Einheit 32: Tag 2 Moroni 8 und 9

Schülerleitfaden zum Buch Mormon für das Seminar im Heimstudium, 2012


Einleitung

Moroni 8 enthält einen Brief Mormons an seinen Sohn Moroni. Mormon erklärt darin, warum kleine Kinder nicht getauft werden müssen. Er erläutert auch, wie wir uns darauf vorbereiten können, bei Gott zu leben. Am Ende des Briefs äußert er seine Sorge wegen der Schlechtigkeit und der bevorstehenden Vernichtung der Nephiten. In Moroni 9 steht der letzte aufgezeichnete Brief Mormons an seinen Sohn. Mormon ist wegen der Schlechtigkeit der Nephiten betrübt und legt Moroni ans Herz, eifrig zu arbeiten, um sein Volk zur Umkehr zu bewegen. Trotz des Verdorbenheit der Nephiten ermutigt er seinen Sohn, in Christus treu zu sein und die Verheißung ewigen Lebens immerdar im Sinn zu behalten.

Moroni 8:1-24

Mormon schreibt seinem Sohn Moroni, für wen die Taufe erforderlich ist

Hast du dich schon einmal gefragt, warum Kinder in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erst getauft werden, wenn sie acht Jahre alt sind? In einem Brief an Moroni vermittelt Mormon einige wichtige Wahrheiten über die Errettung kleiner Kinder und die Taufe. Unter anderem erklärt er, warum Kinder erst getauft werden, wenn sie acht Jahre alt sind. Zu Beginn seines Briefes erwähnt Mormon eine Auseinandersetzung (Meinungsverschiedenheit), die unter den Nephiten gerade herrscht. Lies Moroni 8:4-6. Um welche Lehre geht es bei der Auseinandersetzung der Nephiten?

Lies Moroni 8:7 und finde heraus, was Mormon unternahm, als er von diesem Problem erfuhr. Der Heiland erhörte Mormons Gebet, indem er ihm erklärte, warum kleine Kinder erst dann getauft werden müssen, wenn sie das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben. Lies Moroni 8:8,9. Warum werden Babys und kleine Kinder dem Erretter zufolge nicht getauft?

Mit dem „Fluch auf Adam“ in Moroni 8:8 ist die Trennung von der Gegenwart Gottes gemeint, die sich aus dem Fall ergab. Anscheinend verstanden einige Nephiten die Lehre von der Taufe nicht. Daher glaubten sie fälschlicherweise, dass kleine Kinder nur dann würdig sind, in Gottes Gegenwart zu sein, wenn sie getauft worden sind. Diese Nephiten wollten deshalb Kleinkinder oder Babys taufen. Zum besseren Verständnis dieses Verses sollte man sich vor Augen führen, dass Sünde „bewusster Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes“ ist (Schriftenführer, „Sünde“, scriptures.lds.org). Damit dir die Lehre in diesem Vers noch deutlicher wird, kannst du bei Moroni 8:8 einen Querverweis zum 2. Glaubensartikel hinschreiben.

Lies Moroni 8:10 und achte auf Worte, mit denen du diese Wahrheit vervollständigen kannst: Umkehr und Taufe sind für all diejenigen erforderlich, die ____________________________________________________________________________________________________.

Weil nur diejenigen, die verantwortlich und fähig sind, Sünde zu begehen, umkehren und sich taufen lassen müssen, lehrte Mormon, dass es falsch ist, kleine Kinder zu taufen, bevor sie verantwortlich sind. Lies Moroni 8:11-13,18-22. Warum ist es Mormon zufolge falsch, kleine Kinder zu taufen? Aus diesen Versen geht folgende Lehre hervor: Kleine Kinder sind durch das Sühnopfer Jesu Christi erlöst.

Der Herr hat das Alter festgesetzt, ab dem man verantwortlich ist, und zwar mit acht Jahren (siehe LuB 68:25-27; Joseph-Smith-Übersetzung, Genesis 17:11 [im Schriftenführer]). Bevor Kinder acht Jahre alt sind, können sie nicht sündigen, weil dem Satan nicht die Macht gegeben ist, kleine Kinder zu versuchen (siehe LuB 29:46,47). Fehler, die ein Kind unter acht Jahren macht, werden nicht als Sünden betrachtet.

girl being baptized Elder Dallin H. Oaks

Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, warum kleine Kinder nicht sündigen können: „Aufgrund unserer Lehre ist uns klar, dass ein Kind, solange es noch nicht das Alter der Verantwortlichkeit erreicht hat, ‚nicht fähig [ist], Sünde zu begehen‘ (Moroni 8:8). Bis dahin können Kinder Fehler begehen, sogar sehr schwerwiegende, die großen Schaden anrichten können und korrigiert werden müssen, aber ihre Taten werden nicht als Sünden angerechnet.“ („Sins and Mistakes“, Ensign, Oktober 1996, Seite 65.)

In seinem Brief hat Mormon außerdem bezeugt, dass kleine Kinder „in Christus lebendig“ sind und dass sie, wenn sie sterben, bevor sie acht Jahre alt sind, durch das Sühnopfer Jesu Christi erlöst sind (siehe Moroni 8:12-15,22).

Im Rahmen seiner Äußerungen darüber, warum Babys und kleine Kinder nicht getauft werden müssen, hat Mormon von diesem Grundsatz Zeugnis abgelegt: Gott ist im Umgang mit seinen Kindern vollkommen gerecht. Das bedeutet: Gott sorgt dafür, dass alle eine gerechte und angemessene Chance auf Errettung erhalten.

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    Bei der folgenden Aktivität kannst du üben, die Lehren im ersten Teil von Moroni 8 zu erklären. Wähle eine (oder beide) der folgenden Situationen aus und lege in deinem Studientagebuch einen oder zwei Verse aus Moroni 8:8-24 fest, anhand derer du die Bedenken des Betreffenden ausräumen kannst. Beschreibe in ein, zwei Absätzen, wie du jeweils vorgehen würdest. Beziehe dich in deiner Antwort auf die Verse.

    1. a)

      Als Missionar triffst du einen Mann, der aufrichtig nach der Wahrheit sucht. Er erklärt, dass er sein Leben lang gelernt hat, kleine Kinder seien wegen Adams Übertretung von Geburt an sündhaft. Er ist sich sicher, dass kleine Kinder, die sterben, ohne getauft worden zu sein, sündig sind und nicht errettet werden können.

    2. b)

      Ein neues Mitglied stimmt zu, dass es gut ist, achtjährige Kinder zu taufen, meint dann jedoch: „Es ist doch aber egal, ob man mit acht Monaten oder mit acht Jahren getauft wird, oder?“

Moroni 8:25-30

Mormon erklärt, was wir tun müssen, um bei Gott zu wohnen

Nachdem Mormon erklärt hat, warum kleine Kinder nicht getauft zu werden brauchen, erläutert er, dass jemand, der das Alter der Verantwortlichkeit erreicht hat, getauft werden muss. Des Weiteren legt er dar, was wir nach der Taufe tun müssen, um bei Gott zu leben.

Lies Moroni 8:25,26 und achte darauf, was wir tun müssen, und welche Eigenschaften wir entwickeln müssen, um bei Gott zu leben. Du kannst das, was du herausfindest, auch in deinen heiligen Schriften markieren. Es könnte hilfreich sein, zu wissen, dass „Sanftmut“ bedeutet, dass man sich dem Willen Gottes fügt, und „Herzensdemut“, dass man wahrhaft demütig ist.

Du kannst diesen Grundsatz neben Moroni 8:25,26 in deine Schriften schreiben: Wenn wir die Gebote treu befolgen, können wir den Heiligen Geist empfangen, der uns darauf vorbereitet, bei Gott zu wohnen.

  1. journal icon2.

    Anhand der folgenden Fragen kannst du Moroni 8:25,26 noch besser verstehen. Denke über alle Fragen nach und beantworte mindestens zwei davon in deinem Studientagebuch.

    1. a)

      Warum kann Sündenvergebung wohl zu Sanftmut und Herzensdemut führen?

    2. b)

      Inwiefern kannst du den Heiligen Geist bei dir haben, wenn du sanftmütig und von Herzen demütig bist?

    3. c)

      Inwiefern kannst du dich besser darauf vorbereiten, bei Gott zu leben, wenn du den Heiligen Geist bei dir hast?

    4. d)

      Mormon hat gelehrt, dass wir eifrig beten müssen, um von beständiger Liebe erfüllt zu werden. Warum ist es wohl notwendig, dass wir eifrig beten, wenn wir von Liebe erfüllt sein möchten?

In Moroni 8:27 steht, dass Mormon die Sünde des Stolzes unter den Nephiten verurteilt hat. Lies Moroni 8:27. Wozu führte der Stolz der Nephiten? Vergleiche dieses Resultat mit dem, was sich laut Moroni 8:26 ergibt, wenn man sanftmütig und von Herzen demütig ist.

Mormon ermutigte Moroni, für die Nephiten zu beten, damit sie vielleicht umkehren und die Segnungen erhalten mögen, die er in seinem Brief beschrieb (siehe Moroni 8:28-30). Du könntest Mormons Aufforderung an seinen Sohn beherzigen, indem du für bestimmte Menschen betest, die du kennst und die die Segnungen des Evangeliums brauchen, und nach Gelegenheiten Ausschau hältst, ihnen behilflich zu sein.

Moroni 9:1-20

Mormon beschreibt die Schlechtigkeit der Nephiten und Lamaniten

Denke an eine Situation, als jemand, dem du beistehen wolltest, deine Hilfe ablehnte. Wie könnte manch einer reagieren, wenn diejenigen, denen sie helfen möchten, ihre guten Absichten immer wieder zurückweisen? Befasse dich mit Mormons zweitem Brief an seinen Sohn Moroni, der in Moroni 9 steht. Wie hat Mormon seinem Sohn Mut gemacht, die Nephiten nicht aufzugeben?

Lies Moroni 9:1. Mit welchem Wort hat Mormon die Situation, die er in seinem Brief besprechen wollte, beschrieben? Schmerzlich bedeutet hier „äußerst beunruhigend“. Wie wir in Moroni 9:2-19 lesen, beschrieb Mormon einiges an Beunruhigendem, was sich unter dem Volk gerade ereignete, und zeigte damit auf, wie schlecht die Menschen geworden waren. Wie seinerzeit Ether, ein Prophet unter den Jarediten, wurde Mormon Zeuge des Zorns und der Schlechtigkeit, die sein Volk übermannt hatten. Er befürchtete, der Geist des Herrn habe aufgehört, sich mit den Nephiten abzumühen (siehe Moroni 9:4).

Denke darüber nach, warum Mormon weiterhin unter den Nephiten arbeitete, obwohl sie ihr Herz gegenüber dem Wort Gottes verhärtet hatten und den Bemühungen der Propheten, ihnen zu helfen, trotzten.

Mormon erklärte Moroni mit eindrücklichen Worten, warum er auch denjenigen geistlich dienen sollte, deren Herz nicht offen war. Lies Moroni 9:3-6 und markiere Worte oder Formulierungen, aus denen dieser Grundsatz hervorgeht: Wir sollen im Werk Gottes eifrig dienen, auch denjenigen, die nicht positiv darauf reagieren. Insbesondere in Vers 6 wird dieser Grundsatz sehr deutlich.

Moroni 9:21-26

Mormon legt Moroni ans Herz, treu zu bleiben

Denke an etwas, was sich vor Kurzem in deinem Wohnort, in deinem Land oder in der Welt zugetragen hat, was einen entmutigen könnte. Lies Moroni 9:25,26. Was soll Moroni Mormons Worten zufolge in entmutigenden Situationen tun?

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    Beantworte die folgenden Fragen in deinem Studientagebuch: Was sollte laut Mormon „immerdar in [Moronis] Sinn verbleiben“ (Moroni 9:25)? Inwiefern kann es dir, wenn du in Schwierigkeiten steckst oder von Schlechtigkeit umgeben bist, helfen, an den Erretter und sein Sühnopfer zu denken?

Mormons Worten an Moroni können wir diesen Grundsatz entnehmen: Wenn wir Jesus Christus treu sind, kann er uns aufrichten – auch wenn wir von Schwierigkeiten und Schlechtigkeit umgeben sind. „In Christus treu“ zu sein heißt unter anderem, dass wir uns jederzeit bemühen, uns wie ein wahrer Jünger des Erretters zu verhalten, an den Erlöser und sein Sühnopfer zu denken und seine Gebote treu zu halten.

  1. journal icon4.

    Schreibe ein eigenes Erlebnis in dein Studientagebuch (oder eines von jemandem, der dir nahe steht), das zeigt, dass der obige Grundsatz wahr ist.

Überlege, wie du Christus besser treu sein kannst, wenn du von Schlechtigkeit umgeben bist oder dich in einer schwierigen Situation befindest.

  1. journal icon5.

    Schreibe in dein Studientagebuch zu den heutigen Aufgaben abschließend:

    Ich habe Moroni 8 und 9 studiert und diese Lektion abgeschlossen am (Datum).

    Weitere Fragen, Gedanken und Erkenntnisse, die ich gern mit meinem Lehrer besprechen würde: