Lektion 106: Helaman 1 und 2

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Pahoran stirbt und es kommt unter den Nephiten zum Streit darüber, wer der nächste oberste Richter werden soll. Sein Sohn Pahoran wird von der Stimme des Volkes bestimmt. Der neue oberste Richter wird jedoch von Kischkumen, der einer geheimen Verbindung angehört, ermordet. Die Lamaniten nutzen den Streit und die Spaltung und erobern die Hauptstadt Zarahemla. Die Nephiten gewinnen Zarahemla zurück und Kischkumen wird bei dem Versuch getötet, Helaman (den Sohn Helamans), den neuen obersten Richter, zu ermorden.

Anregungen für den Unterricht

Helaman 1

Streit entzweit die Nephiten und ermöglicht es den Lamaniten, Zarahemla einzunehmen

Schreiben Sie vor dem Unterricht an die Tafel:

Helaman 1:1-4. Was führte zum Streit und zur Spaltung unter den Nephiten?

Helaman 1:5-8. Wer wurde zum obersten Richter bestimmt, und wie reagierten seine beiden Brüder?

Fragen Sie die Schüler zu Unterrichtsbeginn, worin der Unterschied dazwischen besteht, ein Problem zu besprechen und darüber zu streiten. Sollten die Schüler Hilfe dabei brauchen, diese Unterschiede zu begreifen, sollen sie an folgende Situationen denken und sagen, welche davon ein Beispiel für Streit sind (das zweite und das dritte Beispiel).

  1. 1.

    Du erklärst deinen Standpunkt durch freundliches Zureden und anhand von Tatsachen.

  2. 2.

    Du verhältst dich einem Menschen gegenüber, dessen Ansichten mit deinen nicht übereinstimmen, respektlos.

  3. 3.

    Dir ist es wichtiger, aus einem Streit als Sieger hervorzugehen, als auf das Wohlergehen des anderen bedacht zu sein.

Bitten Sie die Schüler, beim Studium von Helaman 1 auf die Gefahren zu achten, die mit Streit einhergehen. Legen sie ihnen ans Herz, einmal darüber nachzudenken, wo in ihrem Leben vielleicht Streit zu erkennen ist.

Die Schüler sollen für sich die Schriftstellen lesen, die Sie an die Tafel geschrieben haben, und nach Antworten auf die Fragen suchen. Lassen Sie sie berichten, was sie herausgefunden haben.

Zeichnen Sie einen Pfad an die Tafel und schreiben Sie daneben das Wort Streit.

Pfad

Erklären Sie, dass Streit wie ein Pfad sein kann, der zu anderen Sünden führt und negative Konsequenzen nach sich zieht. Bitten Sie einen Schüler, Helaman 1:9 vorzulesen.

Lassen Sie die Teilnehmer herausfinden, wozu der Streit unter den Nephiten letztendlich geführt hat. (Mord.) Schreiben Sie irgendwo neben den angezeichneten Pfad Mord an die Tafel.

Bitten Sie die Schüler, Helaman 1:10-12 für sich zu lesen und herauszufinden, was Kischkumen und seine Auftraggeber taten, um den Mord geheim zu halten.

  • Warum wollten Kischkumen und seine Anhänger ihre Taten geheim halten?

  • Welche Beispiele aus der heutigen Zeit gibt es, in denen manche versuchen, ihre schlechten Taten geheim zu halten? (Mögliche Antworten: die Eltern anlügen oder bei einem Interview mit dem Bischof oder Zweigpräsidenten lügen.)

  • Warum ist es unklug, jemandem dabei zu helfen, seine Sünden zu verheimlichen?

Bitten Sie einen Schüler, Helaman 1:18,21 vorzulesen. Die Schüler sollen mitlesen und weitere Folgen nennen, die aus den Streitigkeiten der Nephiten entstanden sind. Lassen Sie die Schüler das, was sie herausgefunden haben, irgendwo auf dem Pfad an die Tafel schreiben. Sie können sie auch dazu anregen, zu sagen und aufzuschreiben, welche sonstigen Auswirkungen sie beobachtet haben, die Streit nach sich ziehen.

Fassen Sie Helaman 1:22-30 zusammen, indem Sie erklären, dass die Lamaniten, nachdem sie Zarahemla eingenommen hatten, von den Heeren der Nephiten in einer Schlacht besiegt worden waren, in der viele getötet wurden.

Bitten Sie die Schüler, einen Grundsatz zusammenzufassen, den sie in Helaman 1 über den Streit entdeckt haben. Ein Grundsatz, den die Schüler womöglich erkennen, ist, dass wir bei Streitigkeiten dem Einfluss des Widersachers ausgesetzt sind. Sie können diesen Grundsatz auch an die Tafel schreiben.

Damit die Schüler diesen Grundsatz besser verstehen und ihn in ihrem Leben anwenden, könnten Sie ihnen folgende Fragen stellen:

  • Eine Junge Dame streitet sich mit ihren Eltern wegen ihrer Freunde. Wie wirkt sich das möglicherweise darauf aus, wie sie zu anderen Ratschlägen ihrer Eltern steht?

  • Wie kann es sich langfristig gesehen auf ihre Beziehung auswirken, wenn Geschwister sich viel streiten? Wie kann das die ganze Familie beeinflussen?

  • Inwiefern führt Streit in einer Gemeinde oder einem Zweig dazu, dass die Mitglieder anfälliger für die Angriffe des Satans werden?

  • Ein Junger Mann ist auf ein Mitglied in seinem Priestertumskollegium wütend. Wie können seine Gefühle sein Verhalten in der Kirche beeinflussen? Wie könnten sie sich auf seine Anwesenheit in der Kirche auswirken?

  • Wie kann Streitsucht uns schwächen, wenn wir Versuchungen ausgesetzt sind?

Bitten Sie die Schüler, weitere Situationen zu nennen, in denen Streit uns für die Absichten des Widersachers schwach und angreifbar macht.

Geben Sie den Schülern Zeit, über Bereiche in ihrem Leben nachzudenken, in denen sie vielleicht zu Streitigkeiten beitragen. Sie sollen darüber nachdenken, wie sie streitsüchtiges Verhalten vermeiden können.

Helaman 2

Helaman wird oberster Richter; sein Diener verhindert, dass Kischkumen ihn ermordet

  • Warum ist es besser, einen Missstand in Ordnung zu bringen, statt ihn zu verbergen?

  • Wie kommt es überhaupt dazu, dass jemand verbergen möchte, was er getan hat?

Bitten Sie die Schüler, Helaman 2:3,4 und LuB 58:43 für sich zu lesen.

  • Wie möchte der Herr, dass wir mit Sünde umgehen, und wie gingen die Gadiantonräuber damit um? Was ist laut diesen Schriftstellen der Unterschied?

Erklären Sie, dass wir in Helaman 2 von Kischkumens Versuch lesen, Helaman, den nächsten obersten Richter zu ermorden. Die Schüler sollen sich vorstellen, dass sie Journalisten sind und den Auftrag haben, über den Mordanschlag auf den obersten Richter zu berichten. Bitten Sie sie, Helaman 2:2-9 mit einem Partner zu lesen und eine Schlagzeile zu verfassen, die die Geschehnisse zusammenfasst. Bitten Sie mehrere Schüler, der Klasse ihre Schlagzeile vorzulesen.

Lassen Sie die Schüler Helaman 2:10,11 leise lesen und darauf achten, was Helaman gegen die Gadiantonräuber unternahm. Bitten Sie einen Schüler, diese Verse zusammenzufassen.

Erklären Sie, dass Gadiantons Räuberbande ein Beispiel für eine geheime Verbindung ist. Bitten Sie einen Schüler, Helaman 2:12,14 vorzulesen. Die Schüler sollen herausfinden, wie sich die geheimen Verbindungen auf die Nephiten auswirkten.

  • Was können wir aus diesen Versen darüber lernen, wie gefährlich geheime Verbindungen sind? (Achten Sie darauf, dass aus den Antworten der Schüler folgende Wahrheit hervorgeht: Geheime Verbindungen können zur Vernichtung einer ganzen Gesellschaft führen. Sie können erklären, dass geheime Verbindungen nicht nur zur Vernichtung der Nephiten führten, sondern auch zur Vernichtung der Jarediten, über die die Schüler im Buch Ether lesen werden; siehe Ether 8:20,21.)

Lesen Sie die folgende Aussage von Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel vor. Bitten Sie die Schüler, auf Beispiele für geheime Verbindungen in unserer Zeit zu achten:

Elder M. Russell Ballard

„Das Buch Mormon lehrt, dass geheime Verbindungen, die Verbrechen begehen, nicht nur für den Einzelnen oder die Familie eine ernsthafte Bedrohung darstellen, sondern auch für den gesamten Staat. Unter den geheimen Verbindungen unserer Zeit finden sich Banden, Drogenkartelle und organisierte Verbrecherfamilien. …

Wenn wir nicht Acht geben, können die heutigen geheimen Verbindungen ebenso rasch und vollständig Macht und Einfluss gewinnen wie damals im Buch Mormon. …

[Der Teufel] benutzt geheime Verbindungen, darunter auch Banden, ,von Generation zu Generation, so wie er Einfluss auf das Herz der Menschenkinder erlangen kann.‘ [Helaman 6:30.] Seine Absicht ist es, Einzelpersonen, Familien, Gemeinwesen und Länder zu vernichten [siehe 2 Nephi 9:9]. Zur Zeit des Buches Mormon hatte er in gewissem Ausmaß Erfolg. Heute hat er bereits viel zu viel Erfolg. Darum müssen wir … fest für Wahrheit und Recht einstehen, indem wir tun, was immer wir können, um mitzuhelfen, dass unser Gemeinwesen sicher bleibt.“ (Der Stern, Januar 1998, Seite 39f.)

Lassen Sie die Schüler darüber nachdenken, wie sie Elder Ballards Worte umsetzen können. Bitten Sie sie, in ihr Studientagebuch zu schreiben, was sie tun möchten, um jeglicher Art von geheimen Verbindungen fernzubleiben, und was sie tun werden, um in ihrem Gemeinwesen „fest für Wahrheit und Recht“ einzustehen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Helaman 1:1-21. Streit ist zerstörerisch

Das Buch Helaman schildert eine Zeit großer Schlechtigkeit unter den Nephiten. Die Gadiantonräuber gediehen und das Volk durchlief einige Male den Kreislauf von Schlechtigkeit, Vernichtung und Umkehr, nur um dann erneut in Schlechtigkeit zu verfallen. Viele dieser Schwierigkeiten lassen sich, wie im ersten Kapitel von Helaman beschrieben, auf Streit zurückführen. Manche Menschen halten Streit nur für eine kleine Sünde. In den folgenden zwei Aussagen von Propheten der Letzten Tage wird jedoch betont, wie schwerwiegend diese Sünde ist:

Präsident James E. Faust von der Ersten Präsidentschaft hat gewarnt: „Wo es Streit gibt, zieht sich der Geist des Herrn zurück, ganz unabhängig davon, wen die Schuld trifft.“ („Was mein Sohn wissen soll, bevor er auf Mission geht“, Der Stern, Juli 1996, Seite 39.)

Elder Joseph B. Wirthlin vom Kollegium der Zwölf Apostel hat folgende Warnung ausgesprochen: „Die Sünden Korruption, Unehrlichkeit, Streit und andere Übel in dieser Welt gibt es nicht von ungefähr. Sie sind ein Beweis für den unerbittlichen Feldzug des Satans und seiner Anhänger. Er setzt jedes verfügbare Instrument und jedes Mittel ein, um zu täuschen, zu verwirren und irrezuführen.“ („Tiefe Wurzeln“, Der Stern, Januar 1995, Seite 69.)

Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft hat betont, welche Einigkeit und welchen Frieden der Geist des Herrn mit sich bringt, ganz im Gegensatz zu den zerstörerischen Auswirkungen von Streit:

„Wo die Menschen diesen Geist mit sich haben, können wir Harmonie erwarten. Der Geist pflanzt uns das Zeugnis von der Wahrheit ins Herz, das diejenigen vereint, die dieses Zeugnis besitzen. Der Geist Gottes erzeugt niemals Streit (siehe 3 Nephi 11:29). Er bringt uns nicht dazu, einen Unterschied zwischen den Menschen zu machen, wodurch Streit entsteht (siehe Joseph F. Smith, Gospel Doctrine, 13. Ausgabe, 1963, Seite 131). Er führt zu innerem Frieden und dem Gefühl der Verbundenheit mit anderen. Er eint die Seelen. Eine einige Familie, eine einige Kirche und eine friedliche Welt hängen davon ab, dass die Menschen sich einig sind.“ („Damit wir eins seien“, Der Stern, Juli 1998, Seite 75.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Helaman 2:3,4. Der Widersacher möchte, dass wir unsere Sünden geheim halten.

Bitten Sie die Schüler, Helaman 2:3,4 und LuB 26:29 für sich zu lesen.

  • Wie ging Gadiantons Bande mit Sünde um, und wie möchte der Herr, dass wir mit Sünde umgehen? Was ist laut diesen Versen der Unterschied?

  • Wie kann es Menschen zu geistiger Vernichtung führen, wenn sie ihre Sünden verbergen?

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, welche negativen Auswirkungen es hat, wenn man seine Sünden verbirgt.

„Wenn Sie schwerwiegende Übertretungen begangen haben, wird Ihnen das, was Sie getan haben, keine dauerhafte Befriedigung schenken. Wenn man seine Sünden zudeckt, mag es so aussehen, als sei alles in Ordnung, aber dem ist nicht so. Der Versucher ist darauf aus, Ihre peinlichsten Taten zum schlimmsten Zeitpunkt publik zu machen. Lügen weben ein Netz, das Sie immer mehr einengt und zur Falle wird, die der Satan einmal zuschnappen lässt, um Ihnen zu schaden.“ („Vergebung finden“, Der Stern, Juli 1995, Seite 70.)

Lesen Sie das folgende Erlebnis vor, von dem Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel berichtet:

„In meiner Jugend war ich einmal nachlässig, was dazu führte, dass einer meiner Brüder sich leicht verletzte. Ich gab meine Dummheit damals nicht zu, und niemand erfuhr jemals, welche Rolle ich dabei gespielt hatte. Jahre später bat ich Gott im Gebet, er möge mir offenbaren, ob es irgendetwas in meinem Leben gab, was ich in Ordnung bringen musste, damit ich mehr Gefallen bei ihm fand. Da kam mir dieser Vorfall in den Sinn. Ich hatte ihn vergessen, aber der Geist flüsterte mir zu, dass dies eine Übertretung war, die ich nicht in Ordnung gebracht hatte und nun bekennen musste. Ich rief meinen Bruder an, entschuldigte mich bei ihm und bat ihn um Verzeihung, die er sofort und großzügig gewährte. Meine Verlegenheit und meine Reue wären nicht so groß gewesen, wenn ich mich gleich entschuldigt hätte, als der Unfall geschah.

Für mich war es interessant und bedeutsam, dass der Herr dieses Ereignis, das so weit zurücklag, nicht vergessen hatte, auch wenn ich es vergessen hatte. Sünden regeln sich nicht von selbst oder verschwinden einfach. Sünden kann man nicht auf ewig ‚unter den Teppich kehren‘. Man muss sich damit auseinandersetzen, aber das Wunderbare ist, dass man sich dank der sühnenden Gnade des Erlösers auf sehr viel angenehmere und weniger schmerzhafte Weise damit auseinandersetzen kann, als wenn man der Gerechtigkeit, die ja verletzt wurde, selbst Genüge tun wollte.“ („Immer an ihn zu denken“, Liahona, April 2011, Seite 25.)

Fordern Sie die Schüler auf, darüber nachzudenken, ob sie vielleicht den Herrn darum bitten wollen, ihnen alles in ihrem Leben zu zeigen, was der Berichtigung bedarf, sodass sie vor ihm noch annehmbarer sein mögen. Ermuntern Sie sie dazu, von allen Sünden umzukehren, die der Heilige Geist ihnen aufzeigt. Erklären Sie, dass sie ihren Bischof oder Zweigpräsidenten um Hilfe bitten müssen, wenn sie von schwerwiegenden Sünden wie sexuellen Übertretungen oder Pornografie umkehren müssen. Wenn sie Fragen zu solchen Sünden haben, sollten sie mit dem Bischof oder Zweigpräsidenten oder mit ihren Eltern sprechen. Geben Sie davon Zeugnis, dass wir Vergebung und Frieden erlangen können, wenn wir unsere Sünden erkennen und von ihnen umkehren.