Lektion 51

Worte Mormons und Mosia 1

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer


Einleitung

Das Buch mit dem Titel „Die Worte Mormons“ verbindet die kleinen Platten Nephis mit Mormons Kurzfassung der großen Platten Nephis. Mormon schrieb dieses Buch knapp 400 Jahre nach der Geburt des Herrn. Er erklärt darin, dass er sich dahingehend, was er in den Bericht aufnehmen sollte, um göttliche Führung bemühte und vom Heiligen Geist geleitet wurde. Er erwähnt auch König Benjamin und vermittelt uns wertvolle Erkenntnisse darüber, weshalb dieser so großen Einfluss auf sein Volk hatte. Mosia 1 enthält einige Worte König Benjamins an seine Söhne. Diese erfuhren von ihrem Vater, dass wir durch die Schriften dazu gebracht werden, uns an Gott zu erinnern und seine Gebote zu halten.

Anregungen für den Unterricht

Worte Mormons 1:1-11

Mormon bezeugt, dass Gott für einen weisen Zweck unterschiedliche Aufzeichnungen bewahrt hat

Bitten Sie die Schüler, an ein Erlebnis zu denken, als der Heilige Geist sie dazu veranlasst hat, etwas Bestimmtes zu tun. Sie können sie dieses Erlebnis in ihr Studientagebuch schreiben lassen. Vielleicht möchten Sie kurz etwas schildern, was Sie selbst in der Hinsicht erlebt haben, damit es den Schülern leichter fällt, sich an etwas Entsprechendes zu erinnern. Weisen Sie die Schüler darauf hin, dass Sie im weiteren Verlauf des Unterrichts einige von ihnen bitten werden, von ihren Erlebnissen zu berichten.

Erklären Sie den Schülern, dass sie sich heute mit jemandem befassen werden, der einer Eingebung folgte, obwohl er nicht alle Gründe dafür kannte, weshalb er etwas tun sollte.

Lassen Sie die Schüler die Worte Mormons aufschlagen und (unten auf der Seite oder in der Kapitelüberschrift) nachsehen, wann Mormon das Buch ungefähr geschrieben hat. Bitten Sie sie, diese Zeitangabe mit denen der Bücher Omni und Mosia zu vergleichen.

  • Was erfahren wir anhand dieser Zeitangaben über das Buch „Die Worte Mormons“?

Mormon Abridging the Plates

Zeigen Sie das Bild „Mormon kürzt den Bericht ab“ (62520; Bildband zum Evangelium, Nr. 73). Bitten Sie einen Schüler, Worte Mormons 1:1,2 vorzulesen. Machen Sie den Schülern klar, dass Mormon das Buch mit dem Titel „Die Worte Mormons“ schrieb, nachdem sich das meiste, worüber im Buch Mormon berichtet wird, bereits zugetragen hatten. Erklären Sie den Schülern, dass wir durch „Die Worte Mormons“ besser verstehen können, dass das Buch Mormon aus unterschiedlichen Berichten zusammengestellt wurde. Außerdem geht daraus hervor, dass dieses Vorgehen von Gott inspiriert war.

Damit sich die Schüler besser vorstellen können, wie die Worte Mormons, die kleinen Platten Nephis und Mormons Kurzfassung der großen Platten Nephis im Buch Mormon zusammenpassen, können Sie den Schülern die Grafik „Die Platten und wie sie mit dem veröffentlichten Buch Mormon in Zusammenhang stehen“ im Anhang dieses Leitfadens zeigen. Sie können vor Unterrichtsbeginn noch das folgende visuelle Hilfsmittel vorbereiten:

Sie brauchen dazu zwei Bücher und ein Blatt Papier. Ein Buch sollte ungefähr doppelt so dick sein wie das andere. Befestigen Sie auf dem Buchrücken des dünneren Buches einen Papierstreifen mit der Aufschrift Die kleinen Platten Nephis. Befestigen Sie auf dem Buchrücken des dickeren Buches einen Papierstreifen mit der Aufschrift Mormons Kurzfassung der großen Platten Nephis. Schreiben Sie auf das Blatt Papier Die Worte Mormons.

Halten Sie das Buch, das Mormons Kurzfassung der großen Platten Nephis darstellt, während des Unterrichts hoch. Erklären Sie, dass die Aufzeichnungen auf den großen Platten Nephis die Hauptquelle für das Buch Mormon waren. Joseph Smith übersetzte die Bücher Mosia, Alma, Helaman, 3 Nephi und 4 Nephi aus Mormons Auszug dieser Aufzeichnungen.

Bitten Sie die Schüler, Worte Mormons 1:3 für sich zu lesen. Sie sollen darauf achten, was Mormon entdeckte, nachdem er bereits einen Teil der großen Platten Nephis gekürzt hatte. Lassen Sie die Schüler berichten, was sie herausgefunden haben, und machen Sie ihnen klar, dass sich der Ausdruck „diese Platten“ auf die kleinen Platten Nephis bezieht. Halten Sie das Buch hoch, das die kleinen Platten Nephis darstellt. Erklären Sie, dass Joseph Smith aus diesen Aufzeichnungen die Bücher 1 Nephi bis Omni übersetzte.

Lassen Sie die Schüler Worte Mormons 1:4-6 lesen, um zu erfahren, was Mormon über die kleinen Platten Nephis dachte.

  • Was hat Mormon an den kleinen Platten Nephis gefallen?

  • Was hat Mormon mit den kleinen Platten Nephis gemacht?

Um zu zeigen, dass Mormon die kleinen Platten Nephis zu seiner Zusammenfassung der großen Platten Nephis hinzufügte, legen Sie das dünnere Buch auf das dickere.

Bitten Sie einen Schüler, Worte Mormons 1:7 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, herauszufinden, warum Mormon die kleinen Platten Nephis mit seinem Auszug aus den großen Platten Nephis zusammenfügte.

  • Warum hat Mormon die kleinen Platten zu seiner Kurzfassung der großen Platten hinzugefügt? (Er befolgte eine Eingebung des Heiligen Geistes.) Kannte er alle Gründe dafür, weshalb er dies tun sollte?

Erklären Sie den Schülern, dass Mormon einige Gründe kannte, weshalb die kleinen Platten wichtig sein könnten. Er erkannte ihren großen geistigen Wert, und ihm gefielen die darin enthaltenen Prophezeiungen über Jesus Christus (siehe Worte Mormons 1:4-6). Ihm waren jedoch nicht alle Gründe dafür bekannt, weshalb er sie zusätzlich zu dem Teil aus den großen Platten, der geschichtlich gesehen die gleiche Zeitspanne umfasste, mit aufnehmen musste. (Ein Grund, den Mormon zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte, steht in diesem Leitfaden in der Einleitung zu den Worten Mormons.)

Lassen Sie die Schüler noch einmal Worte Mormons 1:7 durchgehen und bitten Sie sie, darauf zu achten, was Mormon darin über den Herrn sagt. Machen Sie den Schülern klar, dass der Herr alles weiß und dass er durch uns wirkt, um seinen Willen zu erfüllen.

  • Inwiefern mögen diese beiden Tatsachen dazu beigetragen haben, dass Mormon gemäß seiner Eingebung handelte?

  • Inwiefern könnten sie euch helfen, wenn ihr eine Eingebung des Geistes erhaltet?

Ermuntern Sie die Schüler, noch einmal die Situation zu betrachten, über die sie zu Unterrichtsbeginn etwas aufgeschrieben oder über die sie nachgedacht haben. Bitten Sie einige von ihnen, von Eingebungen zu berichten, die sie empfangen haben, wie sie darauf reagiert haben und was infolgedessen geschah. (Machen Sie deutlich, dass sich die Schüler nicht verpflichtet fühlen müssen, über Erlebnisse zu sprechen, die ihnen zu persönlich sind.) Während die Schüler über ihre Erlebnisse sprechen, können Sie einige der folgenden Fragen stellen:

  • Hast du bereits im Vorhinein gewusst, wie alles ausgehen wird, wenn du diese Eingebung befolgst?

  • Woher hast du wohl die Entschlossenheit und den Glauben genommen, diese Eingebung zu befolgen?

Legen Sie das Buch, das die kleinen Platten Nephis darstellt, auf das Buch, das Mormons Kurzfassung der großen Platten darstellt, und halten Sie beide hoch. Halten Sie anschließend das Blatt Papier hoch, dass das Buch „Die Worte Mormons“ darstellt.

  • Wo gehört nun das Buch „Die Worte Mormons“ hin?

Legen Sie, während die Schüler antworten, das Blatt Papier, das für die Worte Mormons steht, zwischen die beiden Bücher. Erklären Sie, dass das Buch „Die Worte Mormons“ die Handlung auf den kleinen Platten Nephis mit der Handlung auf den großen Platten Nephis, die Mormon gekürzt hat, verbindet.

Bitten Sie einen Schüler, Worte Mormons 1:8 vorzulesen. Die Schüler sollen darauf achten, was Mormon damit bezweckte, als er der Eingebung folgte und die kleinen Platten Nephis in seine Zusammenstellung der Aufzeichnungen mit aufnahm.

Heben Sie hervor, dass uns sämtliche Schriften, die die Schüler in diesem Jahr bisher im Buch Mormon gelesen haben (1 Nephi bis Omni), nur deshalb zur Verfügung stehen, weil Mormon die Eingebung des Geistes befolgt und die kleinen Platten mit aufgenommen hat.

  • Inwiefern ist es ein Segen für euch, dass Mormon die Eingebungen des Geistes befolgt hat?

  • Für welche Lehren in 1 Nephi bis Omni seid ihr dankbar? Warum seid ihr für diese Lehren dankbar?

  • Denkt einmal über Mormons Bereitschaft nach, den Eingebungen des Geistes Folge zu leisten. Inwiefern kann sich unsere Bereitschaft, den Eingebungen des Geistes Folge zu leisten, auf unser Leben auswirken? Inwiefern kann das Leben anderer durch diese Bereitschaft beeinflusst werden? (Erklären Sie, dass der Herr andere durch uns segnen kann, wenn wir die Eingebungen des Heiligen Geistes beherzigen.)

Bezeugen Sie, dass der Herr „in [uns wirkt], gemäß seinem Willen zu handeln“ (Worte Mormons 1:7), wenn wir den Eingebungen des Heiligen Geistes Folge leisten.

Worte Mormons 1:12-18

König Benjamin stellt im Land Frieden her

Schreiben Sie vom Streit zum Frieden an die Tafel. Erklären Sie, dass in Worte Mormons 1:12-18die Regierungszeit von König Benjamin das erste Mal erwähnt wird. Dieser rechtschaffene Mann sah sich als Prophet und als König des Volkes vielen Herausforderungen gegenüber. Lassen Sie die Schüler Paare bilden; sie sollen dann zu zweit Worte Mormons 1:12-18 lesen. Lassen Sie sie herausfinden, was König Benjamin und andere Propheten taten, um Frieden im Land herzustellen.

Bitten Sie die Schüler, nachdem sie ausreichend Zeit zum Lesen hatten, in ihrem Studientagebuch in einem Satz zusammenzufassen, was König Benjamin und sein Volk taten, damit wieder Frieden herrschte. Lassen Sie einige Schüler ihre Aussagen an die Tafel schreiben. Die Zusammenfassungen der Schüler könnten den folgenden Aussagen ähneln:

Wenn wir der inspirierten Führung der Propheten folgen, können wir Frieden schaffen.

Mit der Kraft des Herrn können wir Herausforderungen überwinden.

Wir sind aufgefordert, mit aller Kraft daran zu arbeiten, Frieden herzustellen.

Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf Worte Mormons 1:17; in diesem Vers sagt Mormon, dass König Benjamin und „viele heilige Männer im Land … das Wort Gottes mit Macht und mit Vollmacht [redeten]“. Erklären Sie den Schülern, dass sie sich in den nächsten Lektionen mit einer Predigt von König Benjamin befassen werden, die veranschaulicht, mit welcher Macht und Vollmacht er lehrte.

Mosia 1:1-18

König Benjamin lehrt seine Söhne, wie wichtig die heiligen Schriften sind

Bitten Sie die Schüler, sich vorzustellen, sie hätten nie etwas über die Schriften erfahren.

  • Wie würde euer Leben aussehen, wenn ihr die heiligen Schriften nie gehabt hättet?

  • Welche Wahrheiten würden euch am meisten fehlen?

Stellen Sie kurz das Buch Mosia vor. Erklären Sie, dass zu Beginn des Buches deutlich wird, dass König Benjamin möchte, dass seine Söhne auch weiterhin aus den Schriften lernen (siehe Mosia 1:2). Während König Benjamin seine Söhne belehrt, erklärt er ihnen, dass ihr Leben ganz anders verlaufen wäre, wenn sie die heiligen Schriften nie erhalten hätten.

Bitten Sie einige Schüler, abwechselnd Mosia 1:3-8 vorzulesen. Lassen Sie die Schüler herausfinden, inwiefern die Nephiten dadurch gesegnet wurden, dass sie heilige Schriften hatten. Bitten Sie die Schüler, ihre Ergebnisse vorzutragen.

  • Was glaubte König Benjamin, wie die heiligen Schriften seinen Söhnen von Nutzen sein würden?

  • Worin besteht laut König Benjamin der Zusammenhang zwischen dem Forschen in den heiligen Schriften und dem Halten der Gebote Gottes? (Die Schüler drücken sich vielleicht anders aus, sollen in ihren Antworten aber die folgende Wahrheit nennen: Wenn wir in den Schriften forschen, lernen wir die Gebote Gottes kennen und können sie halten. Die Schüler können sich diese Wahrheit neben Mosia 1:3-8 schreiben.)

  • Wann hat euch das Schriftstudium schon einmal dabei geholfen, die Gebote Gottes zu halten?

Geben Sie Zeugnis davon, dass die heiligen Schriften wahr sind und dass sie uns dabei helfen, die Gebote zu halten.

Schreiben Sie folgende Fragen an die Tafel: (Sie können sie auch vor Unterrichtsbeginn anschreiben.)

Was wollte König Benjamin über seinen Sohn Mosia verkünden?

Was sagte König Benjamin über „einen Namen“ zur Unterscheidung des Volkes?

Warum waren die Nephiten nicht von den Lamaniten vernichtet worden?

Worum sollte sich Mosia laut König Benjamin kümmern?

Geben Sie den Schülern eine Minute Zeit, um anhand von Mosia 1:10-18 möglichst viele dieser Fragen zu beantworten.

Weisen Sie die Schüler, nachdem sie sich zu diesen Fragen kurz geäußert haben, darauf hin, dass sie sich in den nächsten Lektionen mit der Predigt König Benjamins befassen werden, in der er seinem Volk „einen Namen [gibt], der nie ausgelöscht werden [sollte], außer durch Übertretung“ (Mosia 1:12).

Kommentar und Hintergrundinformationen

Worte Mormons 1:12-18. Die erste Zeit des geistlichen Wirkens König Benjamins

Mormon führt einige Herausforderungen auf, denen König Benjamin sich zu Beginn seines geistlichen Wirkens gegenübersah: Streit unter seinem Volk, Kämpfe mit einfallenden Heeren der Lamaniten, manch falscher Christus, falsche Propheten, Prediger und Lehrer, viel Zwietracht zwischen den Nephiten und den Lamaniten und Halsstarrigkeit unter dem Volk (siehe Worte Mormons 1:12-17). Doch „mit Hilfe der heiligen Propheten … regierte [König Benjamin] sein Volk in Rechtschaffenheit“ und stellte „abermals Frieden im Land her“ (Worte Mormons 1:16-18).