Lektion 40: 2 Nephi 31

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Viele Jahre vor der Geburt Jesu Christi empfing Nephi eine Offenbarung über die Taufe des Erlösers. Als Nephi sein Volk über seine Offenbarung unterwies, lehrte er, was er als „die Lehre von Christus“ bezeichnete – dass wir, um ewiges Leben zu erlangen, Glauben an Christus ausüben, von unseren Sünden umkehren, getauft werden, den Heiligen Geist empfangen und bis ans Ende ausharren müssen.

Anregungen für den Unterricht

2 Nephi 31:1-13

Nephi lehrte, dass wir dem Beispiel des Erlösers folgen, wenn wir uns taufen lassen

Stellen Sie den Schülern zu Unterrichtsbeginn die folgenden Fragen:

  • Was wisst ihr noch von eurer Taufe? Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr getauft wurdet?

Erklären Sie den Schülern, dass sie, als sie sich taufen ließen, einem Muster folgten, das schon immer Teil des Evangeliums Jesu Christi war. Nephi bediente sich eines bestimmten Begriffs, um auf dieses Muster hinzuweisen. Bitten Sie die Schüler, nach einem Begriff zu suchen, der sich in 2 Nephi 31:2 und 2 Nephi 31:21 findet. Stellen Sie folgende Frage, nachdem die Schüler den Begriff „die Lehre von Christus“ gefunden haben:

  • Welche Worte oder Begriffe weisen in 2 Nephi 31:2,21 darauf hin, wie wichtig „die Lehre von Christus“ ist? (Zu den Antworten kann gehören: „Worte, die ich in Bezug auf … sagen muss“, „es ist kein anderer Weg“ und „die einzige und wahre Lehre“.)

Zeigen Sie das Bild „Johannes der Täufer tauft Jesus Christus“ (62133; Bildband zum Evangelium, Nr. 35). Bitten Sie die Schüler, 2 Nephi 31:5-9 leise zu lesen und nach Aussagen zu suchen, aus denen hervorgeht, warum Jesus Christus getauft wurde. (Sie können ihnen vorschlagen, diese Aussagen zu markieren.) Bitten Sie die Schüler nach einigen Minuten, vorzulesen, was sie gefunden haben.

Johannes der Täufer tauft Jesus
  • Was bedeutet es eurer Meinung nach, „alle Gerechtigkeit zu erfüllen“? (Nachdem die Schüler geantwortet haben, können Sie erklären, dass damit gemeint ist, dass man die Gebote hält. Präsident Joseph F. Smith sagte, dass „alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ nichts anderes bedeutet als „das Gesetz zu erfüllen“ [Frühjahrs-Generalkonferenz 1912].)

Bitten Sie einen Schüler, 2 Nephi 31:10-12 vorzulesen.

  • Inwiefern geht aus diesen Versen hervor, wie wichtig die Taufe ist? (Nephi lehrt, dass die Taufe ein Gebot des himmlischen Vaters ist, dass sie erforderlich ist, um die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, und dass sie notwendig ist, bei unserem Bemühen, Jesus Christus nachzufolgen.)

Bitten Sie die Schüler, die Lehren und Grundsätze, die sie in 2 Nephi 31:5-12 gelernt haben, zusammenzufassen. Achten Sie, wenn die Schüler ihre Gedanken äußern, darauf, dass sie folgende Grundsätze verstehen:

Jesus Christus vermittelte ein vollkommenes Beispiel an Gehorsam, dem wir nachfolgen sollen.

Wir müssen Jesus Christus nachfolgen, uns taufen lassen und den Heiligen Geist empfangen.

Jesus Christus wurde getauft, obwohl er ohne Sünde war, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.

Bitten Sie einen Schüler, 2 Nephi 31:13 vorzulesen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Formulierungen „mit voller Herzensabsicht“, „keine Heuchelei und keine Täuschung vor Gott [verüben]“ und „mit wirklichem Vorsatz“. Sie können ihnen vorschlagen, diese Aussagen zu markieren.

  • Was bedeuten diese Formulierungen für sie? (Vielleicht müssen Sie darauf hinweisen, dass sich alle drei Formulierungen darauf beziehen, dass wir in unseren Bemühungen, Glauben an den Erlöser auszuüben, von unseren Sünden umzukehren und dem Beispiel des Erlösers nachzufolgen, aufrichtig sein müssen.)

Stellen Sie folgende oder ähnliche Fragen, um den Schülern zu einem tieferen Verständnis zu verhelfen, wie sie dem Beispiel des Erlösers in einer Vielzahl von Situationen nachfolgen können:

  • Inwiefern könnte man diese Formulierungen zum Beispiel auch auf das tägliche Schriftstudium und den Kirchenbesuch beziehen?

  • Man kann „ein Gebet sprechen“ oder „mit voller Herzensabsicht“ beten. Was ist der Unterschied?

  • Man kann das Abendmahlsbrot essen und man kann „mit wirklichem Vorsatz“ am Abendmahl teilnehmen. Was ist hier der Unterschied?

  • Man kann sagen, dass einem etwas, was man getan hat, leid tut, und man kann „mit voller Herzensabsicht“ umkehren. Worin besteht der Unterschied?

2 Nephi 31:14-21

Nephi lehrt, dass wir nach der Taufe den Heiligen Geist empfangen und weiterhin dem Beispiel des Erlösers folgen müssen

Erklären Sie, dass Nephi von einem Tor sprach, das zu einem Pfad führt. Bitten Sie einen Schüler, 2 Nephi 31:17,18 vorzulesen. Zeichnen Sie ein einfaches Bild wie das folgende Beispiel an die Tafel, wenn der Schüler mit Lesen fertig ist:

Tor und Pfad
  • Was stellt das Tor laut 2 Nephi 31:17 dar? (Umkehr und Taufe. Schreiben Sie Umkehr und Taufe unter das Tor.) Inwiefern sind Umkehr und Taufe wie ein Tor?

  • Wohin führt der Pfad laut 2 Nephi 31:18? (Zum ewigen Leben. Schreiben Sie ans Ende des Pfades ewiges Leben. Vielleicht müssen Sie erklären, dass „ewiges Leben“ sich auf die Erhöhung im celestialen Reich bezieht.)

  • Nephi lehrte, dass wir nach der Taufe die Gabe des Heiligen Geistes empfangen (siehe 2 Nephi 31:13,14). Was bewirkt der Heilige Geist laut 2 Nephi 31:17,18 für uns? (Machen Sie den Schülern klar, dass der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn Zeugnis gibt und Vergebung der Sünden bewirkt.)

  • Warum ist es für uns wichtig, durch den Heiligen Geist ein Zeugnis vom Vater und vom Sohn zu erlangen?

Damit die Schüler die Aufgabe des Heiligen Geistes bei der Sündenvergebung verstehen, müssen Sie vielleicht den Ausdruck „Taufe mit Feuer und mit dem Heiligen Geist“ erklären (2 Nephi 31:13,14; siehe auch Vers 17). Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, darauf zu achten, was es bedeutet, mit Feuer und mit dem Heiligen Geist getauft zu werden.

„Das Tor der Taufe führt auf den engen und schmalen Pfad. …

Uns ist geboten und wir sind angewiesen, so zu leben, dass unser gefallenes Wesen durch die heiligende Macht des Heiligen Geistes verändert wird. Präsident Marion G. Romney hat gesagt, dass die Taufe mit Feuer durch den Heiligen Geist uns ‚von Fleischlichkeit zu Geistigkeit bekehrt. Sie säubert, heilt und reinigt die Seele. … Der Glaube an den Herrn Jesus Christus, die Umkehr und die Taufe im Wasser sind Vorbereitung und Voraussetzung dafür, aber [die Taufe mit Feuer] ist der Höhepunkt. Um [diese Taufe mit Feuer] zu empfangen, muss man seine Kleider im sühnenden Blut Jesu Christi gewaschen haben.‘ (Learning for the Eternities, Hg. George J. Romney, Seite 133; siehe auch 3 Nephi 27:19,20).

Wenn wir also von neuem geboren und bestrebt sind, seinen Geist immer bei uns zu haben, dann heiligt und läutert der Heilige Geist unsere Seele wie durch Feuer (siehe 2 Nephi 31:13,14,17). Schließlich sollen wir dann makellos vor Gott stehen können.“(„Reine Hände und ein lauteres Herz“, Liahona, November 2007, Seite 81.)

  • Was bewirkt laut Elder Bednar und Präsident Romney „die Taufe mit Feuer“ für uns?

  • Welche zusätzlichen Segnungen können wir durch den Einfluss des Heiligen Geistes empfangen?

  • Auf welche Weise sind Sie bestrebt, „seinen Geist immer bei [sich] zu haben“?

  • Wann haben Sie erlebt, dass der Heilige Geist in Ihrem Leben gewirkt hat?

Erklären Sie, dass in 2 Nephi 31:18 das Wort eng schmal, präzise, peinlich genau und ohne jegliche Abweichung bedeutet. Nephi verwendete dieses Wort, um den Weg zu beschreiben, den wir nach der Taufe einschlagen müssen, um ewiges Leben zu erlangen. Bitten Sie die Schüler, über folgende Frage nachzudenken:

  • Was müssen wir nach der Taufe tun, um auf dem Weg zum ewigen Leben zu bleiben?

Wenn die Schüler über diese Frage nachdenken, fordern Sie sie auf, in 2 Nephi 31:15,16,19-21 nach Antworten zu suchen. Sie können ihnen vorschlagen, die Worte und Begriffe, die erklären, was wir tun müssen, um ewiges Leben zu erlangen, zu markieren. Wenn die Schüler genügend Zeit dafür hatten, fragen Sie einige von ihnen, was sie markiert haben. Schreiben Sie ihre Antworten an die Tafel. Ihre Zeichnung sollte ungefähr so aussehen:

Eternal Life Steps

Vergewissern Sie sich, dass die Schüler begreifen, dass wir ewiges Leben erlangen, wenn wir nach der Lehre von Christus leben.

Bitten Sie einen Schüler, zum Abschluss 2 Nephi 31:20 vorzulesen. Weisen Sie darauf hin, dass 2 Nephi 31:19,20 eine Lernschriftstelle ist. Sie können anregen, dass die Schüler diese Schriftstelle auf besondere Weise markieren, damit sie sie leicht wiederfinden. Bitten Sie sie, in ihrem Studientagebuch eine der folgenden Fragen zu beantworten:

  • Was gibt euch, nach allem, was ihr in dieser Lektion gelernt habt, die Hoffnung, dass ihr ewiges Leben erlangen könnt?

  • Inwiefern hat der Bund, den ihr mit der Taufe eingegangen seid, euer Leben beeinflusst?

scripture mastery iconLernschriftstelle – 2 Nephi 31:19,20

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

„Wenn wir Schriftstellen auswendig lernen, können wir daraus große Kraft schöpfen. Eine Schriftstelle auswendig zu lernen, bedeutet eine neue Freundschaft zu schmieden. Es ist so, als entdecke man einen neuen Freund, der einem in Zeiten der Not zur Seite stehen, Inspiration und Trost schenken und notwendige Änderungen anregen kann.“ („Die Kraft der heiligen Schriften“, Liahona, November 2011, Seite 6.)

Schreiben Sie auf ein Poster (oder auf ein Blatt Papier): Ich habe 2 Nephi 31:19,20 auswendig gelernt. Bringen Sie das Poster so an, dass die Schüler es sehen können. Fordern Sie die Schüler auf, die Schriftstelle allein oder zusammen mit ihrer Familie auswendig zu lernen. Bitten Sie sie, in den kommenden Tagen auf dem Poster zu unterschreiben, wenn sie die Schriftstelle beherrschen. Wenn sie sie zusammen mit ihrer Familie lernen, können sie auch deren Namen auf das Poster schreiben. Vergessen Sie nicht, diese Aufgabe so zu gestalten, dass sie den Fähigkeiten und Umständen des Einzelnen entspricht, damit sie von jedem Schüler bewältigt werden kann.

Geben Sie Zeugnis davon, wie wertvoll es ist, Schriftstellen wie 2 Nephi 31:19,20, die Worte der Hoffnung enthalten, auswendig zu lernen.

Hinweis: Aufgrund der Thematik und der Länge der heutigen Lektion können Sie diese Aktivität auf einen anderen Tag verlegen, wenn Sie mehr Zeit haben.

Kommentar und Hintergrundinformationen

2 Nephi 31:2,21. „Die Lehre von Christus“

Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt:

„In der ‚Lehre von Christus‘, wie Nephi sie in seiner großartigen Abhandlung zusammenfassend darstellt, geht es vor allem anderen um den Glauben an den Herrn Jesus Christus, die Umkehr und die Taufe durch Untertauchen. In dieser Erklärung wird nicht versucht, den gesamten Plan der Erlösung zu erklären, all die Tugenden eines christlichen Lebens oder die Belohnungen, die uns in den verschiedenen Herrlichkeiten erwarten. In dieser Erklärung werden nicht die verschiedenen Ämter des Priestertums, die heiligen Handlungen des Tempels oder viele weitere wahre Lehren behandelt. Sie sind alle wichtig, aber die ‚Lehre von Christus‘, wie sie im Buch Mormon beschrieben wird, ist einfach und direkt. Sie konzentriert sich ausschließlich auf die ersten Grundsätze des Evangeliums und stellt einen Ansporn dar, beständig auszuharren und voranzugehen. Tatsächlich ist es gerade die Klarheit und Einfachheit der ‚Lehre von Christus‘, der sie ihre Wirkung verdankt. Nephi wusste, dass es so sein würde. Er schrieb: ‚Darum werde ich klar zu euch sprechen, gemäß der Klarheit meines Prophezeiens‘ [2 Nephi 31:2].“ (Christ and the New Covenant: The Messianic Message of the Book of Mormon, Seite 49f.)

2 Nephi 31:13. „Nicht heucheln“

Elder Joseph B. Wirthlin vom Kollegium der Zwölf Apostel sprach darüber, wie wichtig es ist, nicht zu heucheln:

„Leben wir tatsächlich nach dem Evangelium oder erwecken wir bloß den Anschein von Rechtschaffenheit, sodass die Menschen um uns herum annehmen, wir wären glaubenstreu, während in Wirklichkeit unser Herz und unser Handeln den Lehren des Herrn nicht treu sind?

Nehmen wir nur die ‚Form der Gottesfurcht‘ an, leugnen dabei aber ihre Macht? [Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:19.]

Sind wir tatsächlich rechtschaffen, oder spielen wir den Gehorsam nur vor, wenn wir uns beobachtet fühlen?

Der Herr hat deutlich gesagt, dass er sich vom Anschein nicht blenden lässt, und er hat uns davor gewarnt, ihm oder anderen gegenüber unehrlich zu sein. Er hat uns ermahnt, uns vor denen in Acht zu nehmen, die eine Fassade aufbauen, die eine freundliche Maske aufsetzen, hinter der sich eine finstere Wirklichkeit verbirgt.“ (Siehe „Treu stets der Wahrheit“, Der Stern, Juli 1997, Seite 14f.)

Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel hat den Mitgliedern geraten, mit voller Herzensabsicht zu handeln und nicht einfach etwas pro forma zu tun:

„Wenn man diese grundlegenden Lehren befolgt, eröffnen sich einem ungeahnte und vielfältige Verbindungen zu Christus. Beten und Fasten und über seine Absichten nachsinnen. Die Schriften genießen, anderen dienen. ‚Steh den Schwachen bei, hebe die herabgesunkenen Hände empor und stärke die müden Knie.‘ [LuB 81:5.] Vor allem aber mit der ‚reinen Christusliebe‘ lieben, der Gabe, die niemals aufhört, die alles erträgt, alles glaubt, alles hofft, alles erduldet‘ [siehe Moroni 7:45-47]. Wenn wir diese Liebe haben, erkennen wir bald, dass unsere Tage eine Vielzahl von Wegen zu unserem Meister bieten. Und wenn wir uns, und sei es noch so schwach, nach ihm ausstrecken, stellen wir fest, dass er sich schon lange intensiv bemüht hat, uns zu erreichen. …

Mein Wunsch heute für uns alle ist …, dass wir mehr direkte persönliche Erfahrungen mit dem Beispiel des Erretters sammeln. Manchmal suchen wir den Himmel zu indirekt, indem wir uns auf Programme, Geschichte oder die Erfahrungen anderer konzentrieren. Das ist wichtig, aber nicht so wichtig wie persönliche Erfahrungen, wahre Gefolgschaft und die Stärke, die dadurch entsteht, dass man selbst erlebt, wie erhaben sein Einfluss auf uns ist.“ („Was zerbrochen ist, soll repariert werden“, Liahona, Mai 2006, Seite 70).

2 Nephi 31:13,17,18. „Empfange den Heiligen Geist“

Elder David A. Bednar hat gesagt:

„Die Konfirmierung, bei der jemand als neues Mitglied der Kirche bestätigt und ihm die Gabe des Heiligen Geistes übertragen wird, ist eine schlichte heilige Handlung, jedoch von tiefer Bedeutung. Würdige Männer, die das Melchisedekische Priestertum tragen, legen dem Betreffenden die Hände auf und nennen ihn beim Namen. Er wird mit der Vollmacht des heiligen Priestertums und im Namen des Erretters als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bestätigt, und dann folgt dieser wichtige Satz: ‚Empfange den Heiligen Geist.‘

Wegen der Schlichtheit der heiligen Handlung übersehen wir vielleicht deren Bedeutung. Diese vier Wörter – ‚empfange den Heiligen Geist‘ – sind keine passive Äußerung, sondern eine Aufforderung durch das Priestertum – eine mit Vollmacht ausgesprochene Ermahnung, zu handeln und nicht auf sich einwirken zu lassen (siehe 2 Nephi 2:26). Der Heilige Geist wird nicht einfach Teil unseres Lebens, nur weil uns Hände aufgelegt und diese vier wichtigen Wörter gesprochen werden. Jeder, der diese heilige Handlung empfängt, geht eine heilige, fortdauernde Verpflichtung ein, den Wunsch zu hegen, sich darum zu bemühen, danach zu trachten und so zu leben, dass er wahrhaftig den Heiligen Geist und die mit ihm verbundenen geistigen Gaben empfängt. …

Gebet, Schriftstudium, Versammlungen, Gottesverehrung, Dienen und Gehorsam sind keine getrennten, voneinander unabhängigen Punkte auf einer langen Checkliste von Evangeliumsgrundsätzen. Vielmehr ist jede dieser rechtschaffenen Gewohnheiten ein wichtiges Element in dem allumfassenden geistigen Bestreben, unseren Auftrag zu erfüllen, den Heiligen Geist zu empfangen. Die Gebote Gottes, die wir halten, und der inspirierte Rat der Führer der Kirche, den wir befolgen, haben hauptsächlich zum Ziel, dass der Heilige Geist unser Begleiter sein kann. Im Grunde zielt alles, was im Evangelium gelehrt und unternommen wird, darauf ab, dass wir zu Christus kommen und im täglichen Leben den Heiligen Geist empfangen.“ („Empfange den Heiligen Geist“, Liahona, November 2010, Seite 95ff.)

In der folgenden Aussage werden einige der Segnungen aufgeführt, die wir erlangen können, wenn wir würdig sind, den Heiligen Geist als Begleiter zu haben:

„[Der Heilige Geist] kann Sie bei Ihren Entscheidungen führen und Sie vor körperlichem und geistigem Schaden bewahren. …

Der Heilige Geist ist der Beistand (siehe Johannes 14:26). … Die Eingebungen des Geistes [können] Ihre Ängste stillen und Ihre Beunruhigung wegen der Sorgen des Lebens besänftigen und Sie trösten, wenn Sie trauern. Der Heilige Geist kann Sie ‚mit Hoffnung und vollkommener Liebe‘ erfüllen und Sie ‚das Friedfertige des Reiches‘ lehren (Moroni 8:26; LuB 36:2). …

Wenn Sie die Gabe des Heiligen Geistes in vollem Umfang nutzen, empfangen Sie Offenbarung und Trost, dienen anderen durch geistige Gaben und tun ihnen Gutes. Sie werden auch von Sünde gereinigt und für die Erhöhung im celestialen Reich bereitgemacht.“ (Treu in dem Glauben – ein Nachschlagewerk zum Evangelium, Seite 93f.)

2 Nephi 31:15,16. „Bis ans Ende ausharren“

Mit dem Begriff „bis ans Ende ausharren“ wird häufig angedeutet, dass wir Prüfungen unser Leben lang geduldig ertragen müssen. Elder Joseph B. Wirthlin hat erklärt, dass auszuharren bis ans Ende auch bedeutet, weiterhin treu zu Christus zu stehen:

„Die Lehre vom Ausharren bis ans Ende ist diejenige, die besagt, dass man auf dem Weg weitergeht, der zum ewigen Leben führt, nachdem man ihn durch Glauben, Umkehr, Taufe und das Empfangen des Heiligen Geistes eingeschlagen hat. Um bis ans Ende auszuharren, muss man sein ganzes Herz geben. Der Prophet Amaleki aus dem Buch Mormon hat dazu gesagt: ‚Kommt zu ihm und opfert ihm eure ganze Seele als Opfer, und fahrt fort mit Fasten und Beten, und harrt aus bis ans Ende; und so wahr der Herr lebt, werdet ihr errettet werden.‘ [Omni 1:26.]

Bis ans Ende auszuharren bedeutet, dass unser Leben fest im Boden des Evangeliums verankert ist, dass wir zu dem stehen, was anerkannte Lehre der Kirche ist, dass wir unseren Mitmenschen demütig dienen, ein christusähnliches Leben führen und unsere Bündnisse halten. Wer ausharrt, befindet sich im Gleichgewicht, er ist unbeirrbar und demütig, er verbessert sich ständig und ist ohne Falschheit. Sein Zeugnis beruht nicht auf weltlichen Beweggründen, sondern beruht auf Wahrheit, Erkenntnis, Erfahrung und dem Geist.“ („Geht vorwärts!“, Liahona, November 2004, Seite 101.)

2 Nephi 31-33. Der Heilige Geist

Nephis abschließende Belehrungen im Buch Mormon enthalten viele Wahrheiten über den Heiligen Geist. Zum Beispiel:

  1. 1.

    Der Heilige Geist befähigt uns, „mit der Zunge von Engeln [zu] reden“ (siehe 2 Nephi 31:13).

  2. 2.

    Vergebung der Sünden kommt durch die Macht des Heiligen Geistes (siehe 2 Nephi 31:17).

  3. 3.

    Der Heilige Geist gibt Zeugnis vom Vater und vom Sohn (siehe 2 Nephi 31:18).

  4. 4.

    Der Heilige Geist wird euch alles zeigen, was ihr tun sollt (siehe 2 Nephi 32:5).

  5. 5.

    Der Heilige Geist lehrt die Menschen zu beten (siehe 2 Nephi 32:8).

  6. 6.

    Wenn jemand durch die Macht des Heiligen Geistes spricht, so trägt der Heilige Geist die Botschaft den Menschen ins Herz (siehe 2 Nephi 33:1).

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

2 Nephi 31:5-21. Bitten Sie die Schüler etwas aus 2 Nephi 31 zu lehren

Fordern Sie jeden Schüler auf, eine Dreiminutenansprache über die Taufe oder den Heiligen Geist vorzubereiten, die sie bei einem Taufgottesdienst halten könnten. Bitten Sie sie, die Grundsätze in 2 Nephi 31:5-21 zu verwenden. Fordern Sie sie auch auf, ihre Erinnerungen und Gefühle zu ihrer eigenen Taufe einfließen zu lassen. Sie können einige Schüler bitten, ihre vorbereiteten Ansprachen vorzutragen.

2 Nephi 31:5-12. Die Notwendigkeit der Taufe

Die folgende Übersicht kann Ihnen helfen, ein Unterrichtsgespräch zu 2 Nephi 31:5-12 zu leiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, warum Jesus Christus getauft werden musste und warum wir uns taufen lassen müssen. Sie können die Übersicht auch an die Tafel zeichnen und dabei nur die oberen Worte in die Tabelle einfügen. Fragen Sie anschließend die Schüler, warum wir die Taufe benötigen, und schreiben Sie die Antworten in die erste Spalte. Fordern Sie die Schüler dann auf, 2 Nephi 31:5-9 zu lesen und nach Gründen zu suchen, warum der Erlöser getauft wurde. Schreiben Sie ihre Antworten in die zweite Spalte. Lassen Sie die Schüler 2 Nephi 31:10-12 lesen, um zu betonen, warum wir dem Beispiel des Erretters folgen müssen.

Warum lassen wir uns taufen?

Warum ließ sich Jesus Christus taufen?

zur Sündenvergebung

um Mitglied der Kirche zu werden

um gehorsam zu sein

um die Gabe des Heiligen Geistes empfangen zu können

um alle Gerechtigkeit zu erfüllen

um sich vor dem Vater zu demütigen

um zu bezeugen, dass er dem Vater gehorchen würde

um für uns ein Beispiel zu sein

2 Nephi 31:20. Der Prozess, zu Christus zu kommen

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder David A. Bednar vorzulesen. Bitten Sie die übrigen Schüler, darauf zu achten, was es bedeutet, vorwärtszustreben und zu Christus zu kommen.

„Zu Christus zu kommen ist kein einzelnes Ereignis mit einem bestimmten Anfang und Ende, sondern ein Prozess, der sich ein Leben lang entwickelt und vertieft. Als ersten Schritt in diesem Prozess müssen wir aber sicherlich Erkenntnis erlangen und etwas über Jesus erfahren, über sein Leben, seine Lehren und sein Wirken. Wollen wir aber wahrhaft zu ihm kommen, müssen wir beständig gehorsam sein und uns darum bemühen, ihm ähnlicher zu werden, in unserem Denken, unseren Motiven, unseren Gesprächen und unserem Handeln. Wenn wir auf dem Weg als Jünger vorwärtsstreben (siehe 2 Nephi 31:20), können wir uns dem Erretter in der Erwartung nahen, dass er sich uns nahen wird, wir können ihn eifrig suchen in der Hoffnung, dass wir ihn finden werden, wir können bitten, voller Zuversicht, dass wir empfangen werden, und wir können anklopfen und davon ausgehen, dass uns aufgetan werden wird (siehe LuB 88:63).“ („Weil wir sie vor Augen haben“, Liahona, April 2006, Seite 17.)

  • Was bedeutet es „vorwärtszustreben?

Fordern Sie die Schüler auf, diese Frage in ihrem Studientagebuch zu beantworten:

  • Wie könnt ihr „vorwärtsstreben“ und dem Erlöser noch vollständiger nachfolgen?

2 Nephi 31:2,21. „Die Lehre von Christus“

Lenken Sie gegen Ende der Lektion die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Begriff „die Lehre von Christus“ in 2 Nephi 31:2,21. Vielleicht haben Sie diesen Begriff bereits kurz besprochen. Teilen Sie die Schüler paarweise auf. Bitten Sie sie, einander zu erklären, was sie über die Bedeutung dieses Begriffs gelernt haben, als sie 2 Nephi 31 gelesen haben. (Sie sollten erklären können, dass wir durch Umkehr und Taufe den Pfad betreten, der zu ewigem Leben führt. Mit Glauben an Jesus Christus und mit dem Beistand des Heiligen Geistes können wir bis ans Ende ausharren. Dabei müssen wir eifrig bestrebt sein zu tun, was Gott geboten hat, damit wir ewiges Leben erlangen können.)