Lektion 103: Alma 52 bis 55

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Die Nephiten haben zu diesem Zeitpunkt wegen der Streitigkeiten in den eigenen Reihen bereits viele Städte verloren. Moroni, Teankum und Lehi nehmen die Stadt Mulek ein und besiegen eines der größten Heere der Lamaniten. Moroni lehnt die Forderung des lamanitischen Führers Ammoron, Gefangene auszutauschen, ab und setzt einen Plan in die Tat um, um die nephitischen Gefangenen ohne Blutvergießen zu befreien. Moroni steht unverrückbar fest und geht mit Blick auf die Schlechtigkeit Ammorons und seiner Anhänger keine Kompromisse ein.

Hinweis: Diese Lektion konzentriert sich auf Ereignisse im Leben Moronis, Teankums und Lehis. In der folgenden Lektion erfahren die Schüler mehr über Helamans 2000 junge Krieger, die in Alma 53:16-23 erwähnt werden.

Anregungen für den Unterricht

Alma 52 und 53

Moroni, Teankum und Lehi arbeiten Hand in Hand, um die Lamaniten zu besiegen

Schreiben Sie vor dem Unterricht folgende Aussage an die Tafel:

„Ihr Jugendlichen heute wachst in Feindesland auf.“ (Präsident Boyd K. Packer.)

Bitten Sie einen Schüler zu Beginn des Unterrichts, diese Aussage vorzulesen. Fragen Sie anschließend:

  • Wer ist der Feind? (Der Satan.)

  • Welche Beweise für den Einfluss des Satans erkennt ihr in der Welt, in der wir leben? (Die Schüler könnten Folgendes erwähnen: unangemessene Ausdrucksweise, unanständige Kleidung, unehrliches oder unsittliches Verhalten und all die Versuchungen, die so oft durch die Medien begünstigt und durch die Technik ermöglicht werden.)

Lassen Sie die Schüler darüber nachdenken, wie sich ihre Herausforderungen im Leben mit den Ereignissen und Umständen in Alma 52 bis 55 vergleichen lassen. Lesen Sie Präsident Packers Aussage weiter vor:

„Ihr Jugendlichen heute wachst in Feindesland auf, wo die moralischen Maßstäbe sinken. Aber als Diener des Herrn verheiße ich euch, dass ihr vor den Angriffen des Widersachers geschützt und beschirmt werdet, wenn ihr den Eingebungen folgt, die vom Heiligen Geist kommen.“ („Ratschläge für die Jugend“, Liahona, November 2011, Seite 18.)

Bestärken Sie die Schüler in dem Wunsch, nach Führung durch den Geist zu streben, um dem Bösen widerstehen zu können.

Erinnern Sie die Schüler daran, dass die Lamaniten viele befestigte Städte der Nephiten eingenommen hatten, während Moroni die aufständischen Königsleute bezwang (siehe Alma 51:26). Lassen Sie die Schüler Alma 52:14 für sich lesen und auf die Beschreibung achten, die Mormon von der damaligen Situation der Nephiten gibt. Bitten Sie anschließend einen Schüler, Alma 53:9 vorzulesen. Fragen Sie die Klasse, wieso die Lage der Nephiten höchst gefährlich war.

  • Auf welche Weise bringen sich Menschen in Situationen, die in geistiger Hinsicht gefährlich sind?

Schreiben Sie die folgende Schriftstellenangabe an die Tafel: Alma 52:5-10,16-19. Bitten Sie zwei Schüler, die Kapitelüberschriften von Alma 52 und 53 vorzulesen, damit die Schüler den Kontext und die Handlung in diesen Versen besser verstehen. Fordern Sie die Schüler anschließend auf, die Verse, die Sie an die Tafel geschrieben haben, durchzuarbeiten und auf Grundsätze zu achten, die ihnen helfen können, das Böse zu meiden oder ihm zu widerstehen. Stellen Sie nach hinreichender Arbeitszeit die Frage:

  • Welche Grundsätze können wir diesen Versen entnehmen? (Die Schüler nennen neben anderen Grundsätzen wahrscheinlich folgende Wahrheit: Wenn wir die Hochburgen des Widersachers meiden, sind wir eher in der Lage, Versuchungen aus dem Weg zu gehen oder ihnen zu widerstehen.)

Die Schüler sollen sich überlegen, welche Orte, welcher Freundeskreis oder welche Arten der Mediennutzung (etwa des Internets) wohl zu gefahrvollen Situationen im Leben führen können.

Weisen Sie darauf hin, dass Mormon bei der Beschreibung des Widerstands, den Teankum den Lamaniten leistet, Worte wie verteidigen, befestigen, sichern, züchtigen und verstärken gebraucht. Lassen Sie die Schüler darüber nachdenken, in welchem Gebiet sie möglicherweise „gezüchtigt“ oder was sie aus ihrem Leben vertreiben müssen, damit sie sich in größerer geistiger Sicherheit befinden.

Bitten Sie einen Schüler, Alma 52:19 vorzulesen. Fragen Sie die Klasse:

  • Was unternehmen die Führer der Nephiten, bevor sie in die Schlacht ziehen? (Sie halten einen Kriegsrat ab.)

  • Inwiefern lässt sich ein Familienrat oder eine Ratsversammlung der Kirche mit einem „Kriegsrat“ vergleichen? Wie kann uns eine solche Ratsversammlung in unseren Schlachten gegen den Widersacher Stärke verleihen?

Fassen Sie Alma 52:20-40 und Alma 53 zusammen und weisen Sie darauf hin, dass es Hauptmann Moroni und seinem Heer nach dem Kriegsrat gelingt, die Stadt Mulek zurückzuerobern, indem sie die Lamaniten aus ihren Festungsanlagen locken. Die Nephiten machen viele lamanitische Gefangene und senden sie zu der Stadt Überfluss, wo sie an deren Befestigung mitarbeiten müssen. Dennoch sind die Lamaniten in anderen Gegenden aufgrund der Spaltung unter den Nephiten weiterhin erfolgreich.

Alma 54 und 55

Moroni weist Ammorons Bedingungen zum Gefangenenaustausch zurück und wendet eine Kriegslist an, um die nephitischen Gefangenen zu befreien

Erläutern Sie, dass es sich bei Alma 54 im Wesentlichen um den Briefverkehr zwischen Ammoron (dem lamanitischen König) und Hauptmann Moroni handelt. Zuvor haben die Lamaniten und die Nephiten viele Kriegsgefangene gemacht. Dieses Kapitel enthält Moronis Antwort auf Ammorons Ersuchen, die gefangenen Lamaniten gegen die gefangenen Nephiten auszutauschen.

Weisen Sie darauf hin, dass Alma 54:9-12 die Worte Hauptmann Moronis an Ammoron enthält. Bitten Sie einen Schüler, diese Verse vorzulesen. Bitten Sie anschließend einen weiteren Schüler, Ammorons Antwort an Hauptmann Moroni in Alma 54:18-20 vorzulesen.

  • Inwiefern unterscheidet sich der Beweggrund Hauptmann Moronis von Ammorons Beweggrund bezüglich des Gefangenenaustausches? (Sie können ausführen, dass Moroni an die Familien denkt, während Ammoron nur an seinen Kriegern interessiert ist, weil er die Nephiten vernichten will.)

  • Auf welche Weise spiegelt die Aussage Ammorons in Alma 54:18-20 die Beweggründe des Satans wider, die die Grundlage seiner Kriegsführung gegen uns bilden?

Bitten Sie einen Schüler, Alma 55:1,2 vorzulesen. Die Klasse soll dabei auf Moronis Antwort auf Ammorons Forderungen achten.

  • Warum will Moroni nicht auf Ammorons Vorschläge eingehen? (Er weiß, dass Ammoron lügt, und will ihm nicht noch mehr Macht einräumen, als dieser ohnehin schon hat.)

  • Was können wir aus Moronis Antwort lernen? (Bestimmt erwähnen die Schüler eine Vielzahl an Grundsätzen. Achten Sie jedoch darauf, dass sie auch erkennen, dass wir die bösen Einflüsse hindern können, Macht über uns zu erlangen, wenn wir unverrückbar für das Rechte einstehen.)

Die folgenden Aussagen von Joseph Smith können bei der Besprechung dieser Verse hilfreich sein:

„Der Satan kann uns mit seinen Verlockungen nicht verführen, es sei denn, wir sind im Herzen einverstanden und geben nach.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 234.)

„Der Teufel hat nur so viel Macht über uns, wie wir ihm einräumen.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 235.)

Schreiben Sie die folgende Schriftstellenangabe an die Tafel: Alma 55:15-24,28-31.

Erklären Sie, dass wir aus Alma 55 erfahren, dass Hauptmann Moroni die nephitischen Gefangenen durch eine Kriegslist aus der Stadt Gid befreit. Wir erfahren aus Alma 55:3-14, dass Moroni sich eines nephitischen Soldaten namens Laman bedient, um die lamanitischen Soldaten, die die Gefangenen bewachen, betrunken zu machen. Bitten Sie die Schüler, die Verse, die Sie an die Tafel geschrieben haben, für sich zu lesen und darauf zu achten, was Hauptmann Moroni macht, als er die Lamaniten in der Stadt Gid umzingelt hat. Erinnern Sie die Schüler daran, beim Lesen nach Grundsätzen Ausschau zu halten. Fragen Sie die Schüler, nachdem sie genügend Zeit zum Lesen gehabt haben, was sie herausgefunden haben. Sie können auch fragen:

  • Was sagen diese Verse über Moroni aus?

Schreiben Sie folgende Aussage an die Tafel und fordern Sie die Schüler auf, die Lücken auszufüllen:

Wir sollen uns nicht an … erfreuen, sondern daran, …

  • Wie können wir das Beispiel Moronis auf uns beziehen und uns nicht am Blutvergießen erfreuen? Inwiefern gilt dies auch für das, was wir lesen oder ansehen oder für die Spiele, die wir spielen?

    Lassen Sie die Schüler über folgende Frage nachdenken:
  • Was von dem, was ihr heute gelernt habt, wollte Mormon euch wohl vermitteln, damit ihr treu bleibt, wenn ihr gegen den Widersacher kämpft?

Geben Sie den Schülern Zeit, in ihrem Studientagebuch aufzuschreiben, was sie tun wollen, um sich nicht auf des Satans Territorium zu begeben, sondern unverrückbar seinen Angriffen zu widerstehen.

Schließen Sie mit Ihrem Zeugnis von den Wahrheiten, die heute in der Klasse besprochen wurden.

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Alma 53:20,21. Untadelig vor Gott wandeln

Bitten Sie einen Schüler, Alma 53:20,21 vorzulesen.

  • Was bedeutet es, untadelig vor Gott zu wandeln?

Bitten Sie die Schüler, darüber nachzudenken, wie sie, so wie die jungen Krieger, „zu allen Zeiten und in allem, was ihnen anvertraut [ist], treu“ sein können. Lesen Sie vor, was Präsident George Albert Smith über den weisen Rat gesagt hat, den er von seinem Großvater, George A. Smith, erhalten hatte:

„Mein Großvater pflegte zu seiner Familie zu sagen: ‚Es gibt eine klare Trennlinie zwischen dem Hoheitsgebiet des Herrn und dem des Teufels. Wenn ihr auf der Seite des Herrn bleibt, steht ihr unter seinem Einfluss und habt kein Verlangen danach, etwas Falsches zu tun. Setzt ihr jedoch euren Fuß auch nur einen Zentimeter ins Hoheitsgebiet des Teufels, dann seid ihr in der Gewalt des Versuchers, und wenn er Erfolg hat, könnt ihr nicht mehr denken und nicht einmal mehr euren Verstand richtig gebrauchen, da ihr den Geist des Herrn verloren habt.‘

Wenn ich manchmal vor einer bestimmten Versuchung stand, habe ich mich gefragt: ‚Auf welcher Seite der Grenze stehe ich?‘ Immer wenn ich entschlossen war, auf der sicheren Seite – auf der Seite des Herrn – zu bleiben, habe ich das Rechte getan. Wenn ihr also in Versuchung geratet, denkt gebeterfüllt über euer Problem nach, und unter dem Einfluss des Herrn werdet ihr weise Entscheidungen treffen können. Sicher sind wir nur auf der Seite des Herrn.“ („A Faith Founded upon Truth“, Deseret News, 17. Juni 1944, Kirchenteil, Seite 9.)

Zeichnen Sie eine senkrechte Linie in die Mitte der Tafel. Schreiben Sie auf die eine Seite Das Hoheitsgebiet des Herrn und auf die andere Das Hoheitsgebiet des Teufels. Fragen Sie die Schüler:

  • Wo befindet sich, was den Abstand zur Trennlinie anbelangt, der sicherste Ort? (Auf der Seite des Herrn, möglichst weit von der Trennlinie entfernt.)

  • Welche Gefahr könnte lauern, wenn man auf der Seite des Herrn lebt, aber möglichst nahe an der Grenze?

  • Was hilft euch, von der Trennlinie Abstand zu halten?