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Die Ratsversammlung am ersten Sonntag

Am ersten Sonntag des Monats wird es in den Gruppen-, Kollegiums- und FHV-Versammlungen keinen Unterricht durch einen Lehrer geben. Stattdessen werden die Kollegiumspräsidentschaft, die Führungsbeamten der Gruppe oder die FHV-Leitung eine Ratsversammlung leiten. In jedem Kollegium, jeder Gruppe und jeder Frauenhilfsvereinigung beraten sich die Mitglieder über örtliche Aufgaben, Möglichkeiten und Herausforderungen, lernen aus den Einblicken und Erfahrungen der anderen Mitglieder und planen, wie man den Eingebungen, die man vom Geist bekommt, nachkommen kann.

„Offenbarung ist unter uns verstreut.“1

Vor der Ratsversammlung

  • Die Führungsbeamten benennen örtliche Aufgaben, Möglichkeiten und Herausforderungen und wählen gebeterfüllt ein Gesprächsthema aus.

  • Jeder bemüht sich um Führung durch den Geist.

  • Jeder bereitet sich darauf vor, Gedanken zu äußern und von Erfahrungen zu berichten.

Während der Ratsversammlung

  • Die Führungsbeamten ermuntern die Mitglieder, zu schildern, wie es war, als sie den Eindrücken gefolgt sind, die sie in den vorangegangenen Versammlungen gewonnen hatten.

  • Alle beraten sich über das Thema, hören einander zu und bemühen sich um Führung durch den Geist.

  • Die Führungsbeamten fassen die Kernpunkte zusammen und sprechen Aufforderungen zum Handeln aus.

Nach der Ratsversammlung

  • Alle – gemeinsam und jeder für sich – folgen den gewonnenen Eindrücken und den ausgesprochenen Aufforderungen.

  • Alle bereiten sich darauf vor, in künftigen Versammlungen von ihren Erfahrungen zu berichten.

„Wir sind seine Hände.“2

Grundsätze für das gemeinsame Beraten

Nicht jede Ratsversammlung läuft gleich ab. Lassen Sie sich vom Herrn belehren. Hier sind einige Grundsätze für den Einstieg:

  1. Eine Ratsversammlung dient dazu, dass man sich über örtliche Aufgaben, Möglichkeiten und Herausforderungen berät, aus den Einblicken und Erfahrungen der anderen Teilnehmer lernt und plant, wie man den Eingebungen, die man vom Geist bekommt, nachkommen kann.

  2. Eine Ratsversammlung soll zum Handeln anregen – in Form von vom Geist inspirierten Plänen Einzelner oder als Gruppe, außerhalb der Versammlung etwas zu unternehmen, um das Werk des Herrn auszuführen (siehe LuB 43:8,9).

  3. Bei der Beratung wird sich als Orientierung und Hilfe für das Gespräch auf die heiligen Schriften und die Worte von Propheten und Aposteln aus den Letzten Tagen, weiteren Generalautoritäten und führenden Amtsträgern der Kirche gestützt. Auf diese Weise können die Worte inspirierter Führer der Kirche den Kollegien, Gruppen und Frauenhilfsvereinigungen helfen, auf wichtige Bedürfnisse einzugehen.

  4. Jedoch dürfen keine vertraulichen oder heiklen Angelegenheiten einzelner Mitglieder oder Familien besprochen werden.

  5. Die Ratsversammlung wird zwar von einem Mitglied der Kollegiumspräsidentschaft, der Gruppenleitung oder der FHV-Leitung geleitet, der Betreffende reißt das Gespräch aber nicht an sich. Er stellt das Gesprächsthema vor und bittet alle Anwesenden, Gedanken und Erfahrungen beizusteuern, wie der Geist es eingibt.

  6. Es soll niemand das Gefühl haben, dass er sich äußern muss, aber jeder soll offen Anmerkungen machen und Ideen einbringen können, ohne fürchten zu müssen, kritisiert zu werden.

  7. Wo es möglich ist, kann man einen Stuhlkreis bilden, was dem Gedankenaustausch und einem offenen Gespräch förderlich ist.

Mögliche Themen für die Ratsversammlung am ersten Sonntag

Anregungen für Themen, die in der Ratsversammlung zur Sprache kommen, können vom Gemeinderat, von Präsidentschafts- oder Leitungssitzungen, vom Gebietsplan, von Eindrücken, die die Führungsbeamten bei der Betreuung der Mitglieder gewinnen, oder von Eingebungen vom Heiligen Geist ausgehen. Die unten aufgeführten Themen sind lediglich Vorschläge. Die Führungsbeamten haben unter Umständen andere Bedürfnisse im Blick und bekommen vielleicht die Inspiration, diese auf die Tagesordnung zu setzen.

  • Wie können wir all unsere verschiedenen Aufgaben besser nach Prioritäten ordnen?

  • Wie können wir Gott näherkommen und uns in unserem Leben und in unserem Zuhause mehr vom Geist leiten lassen?

  • Wie werden wir das Evangelium an Freunde, Bekannte und Nachbarn weitergeben? (Siehe Alma 17.)

  • Wie können wir uns selbst und unsere Familie vor unanständigen Angeboten in den Medien und Pornografie schützen? (Siehe LuB 42:22,23.)

  • Wie werden wir unsere Kinder und die Jugendlichen in der Gemeinde fördern und stärken?

  • Wie vergrößern wir die Einigkeit im Kollegium, in der Gruppe oder in der FHV? (Siehe Mosia 18:19-22.)

  • Wie können wir uns stärker an der Familienforschung und dem Gottesdienst im Tempel beteiligen?

  • Wie können wir die Hilfe des Herrn dabei erhalten, nach Antworten auf unsere Fragen zu suchen und uns um ein tieferes Verständnis vom Evangelium zu bemühen?

  • Wie können Eltern zu besseren Führern in der Familie werden?

  • Wie können wir unser Zeugnis vom Herrn und seinem Evangelium stärken und unserer Familie helfen, in geistiger Hinsicht eigenständig zu sein?

  • Was bedeutet es, geistlich zu dienen? Wie können wir das bei unseren Mitmenschen anwenden? (Siehe 1 Petrus 4:11.)

Sofern es möglich ist, können die Führungsbeamten die Mitglieder vorab über das Thema informieren, damit sie sich auf das Gespräch vorbereiten können.

Show References

Anmerkungen

  1. Neil L. Andersen, zitiert von Adam C. Olson in: „Handbook Training Emphasizes Work of Salvation“, Ensign, April 2011, Seite 76

  2. Dieter F. Uchtdorf, „Ihr seid meine Hände“, Liahona, Mai 2010, Seite 68