Einheit 18: Tag 2 Alma 30

Schülerleitfaden zum Buch Mormon für das Seminar im Heimstudium, 2012


Einleitung

Nach einer gewaltigen Schlacht mit den Lamaniten kehrt im Land Zarahemla Frieden ein. Mitten in dieser Zeit des Friedens beginnt ein Mann namens Korihor zu predigen, dass es keinen Christus geben werde. Seine falschen Lehren verleiten diejenigen, die ihm glauben, zur Sünde. Er erhebt seine Stimme gegen die Führer der Kirche und behauptet, sie würden „törichte Überlieferungen“ lehren (Alma 30:27). Korihor wird vor Alma gebracht, der ihn lehrt, dass alles von Christus zeugt. Schließlich bekennt Korihor, dass seine Taten vom Teufel geleitet waren.

Alma 30:1-29

Korihor, ein Antichrist, macht sich über die Lehre von Christus lustig

Stell dir vor, dass jemand etwas für dich gekocht hat. Das Essen sah gut aus und roch köstlich, aber nachdem du es verspeist hattest, wurdest du sehr krank. Denk darüber nach, inwiefern falsche Lehren wie Essen sein können, das dir angeboten wird und köstlich aussieht, aber in Wirklichkeit giftig ist.

Du hast dich bereits mit dem Antichristen Scherem (siehe Jakob 7) und Nehor (siehe Alma 1) befasst. Denk daran, dass ein Antichrist so definiert wird: „Jede Person oder Sache, die den wahren Evangeliumsplan der Errettung verfälscht und offen oder heimlich gegen Christus ist“ (Schriftenführer, „Antichrist“, lds.org/scriptures/gs?lang=deu). Heute erfährst du mehr über einen Mann, der ein Feind Christi war und dessen falsche Lehren andere in die Irre führten und dazu verleiteten, zu sündigen. Viele weltlich gesinnte Menschen bringen heutzutage gegenüber denjenigen, die ihren Glauben an Gott zum Ausdruck bringen, ähnliche Argumente wie Korihor vor.

Korihor ging daran, unter den Nephiten zu predigen. Lies Alma 30:6-12 und achte auf Formulierungen die darauf hinweisen, dass Korihor ein Antichrist war.

Lies Alma 30:12-18 und ordne die falschen Lehren Korihors den Folgerungen zu, die man daraus ziehen kann.

Einige falsche Lehren Korihors, eines Antichristen

Mögliche Auslegungen und Folgerungen aus den falschen Lehren

  1. ___ 1.

    Alma 30:13,14

  1. A.

    Wenn man keine konkreten Beweise für religiöse Wahrheiten hat, sollte man nicht an Jesus Christus oder sein Evangelium glauben. Es gibt keine persönliche Offenbarung durch den Heiligen Geist.

  1. ___ 2.

    Alma 30:15

  1. B.

    Es gibt keine Sünde. Es gibt keinen allgemeingültigen Maßstab dafür, was richtig oder falsch ist.

  1. ___ 3.

    Alma 30:16

  1. C.

    Jeder gedeiht nur durch seine eigenen Anstrengungen. Gott ist für die menschlichen Belange unnötig.

  1. ___ 4.

    Alma 30:17 („jedermann … so ergehe …“)

  1. D.

    Die Worte der Propheten und die heiligen Schriften sind nicht wahr, deswegen sollte man ihren Prophezeiungen nicht glauben.

  1. ___ 5.

    (Alma 30:17 („was auch immer jemand tue …“)

  1. E.

    Es gibt keine Sündenvergebung. Es gibt keinen Grund, im Sühnopfer Hilfe zu suchen, weil es kein Sühnopfer gibt.

  1. ___ 6.

    Alma 30:18

  1. F.

    Es gibt kein Leben nach dem Tod, deshalb ist es unnötig, sich um ein Gericht nach diesem Leben zu sorgen.

(Die Antworten zu dieser Zuordnungsaufgabe stehen am Ende dieser Lektion.)

In Alma 30:18 wird folgender Grundsatz vermittelt: Der Satan setzt falsche Lehren ein, um uns zur Sünde zu verleiten.

Präsident Boyd K. Packer, Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel hat gesagt:

President Boyd K. Packer

„Unser Verhalten wird nicht ausschließlich von natürlichen Trieben beherrscht. Verhalten entspringt ebenso der Glaubensansicht.

Glaubensansichten beruhen auf Philosophien oder Lehren. Eine Lehre kann geistig oder weltlich, aufbauend oder zerstörerisch, wahr oder falsch sein. …

Wenn wahre Lehre verstanden wird, ändern sich die Einstellung und das Verhalten.“ („Little Children“, Ensign, November 1986, Seite 17.)

  1. journal icon1.

    Wähle mindestens zwei falsche Lehren Korihors aus der Tabelle aus. Halte in deinem Studientagebuch fest, wie die Lehren wirklich lauten, und schildere, inwiefern deine Einstellung und dein Verhalten dadurch beeinflusst werden, dass du die Wahrheit kennst.

Nachdem Korihor im Land Zarahemla erfolgreich gewesen war, ging er in das Land Jerschon, um dem Volk Ammon zu predigen. Lies Alma 30:19,20 und finde heraus, ob die Ammoniten seine falschen Lehren annahmen.

Das Volk Ammon war „klüger als viele der Nephiten“ und ließ „ihn außer Landes bringen“ (Alma 30:20,21). Denke an das, was du über das Volk Ammon gelernt hast. Warum hat es wohl den falschen Lehren Korihors nicht geglaubt?

Laut Alma 30:21-29 suchte Korihor danach das Land Gideon auf, „und hier hatte er nicht viel Erfolg“ (Alma 30:21). Einige von Korihors Argumenten gegen die Kirche und ihre Lehren stehen in Alma 30:24,27. Zwei von ihnen lauten so: 1.) Wer an Gott glaubt, befindet sich in Gefangenschaft, und 2.) Religion schränkt Freiheiten ein. Diese Argumente werden noch heute von Religionsgegnern ins Feld geführt.

Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft hat gesagt, dass unser Glaube an Gott uns Freiheit verleiht: „Korihor argumentierte so, wie die Menschen seit Anbeginn der Zeit falsch argumentieren, nämlich dahingehend, dass man, wenn man den Rat der Diener Gottes annehme, sein gottgegebenes Recht auf Unabhängigkeit aufgäbe. Aber das Argument ist falsch, denn es gibt die Wirklichkeit falsch wieder. Wenn wir den Rat, der von Gott kommt, ablehnen, entscheiden wir uns nicht dafür, von äußerem Einfluss unabhängig zu sein. Wir entscheiden uns für einen anderen Einfluss. Wir lehnen den Schutz des vollkommen liebenden, allmächtigen, allwissenden Vaters im Himmel ab, der doch einzig und allein darauf bedacht ist, ebenso wie sein geliebter Sohn, uns ewiges Leben zu schenken, uns alles zu schenken, was er hat, und uns wieder nach Hause zu bringen – in eine Familie und in die Arme seiner Liebe. Indem wir seinen Rat verwerfen, entscheiden wir uns für den Einfluss einer anderen Macht, die darauf aus ist, uns elend zu machen, und die vom Hass geleitet ist. Gott hat uns Entscheidungsfreiheit geschenkt. Sie ist nicht das Recht, uns dafür zu entscheiden, von jeglichem Einfluss frei zu sein, sondern das unveräußerliche Recht, uns der Macht zu unterwerfen, für die wir uns entscheiden.“ („Rat annehmen und sicher sein“, Der Stern , Juli 1997, Seite 24.)

  1. journal icon2.

    Schreibe in dein Studientagebuch, was du jemandem empfehlen würdest, der sich vor falschen Lehren wie denen Korihors schützen möchte.

Alma 30:30-60

Korihor fordert von Alma ein Zeichen und wird durch Gottes Macht mit Stummheit geschlagen

Schließlich wurde Korihor vor Alma gebracht. Lies Alma 30:30,31 und achte darauf, welche Anschuldigungen Korihor gegen Alma und andere Führer der Kirche erhob. Mit der Formulierung „sich an der Arbeit des Volkes zu mästen“ wird unterstellt, dass Alma und andere durch ihren Dienst in der Kirche bereichert hätten. Denk einmal über diese Fragen nach:

  • Welche Erfahrungen hast du mit den Führern der Kirche gemacht, die dir zeigen, dass diese Anschuldigungen falsch sind?

  • Wie hättest du wohl auf Korihors Anschuldigungen reagiert, wenn du Alma gewesen wärst?

Lies Alma 30:32-35 und finde heraus, was Alma Korihor geantwortet hat. Überlege, woran du siehst, dass Almas Antwort wahr ist. Denke dazu an diejenigen, die in deiner Gemeinde oder deinem Zweig Führungsaufgaben innehaben, und an andere Mitglieder der Kirche, die du bewunderst.

Bitte nach Möglichkeit einen Freund oder ein Familienmitglied, Alma 30:37-45 mit dir gemeinsam zu lesen. Einer von euch liest die Worte Almas, der andere die Korihors. Während ihr beide lest, achte darauf, was Alma als Beweis dafür anführt, dass Gott existiert. (Wenn es nicht möglich ist, dass jemand mit dir liest, stell dir beim Lesen den Wortwechsel zwischen den beiden Männern vor.)

  1. journal icon3.

    Bearbeite diese Aufgaben in deinem Studientagebuch

    1. a)

      Schreib auf, welchen der Belege, die Alma nennt, du als besonders wichtiges Zeugnis für die Existenz Gottes ansiehst und warum.

    2. b)

      Schreibe mindestens drei andere Belege auf, von denen du selbst erlebt hast, dass sie „darauf hin[deuten] dass es einen Gott gibt“ (Alma 30:44) und erläutere kurz, wie jeder deinen Glauben an Gott gestärkt hat.

Eine Lehre, die in diesen Versen zu finden ist, lautet: Alles zeugt davon, dass Gott der allerhöchste Schöpfer ist. Was mag wohl mit deinem Glauben geschehen, wenn du dich bemühst, auf diese Zeugnisse zu achten, und dich an sie erinnerst?

Beachte, wie der Prophet Alma vorging, als er mit Korihor sprach: Er korrigierte die falschen Lehren (siehe Alma 30:32-35), er gab Zeugnis von der Wahrheit (siehe Alma 30:37-39), er übertrug die Beweispflicht auf Korihor (siehe Alma 30:40-42), und er führte Beweise für die Existenz Gottes an (siehe Alma 30:44). Was kannst du an Almas Beispiel darüber lernen, wie man mit denjenigen umgehen sollte, die gegen die Wahrheit streiten?

Elder Jeffrey R. Holland

Manchmal können wir uns gegen diejenigen, die unseren Glauben angreifen, allein dadurch verteidigen, dass wir Zeugnis von der Wahrheit geben. Es ist keineswegs peinlich, so vorzugehen: Alma, ein Prophet Gottes, wandte genau dies gegenüber Korihor an. Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt: „Korihors Argumente klingen für den heutigen Leser sehr modern, doch Alma wehrte sie mit einer zeitlosen und letztendlich unbestreitbaren Waffe ab – der Macht des persönlichen Zeugnisses.“ (Christ and the New Covenant, 1997, Seite 121.)

Alma and Korihor

Obwohl Alma gegenüber Korihor bereits viele Belege für die Existenz Gottes angeführt hatte, forderte dieser ein weiteres Zeichen und wurde daraufhin mit Stummheit geschlagen (siehe Alma 30:45-50). Lies Alma 30:51-53 und finde heraus, wie Korihor das, was er lehrte, begründete.

Als Korihor keine falschen Lehren mehr verbreiten konnte, gab er zu, dass er diese falschen Auffassungen verkündet hatte, „weil sie für den fleischlichen Sinn angenehm waren“ (Alma 30:53). Einen „fleischlichen Sinn“ zu haben, bedeutet, dass es einem vor allem um weltliches Vergnügen geht und darum, körperliche Gelüste zu befriedigen. Diejenigen, die Korihors Lehren Glauben schenkten, meinten, sie könnten ihr Herz an Materielles hängen und sich in weltlichen Vergnügungen ergehen, ohne dass dies Konsequenzen hätte. Infolge dieser Vorstellungen begingen sie viele Sünden (siehe Alma 30:18).

In Alma 30:54-59 steht, dass Korihor ausgestoßen wurde, von Haus zu Haus ging, um sich Nahrung zu erbetteln, und dass er schließlich zu Tode getrampelt wurde. Lies Alma 30:60 und achte auf einen wichtigen wahren Grundsatz, der beschreibt, was letzten Endes mit denjenigen passiert, die sich entscheiden, dem Satan zu folgen. Markiere diese Aussage in deinen heiligen Schriften: „Der Teufel [wird] seinen Kindern [seinen Anhängern] am letzten Tag nicht beistehen.“ (Kinder bedeutet in diesem Vers Anhänger.)

  1. journal icon4.

    Beantworte die folgenden Fragen in deinem Studientagebuch:

    1. a)

      Inwiefern hat sich die Aussage, die du in Alma 30:60 markiert hast, in Korihors Leben bewahrheitet?

    2. b)

      Vergleiche Alma 30:60 mit Alma 36:3. Was hast du schon selbst erlebt oder bei anderen mitbekommen, woran sich erweist, dass Gott nicht aufhört, diejenigen zu unterstützen, die bemüht sind, seine Gebote zu halten?

Schaue dir die wahren Grundsätze und Lehren, mit denen du dich heute befasst hast, noch einmal an. Überlege, was du tun kannst, damit du dich von falschen Lehren wie denen Korihors keinesfalls täuschen lässt.

  1. journal icon5.

    Schreibe in dein Studientagebuch zu den heutigen Aufgaben abschließend:

    Ich habe Alma 30 studiert und diese Lektion abgeschlossen am (Datum).

    Weitere Fragen, Gedanken und Erkenntnisse, die ich gern mit meinem Lehrer besprechen würde:

Antworten zu der jeweiligen Aufgabe: 1) D, 2) A, 3) E, 4) C, 5) B, 6) F