Lektion 56: Mosia 7 und 8

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Ungefähr 80 Jahre bevor König Benjamins Sohn Mosia König wird, führt ein Mann namens Zeniff eine Gruppe Nephiten aus Zarahemla, um im Land Nephi zu wohnen, das sie als das „Land ihres Erbteils“ betrachten (siehe Omni 1:27-30). König Mosia ermächtigt einen Mann namens Ammon, eine kleine Gruppe zum Land Nephi zu führen, um das Schicksal der Gruppe Zeniffs zu erkunden. Ammon und seine Begleiter finden die Nachkommen der Gruppe Zeniffs, die unter der Knechtschaft der Lamaniten leben. Zeniffs Enkel Limhi ist ihr König. Ammons Ankunft lässt Limhi und sein Volk hoffen. Limhi fragt Ammon, ob er die Gravierungen auf den 24 Goldplatten, die sein Volk entdeckt hat, übersetzen könne. Ammon erklärt, dass der König von Zarahemla, König Mosia, ein Seher sei, der diese alten Berichte übersetzen könne.

Anregungen für den Unterricht

Mosia 7

Ammon findet das Land Lehi-Nephi und erfährt, wie das Volk König Limhis in Knechtschaft geraten ist

Schreiben Sie Folgendes an die Tafel: trauern: Bedauern oder Traurigkeit empfinden

  • Aus welchen Gründen trauern die Menschen?

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 7:24 vorzulesen; der Rest der Klasse soll im Stillen mitlesen. Weisen Sie auf die Formulierung „und alles wegen Übeltuns“ hin. Erklären Sie, dass sich dieser Vers auf Umstände bezieht, die wegen unrechtschaffener Entscheidungen einer Gruppe von Menschen zustande kamen. Die Schüler sollen darüber nachdenken, ob sie schon einmal wegen einer Situation getrauert haben, die „wegen Übeltuns“ zustande kam. Weisen Sie darauf hin, dass Sie heute Mosia 7 und 8 studieren, um mehr über einen König namens Limhi und die Ursache der Trauer seines Volkes zu erfahren. Bitten Sie die Schüler, darauf zu achten, wozu Limhi sein Volk anspornte, damit es diesem gelänge, seine Traurigkeit zu überwinden.

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 7:1 vorzulesen. Die Klasse soll die beiden in diesem Vers genannten Orte nennen. Zeichnen Sie das erste Schaubild zu dieser Lektion an die Tafel und bitten Sie die Schüler, dieses Schaubild in ihr Studientagebuch zu übertragen. Weisen Sie, wenn Sie dieses Schaubild verwenden, darauf hin, dass die Kirche abgesehen davon, dass sich die Ereignisse auf dem amerikanischen Kontinent zugetragen haben, keine offizielle Meinung zur Geographie des Buches Mormon vertritt.

Hinweis: Die Schüler fügen im Laufe ihres Studiums des Buches Mormon weitere Details in ihr Schaubild ein. Um sicherzustellen, dass sie für diese Ergänzungen ausreichend Platz haben, zeichnen Sie das Schaubild wie vorgegeben an die Tafel. Weisen sie auf den zusätzlich benötigten Platz hin, bevor die Schüler mit dem Zeichnen beginnen. (Das vollständige Schaubild befindet sich im Anhang am Ende dieses Leitfadens.)

Erklären Sie, dass sich Lehis Familie, als sie im verheißenen Land ankommt, im Land Nephi niederlässt (es wird manchmal auch das Land Lehi-Nephi oder das Land ihres ersten Erbteils genannt). Kurz nach Lehis Tod gebietet der Herr Nephi, in die Wildnis zu fliehen und alle, die mit ihm ziehen wollen, mitzunehmen. Nephis Volk wohnt weiterhin im Land Nephi, ist aber von denjenigen, die Laman und Lemuel nachfolgen, getrennt. Viele Jahre später gebietet der Herr einer Gruppe Nephiten, aus dem Land Nephi zu fliehen. Diese Gruppe lässt sich in einem Land nieder, das Zarahemla heißt und nördlich des Landes Nephi liegt.

Mehrere Generationen später führt ein Mann namens Zeniff eine Gruppe Nephiten in das Land Nephi, um „das Land ihres Erbteils“ in Besitz zu nehmen (siehe Omni 1:27-30). Zeniff hatte bereits mit einer anderen Gruppe vergeblich versucht, Land in diesem Gebiet zu sichern (siehe Mosia 9:1,2). Bitten Sie die Schüler, einen Pfeil von Zarahemla zum Land Nephi zu zeichnen und „eine Gruppe Nephiten, angeführt von Zeniff“ daran zu schreiben. Diese Gruppe verlässt Zarahemla ungefähr 80 Jahre bevor Mosia König wird.

Bitten Sie die Schüler, Mosia 7:1 noch einmal zu überfliegen und darauf zu achten, was Mosia wissen möchte. Nachdem die Schüler geantwortet haben, sollen sie Mosia 7:2,3 lesen, um herauszufinden, was Mosia tut, um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten. Bitten Sie die Schüler, einen zweiten Pfeil von Zarahemla zum Land Nephi zu zeichnen, der die Reise des von Ammon angeführten Suchtrupps darstellt, und den Pfeil entsprechend zu beschriften.

Fassen Sie Mosia 7:4-11 zusammen und erklären Sie, dass Ammon die Stadt findet, in der die Nachkommen Zeniffs unter der Herrschaft Limhis, dem Enkel Zeniffs, leben. Limhi entdeckt Ammons Gruppe außerhalb der Stadtmauern. Da er glaubt, dass sie zu den schlechten Priestern seines verstorbenen Vaters Noa gehören, lässt er sie von seinen Wachen verhaften und ins Gefängnis werfen (siehe Mosia 21:23). Zwei Tage darauf verhört er sie. Bitten Sie die Schüler, Mosia 7:12-15 für sich zu lesen und darauf zu achten, wie Limhi reagiert, als er erfährt, wer Ammon ist und woher er kommt.

  • Warum freut Limhi sich so sehr, als er erfährt, dass Ammon aus dem Land Zarahemla kommt?

Weisen Sie noch einmal auf das Wort trauern an der Tafel hin. Fassen Sie Mosia 7:16-19 zusammen und erklären Sie, dass König Limhi die Angehörigen seines Volk versammelt, um Ammon vorzustellen, um darüber zu sprechen, warum sie traurig sind und Bedauern empfinden, und um sie wissen zu lassen, an wen sie sich wenden können, um befreit zu werden.

Schreiben Sie das Wort Ursachen unter die Definition von trauern an die Tafel. Bitten Sie einige Schüler, abwechselnd Mosia 7:20-28 vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, nach Taten zu suchen, die Limhi als Ursachen der Prüfungen und Leiden seines Volks bezeichnet. (Es kann hilfreich sein, den Schülern zu sagen, dass der Prophet, der in Mosia 7:26 erwähnt wird, Abinadi ist, der unter der Regierung von Limhis Vater, Noa, verbrannt wurde.) Bitten Sie ein paar Schüler, nachdem die Verse gelesen worden sind, das, was sie herausgefunden haben, unter Ursachen an die Tafel zu schreiben.

  • Was scheint die Hauptursache für das Leiden dieses Volkes gewesen zu sein? (Schlechtigkeit oder Sünde.)

Bitten Sie die Schüler, Mosia 7:29-32 für sich zu lesen. Fordern Sie sie auf, eine Formulierung zu suchen, aus der hervorgeht, dass Limhi den Zusammenhang zwischen den Sünden und dem Leiden des Volkes versteht. (Vielleicht müssen Sie erklären, dass sich das Wort Spreu auf das bezieht, was übrig bleibt, wenn das Korn von der Ähre getrennt worden ist. In Mosia 7:30 bedeutet „die Spreu ernten“, etwas Nutzloses zu erhalten.) Bitten Sie einige Schüler, die Formulierungen, die sie ausgewählt haben, vorzulesen und zu erklären.

  • Inwiefern kann es hilfreich sein, wenn wir die Folgen unserer Sünden erkennen?

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 7:33 vorzulesen. Die Klasse soll nun herausfinden, wozu Limhi sein Volk ermahnt.

  • Wie wirkt es sich aus, wenn man seine Sünden erkennt und deshalb Kummer empfindet? Welche Grundsätze können wir von Limhi und seinem Volk diesbezüglich lernen? (Wenn die Schüler herausfinden, welche Wahrheiten in diesem Kapitel stecken, machen Sie sie darauf aufmerksam, dass, wenn wir unsere Sünden erkennen und bedauern, dies dazu führen kann, dass wir uns dem Herrn zuwenden, um davon befreit zu werden. Sie können diesen Grundsatz auch an die Tafel schreiben.)

Damit die Schüler diesen Grundsatz besser verstehen, sollen sie sich vorstellen, es gäbe jemanden, den sie lieben, der seine Sünden bereut und gern umkehren und sich dem Herrn zuwenden würde, aber nicht genau weiß, was zu tun ist. Geben Sie davon Zeugnis, dass der Rat König Limhis an sein Volk in Mosia 7:33 die Schlüssel enthält, wie man das Leid und den Kummer überwindet, die mit Sünde einhergehen. Fordern Sie die Schüler auf, im Stillen Mosia 7:33 zu lesen und nach Aussagen zu suchen, die jemandem verständlich machen würden, wie man sich dem Herrn zuwendet. (Sie können ihnen vorschlagen, diese Aussagen zu markieren.)

Bitten Sie die Schüler nach angemessener Arbeitszeit, die Formulierungen, die ihnen aufgefallen sind, zu nennen. Lassen Sie jeden Schüler erklären, was die Formulierung, die er sich ausgesucht hat, bedeutet, indem er sie 1.) in eigenen Worten wiedergibt oder 2.) Beispiele dafür nennt, wie jemand handelt oder denkt, der sich bemüht, den angesprochenen Grundsatz anzuwenden.

Die Schüler sollen darüber nachdenken, ob es Sünden gibt, von denen sie noch nicht umgekehrt sind und die in ihrem Leben und bei den Menschen, die sie lieben, Kummer und Leid verursachen könnten. Bitten Sie die Schüler, die folgende Frage in ihrem Studientagebuch zu beantworten:

  • Wie könnt Ihr Mosia 7:33 in eurem Leben anwenden?

Geben Sie Zeugnis, dass der Herr uns von der Trauer, die durch unsere Sünden hervorgerufen wird, befreit, wenn wir uns ihm von ganzem Herzen und ganzem Sinn zuwenden.

Mosia 8

Ammon erfährt von den 24 Goldplatten und erzählt Limhi von einem Seher, der die Gravierungen übersetzen kann, die darauf enthalten sind

Bitten Sie zwei Schüler, nach vorn zu kommen. Verbinden Sie einem Schüler die Augen und legen Sie Papier, Bücher und andere harmlose Gegenstände im Raum verteilt auf den Boden. Bitten Sie den zweiten Schüler, dem ersten Anweisungen zu geben, um ihm zu helfen, den Raum zu durchqueren, ohne einen der Gegenstände auf dem Boden zu berühren. Verbinden Sie danach dem zweiten Schüler die Augen. Verändern Sie die Lage der Gegenstände und lassen Sie nun den ersten Schüler die Anweisungen geben. Dieses Mal missachtet der Schüler mit den verbundenen Augen die Anweisungen jedoch absichtlich. (Sprechen Sie mit diesem Schüler vor dem Unterricht, ohne dass die anderen es hören, und bitten Sie ihn, die Anweisungen zu ignorieren.)

  • Welchen Wert hat es, auf jemanden zu hören, der etwas sehen kann, was wir nicht sehen?

Fassen Sie Mosia 8:5-12 zusammen, indem Sie erklären, dass Limhi kurz vor Ammons Ankunft eine Expedition nach Zarahemla ausgesandt hat, um Hilfe zu erbitten. Die Gruppe irrt in der Wildnis umher, aber statt Zarahemla zu finden, finden sie die Überreste einer zerstörten Zivilisation. Sie finden auch 24 Goldplatten mit Gravierungen. (Sie können auch erklären, dass die Ruinen, die das Volk Limhi findet, alles sind, was von der jareditischen Zivilisation übrig geblieben ist. Ein Bericht der Jarediten, den 24 Goldplatten entnommen, ist im Buch Mormon als Buch Ether enthalten.) Fügen Sie diese Reise, wie in der Abbildung auf dieser Seite gezeigt wird, in das Schaubild an der Tafel ein. Bitten Sie die Schüler, dasselbe bei ihrem Schaubild zu tun. Erklären Sie, dass König Limhi die Schriften, die auf den 24 Platten eingraviert sind, verstehen möchte. Er fragt Ammon, ob er jemanden kennt, der sie übersetzen kann.

Bitten Sie einen Schüler, Ammons Antwort in Mosia 8:13-15 zu lesen. Fordern Sie die Klasse auf, die Bezeichnung zu finden, die Ammon gebraucht, um jemanden zu beschreiben, der die Macht hat, solche Berichte zu übersetzen. Bitten Sie die Schüler, Mosia 8:16-19 für sich durchzulesen und herauszufinden, welche zusätzlichen Fähigkeiten ein Seher hat. Bitten Sie mehrere Schüler, zu berichten, was sie herausgefunden haben.

Schreiben Sie folgende Aussage an die Tafel: Der Herr erweckt Propheten, Seher und Offenbarer zum Nutzen der Menschen.

  • Wie viele Seher haben wir heute auf der Erde? (Fünfzehn – die Mitglieder der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel.)

  • Was ist uns schon durch Propheten, Seher und Offenbarer bekannt gemacht worden? (Falls die Schüler Schwierigkeiten haben zu antworten, fragen Sie nach, was wir von Sehern zu Themen wie Ehe und Familie, Bildung, Unterhaltung und Medien oder sexuelle Reinheit wissen.)

  • Inwiefern seid ihr durch neuzeitliche Propheten, Seher und Offenbarer gesegnet worden?

Sie könnten erzählen, inwiefern Ihr Leben schon durch Propheten, Seher und Offenbarer gesegnet worden ist. Regen Sie die Schüler dazu an, eine aktuelle Konferenzansprache eines Mitglieds der Ersten Präsidentschaft oder des Kollegiums der Zwölf Apostel zu lesen und darüber nachzudenken und den in der Ansprache gegebenen Ratschlag zu befolgen.

Kommentar und Hintergrundinformationen

Mosia 1–29. Geschichtlicher Überblick

In der Einführung in das Buch Mosia in diesem Leitfaden finden Sie einen historischen Überblick über dieses Buch.

Mosia 8:16. Ein Seher ist ein Offenbarer und auch ein Prophet

Elder John A. Widtsoe vom Kollegium der Zwölf Apostel hat die Bedeutung des Titels „Prophet, Seher und Offenbarer“ erklärt:

„Die drei verschiedenen Bezeichnungen haben im normalen Sprachgebrauch fast dieselbe Bedeutung. Dennoch gibt es Unterschiede, die wichtig genug sind, ihren Gebrauch zu rechtfertigen.

Ein Prophet ist ein Lehrer. Dies ist die wesentliche Bedeutung dieses Wortes. Er lehrt die Wahrheit in ihrer Gesamtheit, das Evangelium, das der Herr den Menschen offenbart; und unter Inspiration macht er es den Menschen verständlich. Er erklärt die Wahrheit. Zudem zeigt er auf, dass der Mensch nur durch Gehorsam gegenüber Gottes Gesetzen glücklich wird. Diejenigen, die sich von der Wahrheit entfernen, ruft er zur Umkehr auf. Er wird zum Kämpfer für die Durchsetzung der Absichten des Herrn in Bezug auf die Menschheit. Sein Lebenszweck besteht darin, den Erlösungsplan des Herrn hochzuhalten. All dies tut er aufgrund seiner engen Verbindung zum Herrn, bis er ‚voller Kraft … erfüllt vom Geist des Herrn‘ ist. (Micha 3:8; siehe auch LuB 20:26; 34:10; 43:16) …

Im Laufe der Zeit hat das Wort ‚Prophet‘ hauptsächlich folgende Bedeutung angenommen: ein Mensch, der Offenbarungen und Weisungen vom Herrn empfängt. Man hat fälschlicherweise geglaubt, dass es die Hauptaufgabe eines Propheten sei, zukünftige Ereignisse vorherzusagen, Prophezeiungen auszusprechen, aber dies ist nur eine von mehreren prophetischen Funktionen.

In dem Sinn, dass ein Prophet ein Mensch ist, der vom Herrn Offenbarungen empfängt, unterstreichen die Titel ‚Seher und Offenbarer‘ lediglich die umfassendere Bedeutung des Titels ‚Prophet‘. Es ist jedoch offensichtlich, dass in der besonderen Erwähnung der Funktionen des Propheten als Seher und Offenbarer – wie es bei den Konferenzen der Kirche geschieht – viel Weisheit liegt.

Ein Prophet empfängt auch Offenbarungen von Gott. Das können Erklärungen zu bereits vorhandenen Wahrheiten sein oder neue Wahrheiten, die der Mensch zuvor noch nicht kannte. Diese Offenbarungen sind immer begrenzt auf das offizielle Amt, das jemand bekleidet. Das niedere Amt empfängt keine Offenbarung für das höhere Amt.

Ein Seher ist jemand, der mit geistigen Augen sieht. Er begreift die Bedeutung dessen, was anderen unverständlich erscheint; deshalb kann er ewige Wahrheit auslegen und deutlich machen. Er sieht aus der Vergangenheit und der Gegenwart die Zukunft voraus. Das tut er durch die Macht des Herrn, die durch ihn wirkt – direkt oder indirekt mithilfe von göttlichen Werkzeugen wie dem Urim und Thummim. Kurz gesagt, er ist jemand, der sieht, der mit offenen Augen im Licht des Herrn wandelt. (Buch Mormon, Mosia 8:15-17)

Ein Offenbarer offenbart mit der Hilfe des Herrn etwas, was zuvor nicht bekannt war. Es mag sich dabei um neue oder vergessene Wahrheit handeln oder um eine neue oder vergessene Übertragung bekannter Wahrheit auf die Bedürfnisse des Menschen. Der Offenbarer befasst sich immer mit Wahrheit, mit Wahrheit, die gewiss ist (LuB 100:11), und sie trägt immer den göttlichen Stempel der Billigung. Offenbarung kann auf verschiedene Weise empfangen werden, sie setzt aber immer voraus, dass der Offenbarer so lebt und sich so verhält, dass er sich im Einklang oder in Harmonie mit dem göttlichen Geist der Offenbarung, dem Geist der Wahrheit, befindet und deshalb in der Lage ist, Botschaften von Gott zu empfangen.

Um es zusammenzufassen: Ein Prophet ist ein Lehrer bekannter Wahrheit; ein Seher erkennt verborgene Wahrheit; ein Offenbarer bringt neue Wahrheit hervor. Im weitesten Sinn schließt der Titel ‚Prophet‘, wie er am häufigsten gebraucht wird, die anderen Bezeichnungen mit ein und macht aus einem Propheten einen Lehrer, jemanden, der verborgene Wahrheit erkennt, und jemanden, der neue Wahrheit hervorbringt.“ (Evidences and Reconciliations, Hg. G. Homer Durham, 3 Bände, 1960, 1:257f.)

Mosia 8:17. „Ein Seher aber kann von dem wissen …, was kommen wird“

Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel hat ein Beispiel dazu erzählt, wie neuzeitliche Propheten, Seher und Offenbarer als Seher aufgetreten sind:

„Die Schrift spricht von den Propheten als ‚Wächter auf dem Turm‘, die den Feind sehen, ‚solange er noch weit weg [ist]‘, und die Dinge sehen, ‚die für das natürliche Auge nicht sichtbar sind. … [Denn] einen Seher hat der Herr für sein Volk erweckt‘.

[Schon vor vielen Jahren] warnten die Führer der Kirche uns vor der Auflösung der Familie und wiesen uns an, uns vorzubereiten. … Der wöchentliche Familienabend wurde von der Ersten Präsidentschaft eingeführt. … Die Eltern bekommen ausgezeichnetes Material zur Unterweisung ihrer Kinder an die Hand, verbunden mit der Verheißung, dass die Glaubenstreuen gesegnet werden.

Die Lehre und die offenbarte Organisation sind unverändert geblieben, doch alle Tätigkeiten der Kirche wurden in ihren Beziehungen untereinander und zur Familie neu gestaltet. … Der gesamte Lehrplan der Kirche wurde auf der Grundlage der heiligen Schriften überarbeitet. … Es hat Jahre gedauert, neue Ausgaben der Bibel, des Buches Mormon, des Buches Lehre und Bündnisse und der Köstlichen Perle zu erstellen. …

Wir können nur erahnen, wie wir dastehen würden, wenn wir erst jetzt auf die schreckliche Neudefinition der Familie reagieren würden. Das ist aber nicht der Fall. Wir zappeln nicht hektisch herum und versuchen zu entscheiden, was zu tun ist. Wir wissen, was zu tun und zu lehren ist. …

Den Weg, den wir gehen, haben wir uns nicht selbst zurechtgemacht. Der Erlösungsplan, der große Plan des Glücklichseins, wurde uns offenbart, und die Propheten und Apostel empfangen auch weiterhin Offenbarungen, wenn die Kirche und ihre Mitglieder dessen bedürfen.“ („The Father and the Family“, Ensign, Mai 1994, Seite 20.)

Zusätzliche Anregung für den Unterricht

Übersicht über die Reisen in Mosia 7–24

Hinweis: Diese Anregung kann eine gesamte Klassenzeit in Anspruch nehmen. Machen Sie die Entscheidung, ob Sie diese Anregung verwenden wollen, von den Bedürfnissen der Schüler und der verfügbaren Zeit abhängig. Wenn Sie sich für diese Anregung entscheiden, müssen Sie den Unterrichtsplan für die Lektionen 56 und 57 entsprechend anpassen, um eine Überschneidung zu vermeiden.

Wenn die Schüler mit dem Studium von Mosia 7–24 beginnen, kann es nützlich sein, ihnen einen Überblick über die Örtlichkeiten und Ereignisse zu geben, die in diesen Kapiteln vorkommen. Das Schaubild im Anhang am Ende dieses Leitfadens führt alle Reisen auf, die in diesen Kapiteln beschrieben werden. Diese Reisen werden über einen Zeitraum von 80 Jahren unternommen (200 bis 120 v. Chr.).

Bereiten Sie das Klassenzimmer so vor, dass es das oben erwähnte Schaubild widerspiegelt. Fertigen Sie Schilder an, die eine Seite des Raums als das Land Zarahemla ausweisen und die andere Seite als das Land Nephi. Sie benötigen auch Schilder für die Wasser Mormon, das Land Helam und die Ruinen des jareditischen Volkes. Helfen Sie den Schülern, die Reisen nachzuspielen, wenn sie in den in der Legende des Schaubilds aufgeführten Schriftstellen von den einzelnen Gruppen lesen. „Schicken“ Sie einzelne Schüler oder Gruppen auf die erwähnten Reisen. Die Schüler können auch Namensschilder tragen, die für Personen wie Zeniff, Noa, Limhi, Benjamin, Mosia, Ammon oder die Lamaniten stehen. Es kann nützlich sein, die Reisen mit den folgenden überleitenden Informationen zu verknüpfen:

Zwischen Reise 2 und 3: Nach dem Tod Zeniffs regiert sein Sohn Noa in Schlechtigkeit. Der Herr sendet den Propheten Abinadi, um das Volk zu warnen und es zur Umkehr aufzurufen. Alma, einer von König Noas schlechten Priestern, glaubt den Worten Abinadis. Er kehrt um und verbirgt sich an den Wassern Mormon, wo er auch diejenigen belehrt, die ihm zuhören.

Zwischen Reise 3 und 4: Die Lamaniten greifen das Volk Noas an. Noa wird später von seinen eigenen Leuten getötet, als er sich weigert, sie zu ihren Familien gehen zu lassen. Noas Sohn Limhi regiert nach Noas Tod. Sein Volk aber befindet sich unter der Knechtschaft der Lamaniten. Limhi schickt eine Gruppe aus, die das Land Zarahemla finden und Verstärkung gegen die Lamaniten holen soll.

Zwischen Reise 6 und 7: Das Volk Limhi entkommt aus der Knechtschaft, und die Lamaniten schicken ein Heer, das es verfolgen soll. Das Heer der Lamaniten verirrt sich in der Wildnis und entdeckt Alma und sein Volk im Land Helam. Die Lamaniten bringen Alma und sein Volk in Knechtschaft. Das Volk Alma betet zum Herrn, dass er ihnen helfen möge zu entkommen.