Lektion 4: Titelseite, Einleitung und das Zeugnis der Zeugen

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Wenn Sie aus dem Buch Mormon lehren, können die Schüler Wahrheiten entdecken, die sie Gott näherbringen. Bereits zu Beginn des Buches wird deutlich, dass die Verfasser des Buches Mormon davon Zeugnis ablegen wollten, dass Jesus der Messias ist. In dem Buch wird das Bündnis Gottes mit dem Haus Israel bekräftigt und die Notwendigkeit aufgezeigt, dass alle Kinder Gottes heilige Bündnisse eingehen und halten. Wenn die Schüler das Buch Mormon gebeterfüllt studieren, erlangen sie ein stärkeres Zeugnis vom Evangelium Jesu Christi und von der Wiederherstellung seiner Kirche in den Letzten Tagen. Darüber hinaus lernen sie, größeren Glauben an Jesus Christus und an sein Sühnopfer auszuüben.

Anregungen für den Unterricht

Alle Anregungen für den Unterricht zu dieser Lektion aufzugreifen kostet vermutlich mehr Zeit, als Ihnen zur Verfügung steht. Wägen Sie daher gebeterfüllt ab, was Ihre Schüler am meisten brauchen.

Titelseite

Bitten Sie die Schüler, die Titelseite des Buches Mormon aufzuschlagen. Diese Seite beginnt mit den Worten „Das Buch Mormon – ein Bericht, von Mormon mit eigener Hand auf Platten geschrieben, den Platten Nephis entnommen“. Der Prophet Joseph Smith hat über die Entstehung der Titelseite gesagt:

„Die Titelseite des Buches Mormon ist eine wortwörtliche Übersetzung, die dem allerletzten Blatt entnommen wurde, und zwar von der linken Seite der … Platten, die den Bericht enthielten, der übersetzt wurde; … die besagte Titelseite ist keinesfalls eine neuzeitliche Ausarbeitung, weder von mir noch von irgendeinem anderen Menschen, der zu dieser Zeit lebt oder gelebt hat.“ (Aus: History of the Church, 1:71.)

Fordern Sie die Schüler auf, die Titelseite des Buches Mormon leise zu lesen. Bitten Sie sie, auf Formulierungen zu achten, in denen der Zweck des Buches Mormon steht. (Sie können sie darauf hinweisen, dass dieser Zweck gemeint ist, wenn im Buch Mormon von etwas die Rede ist, was dem Leser „gezeigt“ werden soll.) Bitten Sie einige Schüler, ihre Antworten an die Tafel zu schreiben. Die Schüler sollen anschließend den zweiten Absatz noch einmal für sich lesen und für den „Überrest des Hauses Israel“ den eigenen Namen einsetzen.

  • Welcher Zweck des Buches Mormon hat sich in eurem Leben erfüllt, als ihr das Buch gelesen habt? Auf welche Weise hat er sich erfüllt?

  • Inwiefern hilft euch das Wissen, dass diejenigen, die mit dem Herrn Bündnisse schließen, „nicht für immer verstoßen sind“?

Sagen Sie den Schülern, dass es Zeiten geben mag, zu denen sie das Gefühl haben, sie seien allein oder „verstoßen“ worden.

  • Warum ist es in solchen Zeiten wichtig, dass man weiß, dass man „nicht für immer verstoßen“ ist?

  • Inwiefern zeigt diese Verheißung, dass Gott euch liebt?

Damit die Schüler den wichtigsten Zweck des Buches Mormon ermessen können, soll jemand die folgende Aussage von Präsident Ezra Taft Benson vorlesen:

Präsident Ezra Taft Benson

„Die wichtigste Mission des Buches Mormon, wie sie auf der Titelseite niedergeschrieben wurde, ist, dass ‚die Juden und die Andern davon überzeugt werden, dass Jesus der Christus ist, der ewige Gott, der sich allen Nationen kundtut‘.

Wer ehrlich nach der Wahrheit sucht, kann das Zeugnis erlangen, dass Jesus der Christus ist, vorausgesetzt, er denkt gebeterfüllt über die inspirierten Worte im Buch Mormon nach.

Mehr als die Hälfte aller Verse im Buch Mormon nehmen Bezug auf den Herrn. Einige Formen seines Namens werden im Buch Mormon sogar häufiger pro Vers genannt als im Neuen Testament.

Im Buch Mormon werden dem Herrn über hundert verschiedene Namen beigelegt. Diese Namen sollen vor allen Dingen sein göttliches Wesen deutlich machen.“ („Come unto Christ“, Ensign, November 1987, Seite 83.)

Geben Sie Zeugnis, dass das Buch Mormon ein Zeuge dafür ist, dass Jesus der Messias ist.

Einleitung zum Buch Mormon

Zeichnen Sie einen Gewölbebogen an die Tafel (siehe Darstellung) oder fertigen Sie aus Holz oder anderen Materialien ein Modell an.

Gewölbebogen aus Stein

Bitten Sie einen Schüler, die Erklärung von Joseph Smith in der Einleitung zum Buch Mormon vorzulesen (siehe Absatz 6). Schlagen Sie den Schülern ruhig vor, diese Erklärung in ihren Schriften zu markieren.

  • Welchem Zweck dient ein Schlussstein?

Erklären Sie, dass der Schlussstein der mittlere Stein am höchsten Punkt des Gewölbebogens ist. Wenn ein Bogen gebaut wird, werden die beiden Seiten zunächst abgestützt. Der Zwischenraum am höchsten Punkt des Bogens wird exakt vermessen und der Schlussstein wird so behauen, dass er genau hineinpasst. Wenn der Schlussstein eingesetzt ist, hält der Bogen auch ohne Stützen.

  • Was geschieht mit dem Bogen, wenn der Schlussstein entfernt wird? (Wenn Sie ein Modell verwenden, demonstrieren Sie das, indem Sie den Schlussstein entfernen.)

  • Inwiefern ist das Buch Mormon in Bezug auf das wiederhergestellte Evangelium wie ein Schlussstein?

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Präsident Ezra Taft Benson vorzulesen. (Sie können das Zitat auch als Handzettel an die Schüler austeilen, damit sie es in ihre Schriften legen können, oder Sie schlagen den Schülern vor, die Aussage Präsident Bensons direkt in ihre Schriften zu schreiben, zum Beispiel an den oberen oder unteren Rand der ersten Seite der Einleitung.)

„In dreierlei Hinsicht ist das Buch Mormon der Schlussstein unserer Religion. Es ist der Schlussstein im Zeugnis von Christus, der Schlussstein unserer Lehre und der Schlussstein unseres Zeugnisses.“ („Das Buch Mormon – der Schlussstein unserer Religion“, Der Stern, Januar 1987, Seite 4.)

Um den Schülern verständlich zu machen, inwiefern das Buch Mormon der Schlussstein unseres Zeugnisses ist, bitten Sie einen Schüler, folgende Erklärung von Präsident Benson vorzulesen:

„Das Buch Mormon [ist] der Schlussstein des Zeugnisses. So wie der Gewölbebogen in sich zusammenfällt, wenn der Schlussstein entfernt wird, so steht oder fällt die ganze Kirche mit der Echtheit des Buches Mormon. … Wenn … das Buch Mormon wahr ist …, dann muss man die Wiederherstellung akzeptieren und alles, was damit einhergeht.“ („Das Buch Mormon – der Schlussstein unserer Religion“, Seite 4.)

  • Wie hat das Zeugnis vom Buch Mormon euer Zeugnis von den Lehren und Grundsätzen des Evangeliums beeinflusst?

  • Wie hat das Buch Mormon euch Gott nähergebracht?

Vielleicht möchten Sie darüber sprechen, wie das Studium des Buches Mormon Ihr Zeugnis gestärkt hat und Sie dem Herrn nähergebracht hat.

Fordern Sie die Schüler auf, beim Rollenspiel mitzumachen. Sie sollen sich vorstellen, dass sie jemandem ein Buch Mormon überreichen, der nicht der Kirche angehört. Sie können sich auf das Rollenspiel vorbereiten, indem Sie sie zunächst in zwei Gruppen einteilen. Bitten Sie die erste Gruppe, Absatz 2 bis 4 in der Einleitung zum Buch Mormon zu lesen. Bitten Sie die zweite Gruppe, die Absatz 5 bis 8 zu lesen. Beide Gruppen sollen Aussagen heraussuchen, die sie für wichtig halten, wenn man mit jemandem über das Buch Mormon spricht.

Nachdem die Schüler ausreichend Zeit hatten, zu lesen und sich vorzubereiten, bitten Sie einen Schüler, nach vorne zu kommen und die Rolle von jemandem zu übernehmen, der nicht der Kirche angehört. Bitten Sie außerdem aus jeder der beiden Gruppen einen Schüler nach vorne. Diese beiden Schüler sollen zwei Missionare darstellen. Sie sprechen mit dem ersten Schüler über das Buch Mormon und verwenden dazu das Material, das ihre Gruppe in der Einleitung gefunden hat.

Fragen Sie den Rest der Klasse nach dem Rollenspiel, ob es in der Einleitung noch weitere Punkte gibt, die sie angeführt hätten, wenn sie die Rolle der Missionare gespielt hätten.

Sie können darauf hinweisen, dass das Buch Mormon nicht den Anspruch erhebt, die Geschichte aller Völker wiederzugeben, die damals in der westlichen Welt gelebt haben. Es ist lediglich ein Bericht von den Nachkommen Lehis (den Nephiten und den Lamaniten) und dem Volk Jareds. Es kann auch weitere Völker gegeben haben, die den Doppelkontinent in der westlichen Erdhälfte vor, während oder nach den im Buch Mormon berichteten Ereignissen bewohnt haben.

Bitten Sie die Schüler, Moroni 10:3-5 für sich zu lesen.

  • Wie können wir laut Moroni wissen, dass das Buch Mormon wahr ist?

Die Schüler sollen Absatz 8 und 9 in der Einleitung zum Buch Mormon lesen. Bitten Sie sie, drei weitere Wahrheiten zu finden, über die sie ein Zeugnis erlangen, wenn sie Moronis Aufforderung annehmen.

Bezeugen Sie, was der Heilige Geist uns bezeugt, wenn wir im Buch Mormon lesen, darüber nachsinnen und beten, nämlich dass das Buch wahr ist, dass Jesus der Messias ist, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war und dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage das Reich Gottes auf Erden ist.

Zeugnisse von drei Zeugen und von acht Zeugen

Die Schüler sollen sich vorstellen, sie hätten jemanden dabei beobachtet, wie er aus dem Haus ihres Nachbarn etwas Wertvolles entwendet.

  • Warum ist ein Zeuge so wichtig, wenn man ein Verbrechen aufklären will?

  • Inwiefern hilft es, mehr als einen Zeugen zu haben?

Bitten Sie die Schüler, „Das Zeugnis von drei Zeugen“ für sich zu lesen. Fordern Sie sie auf, nach Aussagen zu suchen, die ihnen besonders bedeutungsvoll erscheinen. Sie können ihnen vorschlagen, diese Aussagen zu markieren.

  • Welche Sätze habt ihr markiert? Wieso sind sie für euch von Bedeutung? (Sie könnten darauf hinweisen, dass die Stimme des Herrn den drei Zeugen verkündete, dass die Platten durch die Gabe und Macht Gottes übersetzt wurden.)

Ein Schüler soll das Zeugnis der acht Zeugen vorlesen. Bitten Sie den Rest der Klasse, auf die Unterschiede zwischen den Zeugnissen der drei Zeugen und der acht Zeugen zu achten.

  • Welche Unterschiede habt ihr bemerkt?

Bitten Sie die Schüler, ihr eigenes Zeugnis und ihre Gedanken über das Buch Mormon aufzuschreiben. Sie können das in ihr Studientagebuch oder auf eine leere Seite in den heiligen Schriften schreiben. Vielleicht meinen ein paar Schüler, sie wüssten noch gar nicht, dass das Buch Mormon wahr ist. Machen Sie ihnen Mut, im Laufe des Jahres ein Zeugnis zu erlangen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Titelseite

Folgende Definitionen können beim Studium der Titelseite des Buches Mormon hilfreich sein.

Das Haus Israel bezieht sich auf die Nachkommen von Abraham, Isaak und Jakob. Abrahams Enkel Jakob, dessen Name in Israel geändert wurde, hatte zwölf Söhne. Ihre Nachkommen wurden als die zwölf Stämme Israels bekannt. Da sie Nachfahren Abrahams waren, war das Haus Israel ebenfalls das Bundesvolk des Herrn. Heutzutage gehören zum Haus Israel auch diejenigen, die mit dem Herrn Bündnisse schließen und seine Gebote halten. Der Name Israel hat daher unterschiedliche Bedeutungen. Er bezieht sich auf 1.) Jakob, 2.) die buchstäblichen Nachkommen Jakobs und 3.) wahre Nachfolger Christi, ungeachtet ihrer Abstammung oder ihres Wohnorts (vgl. Schriftenführer, „Israel“).

Der Begriff Jude bezog sich ursprünglich auf jemanden vom Stamm Juda (einem der zwölf Stämme Israels). Später bezeichnete man so jeden, der innerhalb des Königreichs Juda lebte (zur Zeit des Alten Testaments der südliche Teil des geteilten Königreichs Israel), selbst wenn keine Zugehörigkeit zum Stamm Juda bestand. Der Begriff bezieht sich auch auf „Menschen, welche die Religion, die Lebensart und die Traditionen des Judentums praktizieren, aber nicht unbedingt von Geburt her jüdisch sind“ (Schriftenführer, „Juden“, scriptures.lds.org).

Die Andern bedeutet „die Nationen“. Der Begriff bezieht sich 1.) auf diejenigen, die nicht vom Haus Israel sind, 2.) auf diejenigen, die nicht an den Gott Israels glauben oder die nicht das Evangelium haben, und zwar unabhängig von ihrer Abstammung, und 3.) auf Menschen, die nicht aus dem Land Juda kommen oder nicht dort leben. Beispielsweise werden in 1 Nephi 13:3-13 die Pilgerväter und Siedler als „die Andern“ bezeichnet. Diejenigen, die das Buch Mormon hervorgebracht haben, werden in 1 Nephi 13:34 als die Andern bezeichnet. Auch das Buch Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle wurden von den Andern hervorgebracht (siehe 1 Nephi 13:39). Die Vereinigten Staaten von Amerika werden in 1 Nephi 13:34,39 als eine Nation der Andern bezeichnet.

Mit Auszug ist die gekürzte Version eines Schriftstücks gemeint.

Ein Überrest ist ein verbleibender Teil. Die Formulierung „ein Überrest des Hauses Israel“ auf der Titelseite des Buches Mormon bezieht sich auf das weithin verstreute Volk Israel und seine Nachkommenschaft. Als Moroni seinen Bericht zu Ende brachte und die Goldplatten versiegelte, die in den Letzten Tagen hervorkommen sollten, galt sein besonderes Interesse den überlebenden Lamaniten und ihren Nachkommen, die, wie sein Vater sagte, „ein Überrest des Hauses Israel“ sind (Mormon 7:1). Moroni schaute nach dem Tag aus, da die Lamaniten das Evangelium Jesu Christi wieder kennen und es annehmen würden (siehe Moroni 1:4).

Einleitung. Die heutigen Nachkommen der Lamaniten

Die Lamaniten gehören zu den Vorfahren der amerikanischen Indianer. Im Buch Mormon steht jedoch nicht, dass alle amerikanischen Indianer Nachkommen der Lamaniten sind. Dazu sagte Präsident Anthony W. Ivins von der Ersten Präsidentschaft einmal:

„Wir müssen gut achtgeben, welche Schlüsse wir ziehen. Das Buch Mormon vermittelt die Geschichte von drei verschiedenen Völkern …, die aus der Alten Welt zu diesem Kontinent kamen. Es steht dort nicht, dass vor ihnen niemand hier war. Es steht dort nichts darüber, dass nicht auch Menschen nach ihnen hierherkamen. Wenn also Entdeckungen gemacht werden, die auf eine unterschiedliche Herkunft der Rassen hindeuten, so ist dies ganz leicht und vernünftig zu erklären, denn wir glauben, dass auch andere Völker auf diesen Kontinent gekommen sind.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1929.)

Zeugnis der drei Zeugen. „Übersetzt durch die Gabe und Macht Gottes“

Elder Neal A. Maxwell vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darauf hingewiesen, dass das Buch Mormon zwar durch die Gabe und Macht Gottes übersetzt wurde, wir aber nicht wissen, wie die Übersetzung genau abgelaufen ist:

„Viele, die das Buch Mormon lesen, haben verständlicherweise den Wunsch, mehr über sein Hervorkommen zu erfahren, einschließlich des tatsächlichen Übersetzungsvorgangs. Dem treuen und loyalen Hyrum Smith ging das sicherlich nicht anders. Auf seine Nachfrage hin wurde Hyrum vom Propheten Joseph gesagt, es sei nicht vorgesehen, der Welt alle Einzelheiten über das Hervorkommen des Buches Mormon mitzuteilen, und überdies auch nicht ratsam, diese Dinge weiterzugeben (siehe History of the Church, 1:220). Was wir also über das Hervorkommen des Buches Mormon wissen, ist ausreichend, aber nicht vollständig. …

Einzig der Prophet Joseph kannte den ganzen Ablauf, und dieser hielt sich bewusst damit zurück, die Einzelheiten zu beschreiben. Schauen wir uns kurz die Worte von David Whitmer, Joseph Knight und Martin Harris an, die nur beobachtet, aber nicht selbst übersetzt hatten. David Whitmer berichtete, durch den Gebrauch göttlicher Hilfsmittel, die dem Propheten an die Hand gegeben worden waren, seien ‚Hieroglyphen erschienen und ebenfalls die Übersetzung in englischer Sprache, und zwar in hellen, leuchtenden Buchstaben.‘ Daraufhin las Joseph Oliver die Worte vor. (Aus: James H. Hart, „About the Book of Mormon“, Deseret Evening News, 25. März 1884, Seite 2.) Martin Harris sagte über den Seherstein: ‚Die Sätze erschienen und wurden vom Propheten vorgelesen und von Martin niedergeschrieben.‘ (Aus: Edward Stevenson, „One of the Three Witnesses: Incidents in the Life of Martin Harris“, Latter-day Saints‘ Millennial Star, 6. Februar 1882, Seite 86f.) Joseph Knight machte ähnliche Beobachtungen (siehe Dean Jessee, „Joseph Knight‘s Recollection of Early Mormon History“, BYU Studies 17, Herbst 1976, Seite 35).

Von Oliver Cowdery wird berichtet, dass er vor Gericht bezeugt hat, der Urim und Tummim habe Joseph in die Lage versetzt, die reformierten ägyptischen Zeichen, die auf den Platten eingraviert waren, auf Englisch zu lesen (siehe „Mormonites“, Evangelical Magazine and Gospel Advocate, 9. April 1831). Wenn diese Berichte stimmen, weisen sie darauf hin, dass Gott bei diesem Vorgang Joseph ‚Einsicht und Macht gegeben hatte‘, zu übersetzen (LuB 3:12). …

Diese Art Offenbarung erforderte scheinbar nicht, dass der Prophet in dieser altertümlichen Sprache bewandert war. Ständige Offenbarung war entscheidender, als die aufgeschlagenen Platten ständig vorliegen zu haben, die auf Anweisung ohnehin vor den Augen Unbefugter geschützt werden sollten.

Obwohl der Einsatz göttlicher Hilfsmittel zu der schnellen Übersetzung beigetragen haben mag, kann es auch sein, dass der Prophet zuweilen weniger mechanisch vorging. Wir kennen die Einzelheiten einfach nicht.

Wir wissen jedoch, dass dieser Vorgang großen Glauben erforderte und nicht einfach war. Diese Tatsache zeigte sich deutlich, als Oliver Cowdery selbst einen Übersetzungsversuch unternahm. Oliver schaffte es nicht, weil er nicht weitergemacht hat, wie er begonnen hatte; und da es ihm an Glauben und Werken mangelte, hatte er sich keine Gedanken gemacht, außer den Herrn zu bitten (siehe LuB 9:5,7). Er war dafür nicht angemessen vorbereitet. …

Wie auch immer der Vorgang im Einzelnen ablief, er verlangte Joseph intensive, persönliche Anstrengungen ab und noch dazu den Einsatz von Werkzeugen, die der Offenbarung dienten. Es mag sein, dass der Vorgang sich unter Einsatz des Urims und Tummims mit Josephs zunehmenden Fähigkeiten änderte und dass der Prophet gegen Ende der Übersetzungsarbeit weniger auf diese Instrumente angewiesen war. Elder Orson Pratt vom Kollegium der Zwölf Apostel sagte, Joseph Smith habe ihm erzählt, dass er den Urim und Tummim verwendet habe, als er im Übersetzen noch unerfahren war, ihn aber später nicht mehr gebraucht habe, beispielsweise bei seiner Übersetzung vieler Schriftstellen aus der Bibel (siehe Latter-day Saints’ Millennial Star, 11. August 1874, Seite 498f.).“ („By the Gift and Power of God“, Ensign, Januar 1997, Seite 39.)

Zusätzliche Anregungen für den Unterricht

Titelseite

Weisen Sie die Schüler auf die zweite Hälfte des zweiten Abschnitts der Titelseite vom Buch Mormon hin.

  • Was wollten die Verfasser des Buches Mormon sowohl den Juden als auch den Andern über Jesus mitteilen?

Sie können erklären, dass „Christus (ein griechisches Wort) und Messias (ein hebräisches Wort) … ‚der Gesalbte‘ [bedeuten]. Jesus Christus ist der Erstgeborene des Vaters im Geist (Hebräer 1:6; LuB 93:21). Er ist der Einziggezeugte des Vaters im Fleisch (Johannes 1:14; 3:16). Er ist Jehova (LuB 110:3,4) und wurde vor der Erschaffung der Welt zu seiner großen Berufung vorherordiniert.“ (Schriftenführer, „Jesus Christus“, scriptures.lds.org; siehe auch „Messias“.)

Verdeutlichen Sie anhand der folgenden Grafik, wie stark das Buch Mormon auf Jesus Christus ausgerichtet ist.

Hinweise auf Jesus Christus im Buch Mormon

Buch

Hinweise auf Namen und Titel für Christus

Anzahl der Verse im Buch

Anzahl der Verse pro Hinweis

1 Nephi

474

618

1,3

2 Nephi

591

779

1,32

Jakob

156

203

1,3

Enos

22

27

1,23

Jarom

8

15

1.88

Omni

20

30

1,5

Worte Mormons

15

18

1,2

Mosia

492

785

1,6

Alma

1013

1975

1,95

Helaman

225

497

2,21

3 Nephi

293

788

2,69

4 Nephi

42

49

1,17

Mormon

188

227

1,21

Ether

220

433

1,97

Moroni

166

163

0,98

Gesamt

3925

6607

1,68

(Aus: Susan Easton Black, Finding Christ through the Book of Mormon, 1987, Seite 16.)

Weisen Sie darauf hin, dass die Verfasser des Buches Mormon sich alle 1,7 Verse auf Jesus Christus beziehen, indem sie seinen Namen oder einen seiner Titel erwähnen. Im Vergleich dazu erwähnen die Verfasser des Neuen Testaments „eine seiner Bezeichnungen durchschnittlich nach etwa 2,1 Versen“ (Susan Easton Black, Finding Christ through the Book of Mormon, Seite 15).

Verweisen Sie auf den Satz, „dass Jesus der Christus ist, der Ewige Gott, der sich allen Nationen kundtut“. Bezeugen Sie, dass sich Jesus Christus all denen kundtut, die zu ihm kommen. Fordern Sie die Schüler auf, folgende Schriftstellen aufzuschlagen und darauf zu achten, auf welche Weise sich der Herr denjenigen offenbart, die ihn suchen:

Fragen Sie die Schüler, was sie herausgefunden haben. Stellen Sie die folgende Frage, damit die Schüler außerdem Zeugnis geben können, wie das Buch Mormon ihnen zu Einsichten über Jesus Christus verholfen hat:

  • Inwiefern hat das Buch Mormon euer Zeugnis von Jesus Christus gestärkt?

Bitten Sie einen Schüler, diese Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

„Die alles beherrschende Figur und Hauptperson des Buches Mormon, vom ersten Kapitel bis zum letzten, ist der Herr Jesus Christus. … In dem Buch geht es hauptsächlich um das, worum es in den Zeugnissen der heiligen Schriften seit den Tagen Adams und Evas schon immer ging, nämlich allen zu verkünden: ‚Da du gefallen bist, [kannst] du wieder erlöst werden …, und auch die ganze Menschheit, ja, alle, die wollen‘, und zwar durch das Sühnopfer des Gottessohnes. [Mose 5:9]. …

„Das Buch Mormon ist der alles überragende Bericht über Gottes Bündnis mit seinen Kindern hier auf Erden und über seine Liebe zu ihnen.“ Es ist seine endgültige Erklärung für die Letzten Tage über das Sühnopfer seines Sohnes.“ (Christ and the New Covenant: The Messianic Message of the Book of Mormon, 1997, Seite 3f.)

Bitten Sie einen Schüler, 3 Nephi 5:25,26 vorzulesen.

  • Was ist nach diesen Versen die Folge davon, dass Gott den Bund mit seinem Volk wiederhergestellt hat?

  • Was geschieht laut 3 Nephi 5:26, wenn wir Bündnisse eingehen und sie einhalten?

Einleitung

Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Präsident Ezra Taft Benson vorzulesen. (Sie können dieses Zitat vor Unterrichtsbeginn auch an die Tafel schreiben.)

Präsident Ezra Taft Benson„Das Buch Mormon ist der Schlussstein unserer Religion Das hat der Prophet Joseph Smith einmal gesagt. Er hat bezeugt, ‚das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlussstein unserer Religion‘ (Einleitung zum Buch Mormon). Der Schlussstein ist der mittlere Stein in einem Gewölbebogen. Er hält alle anderen Steine zusammen und wenn er entfernt wird, fällt der Bogen in sich zusammen.

In dreierlei Hinsicht ist das Buch Mormon der Schlussstein unserer Religion. Es ist der Schlussstein im Zeugnis von Christus, der Schlussstein unserer Lehre und („Das Buch Mormon – der Schlussstein unserer Religion“, Der Stern, Januar 1987, Seite 4.)

Schreiben Sie die drei Punkte an die Tafel, auf welche Weise laut Präsident Benson das Buch Mormon „der Schlussstein unserer Religion“ ist.

  • Zeuge für Christus

  • Lehre

  • Zeugnis

  • Welche Wahrheiten über Jesus Christus sind im Buch Mormon festgehalten? (Um den Schülern die Antwort zu erleichtern, können Sie sie auf das Stichwortverzeichnis der Schriften hinweisen, wo sie in den Einträgen zu Jesus Christus nachsehen können.)

Nachdem die Schüler ein paar Antworten gegeben haben, soll einer die folgende Aussage von Präsident Benson vorlesen:

Das Buch Mormon ist der Schlussstein in unserem Zeugnis von Jesus Christus, der wiederum der Eckstein all unseres Handelns ist. Es bezeugt mit Kraft und Klarheit, dass er wirklich lebt. Die Bibel ist über Generationen von Kopisten, Übersetzern und verderbten Religionsbekennern verändert worden. Im Gegensatz dazu ist das Buch Mormon durch eine inspirierte Übersetzung zum Leser gelangt. Darum ist dieses Zeugnis vom Herrn klar, unverfälscht und voller Kraft. Aber das ist noch nicht alles. Ein Großteil der Christenheit lehnt heute den Erlöser als Gott ab. Sie stellen seine wundersame Geburt, sein vollkommenes Leben und seine herrliche Auferstehung in Frage. Im Buch Mormon ist klar und unmissverständlich festgehalten, dass dies alles wahr ist. Außerdem wird darin die Lehre vom Sühnopfer sehr ausführlich erklärt. Dieses von Gott inspirierte Buch ist wirklich ein Schlussstein, da es der Welt bezeugt, dass Jesus der Christus ist.“ (Ensign, November 1986, Seite 5.)

Erinnern Sie die Schüler daran, dass Präsident Benson außerdem bezeugt hat, das Buch Mormon sei „der Schlussstein unserer Lehre“. Bitten Sie einen Schüler, folgende Aussage von Präsident Benson vorzulesen:

„Der Herr selbst hat erklärt, das Buch Mormon enthalte ‚die Fülle des Evangeliums Jesu Christi‘ (LuB 20:9). Das bedeutet nicht, dass es jede einzelne Lehre enthält, die je offenbart wurde. Vielmehr heißt es, dass wir im Buch Mormon die Fülle der Lehren finden, die wir zu unserer Errettung brauchen. Sie werden so klar und einfach erklärt, dass sogar ein Kind versteht, welcher Weg zur Errettung und Erhöhung führt. Das Buch Mormon gibt uns ungemein viel von dem, was unser Verständnis von den Lehren der Errettung erweitert. Ohne dieses Buch wäre vieles in den anderen Schriften weit weniger klar und kostbar.“ (Ensign, November 1986, Seite 6.)

Erinnern Sie die Schüler daran, dass Präsident Benson außerdem bezeugt hat, das Buch Mormon sei „der Schlussstein des Zeugnisses“.

  • Warum ist es eurer Meinung nach wichtig, ein Zeugnis vom Buch Mormon zu haben?

Bitten Sie einen Schüler, folgende Aussage von Präsident Benson vorzulesen:

„Das Buch Mormon [ist] der Schlussstein des Zeugnisses. So wie der Gewölbebogen in sich zusammenfällt, wenn der Schlussstein entfernt wird, so steht oder fällt die ganze Kirche mit der Echtheit des Buches Mormon. … Wenn … das Buch Mormon wahr ist …, dann muss man die Wiederherstellung akzeptieren und alles, was damit einhergeht.“ (Der Stern, Januar 1987, Seite 4.)

  • Wie hat das Zeugnis vom Buch Mormon euer Zeugnis von den Lehren und Grundsätzen des Evangeliums beeinflusst?

  • Wie hat das Buch Mormon euch Gott nähergebracht?

Lassen Sie die Schüler die beiden letzten Absätze der Einleitung zum Buch Mormon lesen.

  • Wenn das Buch Mormon wahr ist, was muss dann ebenfalls wahr sein?

Sie können die folgende Aussage Präsident Bensons lesen, inwiefern das Buch Mormon der Schlussstein unseres Zeugnisses und die Antwort auf jeden Einwand ist:

„Alle Einwände, ob es sich um Fragen zur Abtreibung, zur Mehrehe, zur Sabbatheiligung und so weiter handelt, hängen im Grunde davon ab, ob Joseph Smith und seine Nachfolger wirklich Propheten waren oder sind, die Offenbarung von Gott erhalten. Ich möchte Ihnen jetzt darlegen, wie Sie die meisten Einwände durch das Buch Mormon widerlegen können.

Erstens: Sie müssen den Einwand verstehen.

Zweitens: Sie müssen mit einem offenbarten Grundsatz darauf antworten.

Drittens: Sie müssen zeigen, dass die Richtigkeit der Antwort davon abhängt, ob wir heute durch neuzeitliche Propheten neuzeitliche Offenbarungen erhalten.

Viertens: Sie müssen erklären, dass die Frage, ob wir neuzeitliche Propheten und neuzeitliche Offenbarungen haben, sich nur dann wirklich beantworten lässt, wenn man sich die Frage stellt, ob das Buch Mormon wahr ist.

Die wichtigste Frage, auf die also jemand, der etwas gegen die Kirche vorzubringen hat, eine Antwort finden muss, ist die, ob das Buch Mormon wahr ist. Denn wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist Jesus der Messias, dann war Joseph Smith sein Prophet und dann ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wahr und wird heute von einem Propheten geführt, der Offenbarung empfängt.“ („The Book of Mormon Is the Word of God“, Ensign, Mai 1975, Seite 64f.)

Das Zeugnis von drei Zeugen

Ein Schüler soll den folgenden Bericht vorlesen, in dem es darum geht, wie erleichtert Joseph Smith war, als es auch anderen gestattet wurde, die Goldplatten zu sehen und mit ihm zusammen als Zeugen für die Welt dazustehen:

Nachdem die drei Zeugen die Goldplatten gesehen hatten, berichtete Lucy Mack Smith, die Mutter von Joseph Smith: „Als sie nach Hause zurückkehrten, war es zwischen drei und vier Uhr nachmittags. Mrs. Whitmer, Mr. Smith und ich saßen zu der Zeit im Schlafzimmer. Als Joseph hereinkam, warf er sich neben mich hin und rief: ‚Vater, Mutter, ihr wisst nicht, wie glücklich ich bin. Der Herr hat es nun zugelassen, dass die Platten außer mir noch drei anderen gezeigt wurden. Sie haben einen Engel gesehen, der ihnen Zeugnis gab, und sie werden von der Wahrheit, die ich verkündet habe, Zeugnis ablegen, denn jetzt wissen sie selbst, dass ich die Menschen nicht täusche. Ich habe das Gefühl, als sei ich von einer Last befreit worden, die für mich fast zu schwer zu tragen war, und meine Seele jauchzt, dass ich nicht länger völlig allein in der Welt dastehe.‘“(History of Joseph Smith by His Mother, Lucy Mack Smith, Hg. Preston Nibley, 1958, Seite 152).

  • Warum war Joseph Smith wohl derart erleichtert, als es weitere Zeugen für die Goldplatten gab?

  • Welche Bedeutung hat es, dass zu Beginn des Buches Mormon das Zeugnis von drei und von acht Zeugen hinzugefügt wurde?

  • Wie könnt ihr der Welt ein Zeuge dafür sein, dass das Buch Mormon wahr ist?

Lesen Sie gemeinsam Moroni 10:3-5. Erklären Sie den Schülern, dass sie ebenfalls Zeugen für das Buch Mormon sein können. Auch wenn sie die Platten nicht zu Gesicht bekommen und niemals berühren, können sie dennoch vom Heiligen Geist ein machtvolles Zeugnis erlangen, dass das Buch Mormon wahr ist. Fordern Sie die Schüler auf, täglich im Buch Mormon zu lesen, damit ihr Zeugnis von diesem Buch gestärkt wird. Ein Schüler soll die folgende Aussage von Präsident Henry B. Eyring vorlesen:

„Jedes Mal, wenn ich im Buch Mormon lese – selbst, wenn es nur ein paar Zeilen sind –, spüre ich, wie mein Zeugnis gestärkt wird, dass das Buch wahr ist, dass Jesus der Messias ist, dass wir ihm nach Hause folgen … können. Für mich ist es schon immer das Buch der Bücher gewesen. Es ist das Wort Gottes.

Ich bete darum, dass wir und alle, die uns am Herzen liegen, uns täglich in dieses Buch vertiefen.“ („Das Buch Mormon als persönliche Richtschnur“, Liahona, September 2010, Seite 5.)

Fordern Sie die Schüler auf, sich zu verpflichten, in diesem Jahr das Buch Mormon durchzulesen. Sie können die Schüler daran erinnern, dass sie Anforderungen für die Programme „Mein Fortschritt“ und „Pflicht vor Gott“ erfüllen können, wenn sie sich das Ziel setzen, das gesamte Buch Mormon zu lesen, und dieses Ziel auch erreichen.