Lektion 86: Alma 25 und 26

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nachdem die Lamaniten die Stadt Ammoniha zerstört haben, kämpfen sie in vielen Schlachten gegen die Nephiten, werden aber zurückgedrängt. Sie erleiden große Verluste. Viele Lamaniten legen daraufhin ihre Kriegswaffen nieder, kehren um und schließen sich den Anti-Nephi-Lehiern an. Als die Söhne Mosias und ihre Begleiter ihre 14-jährige Mission unter den Lamaniten beenden, preist Ammon den Herrn und drückt seine Dankbarkeit dafür aus, dass er als Werkzeug in der Hand Gottes den Lamaniten das Evangelium bringen konnte.

Anregungen für den Unterricht

Alma 25:1-12

Die Prophezeiungen Abinadis und Almas gehen in Erfüllung

Zeichnen Sie vor dem Unterricht die folgende Übersicht an die Tafel:

Prophezeiung

Erfüllung der Prophezeiung

Alma 9:12. Was prophezeit Alma dem Volk in Ammoniha?

Alma 25:1,2 (siehe auch Alma 16:2,3,9-11)

Mosia 17:14-19. Was sollte gemäß der Prophezeiung Abinadis mit den Nachkommen König Noas und seiner Priester geschehen?

Alma 25:4-9

Schreiben Sie das Wort Vertrauen an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, Beispiele dafür zu nennen, wem wir meist vertrauen. (Mögliche Antworten: dem Herrn, den Propheten, den Eltern, einem Lehrer oder einem Trainer.) Fragen Sie die Schüler:

  • Warum kann man manchen leichter Vertrauen entgegenbringen als anderen?

  • Wem von allen Menschen, die heute auf der Erde leben, schenkt ihr am ehesten euer Vertrauen?

Erklären Sie den Schülern, dass aus Alma 25 hervorgeht, dass das Wort des Herrn, das er an seine Propheten richtet, immer in Erfüllung geht. Erklären Sie den Schülern, dass sie sich jetzt mithilfe der Übersicht an der Tafel mit zwei Prophezeiungen befassen werden, die von Propheten des Buches Mormon ausgesprochen wurden, sowie mit deren Erfüllung. Bitten Sie die Schüler, die Übersicht in ihr Studientagebuch zu übertragen. In der ersten Spalte sollen sie, unter Hinzuziehung der jeweils angegebenen Schriftstelle, die dazugehörige Frage beantworten. Lassen Sie sie in die zweite Spalte die Erfüllung der jeweiligen Prophezeiung schreiben. Bitten Sie einige Schüler, vorzulesen, was sie herausgearbeitet haben.

Bitten Sie einen Schüler, Alma 25:11,12 vorzulesen. Die übrigen Schüler sollen mitlesen und darauf achten, was Mormon über die Worte Abinadis sagt. Sie können anregen, dass die Schüler den Ausdruck aus Vers 12, „diese Worte bewahrheiteten sich“, markieren.

  • Was bedeutet die Aussage „diese Worte bewahrheiteten sich“?

Schlagen Sie den Schülern eventuell vor, in ihren Schriften den Querverweis auf LuB 1:38 neben Alma 25:12 zu schreiben. Lassen Sie einen Schüler Lehre und Bündnisse 1:38 vorlesen. Bitten Sie die Klasse, mitzulesen und nach einer Wendung zu suchen, die der Aussage „diese Worte bewahrheiteten sich“ gleichkommt. („Wird sich gänzlich erfüllen.“)

  • Was erfahren wir aus Alma 25:1-12 über Prophezeiungen und Verheißungen, die von Propheten ausgesprochen werden? (Schreiben Sie folgende Wahrheit an die Tafel: Die inspirierten Worte der Propheten werden sich alle erfüllen.)

Weisen Sie darauf hin, dass die Beispiele in der Übersicht beweisen, dass sich die Warnungen eines Propheten an die Schlechten immer erfüllen. Ein Prophet macht auch denjenigen Verheißungen, die sich dem Herrn zuwenden. Diese Verheißungen gehen ebenso in Erfüllung. Damit die Schüler erkennen, wie dieser Grundsatz auch auf sie zutrifft, lesen Sie die folgende Erklärung der Ersten Präsidentschaft aus der Broschüre Für eine starke Jugend vor. Bitten Sie die Schüler, auf die Verheißungen an diejenigen zu achten, die sich an die Grundsätze in dieser Broschüre halten.

„Die Grundsätze in dieser Broschüre werden euch eine Richtschnur sein bei den wichtigen Entscheidungen, die ihr jetzt und künftig trefft. Wir verheißen euch: Wenn ihr die Bündnisse haltet, die ihr eingegangen seid, und diese Grundsätze befolgt, wird der Heilige Geist bei euch sein, euer Glaube und euer Zeugnis werden stärker und ihr werdet immer glücklicher werden.“ (Für eine starke Jugend, 2011, Seite II.)

  • Was verheißt die Erste Präsidentschaft hier?

  • Wann habt ihr schon erlebt, dass diese Verheißung in Erfüllung gegangen ist?

Alma 25:13-17

Viele Lamaniten kehren um und schließen sich den Anti-Nephi-Lehiern an

Bitten Sie einen Schüler, Alma 25:13,14 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, mitzulesen und darauf zu achten, was viele Lamaniten tun, als ihnen klar wird, dass sie die Nephiten nicht besiegen können.

  • Was beeindruckt euch an dem, was die Lamaniten tun?

Lassen Sie die Schüler Alma 25:17 für sich lesen und darauf achten, was die Söhne Mosias angesichts des Erfolgs unter den Lamaniten empfinden.

  • Inwiefern ist der Erfolg der Söhne Mosias ein Beispiel dafür, dass sich die Worte des Herrn bewahrheiten? (Sollten die Schüler bei der Beantwortung dieser Frage Hilfe benötigen, verweisen Sie auf Mosia 28:5-7 und Alma 17:11.)

Alma 26

Ammon frohlockt wegen der Barmherzigkeit, die Gott ihm, seinen Brüdern und auch den Lamaniten erwiesen hat

Zeigen Sie einige Werkzeuge oder Arbeitshilfen (wie zum Beispiel Hammer, Schraubenzieher, Schraubenschlüssel, Füller oder Bleistift, Malerpinsel, Schere oder Computer).

  • Was kann ein geschickter Handwerker oder Künstler mit dem richtigen Werkzeug schaffen?

  • Was bedeutet es wohl, ein Werkzeug in der Hand des Herrn zu sein?

Bitten Sie einige Schüler, reihum Alma 26:1-5,12 vorzulesen. Lassen Sie die Klasse herausarbeiten, auf welche Weise Ammon und seine Mitarbeiter ein Werkzeug in der Hand Gottes gewesen sind.

  • Was vollbringt der Herr durch Ammon und seine Mitarbeiter?

  • Wie würdet ihr Alma 26:12 anders formulieren? Was hat Ammons Aussage in diesem Vers damit zu tun, dass er ein Werkzeug in der Hand Gottes ist?

Die Schüler sollen Alma 26:11,13,16 still für sich lesen und zählen, wie oft die Begriffe Freude, freuen und frohlocken darin vorkommen. Die Schüler könnten diese Begriffe auch in ihren Schriften markieren. Bitten Sie einen Schüler, Alma 26:13-16 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, welche Gründe Ammon für sein Frohlocken nennt.

  • Warum frohlockt Ammon?

  • Welche Grundsätze können wir aus diesen Versen lernen? (Die Schüler führen wahrscheinlich viele verschiedene Grundsätze an. Der folgende könnte als Zusammenfassung ihrer Antworten dienen: Wir verspüren Freude, wenn wir dem Herrn und seinen Kindern treu dienen. Sie können diesen Grundsatz an die Tafel schreiben.)

  • Warum verspüren wir wohl Freude, wenn wir im Dienst des Herrn stehen?

Schreiben Sie die folgenden Schriftstellen und Fragen an die Tafel. (Es mag sinnvoll sein, sie vor Unterrichtsbeginn anzuschreiben.) Teilen Sie die Schüler in Zweiergruppen ein. Bitten Sie jede Gruppe, eine Schriftstelle auszuwählen und zu lesen und die Antwort auf die dazugehörige Frage zu besprechen.

Alma 26:17-20. Was für Menschen waren Ammon und seine Brüder vor ihrer Bekehrung?

Alma 26:23-25. Was erzählen die Nephiten Ammon und seinen Brüdern darüber, wie die Lamaniten waren, bevor sie sich bekehrt haben?

Geben Sie ein paar Schülern etwas Zeit, ihre Antwort auf diese Fragen darzulegen. Bitten Sie die Schüler, Alma 26:23-29 für sich zu lesen und auf die Hindernisse zu achten, die sich Ammon und seinen Brüdern im Dienst des Herrn und der Lamaniten in den Weg stellen.

  • Mit welchen dieser Hindernisse haben wohl auch die heutigen Missionare zu kämpfen?

  • Was motiviert laut Alma 26:27,30 Ammon und seine Mitarbeiter, den Missionsdienst fortzusetzen? (Der Trost und die Verheißungen des Herrn und der Wunsch, „das Mittel“ zu sein, „um irgendeine Seele zu erretten“.)

Bitten Sie die Schüler, Alma 26:31-34 für sich zu lesen und auf einige Früchte der Arbeit der Söhne Mosias zu achten. Wenn sie genügend Zeit zum Lesen gehabt haben, sollen die Schüler berichten, was sie herausgefunden haben.

Bitten Sie einen Schüler, Alma 26:35-37 vorzulesen. Die übrigen Schüler sollen mitlesen und über die Gründe nachdenken, die sie haben, über die Güte Gottes zu frohlocken.

  • Welche Botschaft entnehmt ihr diesen Versen?

Weisen Sie darauf hin, dass eine der vielen Botschaften in diesen Versen lautet, dass der Herr barmherzig zu allen ist, die umkehren und an seinen Namen glauben. Damit die Schüler die Wahrheit und Wichtigkeit dieses Grundsatzes erkennen, lesen Sie folgende Aussage von Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

Präsident Boyd K. Packer

„Wir bekommen Briefe von Menschen, die folgenschwere Fehler begangen haben. Sie fragen: ‚Kann ich je Vergebung finden?‘

Die Antwort lautet: ‚Ja!

Das Evangelium lehrt uns, dass Erlösung von Qual und Schuld durch Umkehr erlangt werden kann. Außer für die wenigen, die zum Verderben überlaufen, nachdem sie eine Fülle empfangen haben, ist keine Gewohnheit, keine Sucht, keine Auflehnung, keine Übertretung, … kein Verbrechen von der Verheißung vollständiger Vergebung ausgenommen.“ („Der strahlende Morgen der Vergebung“, Der Stern, Januar 1996, Seite 17.)

Bezeugen Sie, dass durch die Macht des Sühnopfers Sünden vergeben werden können – große und kleine –, wenn wir an Jesus Christus glauben und umkehren. Geben Sie auch Zeugnis von der Freude, die in unser Leben tritt, wenn wir ein Werkzeug in der Hand Gottes sind.

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Alma 26:1-37. „Grund, uns zu freuen“

Damit die Schüler die Freude besser begreifen, die der Umkehr und der Vergebung entspringt, lesen Sie die folgende Geschichte vor, die Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel erzählt hat:

„Im April 1847 führte Brigham Young die erste Abteilung Pioniere aus Winter Quarters fort. Zur selben Zeit mühten sich rund 600 Meilen [965 Kilometer] weiter westlich die Überlebenden der Donner-Gruppe die Abhänge der Sierra-Nevada-Berge hinab ins Tal des Sacramento.

Sie waren einen grimmigen Winter über im Schneegestöber unterhalb des Höhenrückens gefangen gewesen. Es ist fast nicht zu glauben, dass überhaupt jemand jene Tage, Wochen und Monate des Hungers und des unbeschreiblichen Leides überlebt hat.

Unter den Überlebenden war auch der fünfzehnjährige John Breen. In der Nacht des 24. April erreichte er Johnsons Ranch. Jahre später schrieb John:

‚Es war schon lange dunkel, als wir zu Johnsons Ranch kamen, und daher sah ich die Ranch erst früh am nächsten Morgen. Das Wetter war schön, der Boden war bedeckt von grünem Gras, in den Baumwipfeln sangen Vögel, und die Reise war vorbei. Ich konnte kaum glauben, dass ich noch lebte.

Was ich an jenem Morgen sah, hat sich mir unauslöschlich eingeprägt. Das meiste, was damals geschah, habe ich vergessen, aber immer noch sehe ich das Lager bei Johnsons Ranch vor mir.‘ [„Pioneer Memories“, unveröffentlicht, zitiert in „The Americanization of Utah“, einer TV-Sendung von PBS.]

Zunächst hat mich die Bemerkung erstaunt, dass er ‚das meiste, was damals geschah, … vergessen‘ hatte. Wie konnten die langen Monate voll unglaublichen Leides und Sorge aus seiner Erinnerung verschwunden sein? Wie konnte ein einziger strahlender Morgen den brutalen, dunklen Winter verdrängen?

Als ich weiter darüber nachdachte, stellte ich fest, dass das überhaupt nicht erstaunlich war. Etwas Ähnliches ist auch anderen, mir bekannten Menschen widerfahren. Ich habe gesehen, wie jemand sich aus einem langen Winter der Schuld und des geistigen Hungerns zum Morgen der Vergebung erhob.

Als der Morgen kam, hatten diese Menschen Folgendes gelernt:

‚Siehe, wer von seinen Sünden umgekehrt ist, dem ist vergeben, und ich, der Herr, denke nicht mehr an sie.‘ [LuB 58:42.]“ („Der strahlende Morgen der Vergebung“, Der Stern, Januar 1996, Seite 17.)

Fragen Sie die Schüler im Anschluss, wann sie einmal erlebt haben, wie jemandem, der umgekehrt ist, Freude zuteilgeworden ist. (Erinnern Sie die Schüler daran, dass sie nichts erzählen müssen, was zu persönlich ist.)