Lektion 150: Ether 12:23-41

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

In demütigem Gebet bringt Moroni ein Anliegen vor den Herrn. Er macht sich Sorgen über die Schwäche im Schreiben, die er bei sich selbst und bei anderen Propheten im Buch Mormon bemerkt hat. Der Herr verheißt daraufhin, dass er diejenigen stärken werde, die sich demütigen und Glauben an ihn haben.

Anregungen für den Unterricht

Ether 12:23-41

Moroni lehrt, dass Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe für die Errettung unerlässlich sind

Schreiben Sie das Wort stark auf die eine Seite der Tafel und das Wort schwach auf die andere Seite. Geben Sie den Schülern Zeit, sich zu überlegen, welche Stärken sie wohl haben. Bitten Sie sie auch, über einige ihrer Schwächen oder Unzulänglichkeiten nachzudenken. Diejenigen Jugendlichen, die sich wünschten, ihre Schwächen würden in Stärken verwandelt, sollen die Hand heben. Erläutern Sie, dass Moroni darüber spricht, warum wir Schwächen haben und wie wir sie überwinden können.

Bitten Sie einen Schüler, Ether 12:23-25 vorzulesen. Bitten Sie den Rest der Klasse, mitzulesen und herauszufinden, von welcher Schwäche Moroni meinte, dass er selbst und andere Schreiber des Buches Mormon sie hätten. Bevor die Schüler anfangen zu lesen, wäre es gut zu erklären, dass mit dem Begriff die Andern in dieser Schriftstelle Menschen gemeint sind, die in den Letzten Tagen in Ländern leben, die ohne das Evangelium sind.

  • Was, befürchtete Moroni, könnte aufgrund der Schwäche derjenigen passieren, die das Buch Mormon geschrieben haben?

Die Jugendlichen sollen die Antwort des Herrn auf Moronis Bedenken in Ether 12:26,27 nachlesen. Bitten Sie sie, herauszufinden, warum der Herr uns Schwächen gibt. Weisen Sie darauf hin, dass Ether 12:27 eine Lernschriftstelle ist. Fordern Sie die Schüler gegebenenfalls auf, die Lernschriftstellen besonders zu markieren, um sie schnell wiederfinden zu können.

Damit die Jugendlichen besser verstehen, wie der Begriff Schwäche in dieser Schriftstelle verwendet wird, fordern Sie einen der Schüler auf, die nachstehende Aussage von Elder Neal A. Maxwell vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Bitten Sie zuvor die Schüler, darauf zu achten, welche zwei Formen der Schwäche Elder Maxwell nennt.

Elder Neal A. Maxwell

„Wenn wir in den heiligen Schriften von der Schwäche des Menschen lesen, ist mit diesem Begriff die … der menschlichen Natur generell innewohnende Schwäche gemeint, bei der das Fleisch beständig den Geist beeinflusst (siehe Ether 12:28,29). Mit diesem Begriff sind jedoch ebenso unsere spezifischen, individuellen Schwächen gemeint, die wir überwinden sollen (siehe LuB 66:3; Jakob 4:7). Das Leben hat es an sich, diese Schwächen bloßzustellen.“ (Lord, Increase Our Faith, Deseret Book, 1994, Seite 84.)

  • Von welchen beiden Formen menschlicher Schwäche ist laut Elder Maxwell in den heiligen Schriften die Rede? (Vielleicht müssen Sie erklären, dass sich der Ausdruck „der menschlichen Natur generell innewohnend“ auf die Schwäche bezieht, die durch den Fall Adams und Evas entstanden ist und die mit dem in Mosia 3:19 erwähnten natürlichen Menschen assoziiert wird.)

Erinnern Sie die Schüler daran, dass in den heiligen Schriften manchmal mit den Wörtern wenn und dann auf einen Grundsatz hingewiesen wird. Das Wort wenn leitet das ein, was wir tun müssen. Mit dem Wort dann wird die Erläuterung dessen eingeleitet, was infolge unseres Handelns geschehen wird. Bitten Sie die Schüler, sich Ether 12:27 nochmal anzusehen (jeder still für sich) und dabei auf Grundsätze zu achten, die durch „wenn“ und „dann“ dargelegt werden. Folgende Grundsätze sollten gefunden werden (schreiben Sie sie an die Tafel):

Wenn wir zu Jesus Christus kommen, dann zeigt er uns unsere Schwäche.

Wenn wir uns demütigen und Glauben an den Herrn haben, dann wird er Schwaches für uns stark werden lassen.

  • Warum ist es wohl wichtig für uns, unsere Schwächen zu erkennen?

  • Weisen Sie auf die Formulierung „wenn wir zu Jesus Christus kommen“ im ersten Grundsatz hin. Was können wir tun, um zu Jesus Christus zu kommen? (Zu den Antworten könnte gehören: beten, fasten, umkehren, in den heiligen Schriften lesen, in den Tempel gehen, anderen dienen und christliche Eigenschaften entwickeln. Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass wir zum Überwinden einer Schwäche nicht nur Hilfe vom Herrn erbitten, sondern meist auch unseren Teil tun müssen.)

  • Was wird laut dem zweiten Grundsatz geschehen, wenn wir uns nicht demütigen und keinen Glauben an Jesus Christus ausüben? (Unsere Schwächen bleiben bestehen, da wir die Gnade des Herrn zurückgewiesen haben, die uns dabei geholfen hätte, sie zu überwinden.)

  • Was ist mit der Aussage „meine Gnade ist ausreichend für alle …, die sich vor mir demütigen“ gemeint? (Um den Schülern bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen, erläutern Sie gegebenenfalls, dass Gnade eine „göttliche Hilfe oder Kraft [ist, die] durch die Barmherzigkeit und Liebe Gottes gegeben [wird]“ (Schriftenführer, „Gnade“). Diese befähigende Macht oder Hilfe erschöpft sich nie, ungeachtet dessen, wie viele Menschen sie in Anspruch nehmen.)

Bitten Sie die Schüler, von Erlebnissen zu berichten, bei denen der Herr ihnen (oder jemandem, den sie kennen) geholfen hat, eine Schwäche zu überwinden. (Erinnern Sie die Schüler daran, keine Erlebnisse zu erzählen, die zu persönlich sind.) Sie können auch selbst ein Erlebnis erzählen.

Schreiben Sie dies an die Tafel, um zur Anwendung der Grundsätze in Ether 12:27 anzuregen:

1. Meine Schwäche erkennen 
2. Mich demütigen 
3. Glauben an Jesus Christus ausüben

Bitten Sie die Schüler, diese Punkte in ihr Studientagebuch zu schreiben. Sie sollen unter dem ersten Punkt eine ihrer Schwächen aufschreiben, beim zweiten Punkt eine Möglichkeit, wie sie sich demütigen können und beim dritten Punkt einen Weg, wie sie Glauben an Jesus Christus ausüben können, damit sie seine Hilfe oder Gnade erlangen, um diese Schwäche zu überwinden. Versichern Sie den Schülern: Wenn sie so vorgehen, wie sie es aufgeschrieben haben, dann wird der Herr „Schwaches für sie stark werden lassen“ (Ether 12:27).

Die Jugendlichen sollen Ether 12:26,28 lesen und darauf achten, was der Herr noch auf Moronis Bedenken wegen dessen Schwäche geantwortet hat.

Weisen Sie auf die Aussage hin: „Narren spotten, aber sie werden trauern.“(Ether 12:26.)

  • Warum ist es, bezogen auf das, was wir heute gelernt haben, unklug, über die Schwächen anderer Leute zu spotten?

Machen Sie darauf aufmerksam, dass in Ether 12:26 Sanftmut erwähnt wird. (Vielleicht wollen Sie erklären, dass sanftmütig sein bedeutet, demütig und belehrbar zu sein und in Zeiten des Leids Geduld zu haben.)

  • Warum müssen wir wohl sanftmütig sein, um über die Schwächen anderer Menschen hinwegsehen zu können?

Bevor Sie fortfahren, betonen Sie: Wenn wir sanftmütig sind, können wir die Gnade des Herrn erlangen. Diese hilft uns, über die Schwächen anderer hinwegzusehen.

Fassen Sie Ether 12:29-32 zusammen: Erklären Sie, dass Moroni darüber spricht, wie wichtig Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe sind. Erklären Sie, dass „Nächstenliebe … die reine Christusliebe [ist]“ (Moroni 7:47).

Bitten Sie die Schüler, Ether 12:33-35 leise zu lesen und darauf zu achten, warum es so wichtig ist, Nächstenliebe zu zeigen, wenn wir mit den Schwächen anderer konfrontiert werden.

  • Welche Folgen müssen wir laut Ether 12:34 tragen, wenn wir keine Nächstenliebe haben?

Die Schüler sollen zum Abschluss Ether 12:38,41 leise lesen. Bitten Sie sie, in ihr Studientagebuch zu schreiben, was sie tun, um „diesen Jesus zu suchen, von dem die Propheten und Apostel geschrieben haben“ (Ether 12:41).

Bezeugen Sie: Wenn wir uns demütigen und Glauben an Jesus Christus haben, dann wird der Herr „Schwaches für [uns] stark werden lassen“ (Ether 12:27). Spornen Sie die Schüler an, die Pläne umzusetzen, die sie aufgeschrieben haben. Ermuntern Sie die Schüler gegebenenfalls auch, sich an den Herrn um Hilfe zu wenden, damit es ihnen gelingt, Nächstenliebe walten zu lassen, wenn sie mit den Schwächen anderer konfrontiert werden.

scripture mastery iconLernschriftstelle – Ether 12:27

Schreiben Sie folgende Wörter an die Tafel, um den Schülern beim Auswendiglernen von Ether 12:27 zu helfen, und bitten Sie sie, die Wörter auf ein Blatt Papier zu schreiben:

Wenn … kommen … zeige … Schwäche … gebe … Schwäche … demütig … Gnade … alle Menschen … demütigen … wenn … demütigen … Glauben … Schwaches … stark ….

Bitten Sie die Jugendlichen, Ether 12:27 zu lesen und auf diese Wörter zu achten. Die Schüler sollen so viel wie möglich auswendig aufsagen, indem sie nur auf die Wörter auf ihrem Blatt schauen. Schlagen Sie den Schülern vor, das Blatt irgendwo hinzustecken, wo sie es später am Tag oder morgen wiederfinden (zum Beispiel in die Hosentasche oder in ihre heiligen Schriften). Bitten Sie sie, Ether 12:27 zu wiederholen, wann immer sie auf das Blatt Papier stoßen, bis sie die Stelle auswendig können.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Ether 12:27. „So zeige ich ihnen ihre Schwäche“

Elder Bruce C. Hafen von den Siebzigern weist darauf hin, dass unser Bestreben, unsere Schwächen zu überwinden, den Hauptzweck unseres Erdenlebens darstellt.

„Der Plan des Vaters [sieht] vor, dass wir … in dieser gefallenen Welt der Versuchung und dem Elend ausgesetzt sind. …

Wenn es in Ihrem Leben also Probleme gibt, denken Sie nicht, bei Ihnen stimme etwas nicht. Die Auseinandersetzung mit diesen Problemen ist der wahre Sinn des Lebens. Wenn wir Gott näher kommen, zeigt er uns unsere Schwächen und macht uns durch sie klüger und stärker. Wenn Sie an sich also mehr Schwächen erkennen, heißt das nicht, dass Sie sich von Gott entfernen, sondern, dass Sie ihm näher kommen.“ („Das Sühnopfer – alles für alles“, Liahona, Mai 2004, Seite 97.)

Die folgende Geschichte handelt von einem jungen Mann, bei dem sich das Versprechen des Herrn in Ether 12:27 erfüllt hat:

„Alle Jungen Männer in der Kirche werden ermutigt, durch das Programm Pflicht vor Gott, und in einigen Gegenden auch durch das Pfadfinderprogramm, Ziele zu erreichen. Die Eltern von Jonathan Perez hatten viel zu tun, um für den Lebensunterhalt der großen Familie zu sorgen, und seine Freunde lachten über seine Bemühungen, ein Adlerscout bei den Pfadfindern zu werden. Trotz dieser Schwierigkeiten setzte sich Jonathan ein Ziel und machte sich an die Arbeit. Mit der Zeit erreichte er dank der Unterstützung durch seine JM-Leiter sein Ziel. Er schrieb: ,Diese Erfahrung lehrte mich, dass der Herr mir hilft, meine Fehler und meine Schwäche zu überwinden, ungeachtet dessen, welche Hindernisse oder Herausforderungen mir begegnen (Ether 12:27). Unsere Herkunft spielt keine Rolle, und auch nicht, ob wir arm oder reich sind. Wir können unsere Ziele erreichen, weil wir den Herrn an unserer Seite haben.‘“ (Jonathan Perez, „An Honor Earned“, New Era, November 2007, Seite 45.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Ether 12:26. Über die Schwächen anderer hinwegsehen

Weisen Sie darauf hin, dass viele mit der Schwäche zu kämpfen haben, dass sie sich nicht demütigen und Glauben ausüben können, wenn sie mit den Schwächen anderer konfrontiert sind. Lesen Sie zwei oder drei der folgenden Situationen vor. Machen Sie nach jeder Situation eine Pause und fordern Sie die Schüler auf, zu erklären, wie es jemandem helfen kann, in der jeweiligen Situation angemessen zu reagieren, wenn er Glauben an Jesus Christus hat, auf ewige Segnungen hofft oder Nächstenliebe zeigt.

  1. 1.

    Ein Bekannter oder Freund hat Eigenschaften, die dich nerven.

  2. 2.

    Ein Mitglied der Gemeinde hält eine Ansprache oder gibt einen Unterricht, den du langweilig findest.

  3. 3.

    Jemand kritisiert dich.

  4. 4.

    Ein Mitglied deiner Familie hat einen Fehler, der dir manchmal das Leben schwer macht.

Ether 12:27. Schwächen überwinden

Damit die Jugendlichen verstehen, wie aus unseren Schwächen Stärken werden können, lassen Sie zwei Schüler die folgenden Tatsachenberichte vorlesen. Die Hälfte der Klasse soll bei jedem Bericht darauf achten, wie sich die Betreffenden demütigen und zu Jesus Christus kommen. Die andere Hälfte soll herausfinden, wie die Schwäche, die den Einzelnen belastet, überwunden wird.

Eine junge Frau schreibt:

„Ich war schon immer von Natur aus schüchtern im Umgang mit Leuten, die ich nicht gut kenne. …

Als die Schule anfing, sah es so aus, als ob der Satan meine Schwäche kannte und sich daran machte, diese zu verstärken. …

Eines abends las ich vor dem Zubettgehen in Ether 12. … ‚Wenn … sich [die Menschen] vor mir demütigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches für sie stark werden lassen.‘ …

Da kamen mir die Tränen. Ich wusste, dass das, was ich verspürte, mein Wunsch war, zu Christus zu kommen. Ich verstand plötzlich, dass der Herr etwas mit mir vorhatte. Mir wurde auch bewusst, dass der Herr mir dabei helfen wollte, gute Freunde zu finden. Wenn ich nur Demut und Glauben hätte, würde der Herr mir helfen, meine Schwäche in eine Stärke zu verwandeln. …

Vor kurzem habe ich erlebt, wie der Herr sein Versprechen eingehalten hat.“ (Raina Nibarger, „Shy no more“, New Era, Oktober 2009, Seite 45.)

Ein junger Mann erzählt von seinen Bemühungen, von seiner Pornografiesucht freizukommen:

„Ich war neugierig und rechtfertigte meine Neugier damit, dass die Jungen in der Schule so etwas auch machten und es für sie kein großes Problem zu sein schien. …

Aus der Neugierde wurde Interesse und aus dem Interesse entwickelte sich eine stark ausgeprägte Gewohnheit. Schon bald war ich süchtig.

Dieser junge Mann entschied sich letztendlich, sich zu demütigen und zum Herrn zu kommen:

„Ich habe mich demütig und unter Tränen vor dem Herrn hingekniet und ihn um Kraft angefleht, die über meine hinausgeht. Abend um Abend habe ich gebetet, und schließlich war mir klar, dass ich über diese Angelegenheit mit meinem Bischof sprechen musste. Das war das Schwerste daran. …

Es hat viel Zeit und ehrliches Bemühen gekostet, die schlechten Gewohnheiten zu überwinden. Doch endlich befand mein Priestertumsführer mich als würdig, eine Mission zu erfüllen. Es war ein wunderbares Gefühl, in den Tempel zu gehen und zu wissen, dass ich rein bin. Der Geist, nach dem ich mich … gesehnt hatte, … erfüllte nun mein Herz und auch mein Leben. Ich bin so dankbar für das Sühnopfer Jesu Christi!“ („Gefahr voraus! Wie man der Pornografie nicht in die Falle geht“, Liahona, Oktober 2002, Seite 12,15ff.)