Lektion 74: Alma 8

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nachdem viele Leute in Zarahemla, Gideon und Melek Almas Botschaft angenommen haben, wird Alma von den Einwohnern Ammonihas zurückgewiesen und aus der Stadt vertrieben. Alma ist wegen der Schlechtigkeit des Volkes bekümmert. Derselbe Engel, der ihm und den Söhnen Mosias schon einmal erschienen ist, erscheint ihm erneut und lobt ihn wegen seiner Treue. Er gebietet ihm, nach Ammoniha zurückzukehren. Alma gehorcht dem Gebot des Herrn voller Glauben, und der Herr beruft Amulek, Alma bei dem geistlichen Wirken zur Seite zu stehen. Alma und Amulek machen sich, erfüllt vom Heiligen Geist und der Macht, im Werk des Herrn zu wirken, gläubig daran, das Volk von Ammoniha zu belehren.

Anregungen für den Unterricht

Alma 8:1-6

Viele Leute in Melek nehmen Almas Botschaft an und lassen sich taufen

Alle Schüler, die einen Verwandten oder Bekannten haben, der auf Mission gewesen ist, sollen die Hand heben. Bitten Sie zwei, drei Schüler, ein Erlebnis zu erzählen, das ihnen ihr Verwandter oder Bekannter erzählt hat und das zeigt, wie sich ein Missionar fühlt, wenn seine Botschaft angenommen wird. (Sie können die Schüler auch davon berichten lassen, wie sie jemandem vom Evangelium erzählt haben und derjenige aufgeschlossen dafür war. Sie können auch ein eigenes Erlebnis erzählen.)

Bitten Sie die Schüler, still für sich Alma 8:1-5 zu lesen. Sie sollen die drei Städte suchen, in denen Alma das Evangelium gepredigt hat. Schreiben Sie die Namen der drei Städte an die Tafel. (Zarahemla, Gideon und Melek.)

  • Was bewirkt Almas Predigen in diesen drei Städten? (Sie können anregen, dass die Schüler zur Beantwortung dieser Frage die Kapitelüberschriften für Alma 6 bis 8 lesen.)

Weisen Sie darauf hin, dass selbst dort, wo das Volk Almas Botschaft annimmt, die Missionsarbeit nicht ohne Probleme vor sich geht.

Alma 8:7-32

Nachdem Alma aus Ammoniha ausgestoßen worden ist, gebietet ihm der Herr, dorthin zurückzukehren

Fragen Sie die Schüler, ob ihre Verwandten oder Bekannten, die eine Vollzeitmission erfüllt haben, auch erlebt haben, dass jemand die Botschaft des Evangeliums zurückweist. Vielleicht möchten Sie einige Schüler bitten, zu erzählen, wie ihr Verwandter oder Bekannter in diesem Fall reagiert hat.

Bitten Sie einige Schüler, reihum Alma 8:7-14 vorzulesen. Die Schüler sollen sich vorzustellen versuchen, wie sich Alma wohl gefühlt hat, als er dem Volk in Ammoniha das Evangelium predigen wollte. Machen Sie beim Vorlesen immer wieder einmal eine Pause, um Fragen wie die folgenden zu stellen:

  • Was sagen diese Verse über Almas Charakter aus? (Siehe Alma 8:8-10.)

  • Wie hättet ihr reagiert, wenn man so mit euch umgegangen wäre wie mit Alma? (Siehe Alma 8:11-13.)

  • Inwiefern hättet ihr in einer ähnlichen Situation genauso reagiert wie Alma oder anders? (Siehe Alma 8:14. Sie können darauf hinweisen, dass Almas Entscheidung, das Werk des Herrn in der Stadt Aaron fortzuführen, zeigt, dass er an den Herrn glaubt und nicht aufgibt.)

Machen Sie darauf aufmerksam, dass Almas Bitten nicht sofort erhört werden, obwohl seine Gebete für die Bewohner Ammonihas aufrichtig sind (siehe Alma 8:10). (Einige Menschen in Ammoniha kehren später um. Siehe Alma 14:1.)

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

Elder Russell M. Nelson

„Mir ist bewusst, dass manchmal unsere innigsten Gebete offenbar nicht erhört werden. Wir fragen uns: ‚Warum?’ Ich kenne dieses Gefühl. Ich kenne die Ängste und die Tränen in solchen Momenten. Aber ich weiß auch, dass unser Beten nie ignoriert wird. Unser Glaube bleibt nie unbeachtet. Ich weiß, dass der Blickwinkel unseres allwissenden himmlischen Vaters sehr viel größer ist als unserer. Während wir unsere irdischen Probleme und unseren Schmerz sehen, sieht er unseren ewigen Fortschritt und unser Potenzial.“ („Jesus Christus – der größte Heiler“, Liahona, November 2005, Seite 85).

  • Was sagt uns hier Elder Nelson, das uns helfen kann, Glauben zu haben, selbst wenn ein rechtschaffenes Gebet nicht sofort erhört wird oder nicht so, wie wir es uns erhoffen?

Bitten Sie jemanden, Alma 8:14-17 vorzulesen. Die Klasse soll mitlesen und in den Worten des Engels einerseits nach tröstlichen Botschaften suchen, andererseits auch nach Geboten, die zu befolgen für Alma vielleicht schwer war.

  • Inwiefern könnten die Worte des Engels in Alma 8:15 Alma getröstet haben? Inwiefern können diese Worte auch euch trösten?

  • Weshalb war es für Alma vielleicht schwierig, in solch einer Situation gehorsam zu sein?

Lassen Sie die Schüler Alma 8:18 lesen und nach dem Wort suchen, das beschreibt, wie Alma auf das Gebot des Herrn, in die Stadt Ammoniha zurückzukehren, reagiert. (Sie können anregen, dass die Schüler das Wort schnell markieren.)

  • Was sagt die Tatsache, dass er schnell nach Ammoniha zurückkehrt, über Alma aus?

Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft vor. Die Schüler sollen herausarbeiten, was es bringt, wenn man dem Herrn schnell gehorcht.

Präsident Henry B. Eyring

„Wie viel Glauben wir jetzt auch haben mögen, Gott zu gehorchen – wir müssen ihn ständig stärken und dauernd auffrischen. Wir können dies tun, indem wir uns schon jetzt vornehmen, schneller zu gehorchen und mit größerer Entschlossenheit auszuharren. Der Schlüssel zu geistiger Vorbereitung liegt darin, dass man lernt, frühzeitig anzufangen und standhaft zu sein. …

Ein liebender himmlischer Vater und sein geliebter Sohn haben uns jede erdenkliche Hilfe gegeben, damit wir die Prüfungen des Lebens bestehen, die vor uns liegen. Aber wir müssen den Beschluss fassen, zu gehorchen und zu handeln. Mit der Zeit und durch unsere täglichen Entscheidungen bauen wir den Glauben auf, durch den wir die Prüfungen unseres Gehorsams bestehen. Wir können schon jetzt beschließen, rasch umzusetzen, was auch immer Gott von uns verlangt. Und wir können beschließen, in den kleinen Prüfungen unseres Gehorsams standhaft zu sein, wodurch wir den Glauben aufbauen, der uns durch die großen Prüfungen trägt, die mit Sicherheit kommen werden.“ („Geistige Vorbereitung – fangen Sie frühzeitig an und bleiben Sie dabei!“, Liahona, November 2005, Seite 38, 40.)

  • Was geschieht laut Präsident Eyring mit unserem Glauben, wenn wir entschlossen sind, dem Herr schnell zu gehorchen?

  • Habt ihr schon einmal bemerkt, dass euer Glaube an den Herrn stärker geworden ist, weil ihr schnell und standhaft gehorcht habt?

    Fragen Sie die Schüler bei jedem der folgenden Fallbeispiele, inwiefern schneller Gehorsam hier ein Segen sein kann:
  1. 1.

    Ein Mädchen macht sich gerade auf den Schulweg, doch seine Mutter bittet es, eine schicklichere Bluse anzuziehen.

  2. 2.

    Ein eben erst ordinierter Priester wird in einer Unterredung vom Bischof aufgefordert, sich die Auszeichnung „Pflicht vor Gott“ zu erarbeiten.

  3. 3.

    Zwei Missionare haben während ihrer täglichen Planungssitzung den Eindruck, sie sollten eine weniger aktive Familie besuchen, deren Mutter nicht der Kirche angehört.

Erklären Sie, dass der Herr Alma für seinen prompten Gehorsam segnet. Bitten Sie drei Schüler, nach vorn zu kommen und in einem Lesetheater das Treffen von Alma und Amulek laut Alma 8:19-26 vorzutragen. Ein Schüler liest die Worte Almas, ein anderer die Worte Amuleks und der dritte ist der Erzähler, der den Text zwischendurch vorliest. Regen Sie an, dass die Schüler ihre Rolle mit Gefühl lesen – so, wie sie meinen, dass sich Alma und Amulek damals gefühlt haben.

    Fragen Sie im Anschluss an die Darbietung:
  • Wie segnet der Herr Alma für seinen Gehorsam?

  • Inwiefern geht aus Almas Erlebnis mit Amulek hervor, dass der Herr Almas Gebete gehört und erhört hat? (Siehe Alma 8:10.)

  • Welche Grundsätze können wir dem Erlebnis Almas entnehmen? (Die Schüler nennen wahrscheinlich verschiedene Grundsätze. Eine mögliche Antwort lautet: Wenn wir auf das Wort des Herrn schnell reagieren, hilft er uns, das zu tun, was er geboten hat.)

Lassen Sie die Schüler Alma 8:27-32 lesen und nach zusätzlichen Hinweisen dafür suchen, dass der Herr uns hilft, seine Gebote zu befolgen, sofern wir gläubig und eifrig sind.

  • Vor welchen Problemen stehen Alma und Amulek, als sie hingehen und das Volk belehren? (Siehe Alma 8:28,29. Das Volk ist schlechter geworden, und der Herr gebietet Alma und Amulek, es zur Umkehr zu rufen.)

  • Wie hilft der Herr Alma und Amulek? (Siehe Alma 8:30,31. Sie sind vom Heiligen Geist erfüllt und empfangen göttliche Macht, die sie schützt. Sie können anregen, dass die Schüler die Beschreibung dieser Segnungen in ihren Schriften markieren.)

  • Wann habt ihr schon einmal gespürt, dass der Herr euch geholfen hat, weil ihr gläubig und eifrig gewesen seid?

Die Schüler sollen die folgende Aussage von Präsident Howard W. Hunter in ihr Studientagebuch eintragen:

„Ganz gewiss ist dem Herrn der unerschütterliche Entschluss, seinen Rat zu befolgen, lieber als alles andere.“(„Commitment to God“, Ensign, November 1982, Seite 58.)

    Geben Sie den Schülern dann ein paar Minuten Zeit, um die folgende Frage schriftlich zu beantworten:
  • Was willst du heute tun, um dem Vater im Himmel zu zeigen, dass du seinen Rat prompt befolgst und ihm treu und eifrig dienst?

Geben Sie Zeugnis von den Segnungen, die wir erhalten, wenn wir den Rat des Herrn gläubig befolgen. Vielleicht möchten Sie den Schülern auch Gelegenheit geben, von diesem Grundsatz Zeugnis zu geben.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Alma 8:10. „Machtvolles Gebet“

Der Ausdruck „machtvolles Gebet“ steht für eindringliche, vom Glauben getragene Kommunikation mit Gott. Elder Joseph B. Wirthlin vom Kollegium der Zwölf Apostel hat einige Vorschläge dazu gemacht, wie wir die Intensität unserer Gebete einschätzen und steigern können:

„Haben Sie überlegt, was Ihre Gebete … bewirken? Wie nah fühlen Sie sich dem himmlischen Vater? Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Gebete erhört werden? Werden Sie, wenn Sie beten, bereichert und erbaut? Könnte es vielleicht besser sein?

Es kann viele Gründe geben, warum unseren Gebeten die Kraft fehlt. Manchmal werden sie zur Routine. Unsere Gebete werden bedeutungslos, wenn wir die gleichen Worte im gleichen Zusammenhang immer wieder wiederholen, sodass das Gebet kein Gespräch mehr ist, sondern zu einem Vortrag verkommt. Das hat der Erretter mit ,viele Worte‘ gemeint (siehe Matthäus 6:7). Solche Gebete, so sagte er, werden nicht erhört. …

„Kommt es Ihnen so vor, als seien Ihre Gebete eins wie das andere? Haben Sie schon einmal ein Gebet so mechanisch vorgetragen, als würden Sie eine Schallplatte abspielen? Langweilen Sie sich manchmal, wenn Sie das Gebet sprechen?

Verdient ein Gebet, bei dem Sie nicht sonderlich mitdenken, die Aufmerksamkeit des himmlischen Vaters? Wenn Sie merken, dass Ihre Gebete nur noch Routine sind, halten Sie ein und denken Sie darüber nach. Denken Sie eine Weile darüber nach, wofür Sie wirklich dankbar sind.“ („Gebete, die ihr Ziel erreichen“, Liahona, August 2004, Seite 16ff.)