Lektion 62: Mosia 19 und 20

Das Buch Mormon – Seminarleitfaden für den Lehrer, 2012


Einleitung

Nachdem Alma und sein Volk dem Heer von König Noa entflohen sind, leiden König Noa und sein Volk unter den Folgen ihrer Schlechtigkeit, wie Abinadi es prophezeit hat – sie werden von den Lamaniten angegriffen und gefangen genommen und König Noa erleidet den Feuertod. Nach Noas Tod wird dessen Sohn Limhi König. Als die früheren Priester Noas einige Töchter der Lamaniten entführen, beschuldigen die Lamaniten Limhis Volk dafür und bereiten sich darauf vor, es anzugreifen. Das Volk Limhi kämpft tapfer gegen sie. Es verwundet den König der Lamaniten und nimmt ihn gefangen. Limhi beschwichtigt den lamanitischen König, der sein Volk daraufhin überredet, friedlich in sein Land zurückzukehren.

Anregungen für den Unterricht

Mosia 19 und 20

Die Nephiten im Land Lehi-Nephi erleben, wie sich Abinadis Prophezeiungen erfüllen

Lassen Sie die Schüler überlegen, wann jemand sie vor einer Gefahr gewarnt hat, die sie nicht vorhersehen konnten. Bitten Sie sie, zu erzählen, wie sie dafür gesegnet worden sind, dass sie eine Warnung beherzigt haben. Machen Sie den Schülern verständlich, welchen Zweck Warnungen haben, indem Sie folgende Fragen stellen:

  • Was ist der Zweck einer Warnung? Wer warnt euch vor etwas, was ihr meiden solltet oder was euch schaden könnte?

  • Wem offenbart Gott in geistiger Hinsicht Warnungen für seine Kirche?

Erinnern Sie die Schüler daran, dass der Herr Abinadi sandte, um die Nephiten vor den Konsequenzen ihrer Sünden zu warnen. Zeichnen Sie die nachstehende Tabelle an die Tafel. So sollen die Schüler angeregt werden, noch einmal über die Prophezeiungen Abinadis an die Nephiten im Land Lehi-Nephi nachzudenken. Lassen Sie unter den Schriftstellenangaben ausreichend Platz, damit die Schüler darunter noch schreiben können.

Prophezeiung über König Noas Volk (Mosia 12:1,2; 17:17)

Erfüllung (Mosia 19:10,14,15; 20:20; 21:2-4)

Prophezeiung über König Noa (Mosia 12:3; 17:18)

Erfüllung (Mosia 19:18-20)

Bitten Sie einen Schüler, Mosia 12:1,2 vorzulesen. Was geschieht laut Abinadi mit König Noas Volk, weil es nicht umkehrt? Bitten Sie einen Schüler, diese Konsequenzen in die Tabelle oben links an die Tafel zu schreiben. Lassen Sie einen anderen Schüler Mosia 12:3 vorlesen. Bitten Sie die Klasse, herauszufinden, was laut Abinadi mit König Noa geschieht. Fordern Sie einen Schüler auf, auch diese Konsequenz an die Tafel schreiben.

Erzählen Sie diese Geschichte von Elder David R. Stone von den Siebzigern. Sie soll die Schüler zum Nachdenken über die Bedeutung von geistigen Warnungen anregen:

„An einem Sonntagmorgen vor über einem Jahr wachten wir in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik bei schönem Wetter auf. Die karibische Sonne schien und der Himmel war klar. Eine sanfte Brise wehte, die kaum die Blätter an den Bäumen bewegte; es war warm, friedlich und still. Aber von draußen auf dem Meer, außerhalb der Wahrnehmung durch unsere Sinne, kam ein tödlicher Zerstörer, unerbittlich und unvermeidbar. Das Warnzentrum für Hurrikans, das dafür zuständig war, den Weg des Hurrikans „Georges“ festzustellen und vorherzusagen, brachte ständig die Daten im Internet auf den neuesten Stand. In der friedlichen Stille dieses Morgens konnte ich mit Hilfe der künstlichen Augen am Himmel den vorhergesagten Weg des Sturmes sehen, der wie ein Pfeil mitten auf das Herz von Santo Domingo zielte.

Innerhalb von 48 Stunden traf der Sturm die Insel mit enormer und rücksichtsloser Gewalt und ließ einen Pfad der Verwüstung und des Todes hinter sich. …

So groß der Schaden und die Zerstörung und der Tod auch sein mögen, den diese Ehrfurcht gebietenden Erscheinungen physikalischer Kräfte auch bewirken, geistige Hurrikans bewirken im Leben der Menschen noch viel schlimmere Verheerungen. Diese stürmischen Kräfte richten oft einen viel verheerenderen Schaden an als die physischen Wirbelstürme, weil sie unsere Seele vernichten und uns unserer ewigen Perspektiven und Verheißungen berauben. …

Aber auch wir haben Wächter für die geistigen Hurrikans, diejenigen nämlich, deren Aufgabe es ist, zu wachen, zu warnen und uns zu helfen, geistigen Schaden, Zerstörung und selbst den Tod zu vermeiden. Unsere Wächter auf dem Turm sind uns als Apostel und Propheten bekannt. Sie sind unsere geistigen Augen am Himmel und sie kennen aufgrund von Inspiration, Erkenntnis und reiner Intelligenz den Weg, den diese Stürme möglicherweise ziehen werden. Sie hören nicht auf, die Stimme der Warnung zu erheben und uns die tragischen Konsequenzen des leichtfertigen und willentlichen Übertretens der Gebote des Herrn zu nennen. Absichtlich diese Warnungen zu missachten heißt, Elend, Kummer und Ruin einzuladen. Ihnen zu folgen heißt, den erwählten Dienern des Herrn auf geistige Weiden des Friedens und des Überflusses zu folgen.“ („Wachen, warnen und retten“, Liahona, Januar 2000, Seite 36f.)

  • Wie lässt sich diese Geschichte mit der Rolle Abinadis unter dem Volk König Noas in Verbindung bringen?

Erzählen Sie den Schülern, dass sie durch die nächste Aktivität mit der Handlung in Mosia 19,20 vertraut gemacht werden und besser erkennen können, wie sich Abinadis Prophezeiungen in diesen Kapiteln erfüllen. Nach dieser Aktivität füllen die Schüler die rechte Spalte der Tabelle an der Tafel aus.

Schreiben Sie noch vor Unterrichtsbeginn folgende elf Aussagen an die Tafel oder erstellen Sie für jeden Schüler einen entsprechenden Handzettel. Fordern Sie die Schüler auf, Mosia 19 und 20 zu überfliegen. Lassen Sie sie beim Lesen die nachstehend aufgeführten Ereignisse in die richtige Reihenfolge bringen. Sie können die Schüler darauf aufmerksam machen, dass in den Kapitelüberschriften nützliche Hinweise stehen.

______ Gideon trachtet danach, König Noa zu töten.

______ Die nephitischen Frauen und Kinder flehen die Lamaniten an, sie nicht zu töten.

______ König Noa erleidet den Feuertod.

______ Ein lamanitisches Heer dringt in das Land Schemlon vor.

______ Die Priester von König Noa entführen 24 lamanitische Töchter.

______ Der König der Lamaniten fleht sein Heer an, das Volk Limhi zu verschonen.

______ Noa und einige seiner Männer fliehen vor den Lamaniten und lassen ihre Frauen und Kinder zurück.

______ Limhi befielt seinem Volk, den König der Lamaniten nicht zu töten.

______ Zwei Jahre lang herrscht Frieden zwischen den Nephiten und den Lamaniten.

______ Limhi verspricht, dass sein Volk die Hälfte seines Besitzes den Lamaniten übergeben wird.

______ Die Nephiten wehren einen Angriff der Lamaniten ab und nehmen den König der Lamaniten gefangen.

Geben Sie den Schülern fünf bis zehn Minuten Zeit für diese Aktivität. Gehen Sie im Anschluss daran die Handlung in Mosia 19 und 20 anhand der obigen Aufstellung durch. (Die richtige Reihenfolge der Ereignisse [oben beginnend] lautet: 1, 4, 5, 2, 8, 11, 3, 10, 7, 6, 9.)

Verweisen Sie die Schüler noch einmal auf die Tabelle an der Tafel. Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen auf. Bitten Sie die eine Gruppe, sich mit Mosia 19:10,14,15; 20:20 und 21:2-4 zu befassen und darauf zu achten, wie sich Abinadis Prophezeiungen in Bezug auf das Volk König Noas erfüllen. Die zweite Gruppe soll sich mit Mosia 19:18-20 befassen und darauf achten, wie sich Abinadis Prophezeiungen hinsichtlich König Noa selbst erfüllen. Lassen Sie aus jeder Gruppe einen Schüler zusammenfassen, wie sich die Prophezeiungen Abinadis erfüllen. Ein anderer Schüler soll die jeweilige Zusammenfassung in die Tabelle schreiben.

Fordern Sie die Schüler auf, im Stillen Mosia 20:21 zu lesen.

  • Was war laut Gideon der Grund für das Leid des Volkes?

Fordern Sie die Schüler auf, in eigenen Worten zu beschreiben, was Gideon dem Volk klarmachen wollte. Auch wenn die Jugendlichen sich vielleicht anders ausdrücken, sollten sie verstanden haben, dass es Leid und Kummer nach sich zieht, wenn man den Worten der Knechte des Herrn keine Beachtung schenkt. (Wenn Sie wollen, können Sie diesen Grundsatz auch an die Tafel schreiben.)

Erzählen Sie den Schülern, dass der Herr eine ähnliche Warnung an all diejenigen gerichtet hat, die in den Letzten Tagen leben und nicht auf seine Worte hören. Fordern Sie jemanden auf, Lehre und Bündnisse 133:70-72 vorzulesen. Sie können die Schüler diesen Querverweis neben Mosia 20:21 an den Rand schreiben lassen.

  • Was lehren die Propheten und Apostel heutzutage, damit wir uns Leid und Kummer ersparen können? Was lehren sie uns heutzutage, wodurch wir Frieden finden, glücklich sein und in die Gegenwart Gottes zurückkehren können? (Sie können den Schülern eine vor kurzem erschienene Konferenzausgabe des Liahonas zeigen und ein paar Titel von den Ansprachen der Propheten erwähnen.)

Bitten Sie die Schüler, zu erzählen, wann sie schon einmal dafür gesegnet worden sind, dass sie den Rat der Führer der Kirche befolgt haben.

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel vor. Es soll den Schülern verdeutlichen, dass wir Frieden erlangen und in Gottes Gegenwart zurückkehren können, wenn wir auf die Worte der Propheten hören:

Elder Robert D. Hales

„Wir befinden uns in geistiger Sicherheit, wenn wir auf die klare Stimme unseres lebenden Propheten hören. Wenn wir auf ihn hören und seinen Rat befolgen, können wir so leben, wie Christus es von uns erwartet, und bis ans Ende ausharren, damit wir eines Tages gemeinsam mit unserer Familie in die Gegenwart des himmlischen Vaters und unseres Erretters, Jesus Christus, zurückkehren können.“ („Hört die Stimme des Propheten und folgt ihr“, Der Stern, Juli 1995, Seite 16.)

Beenden Sie die Lektion, indem Sie von dem Frieden und der geistigen Sicherheit Zeugnis geben, die wir erlangen, wenn wir den Rat der Diener des Herrn befolgen.

scripture mastery iconLernschriftstellen wiederholen

Wenn die Zeit es erlaubt, können Sie die in diesem Jahr bisher durchgenommenen Lernschriftstellen noch einmal wiederholen, damit sich die Schüler an die jeweiligen Schlüsselbegriffe in den Schriftstellen erinnern.

Geben Sie den Schülern etwas Zeit, um die betreffenden Lernschriftstellen noch einmal durchzugehen. Bitten Sie dann einen von ihnen, mit seinen heiligen Schriften nach vorn zu kommen. Der Schüler soll irgendeine Lernschriftstelle aufschlagen, ohne sie einem anderen zu zeigen. (Wenn Ihnen Schriftstellenkarten zur Verfügung stehen, kann der Schüler auch diese verwenden.) Lassen Sie den Schüler ein Wort aus der Lernschriftstelle an die Tafel schreiben. (Bitten Sie ihn, möglichst bedeutungstragende Begriffe auszuwählen anstatt weniger prägnante wie und oder der.) Nun sollen die anderen Schüler in ihren heiligen Schriften die Lernschriftstelle heraussuchen, aus der dieses Wort ihrer Meinung nach stammt. Lassen Sie den Schüler ein weiteres Wort aus der Lernschriftstelle an die Tafel schreiben, falls das eine Wort noch nicht ausreicht, um die richtige Schriftstelle zu finden. Fahren Sie so fort, bis zumindest ein Schüler die richtige Schriftstelle gefunden hat. Bitten Sie auch alle anderen Schüler, diese Schriftstelle aufzuschlagen. Dann sollen sie sie gemeinsam aufsagen. Wiederholen Sie diese Aktivität dann mit einem anderen Schüler und einer anderen Lernschriftstelle.