Lektion 2: Die heiligen Schriften studieren

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Diese Lektion soll den Schülern helfen, ihr Verständnis vom Sinn und Zweck der heiligen Schriften zu vertiefen. Außerdem wird ihnen nahegebracht, wie sie die heiligen Schriften auf eine bedeutungsvollere Weise studieren können. Dazu gehören Lernaufgaben zum Verständnis des Hintergrunds und des Handlungsrahmens, und die Schüler lernen, Lehren und Grundsätze zu erkennen, zu verstehen und im täglichen Leben anzuwenden. Je mehr die Schüler ihre Fähigkeit verbessern, die heiligen Schriften zu studieren, desto mehr wachsen ihnen diese ans Herz und nimmt ihr Verständnis vom Evangelium zu. Überlegen Sie, wie Sie das Material aus dieser Lektion im Laufe des Jahres wiederholen können.

Anregungen für den Unterricht

Wie sollte man im Seminar an das Schriftstudium herangehen?

Schreiben Sie vor Unterrichtsbeginn die folgende Aussage von Präsident Thomas S. Monson an die Tafel (sie stammt aus der Herbst-Generalkonferenz 1970):

„Das Ziel des Evangeliumsunterrichts … ist nicht, den Verstand der Schüler mit ,Informationen zu füttern‘. … Jeder soll über die Grundsätze des Evangeliums nachdenken, sie nachempfinden und dann etwas unternehmen, damit er danach lebt.“ (Präsident Thomas S. Monson.)

Bitten Sie einen Schüler, die Aussage vorzulesen.

  • Was sollte laut dieser Aussage mein Ziel als euer Seminarlehrer sein? Was sollte euer Ziel als Seminarschüler sein?

Sagen Sie den Schülern, dass sie in dieser Lektion Mittel und Wege finden werden, wie sie über die Grundsätze des Evangeliums, die in den heiligen Schriften vermittelt werden, nachdenken, diese nachempfinden und sie schließlich umsetzen können.

Den Hintergrund und den Handlungsrahmen der heiligen Schriften verstehen

Erklären Sie, dass die Schüler ihr Schriftstudium beispielsweise dadurch verbessern können, dass sie etwas über den Hintergrund und den Handlungsrahmen der Berichte und Offenbarungen in den heiligen Schriften erfahren. Hintergrund und Handlungsrahmen werden oft als Kontext bezeichnet.

Bitten Sie einen Schüler, den folgenden Rat von Präsident Thomas S. Monson vorzulesen:

Präsident Thomas S. Monson

„Machen Sie sich mit den Lektionen vertraut, die aus den heiligen Schriften hervorgehen. Finden Sie heraus, vor welchem Hintergrund und in welchem Rahmen der Meister Gleichnisse aufstellt und die Propheten Ermahnungen aussprechen. Studieren Sie die heiligen Schriften, als ob sie zu Ihnen sprächen, denn so ist es tatsächlich.“ („Seien Sie Ihr bestes Ich“, Liahona, Mai 2009, Seite 68.)

Betonen Sie, dass es uns helfen kann, die Lehren in den heiligen Schriften zu verstehen, wenn wir den Hintergrund und den Handlungsrahmen verstehen. Durch dieses Wissen werden die Berichte, Lehren und Grundsätze in den Schriften verdeutlicht und wir erhalten ein tieferes Verständnis davon.

Schreiben Sie die folgenden Fragen an die Tafel:

  • Wer spricht in diesen Versen?

  • Zu wem spricht der Betreffende?

  • Was geschieht in diesem Bericht?

Erklären Sie, dass diese Fragen uns helfen können, den Kontext einer Lehre oder eines Berichts in den heiligen Schriften zu verstehen.

Lassen Sie die Schüler erzählen, was sie unternommen haben, um den Hintergrund und den Handlungsrahmen von Schriftstellen besser zu verstehen. Sie können einige der Vorschläge an die Tafel schreiben.

Die Schüler erwähnen vielleicht, dass man die Bedeutung schwieriger oder unbekannter Wörter nachschlagen, den Text davor und danach untersuchen und die Kapitelzusammenfassung zu Anfang eines Kapitels lesen und in den Fußnoten nach Erklärungen und Querverweisen suchen kann. Nennen Sie diese Methoden, falls die Schüler sie nicht erwähnen.

Demonstrieren Sie eine Methode zum Verständnis des Kontextes einer Schriftstelle, indem Sie einen Schüler bitten, 3 Nephi 17:1-10 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, leise mitzulesen und nach Antworten auf die Fragen zu suchen, die Sie an die Tafel geschrieben haben. Sie können sie auch dazu anregen, sich die Kapitelzusammenfassung anzusehen, um schnell einen Überblick über das Kapitel zu erhalten.

  • Wer ist der Erzähler in Vers 1, 5, 6, 9 und 10? (Mormon.)

  • Wer spricht in dem Bericht? Wer empfängt die Botschaft?

  • Was geschah vor den Ereignissen in diesem Bericht? (Siehe die Kapitelzusammenfassungen zu 3 Nephi 8-16.) Inwiefern könnt ihr dank dieses Hintergrundwissens besser nachvollziehen, warum die Leute sich wünschten, der Heiland möge noch ein wenig länger bleiben? (Siehe 3 Nephi 17:5,6.) Welche Wunder ereigneten sich, nachdem Christus sagte, er werde bleiben? (Siehe 3 Nephi 17:7-10.)

Lehren und Grundsätze erkennen und verstehen

Betonen Sie, dass Schüler, die den Hintergrund und den Handlungsrahmen eines Berichts in den heiligen Schriften verstehen, besser darauf vorbereitet sind, die darin enthaltenen Lehren und Grundsätze zu erkennen und zu verstehen. Bitten Sie einen Schüler, die folgende Beschreibung von Evangeliumsgrundsätzen vorzulesen, die Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel einmal gegeben hat:

„Grundsätze sind konzentrierte Wahrheit, die so dargestellt wird, dass man sie auf alle möglichen Lebensumstände beziehen kann.“ („Geistige Erkenntnis erlangen“, Der Stern, Januar 1994, Seite 80.)

Erklären Sie, dass Lehren und Grundsätze ewige, unveränderliche Wahrheiten des Evangeliums Jesu Christi sind, die uns im Leben die Richtung vorgeben. Dies sind die Lektionen, die wir nach dem Willen der einstigen Propheten aus den Ereignissen, Geschichten und Predigten, die sie in den heiligen Schriften aufgezeichnet haben, lernen sollen. Heben Sie hervor, dass einige Verfasser in den heiligen Schriften Redewendungen wie „So können wir sehen“ (siehe Helaman 3:27-29) oder Wörter wie darum (siehe Alma 32:16) verwendet haben, um ganz direkt auf Lehren und Grundsätze hinzuweisen. Viele Lehren und Grundsätze werden in den heiligen Schriften jedoch nicht explizit genannt. Stattdessen werden diese Wahrheiten nur angedeutet und durch das Leben der Menschen in den heiligen Schriften veranschaulicht.

Damit die Schüler die Lehren und Grundsätze erkennen können, die nicht direkt genannt werden, schlagen Sie ihnen vor, sich beim Lesen Fragen zu stellen wie: Was ist die Botschaft dieser Geschichte? Was hat der Verfasser damit beabsichtigt? Was sollen wir daraus lernen? Welche Wahrheiten kommen in dieser Schriftstelle zum Vorschein? Sie können diese Fragen auch an die Tafel schreiben.

Lassen Sie die Schüler noch einmal 3 Nephi 17:1-10 aufschlagen, damit sie üben können, Lehren und Grundsätze herauszuarbeiten. Fragen Sie:

  • Was können wir aus den Worten des Erlösers in 3 Nephi 17:2,3 darüber lernen, wie wir sein Wort verstehen können?

  • Welche Wahrheiten erfahren wir in 3 Nephi 17:5-7 über den Erretter?

  • Aufgrund des großen Glaubens des Volkes bot der Heiland an, die Menschen zu heilen. Welche Grundsätze erkennt ihr in 3 Nephi 17:8,9 in Bezug darauf, Segnungen vom Herrn zu erbitten? (Ein Grundsatz, den die Schüler herausarbeiten könnten, ist, dass der Herr auf unseren aufrichtigen Wunsch reagiert, ihm näherzukommen.)

Wenn noch Zeit bleibt, dass die Schüler üben können, wie man Lehren und Grundsätze herausarbeitet, fordern Sie sie auf, ihre Lieblingsgeschichten in den heiligen Schriften aufzuschlagen. Bitten Sie sie, die Grundsätze zu nennen, die sie aus diesen Geschichten gelernt haben. Fordern Sie sie dann auf, den anderen von diesen Geschichten und Grundsätzen, die sie gelernt haben, zu erzählen.

Lehren und Grundsätze anwenden

Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt:

„Wenn wahre Lehre verstanden wird, ändern sich die Einstellung und das Verhalten. Wenn man sich mit den Lehren des Evangeliums auseinandersetzt, ändert sich das Verhalten schneller, als wenn man sich mit dem Verhalten auseinandersetzt. … Deshalb betonen wir so nachdrücklich, wie wichtig es ist, die Lehren des Evangeliums zu studieren.“ („Little Children“, Ensign, November 1986, Seite 17.)

Erklären Sie: Wenn eine Lehre oder ein Grundsatz verstanden wird, weiß man mehr als die Definition irgendwelcher Wörter. Man weiß, was die Lehre oder der Grundsatz fürs Leben bedeutet. Wenn man Lehren oder Grundsätze erkennt und anfängt, sie zu verstehen, kann man sie auch anwenden. Erklären Sie, dass die Anwendung dann erfolgt, wenn wir etwas im Zusammenhang mit den erlernten Grundsätzen tun. Schüler, die nach den gelernten Grundsätzen handeln, haben mehr Gelegenheiten zu spüren, wie der Heilige Geist ihnen die Wahrheit dieser Grundsätze bestätigt (siehe 2 Nephi 32:5; Moroni 10:5). Das ist der eigentliche Wert der Erkenntnis, die wir aus dem Studium der heiligen Schriften erlangen. Machen Sie den Schülern bewusst, dass jedes Mal, wenn sie die heiligen Schriften studieren – ob zu Hause, in der Kirche, im Seminar, in den Programmen Mein Fortschritt oder Pflicht vor Gott oder anderweitig –, eines ihrer Hauptziele darin bestehen sollte, noch mehr nach dem Evangelium zu leben und Gott noch näher zu kommen.

Damit die Schüler die Grundsätze, die sie in den heiligen Schriften entdecken, noch leichter verstehen und anwenden, ermuntern Sie sie, beim persönlichen Studium um Hilfe vom Heiligen Geist zu beten. Fordern Sie sie auch auf, beim Schriftstudium Fragen zu stellen wie: Was soll ich mit dieser Erkenntnis anfangen? Was möchte der Herr von mir? Wie ändert sich dadurch mein Leben? Womit kann ich jetzt anfangen oder aufhören, um ein besseres Leben zu führen? Inwiefern wird mein Leben besser sein, wenn ich dies tue? (Sie können einige oder alle Fragen an die Tafel schreiben. Sie können den Schülern auch vorschlagen, sich diese Fragen in ihr Studientagebuch zu schreiben, damit sie sie oft nachlesen können.)

Teilen Sie die Schüler zum Schluss in Zweiergruppen auf. Sie sollen einander von den Grundsätzen erzählen, die sie heute aus 3 Nephi 17:1-10 gelernt haben. Sie sollen darüber sprechen, was sie unternommen haben, um diese Grundsätze besser zu verstehen, und wie sie das, was sie gelernt und verspürt haben, anwenden wollen. Sie sollen auch darüber sprechen, wie sich ihr Leben ändern kann, wenn sie diese Grundsätze anwenden.

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

Lehren und Grundsätze erkennen und verstehen

Zeichnen Sie die folgende Übersicht an die Tafel, damit die Schüler üben können, Lehren und Grundsätze zu erkennen. Regen Sie sie außerdem an, diese Übersicht in ihr Studientagebuch zu schreiben. Lassen Sie die Schüler die Schriftstellen lesen und die Hauptbotschaft dazu aufschreiben.

Schriftstelle

Hauptbotschaft (in eigenen Worten)

1 Nephi 2:16

 

1 Nephi 19:23

 

2 Nephi 32:3

 

Wenn die Schüler genug Zeit hatten, sollen sie erzählen, welche Botschaften sie entdeckt haben. Fordern Sie sie dann auf, einen dieser Grundsätze nach folgendem Muster aufzuschreiben: Wenn ich __________, dann __________Zum Beispiel: Wenn ich Gott im Glauben bitte, dann kann er mein Herz erweichen und mir helfen, zu glauben (siehe 1 Nephi 2:16). Wenn die Schüler fertig sind, sollen sie einem Partner erzählen, was sie aufgeschrieben haben. Sie sollen auch erklären, warum sie diesen Grundsatz bedeutend finden. Fordern Sie ein oder zwei Schüler auf, mit den anderen zu besprechen, inwiefern sich ihr Schriftstudium verbessert, wenn sie die Lehren und Grundsätze des Evangeliums erkennen und verstehen.

Vorgehensweisen und Methoden für das Schriftstudium

Die folgenden Vorgehensweisen können den Schülern bei ihrem Schriftstudium helfen. Sie werden in diesem Leitfaden immer wieder als Erinnerung erwähnt.

Begriffe erklären: Einige der Begriffe, die die Propheten verwendet haben, sind uns nicht geläufig. Der Schriftenführer, die Fußnoten in den heiligen Schriften oder ein herkömmliches Wörterbuch können uns helfen, die Definitionen von Wörtern zu erfahren und Synonyme dafür zu finden. Ein Beispiel: das Wort Messias in 1 Nephi 10:4-17.

Namen austauschen: Man kann die Schriften auch besser auf das eigene Leben beziehen, wenn man anstelle eines Namens in der Schrift den eigenen einsetzt. Beispiel: 1 Nephi 1:1.

Querverweise einfügen: Verknüpft die Schriftstellen miteinander, um deren Bedeutung zu klären und verständlich zu machen. Beispiel: Ihr könnt neben 3 Nephi 12:28 einen Verweis zu Lehre und Bündnisse 42:23 an den Rand schreiben.

Ursache und Wirkung: Achtet auf Zusammenhänge nach dem Muster „Wenn … dann“ oder die mit dem Wort „insofern“ kenntlich gemacht werden. Beispiel: 2 Nephi 1:9.

Schlüsselwörter: Mit Wörtern und Redewendungen wie siehe, darum, wegen, doch oder und so sehen wir werden wir aufgefordert, innezuhalten und auf bestimmte Botschaften zu achten. Beispiel: Helaman 6:35,36.

Aufzählungen in den heiligen Schriften: Die Propheten haben oft Warnungen und Herausforderungen aufgezählt. Wenn ihr solche Aufzählungen findet, könnt ihr die einzelnen Punkte nummerieren. Beispiel: Alma 26:22.

Handlungsrahmen: Findet heraus, wer es ist, der in einem Bericht in den heiligen Schriften spricht, an wen derjenige sich wendet, worüber er spricht und wann und wo sich das Ganze ereignet. Beispiel: Den Handlungsrahmen zu Alma 32:21-43 finden wir in Alma 31:1,6-11 und 32:1-6.

Gegensätze: In den Aufzeichnungen der Propheten werden oft Vorstellungen, Ereignisse und Menschen einander gegenübergestellt. Anhand dieser Gegensätze werden Evangeliumsgrundsätze hervorgehoben. Achtet auf Gegensätze in einzelnen Versen und Kapiteln oder auch kapitel- und buchübergreifend. Beispiel: 2 Nephi 2:27; Alma 48:1-17.

Bildhafte Darstellung: Achten Sie auf Einzelheiten, sodass Sie sich beim Lesen vor Ihrem geistigen Auge ein Bild von der Begebenheit machen können. Stellt euch vor, ihr seid bei bestimmten Ereignissen dabei. Beispiel: Enos 1:1-8.

Symbolik: Wörter wie wie, gleichen oder anwenden auf helfen, Symbole zu erkennen. Schaut über ein Symbol hinaus, indem ihr seine Beschaffenheit erforscht und über seine Eigenschaften nachdenkt. Fußnoten und der Schriftenführer können bei der Auslegung einiger Symbole helfen. Beispiel: Helaman 8:14,15 einschließlich der Fußnoten zu diesen Versen.

Nachsinnen: Zum Nachsinnen gehört, dass man nachdenkt, meditiert, Fragen stellt und abwägt, was man bereits weiß und was man dazugelernt hat. Nachsinnen trägt oft dazu bei, dass man begreift, was man tun muss, um bestimmte Evangeliumsgrundsätze anzuwenden.

Schriftstudium

Wählen Sie auf der Landkarte einen Ort aus, den die Schüler nicht kennen. Die Schüler sollen sich vorstellen, dass sie sich auf eine längere Reise an einen weit entfernten Ort begeben. Sagen Sie ihnen den Namen des Bestimmungsortes, zeigen Sie ihnen aber nicht die Karte und beschreiben Sie den Ort auch nicht.

  • Welches Transportmittel wählt ihr? Was nehmt ihr mit? Was unternehmt ihr, wenn ihr angekommen seid?

Die Schüler werden Mühe haben, sinnvolle Antworten auf diese Fragen zu geben. Zeigen Sie ihnen den Ort auf der Karte, oder erklären Sie, wo er liegt. Erzählen Sie ihnen etwas über den Ort. Stellen Sie ihnen dann noch einmal dieselben Fragen.

  • Inwiefern beeinflusst es unsere Vorbereitung auf eine Reise, wenn wir den Bestimmungsort kennen?

  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man an diesen Ort gelangt, wenn man nicht weiß, wo er liegt?

Erklären Sie: Wenn wir das Ziel einer Reise kennen, hat das großen Einfluss darauf, was wir mitnehmen und wie wir dorthin gelangen. Ähnlich ist es auch, wenn wir wissen, warum wir die heiligen Schriften studieren sollen. Dieses Wissen kann sich erheblich darauf auswirken, wie wir jeden Tag an das Schriftstudium im Unterricht herangehen und welchen Nutzen wir daraus ziehen.

Erinnern Sie die Schüler daran, dass wir im Seminar das Evangelium lernen, indem wir jeden Tag in den heiligen Schriften studieren. Bitten Sie einen Schüler, die nachstehende Aussage von Präsident Marion G. Romney vorzulesen. Bitten Sie die Teilnehmer, auf ein Hauptziel für das Schriftstudium zu achten:

„Man kann die Schriften nicht aufrichtig studieren, ohne dabei auch die Grundsätze des Evangeliums zu lernen. Die Schriften wurden dafür geschrieben, die Grundsätze zu unserem Nutzen zu bewahren.“ („The Message of the Old Testament“, CES-Symposium zum Alten Testament, 17. August 1979, Seite 3, si.lds.org.)

  • Warum wurden laut Präsident Romney die heiligen Schriften geschrieben?

  • Inwiefern unterscheidet sich das Studieren in den heiligen Schriften vom Lernen für eine Klassenarbeit in der Schule?

Betonen Sie, dass das Ziel des Schriftstudiums nicht lediglich darin besteht, mehr über die Ereignisse in den Schriften zu erfahren; es gehört auch dazu, dass man die Wahrheiten des Evangeliums, die uns die Verfasser der heiligen Schriften nahebringen wollten, entdeckt und danach lebt. Diese Wahrheiten werden als Lehren und Grundsätze bezeichnet.

Zeichnen Sie vor Unterrichtsbeginn das folgende Bild an die Tafel, um den Schülern verständlich zu machen, was Lehren und Grundsätze sind, und um zu veranschaulichen, welche entscheidende Rolle beides beim Schriftstudium spielt:

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Erklären Sie, dass die Figur links die Propheten und andere Gestalten in den heiligen Schriften darstellt. Die Figur rechts steht für jeden von uns. Wenn Sie konkreter sein wollen, können Sie die Schüler bitten, jemanden aus dem Buch Mormon (zum Beispiel Nephi oder Ammon) zu nennen und dessen Namen unter das Bild auf der linken Seite zu schreiben. Anschließend können Sie den Namen eines Schülers unter das Bild auf der rechten Seite schreiben. Weisen Sie auf die Kluft zwischen den beiden Bildern hin.

  • Welche Unterschiede gibt es zwischen uns und den Menschen in den heiligen Schriften, die es schwierig machen können, die Schriften zu verstehen oder auf uns zu beziehen? (Die Schüler könnten beispielsweise auf eine unterschiedliche Lebensweise, Kultur, Sprache oder geografische Lage hinweisen.)

Bitten Sie einen Schüler, in die Zeichnung an der Tafel eine Brücke zu malen und darauf Lehren und Grundsätze zu schreiben.

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Sagen Sie den Schülern, dass Lehren und Grundsätze ewige, unveränderliche Evangeliumswahrheiten sind. Sie waren wahr, als die heiligen Schriften geschrieben wurden, und wenn wir sie anwenden, können wir dadurch dem Herrn näherkommen und kluge Entscheidungen treffen. Wie auf der Zeichnung zu sehen ist, verbinden die Lehren und Grundsätze beide Zeitabschnitte und tragen dazu bei, die Kluft zu überbrücken.

Erklären Sie, dass das Studium der heiligen Schriften aus drei wichtigen Teilen besteht: 1.) Kontext oder Hintergrund, Handlung und Ereignisse in den heiligen Schriften verstehen; 2.) Lehren und Grundsätze erkennen und verstehen und 3.) diese Wahrheiten anwenden. Fügen Sie diese drei Bestandteile des Schriftstudiums wie unten abgebildet in die Zeichnung an der Tafel ein.

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