Lektion 141

Mormon 8:12-41

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer


Einleitung

Nachdem Moroni über die Vernichtung seines Volkes und den Tod seines Vaters geschrieben hat, prophezeit er, dass das Buch Mormon eines Tages hervorkommen wird. Auch warnt er vor den Folgen, wenn man das Buch verwirft. Moroni sieht, dass der Bericht der Nephiten zu einer Zeit großer Schlechtigkeit hervorkommen wird, in der vielen Menschen weltlicher Besitz wichtiger ist als Gott. Er bezeugt, dass das Buch Mormon inmitten der geistigen Gefahren in den Letzten Tagen von großem Wert sein wird.

Anregungen für den Unterricht

Mormon 8:12-32

Moroni prophezeit vom Hervorkommen des Buches Mormon

Legen Sie vor dem Unterricht einige Gegenstände oder Bilder aus, die für technischen Fortschritt stehen. Lenken Sie zu Unterrichtsbeginn die Aufmerksamkeit der Schüler darauf. Bitten Sie einen Schüler, diese Aussage von Präsident Ezra Taft Benson vorzulesen:

Präsident Ezra Taft Benson

„[Ich möchte] über eine der bedeutsamsten Gaben sprechen, die der Welt in dieser Zeit zuteil geworden ist. Die Gabe, die ich meine, ist wichtiger als jede Erfindung, die aus der industriellen und der technischen Revolution hervorgegangen ist. Diese Gabe ist für den Menschen sogar mehr wert als die vielen Fortschritte in der modernen Medizin. Sie ist für den Menschen von höherem Wert als die Entwicklung des Flugzeuges oder der Raumfahrt. Ich spreche vom …“ („Das Buch Mormon – der Schlussstein unserer Religion“, Der Stern, Januar 1987, Seite 3.)

  • Würdet ihr gern diese Gabe besitzen, von der Präsident Benson gesprochen hat? Weshalb?

  • Was glaubt ihr, ist diese Gabe?

Erklären Sie, was Moroni über diese Gabe gelehrt hat. Bitten Sie die Schüler, Mormon 8:12 zu lesen, um herauszufinden, was diese Gabe ist. Sie sollen verstehen, dass „dieser Bericht“ das Buch Mormon ist. Erklären Sie, dass Präsident Benson vom Buch Mormon gesprochen hat.

Damit den Schülern noch klarer wird, wie wertvoll das Buch Mormon ist, soll jeder für sich Mormon 8:13-16 lesen. Bitten Sie sie zuvor, darauf zu achten, was Moroni über den Wert des Buches Mormon gesagt hat. Stellen Sie danach einige der nachfolgenden Fragen, damit die Schüler über das, was sie herausgefunden haben, sprechen und es auswerten können:

  • Manch einer mag dabei überlegen, wie viel Geld Goldplatten wohl wert sind. Doch was ist an den Platten laut Mormon 8:14 wirklich „von großem Wert“? (Vermitteln Sie den Schülern, dass die Platten an sich „von keinem Wert“ sind, weil der Herr es nicht zulassen wird, dass jemand durch sie „Gewinn … erlangen“ wird. Der Bericht jedoch, der auf den Platten verzeichnet ist, „ist von großem Wert“.

  • Moroni sagt, dass das Buch Mormon ausschließlich durch jemanden hervorgebracht werden könne, der „das Auge nur auf [Gottes] Herrlichkeit gerichtet“ hat (Mormon 8:15). Was bedeutet das wohl? (Wenn die Schüler darüber sprechen, können Sie sie bitten, Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:46 zu lesen. Darin stehen Anweisungen, die Moroni später Joseph Smith gab, bevor dieser das Buch Mormon hervorbrachte.)

  • In Mormon 8:16 beschreibt Moroni das Hervorkommen des Buches Mormon. Inwiefern versteht man dadurch den Wert des Buches besser?

In Mormon 8:17-21 warnt Moroni diejenigen, die das Buch Mormon verwerfen oder sich dagegen auflehnen. Die Schüler sollen diese Verse lesen und dabei auf Moronis Warnungen achten.

  • Wovor warnt Moroni diejenigen, die das Buch Mormon verwerfen oder verurteilen?

  • Was lernt ihr aus Mormon 8:22? Inwiefern werden durch das Hervorkommen des Buches Mormon in den Letzten Tagen die ewigen Absichten des Herrn erfüllt?

Erklären Sie, dass Moroni in Mormon 8:23-25 über die Gebete der treuen Heiligen spricht, die vor seiner Zeit gelebt haben. Er sagt von ihnen, dass sie „aus dem Staube“ zum Herrn rufen werden. Bitten Sie die Schüler, diesen Abschnitt für sich zu lesen. Dabei sollen sie herausfinden, worum die Heiligen im alten Amerika hinsichtlich des Buches Mormon gebetet haben.

  • Für wen haben die Heiligen in alter Zeit gebetet? (Sie haben für ihre Brüder – also die Lamaniten und deren Nachkommen – und für denjenigen gebetet, der das Buch Mormon hervorbringen sollte – nämlich den Propheten Joseph Smith.)

Erklären Sie, dass Moroni die Zustände beschrieben hat, die herrschen sollten, wenn das Buch Mormon hervorkommen würde. Dann sollen sie sich vorstellen, an Moronis Stelle zu sein, also vor mehr als 1600 Jahren zu leben und eine Vision von der heutigen Zeit zu erhalten.

Fordern Sie die Schüler auf, eine kurze Beschreibung der Zustände unserer heutigen Zeit in ihr Studientagebuch zu schreiben. Wenn sie genug Zeit dazu hatten, bitten sie einige von ihnen, vorzulesen, was sie aufgeschrieben haben. Lassen Sie sie dann Mormon 8:26-32 für sich lesen und das, was sie aufgeschrieben haben, mit dem vergleichen, was Moroni hinsichtlich unserer Zeit prophezeit hat. Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen ein. Die Jugendlichen sollen sich zu zweit über die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen ihrer und Moronis Beschreibung austauschen.

  • Was aus Moronis Beschreibung trifft genau auf unsere Zeit zu?

Schreiben Sie diese Zusammenfassung von Moronis Prophezeiungen an die Tafel: Das Buch Mormon wird durch die Macht Gottes zu einer Zeit großer Schlechtigkeit hervorgebracht werden. Wenn Sie Gegenstände oder Bilder ausgelegt haben, die für den technischen oder medizinischen Fortschritt stehen, können Sie ein Buch Mormon daneben stellen. Damit die Schüler über den Wert des Buches Mormon in ihrem Leben nachdenken und Zeugnis geben können, stellen Sie ihnen diese Fragen:

  • Wie hilft uns das Buch Mormon, der Schlechtigkeit von heute zu widerstehen?

  • Inwiefern ist das Buch Mormon wertvoller als technische oder medizinische Errungenschaften?

  • Warum ist das Buch Mormon wohl „eine der bedeutsamsten Gaben …, die der Welt in der Neuzeit gegeben wurde“, wie Präsident Benson gesagt hat?

  • Wenn dich ein Freund fragt, warum dir das Buch Mormon wichtig ist, was würdest du ihm antworten?

Mormon 8:33-41

Moroni sieht die Letzten Tage und verurteilt die geistige Schlechtigkeit unserer Zeit

Bitten Sie einen Schüler, Mormon 8:35 vorzulesen. Bevor er liest, erklären Sie, dass Moroni direkt zu uns spricht.

  • Wie könnte dieser Vers sich darauf auswirken, wie wir das Buch Mormon lesen?

Wenn die Schüler diese Frage erörtert haben, lesen Sie bitte vor, was Präsident Ezra Taft Benson über die Propheten im Buch Mormon gesagt hat:

„Wenn sie unsere Zeit gesehen haben und das ausgewählt haben, was für uns von größtem Wert ist, sollen wir das Buch Mormon dann nicht dementsprechend studieren? Wir müssen uns ständig fragen: ,Warum hat der Herr Mormon (oder Moroni oder Alma) inspiriert, gerade das in seinen Bericht aufzunehmen? Was kann ich daraus für mich lernen? Wie kann mir das helfen?‘“ („Das Buch Mormon – der Schlussstein unserer Religion“, Seite 4.)

Fordern Sie die Schüler auf, diesen Rat zu beherzigen, wenn sie die übrigen Worte Moronis in Mormon 8 lesen.

Fragen Sie die Schüler, ob sie sich an eine Situation erinnern können, als sich jemand in einer materiellen, seelischen, sozialen oder geistigen Notlage befunden hat. Was haben sie getan, um demjenigen zu helfen? Was hätten sie tun können? Warum haben sie sich für oder gegen das Helfen entschieden?

Bitten Sie einige Schüler, abwechselnd Mormon 8:33-41 vorzulesen. Sie sollen darauf achten, warum manche Menschen in den Letzten Tagen den Notleidenden nicht helfen.

  • Warum helfen manche Leute in den Letzten Tagen den Bedürftigen nicht? (Sie könnten antworten: wegen Stolz und Übeltun; an Geld und feiner Kleidung ist ihnen mehr gelegen als an den Bedürftigen; das Ansehen der Welt ist ihnen wichtig.)

  • In Mormon 8:38 spricht Mormon von Verunreinigten. Welche Einflüsse in der heutigen Welt könnte man als Verunreinigung bezeichnen? (Dazu gehören Stolz, Pornografie und die Habsucht.)

Lassen Sie die Schüler einen zusammenfassenden Satz darüber schreiben, was sie in Mormon 8:36-41 über die Verantwortung, sich um die Armen und Notleidenden zu kümmern, erfahren haben. Bitten Sie dann zwei oder drei Schüler, vorzulesen, was sie aufgeschrieben haben. Auch wenn sie sich unterschiedlich ausdrücken, sollten sie in der Lage sein, diese Wahrheiten herauszuarbeiten: Gott wird uns dafür verantwortlich machen, wie wir uns um die Armen und Bedrängten gekümmert haben.

  • Was wird in deiner Schule oder Nachbarschaft am meisten benötigt? Was könnt ihr als Jugendliche der Kirche tun, um zu helfen? (Machen Sie den Schülern deutlich, dass sie ihr Geld und ihre Zeit nicht jedem guten Zweck oder einem jeden, der um Hilfe bittet, zur Verfügung stellen müssen. Die Jugendlichen haben in ihrer Familie und in der Kirche reichlich Gelegenheit, anderen zu helfen. Zusätzlich können sie anderen Gutes tun, so wie sie vom Geist geleitet werden.)

  • Was können die Jugendlichen der Kirche tun, um den Armen zu helfen? (Falls die Schüler das Fastopfer nicht erwähnen, können Sie das vorlesen, was unter „Der Fastsonntag“ auf Seite 63 im Nachschlagewerk Treu in dem Glauben steht.)

Nach dem Gespräch können die Schüler in ihrem Studientagebuch aufschreiben, was sie für die Armen und Bedürftigen tun können. Dabei können sie eigene Vorschläge aufschreiben oder das, was im Unterricht angesprochen wurde. Sie sollen sich schriftlich ein Ziel setzen, was sie davon in den nächsten Wochen umsetzen wollen. Spornen Sie sie an, ihre Ziele zu verwirklichen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Mormon 8:14-18. „Gesegnet sei, wer dies ans Licht bringt“

Moroni prophezeite vom Propheten Joseph Smith, der dazu erwählt war, der Welt das Buch Mormon zu bringen (siehe Mormon 8:15,16). Viele andere Propheten wussten ebenfalls von Joseph Smith und beteten dafür, dass er die Goldplatten übersetzen und hervorbringen werde, um die Absichten Gottes zu verwirklichen (siehe Mormon 8:23-25; LuB 10:46). Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel hat über die Aufgaben Joseph Smiths beim Hervorbringen des Buches Mormon gesagt:

„Die Wahrheit ist [ganz einfach]: Er ist ein Prophet Gottes gewesen – nichts mehr und nichts weniger!

Wir haben [die heiligen Schriften] nicht von ihm, sondern vielmehr durch ihn erhalten. Er ist das Werkzeug gewesen, durch das die Offenbarungen gegeben wurden. …

Der Prophet Joseph Smith war ein einfacher Bauernjunge mit geringer Schulbildung gewesen. Wer seine frühen Briefe im Original liest, erkennt bald, dass sie orthografische und grammatikalische Mängel aufweisen und dass seine Ausdrucksweise etwas ungeschliffen ist.

Es grenzt schon an ein Wunder, dass er die Offenbarungen mit einer gewissen sprachlichen Vollkommenheit verkündet hat.“ („Wir glauben alles, was Gott offenbart hat“, Der Stern, Dezember 1974, Seite 513.)

Mormon 8:37,38. Was hat ewiges Glücklichsein damit zu tun, sich um die Armen und Bedrängten zu kümmern?

Bischof H. David Burton, der bis vor kurzem Präsidierender Bischof war, hat darüber gesprochen, welche ewigen Folgen es hat, wenn wir uns um die Armen und Bedrängten kümmern:

„Das Ziel, die Verheißungen und die Grundsätze, die unseren Bemühungen für die Armen und Bedürftigen zugrunde liegen, reichen weit über die Grenzen des irdischen Daseins hinaus. Dieses heilige Werk gereicht nicht nur denjenigen, die leiden oder bedürftig sind, zum Wohl und Segen. Als Söhne und Töchter Gottes können wir nicht das vollständige Maß des ewigen Lebens ererben, wenn wir uns nicht von ganzem Herzen umeinander kümmern, solange wir hier auf der Erde sind. Es ist der gute Brauch, zu opfern und anderen freigebig von unseren Mitteln zu geben, der uns die celestialen Grundsätze Opferbereitschaft und Weihung lehrt.“ („Wohlfahrt – ein heiligendes Werk“, Liahona, Mai 2011, Seite 81f.)