Lektion 55: Mosia 5 und 6

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Mosia 5 enthält den Schluss der Rede König Benjamins an sein Volk. Der Bericht über diese Rede beginnt in Mosia 2. Weil das Volk an die Worte König Benjamins glaubt, erlebt es eine mächtige Herzenswandlung. Es schließt mit Gott einen Bund und nimmt den Namen Jesu Christi auf sich. Wie in Mosia 6 berichtet, übergibt König Benjamin sein Königreich an seinen Sohn Mosia, der nach dem Vorbild seines Vaters regiert.

Anregungen für den Unterricht

Mosia 5:1-4

Das Volk König Benjamins beschreibt die machtvolle Wandlung, die es durch den Geist erfahren hat

Schreiben Sie vor dem Unterricht folgende Fragen an die Tafel:

Habt ihr schon einmal das Gefühl gehabt, dass ihr euch in geistiger Hinsicht ändern müsst?

Was habt ihr diesbezüglich unternommen?

Wenn ihr eine Wandlung erfahren habt, habt ihr euch diese Veränderung auch bis zum heutigen Tag bewahrt?

Bitten Sie die Schüler, diese Fragen in ihrem Studientagebuch zu beantworten. Lesen Sie anschließend das folgende Zitat von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vor:

„Tatsächlich führt das, was das Evangelium Jesu Christi ausmacht, zu einer grundlegenden und dauerhaften Änderung unseres Wesens, die durch unser Vertrauen auf ‚die Verdienste und die Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias‘ (2 Nephi 2:8) möglich gemacht wird. Wenn wir uns dazu entschließen, dem Meister zu folgen, ist dies ein Entschluss zur Änderung – zur geistigen Wiedergeburt.“ („Ihr müsst von neuem geboren werden“, Liahona, Mai 2007, Seite 20.)

Schlagen Sie den Schülern vor, folgendes Zitat in ihre heiligen Schriften neben Mosia 5:2 oder in ihr Studientagebuch zu schreiben. „Wenn wir uns dazu entschließen, dem Meister zu folgen, ist dies ein Entschluss zur Änderung – zur geistigen Wiedergeburt.“ (Elder David A. Bednar)

  • Inwiefern entscheiden wir uns dafür, Veränderung zuzulassen, wenn wir uns dafür entscheiden, Jesus Christus nachzufolgen?

Geben Sie den Schülern einige Minuten Zeit, um Mosia 2–4 kurz durchzugehen. Sie können ihnen vorschlagen, die Kapitelüberschriften zu lesen. Fragen Sie sie, woran sie sich aus diesen Kapiteln noch erinnern. Bitten Sie sie anschließend, Mosia 5:1 für sich zu lesen.

  • Was will König Benjamin von seinem Volk wissen?

Bitten Sie die Schüler, Mosia 5:2-5 für sich zu lesen und darauf zu achten, was das Volk auf König Benjamins Frage antwortet. Bevor die Schüler lesen, können Sie erklären, dass sich das Wort Neigung in Vers 2 auf die Natur eines Menschen bezieht – auf seine Wünsche und sein Temperament. Stellen Sie folgende Fragen, nachdem die Schüler die Schriftstelle gelesen haben, um ihnen bei der Analyse der Verse zu helfen:

  • Was sagt das Volk über seine Neigungen?

  • Was bewirkt die Veränderung in ihren Neigungen? (Sie glauben den Lehren König Benjamins über Jesus Christus und das Sühnopfer, und der Geist verwandelt ihr Herz.)

Betonen Sie, dass eine Herzenswandlung mehr ist als lediglich eine Verhaltensänderung. Wenn wir eine Herzenswandlung erfahren, werden wir ein neuer Mensch, verändert durch die Macht des Sühnopfers des Erretters. Bitten Sie einen Schüler, die folgende Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen, damit die Schüler diese Wahrheit verstehen:

„Zum Evangelium Jesu Christi gehört viel mehr, als Sünden zu vermeiden, zu überwinden und von ihnen und den schlechten Einflüssen in unserem Leben gereinigt zu werden; ein wesentliches Element besteht auch darin, Gutes zu tun, gut zu sein und besser zu werden. … Diese mächtige Wandlung ist nicht einfach ein Ergebnis dessen, dass wir härter arbeiten oder mehr Disziplin entwickeln. Es ist vielmehr die Folge einer grundlegenden Wandlung unserer Wünsche, Beweggründe und unseres Wesens – ermöglicht durch das Sühnopfer Christi, des Herrn. Unser geistiges Ziel ist es, sowohl die Sünde als auch den Wunsch nach Sünde zu überwinden, sowohl den Makel als auch die Tyrannei der Sünde.“ („Reine Hände und ein lauteres Herz“, Liahona, November 2007, Seite 81f.)

  • Warum brauchen wir wohl das Sühnopfer Jesu Christi, um uns wirklich zu verändern?

Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Formulierung „durch den Geist des Herrn, des Allmächtigen“ in Mosia 5:2. Es kann sein, dass Sie allmächtig definieren müssen. Es bedeutet, alle Macht zu haben.

  • Was können wir aus Mosia 5:2-4 darüber erfahren, wie wir in unserem Leben eine mächtige Wandlung erleben können?

Wenn die Schüler über diese Frage sprechen, achten Sie darauf, dass sie verstehen, dass wir eine mächtige Herzenswandlung erleben, wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben und den Heiligen Geist empfangen.

Erklären Sie, dass eine Herzenswandlung ein Prozess ist, der im Laufe unseres Lebens stattfindet, und nicht ein einzelnes Ereignis. Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Ezra Taft Benson vor:

„Man braucht ein ganzes Leben, um so wie Christus zu werden, und meistens wachsen und verändern wir uns nur langsam, fast unmerklich. …

Zur wahrhaften Umkehr gehört die Wandlung im Herzen; Verhaltensänderung ist nicht genug. … Umkehr [ist] in den meisten Fällen nicht mit einer drastischen Änderung verbunden …, sondern [sie] bedeutet vielmehr, dass man sich beständig Schritt für Schritt so verändert, dass man Gott ähnlicher wird.“ („A Mighty Change of Heart“, Ensign, Oktober 1989, Seite 5.)

Um den Schülern die Anwendung dieses Grundsatzes zu erleichtern und damit sie ihren Fortschritt bezüglich der mächtigen Herzenswandlung besser beurteilen können, fordern Sie sie auf, folgende Fragen in ihrem Studientagebuch zu beantworten. (Sie können diese Fragen vor Unterrichtsbeginn an die Tafel schreiben, einen Handzettel mit den Fragen vorbereiten oder die Fragen langsam vorlesen, damit die Schüler sie in ihr Studientagebuch schreiben können.)

  • Wie hat sich eure Einstellung geändert, als ihr dem Erretter nachgefolgt seid?

  • Was müsst ihr tun, damit der Herr euch weiterhin hilft, diese Wandlung zu erfahren?

Geben Sie ein, zwei Schülern die Möglichkeit, den anderen ihre Antworten mitzuteilen. Vergewissern Sie sich, dass ihnen klar ist, dass sie sich nicht verpflichtet fühlen müssen, Erlebnisse oder Gedanken mitzuteilen, die zu persönlich sind.

Mosia 5:5-15

Das Volk König Benjamins geht mit Gott einen Bund ein und erhält einen neuen Namen

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 5:5 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, darauf zu achten, wozu das Volk bereit ist, weil sich sein Herz gewandelt hat.

  • Wozu ist das Volk bereit, nachdem sich seine Einstellung durch das Sühnopfer Jesu Christi geändert hat?

Die Schüler sollen ihr Verständnis in Bezug auf Bündnisse erweitern. Geben Sie ihnen deshalb ein paar Minuten Zeit, damit sich jeder selbst mit dem Thema befassen kann. Sie können ihnen den Vorschlag machen, das Thema im Schriftenführer oder dem Nachschlagewerk Treu in dem Glauben durchzuarbeiten und einige der dort angegebenen Schriftstellen zu lesen. Nachdem die Schüler genügend Zeit dafür hatten, sollen sie sich zu zweit zusammentun und einander in eigenen Worten erklären, was ein Bund ist.

  • Aus welchen Wörtern oder Formulierungen in Mosia 5:5 geht hervor, dass das Volk den aufrichtigen Wunsch hat, mit Gott einen Bund einzugehen und ihn zu halten? (Mögliche Antworten: „seinen Willen zu tun“, „in allem“, „alle unsere übrigen Tage“.)

  • Welche Wörter oder Formulierungen in Mosia 5:5 erinnern euch daran, was wir jedes Mal aufs Neue versprechen, wenn wir vom Abendmahl nehmen?

  • Inwiefern hilft es uns wohl, bei dem Vorgang, eine Herzenswandlung zu erfahren, voranzukommen, wenn wir Bündnisse eingehen und halten?

Bitten Sie die Schüler, Mosia 1:11 für sich zu lesen. Lassen Sie sie einen Grund dafür suchen, warum König Benjamin sein Volk versammelt. (Um ihnen einen Namen zu geben.) Weisen sie darauf hin, dass in Mosia 5:7-15 darüber berichtet wird, wie König Benjamin den Namen erklärt, den er seinem Volk versprochen hat. Geben Sie den Schülern einige Minuten Zeit, um Mosia 5:7-14 zu überfliegen und nach den Wörtern Name und genannt zu suchen. Sie können den Schülern vorschlagen, diese Wörter immer dann, wenn sie vorkommen, zu markieren.

Lassen Sie einige Schüler erzählen, warum ihnen ihr Name gegeben wurde. Sie könnten sie zum Beispiel danach fragen, unter welchen Gesichtspunkten ihre Eltern ihren Namen ausgesucht haben und ob ihr Name eine besondere Bedeutung hat. Fragen Sie die Klasse:

  • Was bedeutet ein Name? (Sammeln Sie die Antworten der Schüler auf diese Frage an der Tafel. Mögliche Antworten: Wir sind unter unserem Namen bekannt, er ist mit unserer Identität verbunden, er stellt eine Möglichkeit dar, wie wir von anderen unterschieden werden können, und oft gehen damit ein Ruf und Erwartungen einher, die mit der zugehörigen Familie verbunden sind.)

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 5:7,8 vorzulesen. Bitten Sie die Klasse, herauszufinden, welchen Namen König Benjamin seinem Volk gibt. Bitten Sie sie außerdem, nach Wörtern und Formulierungen zu suchen, die auf die Bedeutung des Namens hinweisen. Sie können ihnen auch vorschlagen, diese Wörter und Formulierungen zu markieren.

  • Welchen Namen gibt König Benjamin seinem Volk?

  • Welche Wörter und Formulierungen habt ihr gefunden? Was lehren euch diese Wörter und Formulierungen über den Namen Christi?

  • Wann nehmen wir den Namen Christi auf uns? (Achten Sie darauf, dass die Schüler verstehen, dass wir den Namen Jesu Christi auf uns nehmen, wenn wir heilige Bündnisse eingehen und halten).

Wenn die Schüler diese Verse besprechen, brauchen sie vielleicht Hilfe, um die Lehre zu verstehen, dass wir „Kinder Christi“ werden können (Mosia 5:7). Sie können darauf hinweisen, dass ein Vater einem Kind das Leben schenkt. Wir sind Geistkinder des himmlischen Vaters. Wir sind auch Kinder eines irdischen Vaters, der uns zusammen mit unserer Mutter die Möglichkeit gegeben hat, mit einem physischen Körper auf der Erde zu leben. Präsident Joseph Fielding Smith hat im Zusammenhang mit Mosia 5:7 gelehrt, dass Jesus Christus auch „unser Vater wird“, weil er „uns durch das Sühnopfer, das er für uns vollbracht hat, Leben anbietet, nämlich ewiges Leben“. Präsident Smith hat erklärt: „Wir werden Kinder Jesu Christi, seine Söhne und Töchter, durch die mit ihm geschlossenen Bündnisse des Gehorsams.“ (Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 1:29).

Weisen Sie die Schüler auf die Aussagen an der Tafel hin, aus denen hervorgeht, welche Bedeutung ein Name hat.

  • Inwiefern machen uns diese Aussagen verständlich, was es heißt, den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen?

Bitten Sie die Schüler, Mosia 5:9-13 für sich zu lesen und nach weiteren Hinweisen König Benjamins darüber zu suchen, was es bedeutet, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen. Schlagen sie den Schülern vor, diese Verse so zu lesen, als ob König Benjamin persönlich zu ihnen spräche. Teilen Sie die Schüler in Zweiergruppen auf und bitten Sie sie, folgende Fragen, die sich auf das eben Gelesene beziehen, zu erörtern. (Sie können diese Fragen auch an die Tafel schreiben oder sie als Handzettel austeilen.)

  • Denkt daran, wie wichtig es ist, dass wir den Namen Christi auf uns nehmen. Was bedeutet es wohl, wenn uns der Name Christi ins Herz geschrieben ist? Welche Segnungen erlangen diejenigen, in deren Herz der Name Christi geschrieben ist?

  • Denkt an Menschen, die ihr kennt, die den Namen Christi in Ehren halten. Wie zeigen diese Menschen ihre Ehrfurcht und Liebe, die sie für den Namen Christi empfinden?

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 5:15 vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, Taten zu nennen, an denen man diejenigen erkennt, die ihre Bündnisse halten.

  • Welche Fragen könnten wir uns stellen, um herauszufinden, wie gut wir selbst den Namen Christi auf uns genommen haben?

Bringen Sie Ihre Gefühle darüber zum Ausdruck, was es bedeutet, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen. Legen Sie Zeugnis davon ab, wie wichtig dies in Ihrem Leben ist.

Mosia 6:1-7

Mosia beginnt seine Regierungszeit als König

Bitten Sie die Schüler, Mosia 6:1-3 für sich zu lesen und darauf zu achten, was König Benjamin tut, bevor er die Menge entlässt.

  • Warum ist es wohl wichtig, die Namen aller Menschen aufzuschreiben, die den Bund eingegangen sind? Warum ernennt König Benjamin Priester unter dem Volk?

Erklären Sie, dass König Benjamin seinem Sohn Mosia das Königtum überträgt, nachdem er zu dem Volk gesprochen hat. König Benjamin stirbt drei Jahre später. Bitten Sie einen Schüler, Mosia 6:6,7 vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, nach Wörtern und Formulierungen zu suchen, die zeigen, dass Mosia dem Beispiel seines Vaters folgt und seinem Volk hilft, auch weiterhin eine mächtige Herzenswandlung zu erfahren.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Mosia 5:15. „Standhaft und unverrückbar“

Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, was es bedeutet, „standhaft und unverrückbar“ zu sein:

„Das Wort ‚standhaft‘ bezeichnet etwas, was fest und sicher an seinem Platz steht, etwas von fester und stabiler Beschaffenheit sowie Unerschütterlichkeit und Entschlossenheit (siehe Oxford English Dictionary Online, 2. Auflage, 1989, ‚Steadfast‘). … Das Wort ‚unverrückbar‘ wird gebraucht, um anzuzeigen, dass eine Person oder eine Sache unveränderlich, fest verankert und keiner Veränderung unterworfen ist. Es bezeichnet auch die Eigenschaft, nicht nachzugeben und sich nicht von seiner Absicht ablenken zu lassen. (Oxford English Dictionary Online, ‚Immovable‘.) Das bedeutet, dass ein Mensch, der standhaft und unverrückbar ist, folgende Eigenschaften hat: Er bleibt fest, ist entschlossen, sich seiner Sache sicher und lässt sich von seiner ursprünglichen Absicht oder Aufgabe nicht ablenken.“ („Steadfast and Immovable, Always Abounding in Good Works“, New Era, Januar 2008, Seite 2.)