Lektion 128: 3 Nephi 19

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nach dem ersten Besuch des Heilands bei den Nephiten verbreitet sich die Nachricht davon über Nacht. (Alles, was in 3 Nephi 11 bis 18 aufgezeichnet wurde, fand an einem Tag statt.) Die ganze Nacht hindurch strengen sich die Menschen „über die Maßen [an] …, um am Morgen an dem Ort zu sein“, wo der Erretter sich wieder zeigen wollte (3 Nephi 19:3). Am Morgen belehren die zwölf Jünger die Menschen und beten mit ihnen. Jesus Christus erscheint und fordert die Menschen auf, zu beten, während er für sie zum Vater betet. Wegen ihres Glaubens werden die zwölf Jünger rein gemacht. Jesus betet, dass die Jünger und all diejenigen, die ihren Worten glauben, mit ihm und dem Vater eins werden mögen.

Anregungen für den Unterricht

3 Nephi 19:1-14

Die zwölf Jünger dienen dem Volk, wie der Erretter es ihnen geboten hat

Die Schüler sollen sich vorstellen, was sie wohl tun oder verspüren würden, wenn sie wüssten, dass Jesus Christus morgen zum Tempel käme (oder zum Pfahlhaus, in die Innenstadt oder an einen anderen Ort, an den sie nicht ohne Mühe gelangen).

  • Wie würdet ihr dorthin kommen?

  • Mit wem würdet ihr gern hingehen?

  • Wie würdet ihr euch auf dieses Erlebnis vorbereiten?

Weisen Sie die Schüler darauf hin, dass der Erretter am Ende seines Besuches die Nephiten aufforderte, nach Hause zu gehen, über das nachzudenken und zu beten, was er gelehrt hatte, und sich auf seinen Besuch am nächsten Tag vorzubereiten (siehe 3 Nephi 17:3). Die Schüler sollen 3 Nephi 19:1-3 für sich lesen und darauf achten, wie die Nephiten reagierten, als der Heiland ihnen versprach, am nächsten Tag wiederzukommen. Lassen Sie die Schüler vortragen, was sie herausgefunden haben. Fassen Sie anschließend 3 Nephi 19:4-8 zusammen. Erklären Sie dabei, dass die zwölf Jünger das Volk, nachdem es sich am nächsten Tag versammelt hatte, in zwölf Gruppen teilten und es unterwiesen. Die Jünger wiesen die Menschen an, sich im Gebet niederzuknien, dann beteten sie ebenfalls und lehrten die gleichen Wahrheiten, die der Erretter bereits am Vortag gelehrt hatte. Dann knieten die Jünger erneut im Gebet nieder.

Bitten Sie einen Schüler, 3 Nephi 19:8,9 vorzulesen. Die Klasse soll mitlesen und darauf achten, worum die Jünger beteten.

  • Was war der größte Wunsch der Jünger?

  • Die zwölf Jünger sollten, nachdem der Erretter fortgegangen war, die Angelegenheiten der Kirche unter den Nephiten regeln. Weshalb brauchten sie für diese Arbeit wohl den Heiligen Geist?

  • Was wünscht ihr euch in euren Gebeten am meisten?

  • Betet ihr um den Heiligen Geist? Warum oder warum nicht?

Bitten Sie einen Schüler, 3 Nephi 19:10-12 vorzulesen. Erklären Sie anschließend, dass diese zweite Taufe etwas Besonderes war. Die Nephiten waren zwar schon zuvor zur Vergebung ihrer Sünden getauft worden und würdig, in der Gegenwart Jesu Christi zu sein, und doch gebot der Herr ihnen, sich abermals taufen zu lassen, weil er die Kirche neu organisiert hatte.

Jemand soll 3 Nephi 19:13,14 vorlesen. Die anderen sollen mitlesen und darauf achten, wie die Jünger für ihre rechtschaffenen Wünsche gesegnet wurden. Führen Sie die folgende Aktivität durch; dadurch soll der Wunsch der Schüler vergrößert werden, den Einfluss des Heiligen Geistes stärker zu verspüren.

Teilen Sie die Schüler paarweise auf. Jedes Paar soll gemeinsam im Studientagebuch auflisten, was der Heilige Geist für diejenigen tut, die ein würdiges Leben führen. Die Schüler sollen ihre Liste dann mit der nachstehenden Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel vergleichen. (Kopieren Sie die Aussage vor Unterrichtsbeginn oder schreiben Sie sie an die Tafel.) Die Schüler sollen ihre Liste mit den Gedanken aus der Aussage ergänzen.

Elder Robert D. Hales

„Der Heilige Geist … ist die Quelle, aus der unser Zeugnis vom Vater und vom Sohn kommt. …

Wir brauchen den Heiligen Geist als ständigen Begleiter, damit er uns hilft, bei den täglich anstehenden Entscheidungen eine bessere Wahl zu treffen. … Wenn sie [unsere Jugendlichen] den Geist mit sich haben, gibt ihnen das die Kraft, dem Bösen zu widerstehen, gegebenenfalls umzukehren und wieder auf den engen und schmalen Pfad zu gelangen. … Wir brauchen die Stärkung, die uns durch den Heiligen Geist zuteilwird. … Die Gabe des Heiligen Geistes hilft jedem in der Familie, sich weise zu entscheiden – jene Entscheidungen zu treffen, die dazu beitragen, dass man mit seiner Familie zum himmlischen Vater und zu seinem Sohn, Jesus Christus, zurückkehrt, um dort für immer bei ihnen zu leben.“ („Der Bund der Taufe: im Gottesreich und vom Gottesreich sein“, Liahona, Januar 2001, Seite 8f.)

  • Wie könnten die Segnungen, die ihr aufgeschrieben habt, euch jungen Leuten in der Kirche helfen?

Die Schüler sollen sich noch mal anschauen, was sie aufgeschrieben haben, und überlegen, was man tun muss, damit man auf diese Segnungen Anspruch hat. Bitten Sie sie, 3 Nephi 19:9,13 für sich zu lesen. Sie sollen einen Grundsatz herausarbeiten, wie man sich für den Einfluss des Heiligen Geistes empfänglich macht. Anschließend sollen sie den Grundsatz aufschreiben. Bitten sie ein paar, vorzulesen, was sie aufgeschrieben haben. (Die Schüler sagen möglicherweise etwas wie: Durch unsere rechtschaffenen Wünsche und Gebete machen wir uns bereit, vom Heiligen Geist erfüllt zu werden.)

  • Wann haben euch eure rechtschaffenen Wünsche und Gebete schon einmal dabei geholfen, den Einfluss des Heiligen Geistes zu spüren?

Schreiben Sie die folgende, unvollständige Aussage an die Tafel. Die Schüler sollen sie abschreiben und mit eigenen Worten vervollständigen.

Ich werde dem Vater im Himmel zeigen, dass ich den Wunsch habe, den Heiligen Geist als Begleiter zu haben, indem ich …

3 Nephi 19:15-36

Der Erretter erscheint und betet dafür, dass die Menschen durch ihren Glauben rein gemacht werden

Bitten Sie einen Schüler, 3 Nephi 19:15,16 vorzulesen. Erklären Sie, dass die Menge, als sie kniete, Zeuge wurde, wie Jesus Christus drei unterschiedliche Gebete für seine Jünger und die Menge sprach. (Weisen Sie darauf hin, dass Sie sich später noch mit dem letzten Gebet des Heilands gemeinsam befassen werden.)

Schreiben Sie noch vor Unterrichtsbeginn folgende Schriftstellen und Fragen an die Tafel oder erstellen Sie für jeden Schüler einen entsprechenden Handzettel.

3 Nephi 19:17,18,24-26,30

3 Nephi 19:19-23

3 Nephi 19:27-29

Was lernt ihr aus dieser Schriftstelle über das Gebet?

Wie könnt ihr das, was ihr dazugelernt habt, im persönlichen Gebet anwenden?

Teilen Sie die Klasse in Gruppen mit je drei Schülern ein. (Bei einer kleineren Klasse bilden Sie kleinere Gruppen.) Ein Schüler aus jeder Gruppe soll die Schriftstellen vorlesen. Es soll sich aber jeder aus der Gruppe darauf vorbereiten, die Fragen zu beantworten.

Nachdem die Schüler genug Zeit hatten, sollen sie innerhalb der Gruppe ihre Antworten austauschen. Seien Sie darauf vorbereitet, dass die Schüler möglicherweise nachfragen, weshalb die Jünger wohl Jesus anbeteten (siehe 3 Nephi 19:18). Weisen Sie darauf hin, dass die Jünger in dieser einzigartigen Situation Jesus Christus anbeteten, weil er persönlich als Stellvertreter des Vaters bei ihnen war (siehe 3 Nephi 19:22).

Jemand soll 3 Nephi 19:31-34 vorlesen. Die Klasse soll mitlesen und darüber nachdenken, weshalb das Gebet des Erretters die Menschen so tief beeindruckt hat. Bitten Sie einige Schüler, zu erzählen, was sie herausgefunden haben. Auch wenn sie dabei eine ganze Reihe von Grundsätzen voneinander lernen, geht es bei der nächsten Aufgabe insbesondere um zwei Grundsätze, auf die sie möglicherweise gestoßen sind.

Schreiben Sie Folgendes an die Tafel: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, …

Die Schüler sollen 3 Nephi 19:28 für sich durchgehen und überlegen, wie man den Satz an der Tafel vervollständigen könnte. (Bitten Sie die Schüler, ihre Antworten aufzuschreiben. Eine Möglichkeit, den Satz zu vervollständigen, wäre: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, können wir rein gemacht werden.)

  • Was bedeutet es, rein gemacht zu werden? Wie hilft der Glaube an Jesus Christus uns dabei, rein zu werden?

  • Auf welche Art und Weise übten die Jünger bei den Geschehnissen in 3 Nephi 19 Glauben an Jesus Christus aus?

Damit die Schüler begreifen, dass der Heilige Geist uns reinigt, weisen Sie sie darauf hin, dass die Jünger den Heiligen Geist empfangen hatten und „von Feuer erfüllt“ wurden (siehe 3 Nephi 19:13). Erklären sie, dass der Ausdruck „von Feuer erfüllt“ symbolisch gemeint ist und sich auf die Segnung bezieht, dass man durch den Einfluss des Heiligen Geistes rein gemacht wird.

Die Schüler sollen 3 Nephi 19:23,29 noch einmal für sich lesen und eine weitere Segnung herausarbeiten, die man empfängt, wenn man den Geist des Herrn bei sich hat. (Wenn die Schüler mit dem Lesen fertig sind, können Sie ihnen vorschlagen, in beiden Versen die Formulierung „damit wir eins seien“ zu markieren.)

  • Inwiefern sind Jesus Christus und der Vater eins? (Sie sind getrennte, greifbare Wesen, aber sie sind eins, was ihre Absichten und Lehren betrifft. Da sie vollkommen eins sind, können sie den Erlösungsplan des himmlischen Vaters zustande bringen.)

  • Was bedeutet es für uns, mit Gottvater und dem Sohn eins zu werden?

  • Was lernen wir aus 3 Nephi 19:23,29 darüber, wie wir mit ihnen eins werden können? (Durch Glauben können wir rein gemacht und eins mit Jesus Christus werden, wie auch er eins mit dem Vater ist.)

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Die anderen sollen darauf achten, wie wir mit dem Vater und dem Sohn eins werden können:

Elder D. Todd Christofferson

„Jesus erlangte vollkommene Einigkeit mit dem Vater, indem er sich in Fleisch und Geist dem Willen des Vaters unterwarf. Sein geistliches Wirken war immer zielgerichtet, da er völlig aufrichtig war und sich durch nichts von seinem Weg abbringen ließ. In Bezug auf seinen Vater hat Jesus gesagt: Ich tue immer das, ‚was ihm gefällt‘ (Johannes 8:29.) …

Gewiss können wir erst dann mit Gott und Christus eins sein, wenn wir ihren Willen und ihre Interessen zu unserem größten Wunsch machen. Solche Ergebenheit erreicht man nicht an einem einzigen Tag, doch wenn wir dazu bereit sind, führt der Herr uns durch den Heiligen Geist, bis er nach einiger Zeit in uns ist, wie der Vater in ihm ist.“ („Damit sie in uns eins seien“, Liahona, November 2002, Seite 72f.)

Bitten Sie die Schüler, 3 Nephi 19:35,36 für sich zu lesen und über die Macht ihrer eigenen Gebete nachzudenken. Verheißen Sie den Schülern, dass auch wir bedeutendere geistige Erlebnisse haben und mehr Einigkeit mit dem Vater und dem Sohn erlangen können, wenn unser Glaube stärker wird und wir aufrichtig darum beten, den Geist mit uns zu haben.

Kommentar und Hintergrundinformationen

3 Nephi 19:10-13. Erneut getauft

Präsident Joseph Fielding Smith erläuterte einmal, warum die Nephiten erneut getauft werden mussten:

„Es ist gar nicht verwunderlich, dass Nephi und alle anderen, obwohl sie schon getauft waren, sich erneut taufen ließen, als der Herr den Nephiten erschien.

Bevor Christus erschien, stand die Kirche unter den Nephiten noch unter dem Gesetz des Mose und war in der Fülle des Evangeliums nicht zu finden. Der Erretter stellte diese Fülle wieder her und offenbarte ihnen auch alle damit verbundenen Verordnungen und Segnungen. Deshalb wurde sie in der Tat eine neue Organisation, und durch die Taufe schloss man sich dieser an.

In unserer Evangeliumszeit ist die Lage ähnlich. Der Prophet Joseph Smith und Oliver Cowdery wurde geboten, sich von Johannes dem Täufer taufen zu lassen. Etliche weitere wurden vor der Gründung der Kirche getauft. An dem Tag, als die Kirche gegründet wurde, wurden all diejenigen, die schon getauft waren, jedoch erneut getauft – nicht zur Sündenvergebung, sondern zur Aufnahme in die Kirche. In beiden Fällen war der Grund derselbe.“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 3:205f.)

3 Nephi 19:18,22. „Sie beteten zu Jesus“

Aus den heiligen Schriften und den Lehren der neuzeitlichen Propheten wissen wir, dass wir Gottvater verehren und allein ihn anbeten sollen. Wir sollen nicht zu Jesus Christus beten. Der Herr Jesus Christus hat geboten: „[Ihr] müsst … immer in meinem Namen zum Vater beten.“ (3 Nephi 18:19.) Kurz nachdem der Erretter dies gelehrt hatte, beteten seine nephitischen Jünger ihn allerdings direkt an (siehe 3 Nephi 19:18). Dies taten sie, wie er sagte, weil er bei ihnen war (siehe 3 Nephi 19:22). Elder Bruce R. McConkie vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, dass dies eine Ausnahme war, eine einzigartige Situation:

„Es gab einen besonderen Grund, warum das in diesem Fall und nur einmalig geschah. Jesus hatte sie schon gelehrt, in seinem Namen zum Vater beten, was sie zunächst auch taten. … Jesus stand als Sinnbild des Vaters vor ihnen. Als sie ihn ansahen, war es, als ob sie den Vater sahen, und als sie zu ihm beteten, war es, als ob sie zum Vater beteten. Es waren besondere und einzigartige Umstände.“ (The Promised Messiah, 1978, Seite 560f.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

3 Nephi 19:24. Den Jüngern wird eingegeben, worum sie beten sollen

Weisen Sie darauf hin, dass in 3 Nephi 19:24 der Satz „denn es wurde ihnen eingegeben, was sie beten sollten“ steht. Lesen Sie folgende Aussage von Elder Bruce R. McConkie vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

„Ein Gebet ist dann vollkommen, wenn es inspiriert ist, wenn der Geist die Worte offenbart, die man gebrauchen soll. (3 Nephi 19:24.) ‚Und wenn ihr rein gemacht und von aller Sünde gesäubert seid, mögt ihr im Namen Jesu erbitten, was auch immer ihr wollt, und es wird geschehen. Aber wisset dies, es wird euch gegeben werden, was ihr erbitten werdet.‘ (LuB 50:29,30).“ (Mormon Doctrine, 2. Auflage, 1966, Seite 586.)

  • Wie wirkt sich die Führung des Geistes darauf aus, wie und worum ihr betet?