und uns Erlösung von unseren Sünden anbietet.

Bitten Sie einige Schüler, 2 Nephi 2:5-10,21 und Alma 7:11-13 Vers für Vers vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, aus diesen Versen Formulierungen herauszusuchen, die aufzeigen, was der Heiland getan hat, um uns von den Auswirkungen des Falls und von unseren Sünden zu erlösen. (Zu Vers 9 müssen Sie vielleicht erklären, dass „Fürsprache einlegen“ bedeutet, sich für jemand anderen einzusetzen oder etwas zu seinen Gunsten zu erbitten.) Lassen Sie die Schüler die Formulierungen, die sie gefunden haben, anhand dieser Fragen analysieren:

  • Welche Passagen in diesen Versen deuten darauf hin, dass der Heiland uns durch das Sühnopfer vom physischen Tod erlöst?

  • Aus welchen Stellen geht hervor, dass uns der Heiland vom geistigen Tod (davon, dass wir von der Gegenwart Gottes abgeschnitten sind) erlöst?

  • Aus welchen geht hervor, dass uns der Erlöser von unseren Sünden erretten kann?

  • Welche Passagen sagen aus, dass der Erlöser uns helfen kann, Prüfungen wie Krankheit und Schmerz durchzustehen?

Was müssen wir gemäß 2 Nephi 2:7-9,21 tun, um all die Segnungen zu erlangen, die das Sühnopfer eröffnet? (Zu Vers 7 müssen Sie vielleicht erklären, dass jemand, der „ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist“ hat, demütig und bereit ist, den Willen Gottes zu tun. So jemand ist tieftraurig, weil er gesündigt hat, und hat den aufrichtigen Wunsch, umzukehren.)

Wenn Sie diese Fragen besprochen haben, lassen Sie die Schüler die ihnen zugeteilten Verse still für sich lesen und nach Stellen suchen, die ihnen besonders bedeutsam vorkommen. Bitten Sie die Schüler, Zweiergruppen zu bilden und miteinander über die Passagen zu sprechen, die sie ausgewählt haben. Fordern Sie sie auf, zu erzählen, warum sie sie so wichtig finden.

Bitten Sie ein oder zwei Schüler, für die Klasse zusammenzufassen, weshalb der Fall ein unerlässlicher Bestandteil vom Erlösungsplan des himmlischen Vaters ist. Lassen Sie sie anschließend erklären, wie das Sühnopfer Jesu Christi uns vom Fall erlöst.

scripture mastery iconLernschriftstelle – 2 Nephi 2:25

Anmerkung: Mithilfe dieser Aktivität können die Schüler üben, auf der Grundlage von 2 Nephi 2:25 einen Evangeliumsunterricht abzuhalten. Aufgrund der Thematik und der Länge der heutigen Lektion können Sie diese Aktivität auf einen anderen Tag verlegen, wenn Sie mehr Zeit haben.

Lassen Sie die Schüler einen Unterricht über die Lehre vom Fall vorbereiten und dabei 2 Nephi 2:25 verwenden. Sie können diesen Unterricht beim Familienabend oder in einem anderen Rahmen abhalten. Fragen Sie einige Schüler, ob sie anschließend bereit wären, von ihren Erfahrungen zu berichten. Ermöglichen Sie es den Schülern, während des Unterrichts mit ihrer Vorbereitung anzufangen, sofern genug Zeit dafür ist.

Kommentar und Hintergrundinformationen

2 Nephi 2:15. Die verbotene Frucht

Der Herr respektierte die Entscheidungsfreiheit von Adam und Eva, nachdem er sie darauf hingewiesen hatte, welche Folgen es haben würde, wenn sie von der verbotenen Frucht äßen. Er sagte: „Du magst dich selbst entscheiden.“ (Mose 3:17.) Präsident Joseph Fielding Smith macht uns die Anweisungen, die der Herr Adam und Eva hinsichtlich der verbotenen Frucht gab, verständlicher:

„Warum der Herr Adam verboten hatte, von der Frucht dieses Baumes zu essen, geht aus dem biblischen Bericht nicht eindeutig hervor [siehe Genesis 2:17], aber im Original, wie es durch das Buch Mose zu uns gelangt ist [siehe Mose 3:17], wird es eindeutig klar. Der Herr sagte Adam, wenn er so, wie er war, im Garten bleiben wolle, dann dürfe er nicht von der Frucht essen. Wenn er aber den Wunsch habe, sie zu essen und den Tod zu schmecken, dann stehe ihm dies frei.“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 4:81.)

2 Nephi 2:14,25,26. Die Schöpfung, der Fall und das Sühnopfer

Elder Bruce R. McConkie vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt:

„Die wichtigsten Ereignisse, die in aller Ewigkeit je stattgefunden haben und noch stattfinden werden, … sind die Schöpfung, der Fall und das Sühnopfer.

Um die zeitliche Erschaffung aller Dinge auch nur ansatzweise zu verstehen, muss man erst einmal wissen, wie diese drei ewigen Wahrheiten – Schöpfung, Fall und Sühnopfer – untrennbar miteinander verwoben sind, zu einem einzigen Erlösungsplan. Keines davon steht für sich allein, und jedes hängt mit den beiden anderen zusammen, und wer nicht alle drei kennt, kann über keines der drei Elemente allein die Wahrheit wissen. …

Man bedenke, dass das Sühnopfer wegen des Falls notwendig wurde. Christus zahlte das Lösegeld für die Übertretung Adams. Hätte es den Fall nicht gegeben, gäbe es kein Sühnopfer und auch nicht Unsterblichkeit und ewiges Leben, die aus dem Sühnopfer resultieren. Also ist die Errettung genauso eine Folge des Falls, wie sie gewiss Folge des Sühnopfers ist.“ („Christ and the Creation“, Ensign, Juni 1982, Seite 9.)

2 Nephi 2:24. „Gemäß der Weisheit dessen, der alles weiß“

Präsident Brigham Young hat gesagt, dass der Fall Adams und Evas zum Erlösungsplan des himmlischen Vaters gehört:

„Haben [Adam und Eva] sich direkt gegen Gott und seine Herrschaft aufgelehnt? Nein. Aber sie übertraten ein Gebot des Herrn, und durch diese Übertretung kam die Sünde in die Welt. Der Herr wusste, dass sie übertreten würden; er hatte es auch so vorgesehen.“ (Discourses of Brigham Young, Hg. John A. Widtsoe, 1954, Seite 103.)

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

2 Nephi 2:2. „Er wird dir deine Bedrängnisse zum Gewinn weihen“

Lehi erkannte die Bedrängnisse an, die Jakob „wegen der Rohheit [seiner] Brüder“ ertragen musste (2 Nephi 2:1), aber er erklärte auch, dass Gott ihm seine „Bedrängnisse zum Gewinn weihen“ könne (2 Nephi 2:2). Fragen Sie die Schüler, ob sie schon Situationen erlebt haben, in denen Gott etwas, wodurch sie bedrängt waren, zum Positiven gewendet hat.

Präsident Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft veranschaulichte anhand eines eigenen Erlebnisses, wie der Herr uns unsere Bedrängnisse zum Gewinn weihen kann:

„Als ich elf Jahre alt war, musste meine Familie über Nacht Ostdeutschland verlassen und sich im Westen eine neue Existenz aufbauen. Bis mein Vater in seinen angestammten Beruf als Zollbeamter zurückkehren konnte, betrieben meine Eltern eine kleine Wäscherei in Bergen-Enkheim, wo wir wohnten. Ich wurde der Laufbursche dieser Wäscherei. Um dieser Aufgabe gut nachzukommen, brauchte ich ein Fahrrad, mit dem ich die schwere Wäschekarre zog. Ich hatte mir schon immer ein schickes, schnittiges, funkelndes rotes Sportfahrrad gewünscht. Aber wir hatten nie genug Geld, um mir diesen Traum zu erfüllen. Stattdessen bekam ich nun ein schweres, hässliches, schwarzes, robustes Arbeitstier von einem Rad, mit dem ich die schwere Wäschekarre ziehen konnte. Mit diesem Fahrrad lieferte ich einige Jahre lang vor und nach der Schule Wäsche aus. Die meiste Zeit bereiteten mir das Rad, die Karre und meine Arbeit kein allzu großes Vergnügen. Manchmal kam mir die Karre so schwer und die Arbeit so ermüdend vor, dass ich anhalten und nach Luft schnappen musste, weil ich dachte, mir platzt gleich die Lunge. Ich erfüllte meine Aufgabe aber trotzdem, weil ich wusste, dass die Familie dringend ein Einkommen brauchte und ich so dazu beitragen konnte.

Wenn ich damals nur schon gewusst hätte, was ich erst viele Jahre später erfahren sollte – wenn ich das Ende von Anfang an vor Augen gehabt hätte – wäre ich für diese Erfahrungen dankbarer gewesen, und meine Arbeit wäre mir bestimmt viel leichter gefallen.

Viele Jahre später, als meine Einberufung zur Bundeswehr bevorstand, meldete ich mich freiwillig zur Luftwaffe, um Pilot zu werden. Der Fliegerei galt meine große Liebe, und so schien mir Pilot genau das Richtige zu sein.

Um angenommen zu werden, musste ich eine Reihe Tests über mich ergehen lassen, und so wurde auch mein Gesundheitszustand eingehend untersucht. Die Ärzte waren ziemlich verwundert, als sie die Befunde bewerteten, und führten noch mehr Tests durch. Schließlich erklärten sie mir: ,Sie haben Narben an der Lunge, die auf eine Erkrankung im frühen Teenageralter hinweisen, aber offenbar sind Sie jetzt gesund.‘ Die Ärzte fragten mich, welche Behandlung ich wohl bekommen hatte, dass die Lunge wieder heil war. Bis zum Tage der Untersuchung hatte ich keine Ahnung gehabt, dass ich überhaupt an der Lunge erkrankt gewesen war. Da wurde mir plötzlich klar, dass meine regelmäßige körperliche Betätigung an der frischen Luft als Wäschereijunge entscheidend zur Heilung der Krankheit beigetragen hatte. Hätte ich damals nicht tagein, tagaus mit dem schweren Fahrrad die Wäschekarre die Straßen in unserem Wohnort hinauf- und hinunterziehen müssen, wäre es mir vielleicht nie gelungen, einmal Kampfpilot und später Kapitän einer 747 zu werden.“ Liahona, Mai 2006, Seite 42f.)

2 Nephi 2:25. Übung zum Schriftstellenlernen

Hier können die Schüler üben, die in 2 Nephi 2:25 enthaltene Lehre anderen zu erklären.

Die Schüler stellen dabei in einem Rollenspiel Missionare dar, die die unten stehenden Fragen mithilfe von 2 Nephi 2:25 beantworten. Teilen Sie die Schüler paarweise auf. Zeigen Sie ihnen die Fragen und fordern Sie sie auf, zu überlegen, wie sie diese anhand von 2 Nephi 2:25 beantworten würden. Bitten Sie sie, beim Vorbereiten ihrer Antworten 1.) die Schriftstelle laut zu lesen, 2.) die darin enthaltene Wahrheit zu nennen und 3.) zu erklären, inwiefern diese Wahrheit Antwort auf die jeweilige Frage gibt. Fordern Sie sie auch auf, an Begebenheiten zu denken, bei denen sie durch das Evangelium Jesu Christi Freude erfahren haben. Fragen Sie die Schüler, ob sie von einem solchen Erlebnis erzählen wollen.

Wenn die Schüler genug Zeit hatten, sich vorzubereiten, bitten Sie zwei von ihnen, nach vorne zu kommen und Missionare darzustellen. Bitten Sie einen anderen Schüler, nach vorne zu kommen und einen Freund der Kirche darzustellen. Der Freund der Kirche soll eine der Fragen unten stellen. Bitten Sie dann die Missionare, darauf zu antworten. Danken Sie den Schülern anschließend und sagen Sie ihnen, was sie gut gemacht haben. Sie können auch die Klasse um positive Stellungnahmen bitten. Fordern Sie dann drei andere Schüler auf, nach vorne zu kommen und die zweite Frage im Rollenspiel zu bearbeiten.

Frage A: Mir ist immer gesagt worden, dass Adam und Eva einen großen Fehler gemacht haben, als sie von der verbotenen Frucht aßen. Sie lebten ja im Paradies, wo es keinen Tod und keinen verderblichen Einfluss gab. Wären wir nicht besser dran, wenn sie nicht gefallen wären?

Frage B: Ich habe schon viele verschiedene Leute dazu befragt, warum Gott uns auf diesen Planeten geschickt hat. Was glauben denn die Heiligen der Letzten Tage?