Lektion 1: Die Aufgabe des Lernenden

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Diese Lektion soll dem Schüler helfen, seine Aufgabe beim Lernen des Evangeliums zu erfüllen. Manchmal meinen die Schüler, nur der Lehrer sei dafür verantwortlich, dass sie etwas lernen. Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft hat darüber gesprochen, dass sich sowohl der Lernende als auch der Lehrer um Führung durch den Geist bemühen muss:

„Die Schwierigkeiten und Versuchungen, vor denen unsere Schüler vor gerade einmal fünf Jahren standen, verblassen im Vergleich zu dem, was man heute so sieht. Und es stehen uns noch schwierigere Zeiten bevor. Ich habe das Gefühl, … was wir getan haben und jetzt tun, reicht nicht aus. Wir brauchen noch größere Macht, damit das Evangelium tief im Herzen und im Leben unserer Schüler Platz findet. …

Sie müssen den Geist als ständigen Begleiter bei sich haben, um mit Macht lehren zu können. Und Ihre Schüler werden ohne den Geist als Begleiter geistig nicht überleben.“ („The Spirit Must Be Our Constant Companion“, Ansprache vor CES-Lehrern, 7. Februar 2003, Seite 1, si.lds.org.)

Wenn Sie mit der Macht des Heiligen Geistes lehren und den Schülern helfen, mit der gleichen Macht zu lernen, können Sie dazu beitragen, dass sie sich wahrhaft zum wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi bekehren. Möglicherweise müssen Sie die in dieser Lektion behandelten Grundsätze regelmäßig wiederholen, um die Schüler an ihre Aufgaben im Unterricht zu erinnern.

Anregungen für den Unterricht

Die Verantwortung des Einzelnen, durch Studium und durch Glauben dazuzulernen

Bitten Sie einen Schüler, nach vorne zu kommen. Erklären Sie, dass Sie diesem Schüler helfen wollen, körperlich stärker zu werden. Bitten Sie dann einen zweiten Schüler, nach vorne zu kommen und fünf Liegestütze zu machen.

Wenn er damit fertig ist, fragen Sie den ersten Schüler:

  • Haben dich diese Liegestütze stärker gemacht?

Fragen Sie die Klasse:

  • Was hat diese Sportübung mit eurer Verantwortung zu tun, das Evangelium zu lernen? Wer ist dafür verantwortlich, dass ihr das Evangelium lernt?

Bitten Sie einen Schüler, Lehre und Bündnisse 88:118 vorzulesen.

  • Was bedeutet es wohl, „durch Studium und auch durch Glauben“ nach Wissen zu trachten? (Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass es Anstrengung erfordert, durch Studium und Glauben zu lernen.)

Elder David A. Bednar

Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesprochen, was es bedeutet, durch Glauben zu lernen. Regen Sie die Schüler dazu an, diese Aussage irgendwo aufzuschreiben (beispielsweise in ihrem Studientagebuch), damit sie sie während des Seminarjahres oft nachlesen können:

„Durch Glauben lernen erfordert geistige, intellektuelle und körperliche Anstrengung und nicht nur passive Aufnahmebereitschaft. … Der Schüler muss selbst Glauben üben und handeln, um diese Erkenntnis zu erlangen.“ („Trachtet nach Wissen durch Glauben“, Ansprache vor CES-Lehrern, 3. Februar 2006, Seite 3, si.lds.org.)

Tägliches persönliches Schriftstudium

Erklären Sie, dass das tägliche persönliche Schriftstudium ein wichtiger Bestandteil des Lernens durch Studium und durch Glauben ist.

Bitten Sie einen Schüler, Helaman 3:29,30 vorzulesen.

  • Was ist wohl der Unterschied zwischen gelegentlichem Lesen in den heiligen Schriften und dazu, „das Wort Gottes [zu] ergreifen“?

  • Welche Segnungen resultieren nach diesen Versen daraus, dass man das Wort Gottes ergreift?

  • Welche weiteren Segnungen stellen sich ein, wenn man die heiligen Schriften täglich studiert?

  • Wann seid ihr schon einmal dafür gesegnet worden, dass ihr täglich die heiligen Schriften studiert habt?

Achten Sie bei den Antworten der Schüler darauf, dass sie verstehen, dass das tägliche Schriftstudium unser Zeugnis stärkt, dass wir damit den Heiligen Geist einladen und dass es uns hilft, das Evangelium zu lernen.

Fordern Sie die Schüler auf, eine der folgenden Fragen in ihrem Studientagebuch zu beantworten:

  • Wie könntet ihr euer Studium des Buches Mormon in diesem Jahr verbessern?

  • Inwiefern wurden eure Gefühle für Jesus Christus dadurch beeinflusst, dass ihr das Buch Mormon gelesen habt?

Fordern Sie die Schüler auf, sich das Ziel zu setzen, in diesem Jahr täglich im Buch Mormon zu studieren. Fordern Sie sie auch auf, sich das Ziel zu setzen, während des Seminarjahres das ganze Buch Mormon zu lesen. Schlagen Sie ihnen vor, diese Ziele in ihr Studientagebuch zu schreiben. Erinnern Sie sie daran, dass diese Ziele ihnen auch in Bezug auf die Anforderungen im Programm Pflicht vor Gott oder Mein Fortschritt helfen können.

Durch den Geist lernen

Zeichnen Sie das folgende Schaubild an die Tafel. Lassen Sie die Wörter weg. Sie werden im Verlauf des Unterrichts hinzugefügt.

Triangle Diagram

Bitten Sie einen Schüler, Lehre und Bündnisse 50:17,18 vorzulesen.

  • Was erwartet der Herr diesen Versen zufolge von jemandem, der das Evangelium lehrt? (Dass er die Wahrheit durch die Macht des Geistes lehrt.)

Schreiben Sie, wie oben abgebildet, Heiliger Geist und Lehrer in das Schaubild. Sprechen Sie im Unterricht darüber, wie wichtig Sie es finden, dass man sich um Führung durch den Heiligen Geist bemüht. Machen Sie den Schülern klar, dass Sie sich bei Ihrer Vorbereitung und im Unterricht aufrichtig darum bemühen, vom Geist geführt zu werden.

Bitten Sie die Schüler, in Lehre und Bündnisse 50 ein Lesezeichen zu legen, da sie später auf diese Schriftstelle zurückkommen werden. Bitten Sie einen Schüler, 2 Nephi 33:1 vorzulesen.

  • Was bewirkt der Heilige Geist beim Schüler, wenn das Evangelium gelehrt wird?

Erklären Sie, dass jeder, der das Evangelium auf die Weise des Herrn lernen will, die Verantwortung auf sich nehmen muss, durch die Macht des Heiligen Geistes zu lernen. Bitten Sie die Schüler, Lehre und Bündnisse 50:19-21 still für sich zu lesen.

  • Was sollen wir in die rechte untere Ecke des Dreiecks schreiben? (Schreiben Sie Schüler.)

  • Was bedeutet es wohl, die Wahrheit durch den Geist zu empfangen?

Sie können etwas Grundsätzliches dazu sagen, wie man den Einfluss des Heiligen Geistes erkennt. Machen Sie den Schülern klar, dass der Geist für gewöhnlich leise mit uns kommuniziert – durch unsere Gefühle oder Gedanken (siehe 1 Nephi 17:45; LuB 8:2,3). Der Heilige Geist vermittelt uns auch Gefühle wie Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Sanftmut, Freundlichkeit, Glauben und Hoffnung (siehe Galater 5:22,23; LuB 11:12).

  • Was könnt ihr im Seminar tun, um bereit zu sein, durch den Geist zu lernen?

Machen Sie den Schülern in diesem Gespräch klar, dass eine wichtige Möglichkeit darin besteht, bereitwillig einander Zeugnis zu geben. Lesen Sie die folgende Aussage von Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

Elder Richard G. Scott

„Wenn ein Schüler Wahrheiten ausspricht, werden ihm diese in der Seele bestätigt. Sein Zeugnis wird dadurch gestärkt.“ („Die Wahrheit verstehen und entsprechend leben“, Ansprache vor CES-Lehrern, 4. Februar 2005, Seite 3, si.lds.org.)

Erinnern Sie die Schüler daran, dass die Programme Pflicht vor Gott und Mein Fortschritt Anregungen dazu enthalten, wie man Evangeliumswahrheiten an andere weitergibt. Bestärken Sie sie, im Seminarunterricht, in den Kollegiumsversammlungen oder Klassen und in Gesprächen mit der Familie und Freunden von ihren Erfahrungen zu erzählen. Heben Sie hervor, dass Gott ihnen hilft, mit anderen besser über das Evangelium sprechen zu können, wenn sie sich bemühen, Evangeliumswahrheiten zu erklären, weiterzugeben und zu bezeugen.

Verweisen Sie noch einmal auf das Schaubild an der Tafel. Bitten Sie einen Schüler, Lehre und Bündnisse 50:14,22 vorzulesen.

  • Inwiefern wird in diesen Versen zusammengefasst, welche Aufgabe dem Heiligen Geist, dem Lehrer und dem Schüler beim Lernen des Evangeliums zukommt? (Sie müssen vielleicht erklären, dass der Heilige Geist – in dieser Schriftstelle auch als Geist und Tröster bezeichnet – die Wahrheit lehrt. Der Lehrer muss durch die Macht des Geistes lehren, und der Schüler muss durch die gleiche Macht lernen.)

  • Was geschieht, wenn ein Schüler durch den Geist lernt und der Lehrer durch den Geist lehrt? (Sie müssen möglicherweise erklären, dass erbauen bedeutet, jemanden aufzubauen, zu stärken, zu erleuchten oder zu einem besseren Menschen zu machen.)

Im Buch Mormon finden wir Enos und Alma als Beispiel für jemanden, der durch den Geist lernt. Bitten Sie die Schüler, Enos 1:4-10 und Alma 5:45-47 für sich zu lesen. (Sie können die Schriftstellen auch an die Tafel schreiben.) Fragen Sie dann:

  • Was haben Enos oder Alma getan, damit sie durch den Geist lernen konnten?

  • Was hat der Geist für Enos oder Alma getan?

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder Bednar vorzulesen:

„Wir dürfen nie vergessen, dass der Heilige Geist der Lehrer ist, der, wenn er in der richtigen Weise eingeladen wird, dem Lernenden ins Herz dringen kann.“ („Trachtet nach Wissen durch Glauben“, Seite 4.)

  • Inwiefern betrifft das, womit wir uns bisher befasst haben, eure persönliche Verantwortung als Schüler dieser Klasse? (Achten Sie bei den Antworten der Schüler darauf, dass ihnen klar geworden ist: Wenn wir unser Herz öffnen und Gott im Glauben darum bitten, hilft uns der Heilige Geist, die Wahrheiten des Evangeliums zu verstehen.)

Unterstützen Sie Ihre Schüler bei der Überlegung, wie sie einander helfen können, durch den Geist zu lernen. Fragen Sie:

  • Was können wir tun, damit der Geist im Unterricht dabei sein kann? (Mögliche Antworten sind: das Anfangslied mitsingen; die heiligen Schriften zum Unterricht mitbringen und sie täglich gebrauchen; bereit sein, Fragen zu beantworten und von Erfahrungen zu berichten; füreinander beten; um Führung durch den Heiligen Geist bitten.)

Damit die Schüler verstehen, dass negatives Verhalten auch den Rest der Klasse beeinflussen kann, fragen Sie:

  • Welche Einstellung und welches Verhalten beleidigen den Geist im Seminarunterricht?

Fordern Sie die Schüler auf, darüber nachzudenken, welchen Wert es hat, wenn der Heilige Geist ihr Lehrer ist.

  • Wann habt ihr erlebt, dass der Geist der Lehrer war?

Schließen Sie, indem Sie die Schüler auffordern, durch Studium und durch Glauben zu lernen, wenn sie sich in diesem Seminarjahr mit dem Buch Mormon befassen. Sie können die Schüler im Laufe des Jahres immer wieder daran erinnern und sie so ermuntern, darin nicht nachzulassen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Tägliches Schriftstudium

„Die neuzeitlichen Propheten legen uns ans Herz, jeden Tag allein und mit der Familie in den heiligen Schriften zu lesen. Sie fordern uns auf, wie Nephi seine Brüder aufforderte, die Schriften auf uns zu beziehen und selbst herauszufinden, inwiefern diese heiligen Berichte aus alter Zeit unser heutiges Leben betreffen (siehe 1 Nephi 19:23,24). Sie ermahnen uns, die Schriften zu erforschen (siehe Johannes 5:39) und uns an den Worten von Christus zu weiden (siehe 2 Nephi 32:3).

Sie werden großen Nutzen daraus ziehen, wenn Sie diesen Rat befolgen. Tägliches, sinnvolles Schriftstudium hilft Ihnen, für die Einflüsterungen des Heiligen Geistes empfänglich zu sein. Es festigt Ihren Glauben, wappnet Sie gegen Versuchungen und hilft Ihnen, dem himmlischen Vater und seinem geliebten Sohn näherzukommen.

Stellen Sie einen Plan für Ihr persönliches Schriftstudium auf. Sie könnten zum Beispiel festlegen, wie viel Zeit Sie jeden Tag für das Schriftstudium aufwenden wollen. Lesen Sie während dieser Zeit aufmerksam, und achten Sie auf die Eingebungen des Heiligen Geistes. Bitten Sie den Vater im Himmel, dass er Sie herausfinden lässt, was Sie nach seinem Willen lernen und tun sollen.

Lesen Sie Ihr Leben lang weiter in den heiligen Schriften, vor allem im Buch Mormon. Sie werden die Schätze, die in den heiligen Schriften verborgen sind, immer wieder aufs Neue entdecken und darin eine neue Bedeutung oder Anwendungsmöglichkeit finden, wenn Sie in verschiedenen Abschnitten Ihres Lebens Schriftstudium betreiben.“ (Treu in dem Glauben – ein Nachschlagewerk zum Evangelium, „Heilige Schriften“, Seite 96f.)

Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft hat gesagt:

„Wenn wir die Schriften nur oberflächlich studieren, werden auch unsere Gebete oberflächlicher.

Wir hören vielleicht nicht auf zu beten, aber unsere Gebete werden mechanischer und stereotyp – ohne wirklichen Vorsatz. Unser Herz kann ja nicht im Gebet zu einem Gott begriffen sein, den wir nicht kennen. Die heiligen Schriften und die Worte der lebenden Propheten helfen uns, ihn kennenzulernen.“ („Das Gebet“, Liahona, Januar 2002, Seite 18.)

2 Nephi 33:1. Dem Heiligen Geist das Herz öffnen

In Ihr Gespräch über 2 Nephi 33:1 können Sie auch die folgende Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel einfließen lassen:

„Nephi lehrt: ,Wenn jemand durch die Macht des Heiligen Geistes spricht, so trägt die Macht des Heiligen Geistes [die Botschaft] den Menschenkindern ins Herz.‘ (2 Nephi 33:1.) Beachten Sie bitte, dass die Macht des Geistes die Botschaft zwar zum Herzen trägt, aber nicht unbedingt ins Herz. Der Lehrer kann erläutern, aufzeigen, ermuntern und Zeugnis geben – und das alles sehr wirksam und mit großer Geisteskraft. Doch der Inhalt der Botschaft und das Zeugnis des Heiligen Geistes können letztlich nur dann ins Herz dringen, wenn der Empfänger es zulässt. …

Ein Lernender, der seine Entscheidungsfreiheit ausübt, indem er richtige Grundsätze in die Tat umsetzt, öffnet so sein Herz für den Heiligen Geist und damit für dessen Unterweisung und machtvolles, bestätigendes Zeugnis. („Trachtet nach Wissen durch Glauben“, Ansprache vor CES-Lehrern, 3. Februar, 2006, Seite 1, 3, si.lds.org.)

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

Erklären, weitergeben und bezeugen

Heben Sie hervor, dass wir unsere Bereitschaft, durch den Geist zu lernen, zeigen, wenn wir Lehren und Grundsätze erklären, passende Erlebnisse erzählen und von göttlicher Wahrheit Zeugnis geben. Wenn wir durch den Geist lernen, nimmt unser Verständnis zu, wir steigern unsere Fähigkeit, das Evangelium zu lehren, und wir stärken unser Zeugnis und das Zeugnis anderer.

  • Warum ist es wohl wichtig, die Wahrheiten des Evangeliums im Unterricht und auch außerhalb des Unterrichts zu erklären, weiterzugeben und zu bezeugen?

  • Wann hattet ihr schon einmal Gelegenheit, einem Freund oder einem Angehörigen eine Evangeliumswahrheit zu erklären, sie weiterzugeben oder zu bezeugen?

LuB 50:21,22. Durch den Geist lernen

Um das Gespräch der Schüler über Lehre und Bündnisse 50:21,22 zu bereichern, könnten Sie die folgende Aussage für jeden Schüler kopieren. Fordern Sie sie auf, abwechselnd einen Teil dieser Aussage vorzulesen, während die anderen mitlesen. Bitten Sie die Schüler, auf Gründe zu achten, warum einige in den Versammlungen der Kirche mehr erbaut werden als andere. Bruder A. Roger Merrill, ehemaliger Präsident der Sonntagsschule, hat erklärt, was es bedeutet, durch den Heiligen Geist zu lernen:

„Oft – und zu Recht – konzentrieren wir uns darauf, wie wichtig es ist, durch den Geist zu lehren. Wir müssen aber auch daran denken, dass der Herr genauso viel – wenn nicht mehr – Wert darauf legt, dass wir durch den Geist empfangen (siehe LuB 50:17-22). …

In den Versammlungen der Kirche, beim Schriftstudium allein und mit der Familie, ja, selbst heute, da wir den Propheten und Aposteln des Herrn zuhören, werden einige von uns mehr empfangen als andere. Warum? Ich habe herausgefunden, dass diejenigen, die wahrhaftig empfangen, mindestens dreierlei tun, was die anderen vielleicht nicht tun.

Erstens suchen sie. Wir leben in einer Welt, in der wir unterhalten und zum Zuschauer abgestempelt werden. Ohne dass wir es merken, kann es passieren, dass wir die Generalkonferenz oder die Kirche mit der Einstellung besuchen: ,Hier bin ich – nun erbaut mich mal!‘ Wir werden geistig passiv.

Wenn wir uns stattdessen darauf konzentrieren, nach dem Geist zu trachten und ihn zu empfangen, dann geht es uns weniger darum, ob der Lehrer oder Sprecher unsere Aufmerksamkeit weckt, sondern mehr darum, dass wir dem Geist unsere Aufmerksamkeit schenken. Denken Sie daran: Empfangen ist ein Tuwort. Es ist ein Grundsatz, der zu Werken führt. Es ist ein wesentlicher Ausdruck von Glauben.

Zweitens: Wer empfängt, fühlt. Offenbarung ergeht an Verstand und Herz, aber zumeist fühlen wir sie. In der Regel erkennen wir den Geist nicht einmal, solange wir nicht gelernt haben, auf diese geistigen Empfindungen zu achten. …

Drittens: Diejenigen, die durch den Geist empfangen, haben die Absicht, zu handeln. Der Prophet Moroni lehrt uns, um ein Zeugnis vom Buch Mormon zu erlangen, müssen wir ,mit wirklichem Vorsatz‘ (Moroni 10:4) fragen. Der Geist vermittelt uns etwas, wenn wir ehrlich den Wunsch haben, das, was wir lernen, in die Tat umzusetzen.“ („Durch den Geist empfangen“, Liahona, November 2006, Seite 93f.)

  • Warum bringt es einigen laut Bruder Merrill mehr als anderen, wenn sie im Evangelium unterwiesen werden?

  • Von welchen drei Schlüsselelementen in Bezug auf das Lernen durch den Geist hat Bruder Merrill gesprochen? (Schreiben Sie die Antworten an die Tafel.)

1 Nephi 15. Welche Folgen es hat, wenn man nicht durch den Geist lernt

Die Schüler sollen 1 Nephi 15 aufschlagen. Dort finden sie ein Beispiel aus der heiligen Schrift, wie es unsere Fähigkeit, durch die Macht des Geistes zu lernen, beeinträchtigen kann, wenn wir unser Herz verhärten. Erklären Sie, dass Nephi den Zusammenhang zwischen dem Lehrer, dem Schüler und dem Heiligen Geist verstand. In 1 Nephi 15 wird eine Unterhaltung zwischen Nephi und seinen Brüdern wiedergegeben, die stattfand, nachdem ihr Vater Lehi ihnen kundgetan hatte, was der Herr ihm offenbart hatte. Lassen Sie die Schüler 1 Nephi 15:2,3,7-11 für sich lesen.

  • Was war die Ursache für Lamans und Lemuels Streitgespräch?

  • Warum konnten Laman und Lemuel die Worte ihres Vaters nicht verstehen? (Sie verhärteten ihr Herz, bemühten sich nicht, durch den Geist zu lernen, und hatten den Herrn nicht befragt.)

Heben Sie gegebenenfalls hervor, dass Nephi Laman und Lemuel in 1 Nephi 15:11 auf einiges hinwies, was sie hätten tun können, um Offenbarung zu empfangen. Nephi hatte sich selbst davon überzeugt, dass die Maßnahmen und Grundhaltung, die er aufführte, richtig waren. Er verhärtete nicht sein Herz, hatte sich im Glauben an den Herrn gewandt, glaubte, dass er Antworten vom Herrn erhalten würde, und befolgte eifrig die Gebote.