Lektion 143: Ether 1

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Moroni macht einen Auszug aus dem Buch Ether. Er entnimmt es den 24 Goldplatten, die ein Suchtrupp Limhis fand (siehe Mosia 8:7-11). Diese Platten enthalten die Geschichte des jareditischen Volks. Der Bericht der Jarediten beginnt mit Jared und seinem Bruder. Zu der Zeit, als der Herr die Sprache der Menschen am Turm zu Babel verwirrt (siehe Genesis 11), flehen diese beiden den Herrn um Erbarmen mit ihren Familien und Freunden an und bitten ihn, sie zu führen. Weil Jareds Bruder voll Glauben zum Herrn betet, bewahrt der Herr die Sprache Jareds, seines Bruders und ihrer Familien und Freunde. Der Herr erklärt, er werde sie in ein verheißenes Land führen, wo sie zu einer großen Nation werden sollen.

Anregungen für den Unterricht

Ether 1:1-32

Moroni führt Ethers Genealogie zurück bis zu Jared, der vom Turm zu Babel kam

Sehen Sie sich mit den Schülern die Übersicht über die in Mosia 7 bis 24 beschriebenen Reisen (im Anhang dieses Leitfadens) noch einmal an, damit sich die Schüler daran erinnern, woher das Buch Ether stammt. Weisen Sie sie auf Reise 4 hin, die erfolglose Suche nach Zarahemla. Anschließend sollen sie herausfinden, was das Volk Limhi bei dieser Reise stattdessen fand. Bitten Sie die Schüler, die erste Seite des Buches Ether aufzuschlagen. In der Zusammenfassung unter dem Titel steht, dass das Buch Ether von den 24 Platten stammt, die vom Volk Limhi gefunden wurden.

Erklären Sie, dass Moroni, nachdem er den Bericht seines Vaters abgeschlossen hat, einen Auszug oder eine Kurzfassung des Berichts von den 24 Goldplatten anfertigt. Dieser Bericht enthält die Geschichte der Jarediten, die vor den Nephiten und Lamaniten auf dem amerikanischen Kontinent lebten. Die Schüler sollen Ether 1:1-5 leise lesen und herausfinden, was Moroni in seine Zusammenfassung des jareditischen Berichts aufnahm. Fragen Sie die Schüler, was sie herausgefunden haben.

Falls Sie ein Bild vom Turmbau zu Babel haben, können Sie es zeigen. Bitten Sie die Schüler, zusammenzufassen, was sie über den Turm wissen, von dem in Ether 1:5 die Rede ist. Was geschah mit denjenigen, die ihn zu bauen versuchten? (Der Turm wurde der Turm zu Babel genannt. Der Herr verwirrte die Sprache der Menschen, die versuchten, ihn zu bauen, und zerstreute sie aufgrund ihrer Schlechtigkeit; siehe Genesis 11:1-9.)

Damit die Schüler den Zusammenhang zwischen der Geschichte der Jarediten und der der Nephiten verstehen, können sie sich die Chronologie auf dem Lesezeichen zum Buch Mormon ansehen (Artikelnummer 10458 150). Erklären Sie, dass Moroni seinen Bericht über die Geschichte der Jarediten mit der Abstammungslinie des Propheten Ether beginnt, der die Geschichte seines Volkes auf den 24 Goldplatten festhielt. Moroni erwähnt Ethers Vorfahren bis zu einem Mann namens Jared, der zur Zeit des Turmbaus zu Babel lebte.

Ether 1:33-43

Durch die Gebete des Bruders Jareds erlangen dessen Familie und Freunde Gnade und Führung

Fragen Sie die Schüler, ob sie schon einmal an einem Ort waren, wo sie die Sprache, die um sie herum gesprochen wurde, nicht verstanden haben. Sie sollen erzählen, wie sie sich in dieser Situation gefühlt haben. Bitten Sie sie dann, sich vorzustellen, wie es für die Menschen am Turm zu Babel wohl gewesen sein muss, als ihnen klar wurde, dass die Sprache aller Menschen verwirrt worden war. Fordern Sie die Schüler auf, für sich über diese Fragen nachzudenken:

  • Wer fällt euch ein, mit dem zu sprechen ihr in dieser Lage am meisten vermissen würdet? Warum?

Fordern Sie die Schüler auf, Ether 1:33,34 leise zu lesen. Vorher sollen sie herausfinden, 1.) mit wem Jared reden können wollte und 2.) welche Lösung er für das Problem vorschlug. (Er wollte mit seiner Familie reden können und bat seinen Bruder, dafür zu beten, dass ihre Sprache nicht verwirrt werden würde.) Nachdem die Schüler darüber berichtet haben, fragen Sie sie:

  • Was versteht ihr unter dem Ausdruck „zum Herrn schreien“?

  • Was lernt ihr aus Ether 1:33,34 darüber, welche Einstellung Jared zu seinem Bruder und dessen Gebeten hatte?

Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen ein. Lassen Sie in jeder Gruppe die Schüler abwechselnd Ether 1:35-42 vorlesen. Fordern Sie sie auf, auf die Gebete des Bruders Jareds und auch die Antworten des Herrn zu achten. Nachdem die Schüler ausreichend Zeit zum Lesen hatten, fragen Sie:

  • Was beeindruckt euch an den Gebeten des Bruders Jareds?

  • Wie erhört der Herr die Gebete des Bruders Jareds?

  • Welche Grundsätze können wir erkennen, wenn wir uns ansehen, wie Jareds Bruder betete und wie der Herr seine Gebete erhörte? (Wenn die Schüler ihre Gedanken mitteilen, legen Sie ihnen ans Herz, darüber nachzudenken, wie viel Mitgefühl und Liebe der himmlische Vater für sie hat. Schreiben Sie diesen Grundsatz an die Tafel: Wenn wir beständig im Glauben zu Gott schreien, wird er Mitleid mit uns haben.)

Schreiben Sie vor dem Unterricht folgende Fragen an die Tafel: (Sie können sie auch auf ein Arbeitsblatt schreiben und dieses verteilen oder die Fragen langsam vorlesen, damit alle Schüler sie mitschreiben können.)

Wie unterscheidet sich das Schreien zum Herrn davon, dass man einfach „ein Gebet spricht“?

In welchen Situationen hast du das Mitgefühl des himmlischen Vaters als Antwort aufs Gebet verspürt? Haben Angehörige oder Freunde dir von ähnlichen Erlebnissen erzählt, bei denen sie das Mitgefühl des himmlischen Vaters erfahren haben?

Was verraten Gottes Antworten auf unsere Gebete über die Gefühle, die er für uns hat?

Was könnt ihr tun, damit eure Gebete an Bedeutung gewinnen?

Fordern Sie die Schüler auf, diese Fragen in ihrem Studientagebuch zu beantworten. Sie können ihnen Gelegenheit geben, das, was sie aufgeschrieben haben, mitzuteilen. Bezeugen Sie, dass Sie wissen, dass der Vater im Himmel uns liebt und uns segnen will, wenn wir uns regelmäßig an ihn wenden.

Erklären Sie, dass uns der Bericht in Ether 1 weitere Erkenntnisse über Gottes Liebe für uns und die Segnungen, die uns durchs Gebet zuteilwerden, vermitteln kann. Fordern Sie die Schüler auf, Ether 1:34,36,38 noch einmal leise zu lesen und herauszufinden, worum Jared seinen Bruder bat, in seinen Gebeten zu bitten. Bitten Sie einen Schüler, die Antworten der anderen an die Tafel zu schreiben. Sie können vorschlagen, dass der Schreiber diese Antworten unter die Worte „zum Vater im Himmel schreien“ schreibt, die schon als Grundsatz an der Tafel stehen.

Sie können den Schülern auch vorschlagen, die Stelle „lass uns dem Herrn treu sein“ am Ende von Ether 1:38 zu markieren. Betonen Sie, dass das, was Jared und sein Bruder taten, ihren Glauben und ihre Bereitschaft, dem Herrn gehorsam zu sein, zeigen. Sie baten voll Glauben um die Segnungen, die sie brauchten.

Fordern Sie die Schüler auf, sich noch einmal Ether 1:35,37,40-42 anzusehen und herauszufinden, auf welche Weise Gott Jared, seinen Bruder und ihre Familie und Freunde segnete. Lassen Sie den Schüler an der Tafel unter dem Begriff Mitleid aufführen, was die Schüler herausgefunden haben. Achten Sie darauf, dass die Schüler den Zusammenhang zwischen den Bitten des Bruders Jareds und den Segnungen des Herrn erkennen.

Bitten Sie einen Schüler, Ether 1:43 vorzulesen. Lassen Sie die Klasse mitlesen und auf die Segnungen achten, die Gott verheißt, obwohl Jareds Bruder nicht ausdrücklich darum gebeten hat.

  • Welche weiteren Segnungen verheißt der Herr dem Volk? (Jared hatte seinen Bruder gebeten, den Herrn zu fragen, wohin sie gehen sollten. Jared hatte gemeint, der Herr würde sie vielleicht in ein Land führen, „das vor der ganzen Erde erwählt ist [Ether 1:38]. Der Herr verspricht, sie in ein Land der Verheißung zu führen. Außerdem gibt er ihnen genaue Anweisungen, wie sie sich auf ihre Reise vorbereiten sollen. Er verspricht auch, dass er aus ihren Familien eine große Nation erwecken wird und dass es auf der Erde keine größere Nation geben wird.)

Bitten Sie die Schüler, 2 Nephi 4:35 zu lesen. (Sie können ihnen vorschlagen, 2 Nephi 4:35 neben Ether 1:43 in ihre heiligen Schriften zu schreiben.) Fordern Sie sie dann auf, leise 2 Nephi 4:35 und Ether 1:43 zu lesen und herauszufinden, was in diesen Versen über die Segnungen ausgesagt wird, die Gott uns als Antwort auf unsere Gebete gibt.

  • Was lehrt Nephi in 2 Nephi 4:35 über die Antworten Gottes aufs Gebet? (Gott gibt denjenigen gern, die ihn im Gebet suchen. Vielleicht müssen Sie erklären, dass das Wort gern hier so viel wie großzügig bedeutet.) Inwiefern bestätigt der Bericht in Ether 1:43, was Nephi in 2 Nephi 4:35 erklärt?

  • Welchen Grund gibt der Herr gemäß Ether 1:43 dafür an, dass er den Jarediten größere Segnungen verheißt als diese erbeten haben? (Der Herr verheißt weitere Segnungen, weil sie in ihren Gebeten treu waren. Schlagen Sie den Schülern vor, den folgenden Satzteil in Ether 1:43 zu markieren: „Weil du so lange zu mir geschrien hast.“)

  • Welchen Grundsatz lernen wir aus Ether 1:43? (Die Schüler drücken dies möglicherweise anders aus, sollten aber diesen Grundsatz nennen: Wenn wir regelmäßig voll Glauben zu Gott beten, können wir Segnungen erhalten, die über das hinausgehen, was wir erbeten haben. Schlagen Sie den Schülern vor, dieses Prinzip in ihre Schriften zu schreiben.)

  • Wann habt ihr bei euch oder bei jemand anderem schon mal erlebt, wie sich dieser Grundsatz als wahr erwiesen hat?

Wenn die Schüler geantwortet haben, können Sie auch eigene Beispiele oder von anderen erzählen. An dem, was der Prophet Joseph Smith erlebt hat, wird dieser Grundsatz sehr deutlich: Er erhielt Segnungen, die weit über das hinausgingen, was er erbat, als er den Herrn fragte, welche Kirche wahr sei (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:10-20) und wie sein Stand vor dem Herrn sei (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:29-47).

Spornen Sie die Schüler zum Abschluss dazu an, sich anzustrengen und mit größerer Ernsthaftigkeit zu beten. Sie sollen sich auch daran erinnern, dass der himmlische Vater von Mitgefühl erfüllt ist und ihre Gebete gemäß ihrer Treue und seiner Erkenntnis darüber, was ihnen die größten Segnungen bringt, erhört.

scripture mastery iconWiederholung der Lernschriftstellen

Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen ein. Geben Sie den Schülern Zeit, miteinander die Schriftstellen und die Kernaussagen aller 25 Lernschriftstellen aus dem Buch Mormon zu wiederholen. Schlagen Sie vor, dass sie die Schriftstellenkarten verwenden, um einander abzufragen (siehe Vorschlag zum Wiederholen der Lernschriftstellen am Ende von Lektion 45). Führen Sie anschließend ein Quiz dazu durch und benutzen Sie dabei gegebenenfalls Hinweise von den Schriftstellenkarten. Berichtigen Sie das Quiz alle gemeinsam. Die Schüler sollen besonders auf die Schriftstellen achten, die sie wiederholen müssen und diese selbständig lernen. Überlegen Sie gegen Ende des Schuljahres, ob Sie einen Abschlusstest zu den Lernschriftstellen des Buches Mormon durchführen wollen.

Hinweis: Sie können diese Übung zu Beginn oder zum Ende des Unterrichts durchführen. Falls Sie die Übung am Unterrichtsbeginn machen, halten Sie sie kurz, damit noch genug Zeit für die Lektion bleibt. Weitere Wiederholungsübungen finden Sie im Anhang dieses Leitfadens.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Ether 1:34,35. Wie heißt Jareds Bruder?

Elder George Reynolds von den Siebzigern hat von einer Begebenheit berichtet, die zeigt, dass der Name des Bruders Jareds dem Propheten Joseph Smith offenbart worden ist:

„Als Elder Reynolds Cahoon in Kirtland wohnte, wurde ihm ein Sohn geboren. Eines Tages, als der Prophet Joseph Smith an seiner Tür vorbeiging, rief Elder Cahoon ihn herein und bat ihn, dem Baby einen Segen und einen Namen zu geben. Joseph Smith erfüllte diese Bitte und gab dem Jungen den Namen Mahonri Moriankumer. Als er das Kind gesegnet hatte, legte er es ins Bett zurück, wandte sich Elder Cahoon zu und sagte: ,Der Name, den ich eurem Sohn gegeben habe, ist der Name des Bruders Jareds; der Herr hat ihn mir gerade gezeigt.‘ Elder William F. Cahoon stand in der Nähe und hörte, wie der Prophet dies zu seinem Vater sagte. Das war das erste Mal, dass der Name des Bruders Jareds in dieser Evangeliumszeit in der Kirche genannt wurde.“ (“The Jaredites,” Juvenile Instructor, 1. Mai 1892, Seite 282).

Ether 1:43. „Weil du so lange zu mir geschrien hast“

Präsident Spencer W. Kimball hat betont, dass wir uns beim Beten sehr bemühen müssen und dass wir häufig beten sollen:

„Erhalten Sie Antwort auf Ihre Gebete? Falls nicht, haben Sie vielleicht den Preis dafür noch nicht bezahlt. Geben Sie ein paar abgedroschene Worte und abgenutzte Formulierungen von sich oder sprechen Sie vertraulich mit dem Herrn? Beten Sie nur gelegentlich, obwohl Sie regelmäßig, oft und immer beten sollen? Bieten Sie ein paar Cent an, um schwere Schulden zu begleichen, obwohl Sie eigentlich tief in die Tasche greifen müssten, um diese Verbindlichkeiten zu tilgen?

Wenn Sie beten, sprechen Sie dann nur, oder hören Sie auch zu? Ihr Erlöser hat gesagt: ‚Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.‘ (Offenbarung 3:20.)“ („Prayer“, New Era, März 1978, Seite 17.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Ether 1:33-43. Unsere Gebete verbessern

Lesen Sie gemeinsam die folgende Aussage von Präsident James E. Faust von der Ersten Präsidentschaft:

„Ein inniges, aufrichtiges Gebet ist eine zweiseitige Kommunikation, die es ermöglicht, dass [der] Geist [des Erlösers] uns wie heilendes Wasser in unseren Prüfungen und Schwierigkeiten, in Schmerz und Leid hilft. Wie ernsthaft sind unsere persönlichen Gebete, wenn nur der Herr zuhört? Wir sollen uns beim Beten vorstellen, dass er uns nahe ist, dass er voll Erkenntnis und Verständnis, Liebe und Mitgefühl ist, dass er alle Macht hat und von jedem von uns viel erwartet.“ („A Personal Relationship with the Savior“, Ensign, November 1976, Seite 58).

  • Wie kann sich unsere Einstellung beim Gebet ändern, wenn wir es uns als „zweiseitige Kommunikation“ mit dem himmlischen Vater vorstellen?

  • Präsident Faust zählt einige Eigenschaften des himmlischen Vaters auf. (Vielleicht wollen Sie diese wiederholen. Sie stehen im letzten Satz des Zitats.) Wie wirkt sich unser Wissen über diese Eigenschaften auf unsere Gebete aus?

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

„Teilen Sie dem Vater im Himmel mit, was Sie fühlen und brauchen, worum Sie sich sorgen, was Sie erhoffen und wünschen. Wenden Sie sich voller Vertrauen an ihn – im Bewusstsein, dass er Sie hört und dass er Ihnen antwortet. Beziehen Sie Ihre Zuversicht aus Glauben und Rechtschaffenheit und warten Sie geduldig auf die Antwort, die auf die Art und Weise des Herrn und zu dem Zeitpunkt eintreffen wird, den der Herr für den geeignetsten hält.“ („Die Macht eines starken Zeugnisses“, Liahona, Januar 2002, Seite 103.)

  • Welcher Ausdruck in Ether 1:34 zeigt, dass Jareds Bruder rechtschaffen lebte? („Ein Mann, der beim Herrn in hoher Gunst stand“)

  • Wie kann die Würdigkeit eines Menschen wohl seine Gebete beeinflussen? (Siehe 1 Nephi 17:35. Achten Sie darauf, dass die Schüler verstehen, dass es wichtig ist, zu beten, auch wenn wir uns nicht würdig fühlen.)

  • Was hat Elder Scott noch über das Gebet gesagt, das euch helfen kann, so zu beten, dass eure Gebete ihr Ziel erreichen?