Lektion 52: Mosia 2

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Als sich das Leben König Benjamins dem Ende zuneigte, hatte er den Wunsch, noch eine letzte Predigt für sein Volk zu halten. Seine Predigt, die in dieser Lektion und in Lektion 53 bis 55 behandelt wird, steht in Mosia 2 bis 5. Zu Beginn seiner Predigt spricht er von seinem geistlichen Dienst unter dem Volk und betont, dass wir Gott dienen, wenn wir anderen dienen. Außerdem spricht er über den glücklichen Zustand derjenigen, die die Gebote Gottes halten.

Anregungen für den Unterricht

Hinweis: Die folgende Übersicht könnte nützlich sein, wenn Sie den Schülern zu Beginn dieser Lektion einen Überblick über König Benjamins Predigt geben wollen.

Gegen Ende seines Lebens sprach König Benjamin in der Nähe des Tempels in Zarahemla zu dem Volk in seinem Reich. Er gab einen Bericht von seinem Dienst unter dem Volk, sprach über sein reines Gewissen Gott gegenüber und stellte seinen Sohn Mosia als neuen König des Volkes vor. In dieser letzten Rede, die in Mosia 2 bis 5 zu finden ist, spricht König Benjamin über mehrere Themen, unter anderem darüber, wie wichtig es ist, anderen zu dienen, und dass wir für alle Ewigkeit in der Schuld unseres Vaters im Himmel stehen; er spricht über das irdische Wirken Jesu Christi und sein Sühnopfer; dass man den natürlichen Menschen ablegen muss; dass man an Gott glauben muss, um errettet zu werden; dass man seine Habe mit den Armen teilen soll; dass man in der Sündenvergebung verbleiben soll und darüber, wie man durch Glauben und fortwährende gute Taten zu einem Sohn oder einer Tochter Christi wird. Besonders beachtenswert ist, dass in Mosia 3 eine Botschaft enthalten ist, die König Benjamin von einem Engel empfangen hat.

Mosia 2:1-9

Die Familien versammeln sich und bereiten sich darauf vor, König Benjamins Worte zu hören

Schreiben Sie die folgenden Fragewörter oben quer über die Tafel: Wer? Wo? Was? Warum?

Bitten Sie die Schüler, Mosia 2:1-6 für sich zu lesen und nach Einzelheiten zu suchen, die die Fragen an der Tafel beantworten. Wenn sie damit fertig sind, lassen Sie mehrere Schüler so viele Einzelheiten wie möglich unter jede Frage an die Tafel schreiben. (Möglicherweise müssen Sie erklären, dass sich das Volk, dem Gesetz des Mose entsprechend, auf König Benjamins Predigt vorbereitete, indem es Opfer darbrachte. Durch die Opfergaben bekundete das Volk Gott Dank und weihte sich ihm.)

Bitten Sie die Schüler, leise Mosia 2:9 zu lesen und nach Wörtern und Formulierungen zu suchen, die andeuten, was das Volk gemäß König Benjamins Wunsch tun sollte, während es seinen Worten lauschte.

  • Wenn ihr euch die betreffenden Wörter und Formulierungen anseht, was hat König Benjamin dann wohl in Bezug auf seine Botschaft empfunden?

  • Was nahm König Benjamin an, würde geschehen, wenn das Volk Ohren und Herz für seine Botschaft öffnete? Was steht darüber im letzten Teil von Mosia 2:9?

  • Was bedeutet es wohl, Ohren und Herz für diejenigen zu öffnen, die dazu berufen sind, zu lehren?

Regen Sie die Schüler an, die Aufforderung König Benjamins im Hinterkopf zu behalten, während sie sich mit seiner Botschaft beschäftigen und Worte neuzeitlicher Propheten hören.

Mosia 2:10-28

König Benjamin lehrt, wie wichtig es ist, dass wir Gott und einander dienen, und dass wir für immer in Gottes Schuld stehen

King Benjamin Addresses His People

Zeigen Sie den Schülern das Bild „König Benjamin spricht zu seinem Volk“ (62298; Bildband zum Evangelium, Nr. 74). Erinnern Sie die Schüler daran, dass König Benjamin sein Volk zusammengerufen hatte, um ihm zu verkünden, dass sein Sohn Mosia nach ihm König sein würde; außerdem wollte er dem Volk „einen Namen geben, damit es auf diese Weise vor all den Völkern ausgezeichnet sei, die der Herr, Gott, aus dem Land Jerusalem geführt hat“ (siehe Mosia 1:9-12).

Lesen Sie der Klasse Mosia 2:10-15 vor. Bitten Sie die Schüler, auf Formulierungen zu achten, aus denen hervorgeht, dass König Benjamin weniger an seinem eigenen Stand und an Anerkennung gelegen war als daran, dem Volk zu dienen. Die Schüler sollen sich melden, wenn eine entsprechende Stelle vorgelesen wird. Hören Sie auf zu lesen, wenn jemand die Hand hebt, und fragen Sie den Betreffenden, was er herausgefunden hat und was dies über König Benjamin aussagt.

Beziehen Sie diese Aussage von Präsident Howard W. Hunter in das Unterrichtsgespräch mit ein:

„Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen um Ihren Status. … Es ist wichtig, dass man Wertschätzung erfährt. Aber uns muss es um Rechtschaffenheit und nicht um Anerkennung gehen, um Dienen, nicht um Status.“ („An die Frauen der Kirche“, Der Stern, Januar 1993, Seite 87.)

Bitten Sie die Schüler, Mosia 2:16,17 für sich zu lesen und herauszufinden, wovon König Benjamin wollte, dass sein Volk es lernte. Helfen Sie ihnen zu verstehen, dass wir Gott dienen, wenn wir anderen dienen. Schreiben Sie diese Aussage an die Tafel. Betonen Sie, dass Mosia 2:17 eine Lernschriftstelle ist. Sie können den Schülern vorschlagen, diese Schriftstelle auf besondere Weise zu markieren, damit sie sie leicht wiederfinden.

Bitten Sie die Schüler zu überlegen, wann sie anderen gedient haben.

  • Inwiefern habt ihr gleichzeitig auch Gott gedient, als ihr anderen gedient habt?

  • Wann ist der Dienst eines anderen ein Segen für euch gewesen? Inwiefern haben sie gleichzeitig auch Gott gedient, indem sie euch gedient haben?

Bitten Sie mehrere Schüler, abwechselnd Mosia 2:18-24,34 vorzulesen.

  • Warum bezeichnet König Benjamin sein Volk und sich als „unnütze Knechte“? (Möglicherweise müssen Sie erklären, dass man Gewinn erwirtschaftet, indem man mehr erhält, als man ausgibt. Wir sind für unseren Vater im Himmel unnütze Knechte, weil seine Segnungen stets bei weitem das übertreffen, was wir ihm durch unseren Dienst geben.

  • Welche Segnungen habt ihr erhalten, für die ihr nun in der Schuld des Herrn steht?

  • Warum ist es wichtig zu verstehen, dass wir „auf ewig“ in Gottes Schuld stehen? (Unter anderem sind folgende Antworten möglich: Wenn wir verstehen, dass wir in Gottes Schuld stehen, empfinden wir mehr Dankbarkeit, haben den Wunsch, die Gebote zu halten, und wollen noch mehr für andere tun.)

Lassen Sie die Schüler darüber nachdenken, wie sie dem himmlischen Vater alles geben können, was sie haben und sind (siehe Mosia 2:34). Geben Sie Zeugnis davon, dass Gott uns segnet, wenn wir seine Gebote halten und aufrichtig bemüht sind, zu dienen.

Mosia 2:29-41

König Benjamin ermahnt sein Volk, Gott gehorsam zu sein

Schreiben Sie HÜTET EUCH an die Tafel. Fragen Sie die Schüler, in welchen Situationen sie schon einmal Schilder gesehen haben, die dies in etwa inhaltlich aussagen. Weisen Sie darauf hin, dass uns solche Warnhinweise schützen oder gar das Leben retten können.

Bitten Sie die Schüler, Mosia 2:32,33,36-38 zu lesen und darauf zu achten, wovor sich das Volk laut König Benjamin hüten sollte. Vielleicht müssen Sie erklären, dass mit Weh in Mosia 2:33 Kummer und Elend gemeint sind.

  • Wovor warnte König Benjamin sein Volk?

  • Wie können wir herausfinden, ob wir anfangen, dem falschen Geist zu folgen? Warum ist es so wichtig, dass wir dies möglichst früh erkennen?

  • Welche Konsequenzen erwarten laut Mosia 2:38 diejenigen, die in ihren Sünden sterben?

Vielleicht wollen Sie die Aussage in Mosia 2:36 hervorheben, dass man sich durch bestimmte Verhaltensweisen dem Geist des Herrn entziehen kann. Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat sich dazu geäußert, wie wichtig es ist, dass wir bemerken, wann wir uns möglicherweise vom Geist entfernen:

„Wir müssen auch bemüht sein, zu erkennen, wenn wir uns vom Geist des Herrn entfernen, sodass er keinen Platz in uns hat, um uns auf den Pfaden der Weisheit zu führen, damit wir gesegnet seien, es uns wohl ergehe und wir bewahrt bleiben (siehe Mosia 2:36). …

Wenn etwas, was wir denken, sehen, hören oder tun, uns vom Heiligen Geist entfernt, müssen wir aufhören, es zu denken, zu sehen, zu hören oder zu tun. Wenn etwa das, was uns unterhalten soll, uns dem Heiligen Geist entfremdet, dann ist diese Art von Unterhaltung sicherlich nichts für uns. Da der Geist nicht bei dem bleiben kann, was vulgär, roh oder unanständig ist, kommt derlei für uns keinesfalls in Frage. Wenn wir uns an etwas beteiligen, bei dem klar ist, dass wir uns davon fernhalten sollten, entfremden wir uns vom Geist des Herrn. Deshalb dürfen wir uns auf so etwas nicht einlassen.“ („Damit sein Geist immer mit uns sei“, Liahona, Mai 2006, Seite 29f.)

  • Wodurch können wir uns laut Elder Bednar vom Heiligen Geist entfernen?

  • Woran erkennen wir, dass wir uns vom Heiligen Geist entfernt haben?

Schreiben Sie MACHT EUCH BEWUSST und BETRACHTET gleich neben HÜTET EUCH an die Tafel.

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 2:40,41 vorzulesen. Fragen Sie die Klasse, was das Volk laut König Benjamin betrachten und was ihm bewusst werden sollte. Während die Schüler antworten, können Sie König Benjamins Aussage hervorheben, indem Sie diesen wahren Grundsatz an die Tafel schreiben: Wenn wir die Gebote halten, werden wir zeitlich und geistig gesegnet.

  • Wann habt ihr die Freude verspürt, die damit einhergeht, dass man die Gebote des Herrn befolgt?

Bezeugen Sie die Wahrheit all dessen, worüber heute gesprochen wurde. Beenden Sie den Unterricht, indem Sie die Schüler dazu anspornen, sich konkrete Ziele zu setzen, damit es ihnen gelingt, in einem Bereich, der ihnen schwerfällt, gehorsamer zu sein. Die Schüler können sich dafür auch etwas aus dem Programm Mein Fortschritt (für die Jungen Damen) oder Pflicht vor Gott (für die Jungen Männer) aussuchen.

scripture mastery iconLernschriftstelle – Mosia 2:17

Bitten Sie die Schüler, Mosia 2:17, Matthäus 22:36-40 und Matthäus 25:40 zu lesen. Die Schriftstellen in Matthäus tragen dazu bei, die Lehre in Mosia 2:17 darzulegen und deren Bedeutung aufzuschlüsseln und zu verdeutlichen. Sie können den Schülern vorschlagen, eine Schriftstellenkette anzulegen, indem sie Matthäus 22:36-40 neben Mosia 2:17, Matthäus 25:40 neben Matthäus 22:36-40 und Mosia 2:17 neben Matthäus 25:40 schreiben.

Fragen Sie einige Schüler, wann sie gespürt haben, dass sie Gott durch ihren Dienst am Nächsten gedient haben.

Bitten Sie die Schüler, vor dem nächsten Seminarunterricht einem anderen Menschen einen Dienst zu erweisen. Schlagen Sie ihnen vor, in der nächsten Woche von ihren Erfahrungen zu berichten. (Machen Sie jedoch deutlich, dass sie nicht über Erlebnisse sprechen müssen, die ihnen zu persönlich sind.)

Sie können den Schülern auch auftragen, bis zum nächsten Unterricht Mosia 2:17 auswendig zu lernen.

Bezeugen Sie, dass wir auch dem Herrn dienen, wenn wir anderen aufrichtig dienen.

Hinweis: Wenn Sie wollen, können Sie die folgende Aktivität aufgrund der Art und des Umfangs dieser Lektion an einem anderen Tag durchführen, wenn Sie mehr Zeit dafür haben.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Mosia 2:33,38,39. „Immerwährende Strafe“, „unauslöschliches Feuer“ und „nie endende Qual“

Als König Benjamin vor den Konsequenzen warnte, die einen erwarten, wenn man sich gegen den Herrn auflehnt, verwendete er die Begriffe „immerwährende Strafe“ (Mosia 2:33), „unauslöschliches Feuer“ (Mosia 2:38) und „nie endende Qual“ (Mosia 2:39). Diese Begriffe können verständlicher werden, wenn man die Worte des Herrn in Lehre und Bündnisse 19:6-12 hinzuzieht.