Lektion 43: Jakob 1 bis Jakob 2:11

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nach Nephis Tod fingen die Nephiten unter der Herrschaft eines neuen Königs an, „sich in gewissem Maße schlechten Gewohnheiten hinzugeben“ (Jakob 1:15). Jakob und Joseph waren von Nephi zu Priestern und Lehrern des Volkes geweiht worden, und sie arbeiteten eifrig daran, das Volk dazu zu bewegen, dass es umkehrt und zu Christus kommt. Jakob befolgte Nephis Anweisung, heilige Unterweisungen, Offenbarungen und Prophezeiungen auf den kleinen Platten niederzuschreiben.

Anregungen für den Unterricht

Jakob 1:1-8

Jakob zeichnet heilige Wahrheiten auf und bemüht sich sehr, andere näher zu Jesus Christus zu bringen

Fordern Sie die Schüler auf, verschiedene Titel von Priestertumsführern zu nennen. (Folgende Antworten sind möglich: Prophet, Apostel, Generalautorität, Pfahlpräsident, Bischof, Kollegiumspräsident.) Fordern Sie einige Schüler auf, kurz ein paar Beispiele dafür zu nennen, wie sie durch den Priestertumsdienst von Priestertumsführern gesegnet wurden.

Erklären Sie, dass Nephi seine jüngeren Brüder Jakob und Joseph zu Priestern und Lehrern des Volkes geweiht hatte (siehe 2 Nephi 5:26; Jakob 1:18). Als Nephis Leben sich dem Ende zuneigte, übertrug er Jakob die Verantwortung für die Platten, die den Bericht des nephitischen Volkes enthielten.

Bitten Sie die Schüler, Moroni 1:1-4 für sich zu lesen. Fordern Sie sie auf, herauszufinden, was Jakob laut Nephis Gebot auf den Platten aufzeichnen sollte und warum. (Sie können den Schülern vorschlagen, Nephis Anweisungen an Jakob zu markieren.) Wenn die Schüler genügend Zeit zum Lesen hatten, fordern Sie einige von ihnen auf, der Klasse zu berichten, was sie herausgefunden haben.

Falls die Schüler die letzten Worte in Jakob 1:4 – „um unseres Volkes willen“ – nicht erwähnen, weisen Sie darauf hin.

  • Was bedeutet die Formulierung „um unseres Volkes willen“? (Zu ihrem Nutzen.)

Bitten Sie einen Schüler, Jakob 1:5,6 vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, herauszufinden, was der Herr Jakob und Joseph offenbarte, was ihnen helfen sollte, ihr Volk zu unterweisen. (Sie können dabei auch erklären, dass sie sich Sorgen um das Wohl des Volkes machten.)

  • Was offenbarte der Herr Jakob und Joseph? (Er zeigte ihnen, was mit den Nephiten in der Zukunft geschehen sollte, und er offenbarte Einzelheiten über das Kommen Christi.)

  • Inwiefern hat es Jakob und Joseph bei der Unterweisung ihres Volkes wohl geholfen, dies zu wissen?

Schreiben Sie das Wort überzeugen an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, Jakob 1:7,8 leise zu lesen und darauf zu achten, wovon Jakob und Joseph das Volk überzeugen wollten. (Die Schüler können das, was sie herausfinden, markieren.) Fordern Sie die Schüler auf, je einen Punkt an die Tafel zu schreiben, den sie entdeckt haben.

Bitten Sie sie, aus der Liste an der Tafel ein oder zwei Aussagen auszuwählen, die sie gern besser verstehen würden. Fragen Sie, ob die anderen Schüler ihnen die betreffenden Aussagen näher erklären können. Für dieses Gespräch können die folgenden Erläuterungen nützlich sein:

„In seine Ruhe eintreten“: In die Ruhe des Herrn einzutreten bedeutet, in diesem Leben Frieden zu verspüren und „die Fülle [der] Herrlichkeit [Gottes] im nächsten Leben zu empfangen“ (LuB 84:24).

Den „Tod [Christi] vor Augen haben“: Vor Augen haben bedeutet unter anderem, sich etwas zu vergegenwärtigen oder aufmerksam zu prüfen. Als Jakob schrieb, dass er die Menschen davon überzeugen wolle, „an Christus [zu] glauben und seinen Tod vor Augen [zu] haben“, hat er damit vielleicht gemeint, dass sie sich eingehend mit dem Sühnopfer Jesu Christi befassen, seine Bedeutung erkennen und ein Zeugnis davon erlangen sollten.

„Sein Kreuz erleiden“: Diese Formulierung bezieht sich auf unsere Bereitschaft, alles Ungöttliche und jede weltliche Begierde zu verleugnen und die Gebote des Herrn zu halten (siehe Lukas 9:23; 2 Nephi 9:18; siehe auch Joseph-Smith-Übersetzung Matthäus 16:26 [in der Fußnote d zu Matthäus 16:24 in der King-James-Bibel]). Damit ist auch unsere Bereitschaft gemeint, auszuharren und Opfer zu bringen, während wir dem Erretter nachfolgen.

„Die Schande der Welt tragen“: Diese Formulierung bezieht sich darauf, dass wir trotz weltlichen Drucks, Demütigung und Widerstands, die ein Jünger Christi oft ertragen muss, die Gebote halten.

Fordern Sie die Schüler auf, zusammenzufassen, was sie aus Jakob 1:1-8 über die Pflichten eines Priestertumsträgers gelernt haben. Wenn die Schüler ihre Gedanken äußern, betonen Sie, dass ein Priestertumsführer sich eifrig darum bemüht, uns zu helfen, zu Christus zu kommen. (Sie können diesen Grundsatz auch an die Tafel schreiben.)

  • Wie helfen unsere Priestertumsführer uns dabei, zu Christus zu kommen?

Geben Sie den Schülern ein paar Minuten Zeit, in ihr Studientagebuch zu schreiben, wie die Propheten oder andere Priestertumsführer ihnen in ein oder zwei Bereichen geholfen haben, die sie in Jakob 1:7,8 gefunden haben. Bitten Sie einige Schüler vorzulesen, was sie aufgeschrieben haben. (Erinnern Sie sie daran, dass sie nichts erzählen müssen, was zu persönlich ist.)

Jakob 1:9 bis 2:11

Jakob warnt das Volk wegen dessen Schlechtigkeit

Fordern Sie die Schüler auf, während des restlichen Unterrichts über diese Frage nachzudenken:

  • Warum warnen uns die Führer der Kirche vor Sünde?

Jakob schrieb, dass das Volk Nephi nach dem Tod seines Bruders Nephi begann, sich bestimmten schlechten Gewohnheiten hinzugeben. Fordern Sie die Schüler auf, Jakob 1:15,16 für sich zu lesen. Bitten Sie sie, drei Bereiche zu nennen, um die sich Jakob Sorgen machte. (Wenn die Schüler geantwortet haben, können Sie die Wörter Unsittlichkeit, Weltlichkeit und Stolz an die Tafel schreiben.)

Lassen sie die Schüler Jakob 1:17-19 leise lesen und darauf achten, was Jakob und Joseph taten, um ihrem Volk zu helfen. Fordern Sie sie auf zu berichten, was sie herausgefunden haben. Bitten Sie einen Schüler, die Antworten an die Tafel zu schreiben.

  • Was bedeutet es wohl, einen „Auftrag [vom Herrn zu] erhalten“? (Jakob 1:17.) (Zu erfahren, was der Herr von uns erwartet.)

Bitten Sie einen Schüler, folgende Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Die Schüler sollen darauf achten, wie die Führer der Kirche in Erfahrung bringen, was der Herr ihnen aufträgt, wenn sie sich darauf vorbereiten, bei der Generalkonferenz zu sprechen:

Elder Jeffrey R. Holland

„Vielleicht wissen Sie schon (wenn nicht, sage ich es Ihnen jetzt), dass, mit wenigen Ausnahmen, niemandem, der hier spricht, ein Thema vorgegeben wird. Jeder muss fasten und beten, studieren und suchen, beginnen und innehalten und wieder beginnen, bis er davon überzeugt ist, dass er für diese Konferenz, für diese Zeit, ein Thema gefunden hat, das er nach dem Willen des Herrn behandeln soll, ungeachtet persönlicher Wünsche und eigener Vorlieben. … Jeder hat Tränen vergossen, sich den Kopf zerbrochen und ernstlich die Führung des Herrn gesucht, damit dieser seine Gedanken und Formulierungen lenken möge.“ („Den Völkern ein Zeichen“, Liahona, Mai 2011, Seite 111.)

  • Was tun diejenigen, die bei der Generalkonferenz sprechen, um zu erfahren, was der Herr ihnen aufträgt?

  • Warum ist es wichtig, dass uns klar wird, dass die Führer der Kirche uns das vermitteln wollen, was der Herr uns wissen lassen möchte? Wie wirkt sich wohl die Einstellung aus, mit der wir ihnen zuhören, wenn wir das im Hinterkopf behalten?

  • Was waren laut Jakob 1:19 Jakobs und Josephs Aufgaben? (Wenn die Schüler antworten, machen Sie ihnen begreiflich, dass ein Priestertumsträger den Auftrag von Gott hat, das Wort Gottes zu lehren und vor Sünde zu warnen. Sie können diesen Grundsatz an die Tafel schreiben.)

  • Warum ist es ein Segen, Eltern und Führer der Kirche zu haben, die uns vor einer sündigen Einstellung und sündigem Verhalten warnen?

  • Mit welchen Wörtern beschrieb Jakob, wie sie uns unterweisen sollen? Was wären die Folgen, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkämen?

Bitten Sie die Schüler, darüber nachzudenken, wie sie sich fühlen würden, wenn sie sich, wie Jakob, in einer Führungsposition befänden und sie sich durch den Heiligen Geist veranlasst fühlten, die Menschen wegen Unsittlichkeit, einer weltlichen Gesinnung oder Stolz zur Umkehr zu rufen. Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen ein. Fordern Sie die Paare auf, einander abwechselnd aus Jakob 2:1-3,6,7,10 und 11 vorzulesen. Sie sollen dabei Formulierungen herausarbeiten, die Jakobs Gefühle über seinen Auftrag, das Volk zur Umkehr zu rufen, erkennen lassen. Wenn die Schüler genügend Zeit hatten, sollen mehrere den anderen berichten, was sie herausgefunden haben.

  • Was zeigt uns das über Jakobs Gefühle angesichts seines Auftrags, das Volk zur Umkehr zu rufen? (Machen Sie den Schülern klar, dass Jakob diese Aufgabe schwierig fand, sie aber dennoch erfüllte, weil ihm das Volk am Herzen lag, und weil er die Gebote Gottes befolgen wollte.)

Lassen Sie die Schüler zum Schluss in ihr Studientagebuch schreiben, was 1.) die Führer der Kirche sie vor kurzem gelehrt haben und wie sie dies umsetzen können, und 2.) wie sie das heute Gelernte in ihren Berufungen in den Klassen- oder Kollegiumspräsidentschaften, in ihrer Zuständigkeit als Heimlehrer oder in anderen Führungsaufgaben anwenden können. (Sie können diese Anweisungen an die Tafel schreiben.) Bestärken Sie die Schüler darin, den Rat ihrer Priestertumsführer zu befolgen. Geben Sie zum Schluss Zeugnis von den Grundsätzen, die in dieser Lektion behandelt wurden.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Jakob 1:18. „Zu Priestern und Lehrern … geweiht“

Präsident Joseph Fielding Smith hat erklärt, was die Worte „Priester und Lehrer“ in Jakob 1:18 bedeuten:

„Die Nephiten amtierten von den Tagen Lehis bis zu der Zeit, als unser Erlöser ihnen erschien, mit der Kraft und Vollmacht des Melchisedekischen Priestertums. Es stimmt, dass Nephi Jakob und Joseph ‚zu Priestern und Lehrern dieses Volkes‘ geweiht hatte. Aber die Tatsache, dass die Begriffe im Plural verwendet wurden, deutet darauf hin, dass damit nicht bestimmte Ämter im Priestertum gemeint waren, sondern der grundsätzliche Auftrag, das Volk zu lehren, zu leiten und zu ermahnen.“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 1:124.)

Jakob 1:19. „Wir machten unser Amt vor dem Herrn groß“

Präsident Thomas S. Monson hat ausgeführt, was es bedeutet, seine Berufung groß zu machen:

„Was heißt es, eine Berufung groß zu machen? Das heißt, dass man sie in würdiger und bedeutsamer Weise aufbaut, sie in den Augen aller Menschen ehrenhaft und lobenswert macht, dass man sie ausweitet und stark macht und das Licht des Himmels hindurchscheinen lässt, bis die Menschen es sehen.

Und wie macht man eine Berufung groß? Dadurch, dass man die Pflichten erfüllt, die zu der Berufung gehören. Der Älteste macht die Berufung als Ältester dadurch groß, dass er lernt, was einem Ältesten obliegt, und es dann tut. Und so, wie das für den Ältesten gilt, gilt es auch für den Diakon, den Lehrer, den Priester und den Bischof – für jeden, der ein Amt im Priestertum innehat.“ („Dienen – eine heilige Berufung“, Liahona, Mai 2005, Seite 54.)

Jakob 1:19; 2:2. „Die Sünden des Volkes auf unser eigenes Haupt … nehmen“

Wer in der Kirche Führungsaufgaben innehat, trägt eine ernst zu nehmende Verantwortung. Jakob erklärte: Wenn eine Führungskraft diejenigen, die zu führen er berufen ist, nicht im Wort Gottes unterweist, ist er für ihre Sünden mit verantwortlich. In einer Ansprache, die an die Brüder vom Priestertum gerichtet war, hat Präsident John Taylor die Verantwortung, die Jakob beschrieb, ausführlich dargelegt:

„Wenn ihr eure Berufungen nicht groß macht, wird Gott euch für diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die ihr hättet erretten können, wenn ihr eure Pflicht getan hättet.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: John Taylor, 2001, Seite 164.)

Präsident Hugh B. Brown von der Ersten Präsidentschaft hat Präsident Taylors Aussage kommentiert:

„Diese Äußerung enthält eine deutliche Aufforderung. Wenn ich durch Begehungs- oder Unterlassungssünden verliere, was ich im Jenseits hätte haben können, muss ich selbst leiden und zweifellos auch meine Lieben mit mir. Aber wenn ich meiner Aufgabe als Bischof, Pfahlpräsident, Missionspräsident oder als Generalautorität der Kirche nicht gerecht werde – wenn wir also nicht unterweisen, führen, anleiten und dazu beitragen, diejenigen, die wir leiten, zu erretten, dann wird der Herr uns zur Verantwortung ziehen, wenn jemand verloren geht, weil wir unsere Pflicht nicht erfüllt haben.“ (Herbst-Generalkonferenz 1962, Seite 84.)

Jakob 2:8. Das Wort Gottes heilt „die verwundete Seele“

Wenn jemand, der das Evangelium erst kennenlernt, neue Informationen als verwirrend oder belastend empfindet, ist es besser, er wendet sich an Gott, der alles weiß, um eine Antwort zu erhalten, statt dass er die übliche Suche im Internet durchführt oder sich Material zuwendet, das sich gegen die Kirche richtet. Wenn wir uns direkt an Gott wenden, um Antworten zu erhalten, zeigen wir damit unseren Glauben an ihn, und wir können so Antworten durch den Heiligen Geist erhalten. Wir sollten uns auch den heiligen Schriften und den Worten der neuzeitlichen Propheten zuwenden, wodurch schwierige Fragen beantwortet und Wunden geheilt werden können. Aus den folgenden Schriftstellen erfahren wir, wohin wir uns wenden und was wir tun sollen, wenn wir schwierige Fragen oder Sorgen haben:

Jakob 2:8 – Das Wort Gottes heilt „die verwundete Seele“.

Jakobus 1:5,6 – „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben. Wer bittet, soll aber voll Glauben bitten.“

Moroni 10:5 – „Und durch die Macht des Heiligen Geistes könnt ihr von allem wissen, ob es wahr ist.“