Lektion 119: 3 Nephi 8 bis 10

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Seit dem Zeichen der Geburt des Erretters sind 33 Jahre vergangen, und die Nephiten halten Ausschau nach dem Zeichen, das Samuel der Lamanit in Bezug auf den Tod Christi prophezeit hat. Obwohl viele Zeichen gegeben werden, entstehen unter dem Volk Zweifel und Streitigkeiten. Innerhalb des nächsten Jahres erfüllt sich die Prophezeiung Samuels. Nach verheerenden Stürmen, Erdbeben und weiteren Katastrophen, die überall Zerstörung anrichten, bedeckt Finsternis drei Tage lang das Land. In der Dunkelheit hören die Überlebenden die Stimme Jesu Christi. Er fordert sie auf, umzukehren und zu ihm zurückzukommen. Als sich die Finsternis auflöst, wird aus der Trauer Freude und die Menschen preisen Jesus Christus.

Anregungen für den Unterricht

3 Nephi 8:1-18

Große Zerstörung ist ein Zeichen für den Tod von Jesus Christus, womit die Prophezeiung Samuels des Lamaniten erfüllt wird

    Stellen Sie zu Beginn des Unterrichts diese Frage:
  • Sind bereits irgendwelche Zeichen eingetreten, die darauf hinweisen, dass das Zweite Kommen nahe ist? (Weisen Sie darauf hin, dass sich viele Prophezeiungen bereits erfüllt haben oder sich gerade erfüllen, etwa die Wiederherstellung des Evangeliums, das Kommen des Propheten Elija und die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt.)

  • Wie fühlt ihr euch, wenn ihr etwas als eindeutiges Zeichen dafür erkennt, dass das Zweite Kommen des Erretters näher kommt?

Erklären Sie, dass die Umstände heute der Zeit ähneln, kurz bevor Jesus Christus den Nephiten erschien. So wie die Nephiten nach den Zeichen für den Tod und die Auferstehung Jesu Christi Ausschau hielten, von denen Samuel der Lamanit prophezeit hatte, sollen wir nach den Zeichen für das Zweite Kommen des Erretters Ausschau halten.

Bitten Sie die Schüler, 3 Nephi 8:3,4 für sich zu lesen. Welche unterschiedlichen Meinungen traten bei einigen Nephiten in Bezug auf diese Zeichen auf? Fragen Sie die Schüler, was sie herausgefunden haben. (Obwohl die Nephiten „mit großem Ernst nach dem Zeichen“ ausschauten, gab es „große Zweifel und Auseinandersetzungen“ unter ihnen.)

  • Inwiefern lässt sich die Lage, die in 3 Nephi 8:3,4 beschrieben wird, mit den Verhältnissen in der heutigen Welt vergleichen?

  • Wie können wir unseren Glauben an Jesus Christus selbst dann festigen, wenn viele unserer Mitmenschen zweifeln?

Fragen Sie die Schüler, ob sie schon einmal einen heftigen Sturm, ein Erdbeben oder eine andere Naturkatastrophe erlebt haben. Fragen Sie sie, wie sie sich währenddessen und danach gefühlt haben.

Ein Schüler soll 3 Nephi 8:6,7 vorlesen. Die anderen sollen mitlesen und darauf achten, was sich im 34. Jahr nach der Geburt Jesu Christi ereignete. Anschließend sollen die Schüler 3 Nephi 8:8-18 für sich lesen und herausfinden, was mit den Einwohnern der Städte geschah. Anschließend sollen sie berichten, was sie herausgefunden haben. Weisen Sie darauf hin, dass Samuel der Lamanit diese Katastrophen prophezeit hatte (siehe Helaman 14:20-27). Betonen Sie, dass sich alle Worte der Propheten erfüllen werden und dass Gott die Schlechten für ihre Taten zur Verantwortung ziehen wird.

3 Nephi 8:19-25

Finsternis bedeckt das Land drei Tage lang

Erklären Sie, dass nach dem Ende der Stürme und Erdbeben das ganze Land drei Tage lang in völliger Finsternis versank. Schalten Sie für einen Augenblick das Licht aus. Fragen Sie die Schüler anschließend, ob sie sich jemals an einem völlig finsteren Ort aufgehalten haben, etwa in einer Höhle oder in einem fensterlosen Raum.

  • Wie habt ihr euch dort gefühlt?

Weisen Sie darauf hin, dass die Finsternis, die das Land drei Tage lang bedeckte, anders war als die Dunkelheit, die wir erzeugen, wenn wir das Licht ausschalten oder uns in einem fensterlosen Raum befinden. Bitten Sie die Schüler, 3 Nephi 8:19-23 für sich zu lesen. Wie wird die Finsternis beschrieben, die die Nephiten erlebten? (Mögliche Antworten lauten: „dichte Finsternis“, „Schwaden der Finsternis“, „kein Licht“.)

Anschließend sollen die Schüler 3 Nephi 8:23-25 für sich lesen und herausfinden, wie sich diese Finsternis auf die Nephiten auswirkte, die die Zerstörung überlebten hatten. Fragen Sie die Schüler, was sie herausgefunden haben.

3 Nephi 9:1-14

Inmitten der Finsternis fordert Jesus Christus die Überlebenden der Zerstörung auf, umzukehren und zu ihm zu kommen

Schreiben Sie die folgenden Fragen an die Tafel. Die Schüler sollen 3 Nephi 9:1-12 lesen und die nachstehenden Fragen beantworten.

Weshalb fand die Zerstörung statt?

Wie reagierte der Satan auf diese Zerstörung?

Was zeigt uns das in Bezug auf den Satan und wie er diejenigen behandelt, die ihm nachfolgen?

Lesen Sie der Klasse 3 Nephi 9:13,14 vor. Die Schüler sollen mitlesen und darauf achten, wozu der Erretter diejenigen auffordert, die verschont worden sind. Sie sollen sich vorstellen, wie die Nephiten die Stimme des Heilands vernahmen, während sie sich in völliger Finsternis befanden. Diese Nephiten wurden verschont, weil sie rechtschaffener waren, als diejenigen, die vernichtet worden waren, und dennoch mussten auch sie umkehren und sich ändern (siehe 3 Nephi 9:13; 10:12).

  • Wie fühlten sich die Nephiten wohl, als sie diese Aufforderung des Erretters vernahmen und weshalb?

Ein Schüler soll das nachstehende Zitat von Elder C. Scott Grow von den Siebzigern vorlesen:

„Jesus Christus ist der große Heiler für unsere Seele. …

Wenn wir sündigen, redet der Satan uns ein, wir seien verloren. Im Gegensatz dazu bietet der Erlöser allen die Erlösung an – auch Ihnen und mir, und zwar ungeachtet dessen, was wir falsch gemacht haben.“ („Das Wunder des Sühnopfers“, Liahona, Mai 2011, Seite 109.)

Betonen Sie, dass die Aufforderung des Erretters in 3 Nephi 9:13 – nämlich zu ihm zu kommen und geheilt zu werden – für uns alle gilt. Damit der Erretter uns heilen kann, müssen wir seine Aufforderung annehmen, zu ihm zu kommen, von unseren Sünden umzukehren und uns zu bekehren. Die Schüler sollen darüber nachdenken, in welchen Bereichen ihres Lebens sie wohl die Heilung brauchen, die der Heiland gibt. Bitten Sie sie anschließend, die folgende Frage in ihrem Studientagebuch zu beantworten:

  • Was musst du tun, damit der Erretter dich heilen kann?

3 Nephi 9:15-22

Der Erretter verkündet, dass das Gesetz des Mose durch sein Opfer erfüllt ist

Lesen Sie 3 Nephi 9:19 vor. Die Klasse soll mitlesen und darauf achten, was Jesus Christus nicht länger von den Nephiten annehmen wollte. Erinnern Sie sie gegebenenfalls daran, dass die Nephiten zu jener Zeit nach dem Gesetz des Mose lebten. Der Herr hatte seinem Volk im Rahmen des mosaischen Gesetzes geboten, als Sinnbild und Vorzeichen des Sühnopfers Christi Tiere darzubringen.

Die Schüler sollen 3 Nephi 9:20 für sich lesen. Was sollten die Nephiten laut Christus nun als Opfer darbringen? Lassen Sie die Schüler berichten, was sie herausgefunden haben.

  • Was bedeutet es wohl, „ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist“ als Opfer darzubringen?

  • Welche Segnungen verheißt der Heiland denjenigen, die mit einem reuigen Herzen und einem zerknirschten Geist zu ihm kommen?

Erklären Sie, dass Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel einmal darüber gesprochen hat, wie die Begriffe „reuiges Herz“ und „zerknirschter Geist“ zu verstehen sind. Lesen Sie das nachstehende Zitat vor; die Schüler sollen dabei darauf achten, wie Elder Christofferson diese Begriffe erklärt:

Elder D. Todd Christofferson

„Ihr [könnt] ihm ein reuiges oder umkehrwilliges Herz und einen zerknirschten beziehungsweise gehorsamen Geist zum Geschenk machen. In Wirklichkeit schenkt ihr euch selbst – was ihr seid und was ihr werdet.

Gibt es in euch oder in eurem Leben etwas, was unrein oder verachtenswert ist? Wenn ihr euch davon frei macht, ist das ein Geschenk an den Erretter. Gibt es eine gute Gewohnheit oder Eigenschaft, die euch noch fehlt? Wenn ihr sie euch aneignet und zu einem Bestandteil eures Charakters macht, macht ihr dem Herrn damit ein Geschenk.“ („Wenn du dich … bekehrt hast“, Liahona, Mai 2004, Seite 12.)

  • Mit welchem Wort erklärt Elder Christofferson den Begriff „reuiges Herz“? (Umkehrwillig.) Was bedeutet es wohl, ein umkehrwilliges Herz zu haben?

  • Mit welchem Wort erklärt Elder Christofferson den Begriff „zerknirschter Geist“? (Gehorsam.) Wie würdet ihr jemanden beschreiben, dessen Geist gehorsam ist?

Bitten Sie die Schüler, 3 Nephi 9:21,22 für sich zu lesen und auf die Worte des Erretters zu achten, wie wir zu ihm kommen sollen. Lassen Sie sie berichten, was sie herausgefunden haben. Halten Sie ein Bild hoch, auf dem ein kleines Kind abgebildet ist (möglicherweise sogar Ihr eigenes).

  • Wie kommt wohl ein kleines Kind zum Erretter? Was können wir daraus lernen, wie wir zum Erretter kommen sollen?

Schreiben Sie an die Tafel:

Wenn wir mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu Christus kommen, …

Die Schüler sollen 3 Nephi 9:13-15,19-22 erneut lesen und überlegen, wie sich diese Aussage vervollständigen lässt. Fragen Sie sie anschließend, was sie herausgefunden haben. Mögliche Antworten könnten lauten, dass er uns heilen wird (siehe 3 Nephi 9:13), dass er uns ewiges Leben gibt (siehe 3 Nephi 9:14) und dass er uns uns empfängt (siehe 3 Nephi 9:22). Ergänzen Sie anschließend die Aussage an der Tafel so: Wenn wir mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu Christus kommen, wird er uns empfangen, heilen und ewiges Leben geben.

3 Nephi 10

Der Herr bietet an, sein Volk zu sammeln, wie eine Henne ihre Küken

Fassen Sie 3 Nephi 10:1-3 zusammen. Erklären Sie, dass das Volk, nachdem es die Stimme des Erretters vernommen hatte, so erstaunt war, dass es viele Stunden lang schwieg. Dann sprach der Heiland erneut zum Volk

Ein paar Schüler sollen abwechselnd 3 Nephi 10:4-6 vorlesen. Weisen Sie darauf hin, dass der Erretter in diesen Versen über das Haus Israel spricht – sein Bundesvolk.

  • Inwiefern kann man den Erlöser mit einer Henne vergleichen, die ihre Küken vor Gefahr beschützt? Warum hat er nicht alle, die zum Haus Israel gehören, gesammelt und beschützt? (Sie wollten nicht zu ihm kommen.)

  • Was verheißt der Heiland denjenigen, die umkehren und zu ihm kommen? (Er sammelt sie wie eine Henne, die ihre Küken sammelt.)

Bitten Sie die Schüler, die folgende Frage in ihrem Studientagebuch zu beantworten. (Sie können diese Frage an die Tafel schreiben oder sie so langsam vorlesen, dass die Schüler sie aufschreiben können.)

  • Hast du schon die Aufforderung des Heilands verspürt, dich von ihm nähren und beschützen zu lassen?

Bitten Sie einen Schüler, 3 Nephi 10:9-11 vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und darauf achten, was geschah, nachdem der Erretter zum Volk gesprochen hatte. Geben Sie anschließend Zeugnis und bezeugen Sie, dass der Erlöser all denjenigen Barmherzigkeit erweist, die mit einem reuigen Herzen und einem zerknirschten Geist zu ihm kommen. Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass in der nächsten Lektion besprochen wird, wie der Erlöser diesen Menschen erschien und sich für jeden einzelnen von ihnen Zeit nahm.

Kommentar und Hintergrundinformationen

3 Nephi 9:2. „Der Teufel lacht und seine Engel freuen sich“

Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel hat einmal darüber gesprochen, wie sich der Teufel verhält, wenn wir sündigen:

„Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können. [2 Nephi 2:25.]

Manchmal vergessen wir, dass der himmlische Vater sich wünscht, dass wir alle diese Freude haben. Von dieser Freude kann uns nur eines abhalten – wenn wir nämlich der Versuchung und der Sünde nachgeben. Und nachgeben ist genau das, was der Satan von uns möchte.

Ich habe einmal Präsident Spencer W. Kimball in ein weit entferntes Land begleitet. Wir wurden zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Gegend geführt, unter anderem auch zu unterirdischen Katakomben, in denen Menschen begraben waren, die von christlichen Eiferern verfolgt worden waren. Als wir die dunklen, schmalen Stufen wieder heraufkamen, sagte mir Präsident Kimball etwas, was ich nie vergessen werde. Er zog an meinem Mantelsaum und sagte: ‚Es ist furchtbar, was der Widersacher im Namen des Erretters treibt.‘ Dann sagte er: ‚Robert, der Widersacher kann nur dann Freude empfinden, wenn die Menschen sündigen.‘

Ich dachte über diese Worte nach, las darüber in den heiligen Schriften und begann zu verstehen, was Präsident Kimball gemeint hatte. … Unsere Sünden sind es, die den Teufel lachen lassen; unser Leid verschafft ihm ein Zerrbild von Freude.

Doch selbst wenn der Teufel lacht – seine Macht ist begrenzt. Manch einer hat schon den alten Spruch gehört: ‚Der Teufel hat mich dazu gebracht.‘ Ich möchte heute unmissverständlich klarstellen, dass der Widersacher uns zu nichts bringen oder veranlassen kann. Er lauert, wie es in der Schrift heißt, tatsächlich vor unserer Tür und folgt uns jeden Tag. Jedes Mal, wenn wir hinausgehen, bei jeder Entscheidung, die wir treffen, beschließen wir, entweder auf ihn zuzugehen oder auf den Erretter. Der Widersacher muss weichen, wenn wir ihm befehlen zu weichen. Er kann uns nur beeinflussen, wenn wir es zulassen, und das weiß er auch! Er kann nur dann Einfluss auf unseren Verstand und unseren Körper – also auf unseren Geist – nehmen, wenn wir es ihm gestatten. Mit anderen Worten: Wir müssen seinen Verlockungen nicht nachgeben!“ („Wir handeln für uns selbst – die Gabe und die Segnungen der Entscheidungsfreiheit“, Liahona, Mai 2006, Seite 5f.)

3 Nephi 9:19,20. „Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist“

Elder Neal A. Maxwell vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erläutert, was es bedeutet, dem Herrn ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darzubringen:

„Ein wirkliches, persönliches Opfer [hat] nie darin bestanden …, ein Tier auf den Altar zu legen. Vielmehr besteht es in der Bereitschaft, das Tier in uns auf den Altar zu legen und es von den Flammen verzehren zu lassen! Und so besteht das Opfer, das wir dem Herrn darbringen, in einem reuigen Herzen und einem zerknirschten Geist (siehe LuB 59:8).“ („Verzichtet auf alles, was ungöttlich ist“, Der Stern, Juli 1995, Seite 62.)