Der Plan der Errettung

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll verstehen lernen, wie umfassend der Plan der Errettung ist, und gemäß seiner Kenntnis danach leben.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen in dieser Lektion.

  2. 2.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  3. 3.

    Falls Sie die Aktivität unter „Aufmerksamkeit wecken“ verwenden, bringen Sie ein Bild mit, etwa ein Foto aus einer Zeitschrift. Schneiden Sie einige kleine Stücke heraus. Achten Sie darauf, das die Teilnehmer anhand der kleinen Stücke nicht erkennen können, was das Bild darstellt.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

Zeigen Sie die kleinen Stücke des Bildes, aber nicht das Bild selbst. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 3.) Sagen Sie den Teilnehmern, dass diese kleinen Stücke Teil eines größeren Bildes sind. Lassen Sie sie kurz raten, was das Bild wohl darstellt. Zeigen Sie sodann das ganze Bild, und fügen Sie die kleinen Stücke dort ein, wo sie hingehören.

Weisen Sie darauf hin, dass die kleinen Stücke zwar auch alle wichtig sind, dass sie aber an sich nur als Teil des Gesamtbildes Bedeutung haben. Erklären Sie: Die Erfahrungen, die wir machen, die Entscheidungen, die wir treffen, und die Wahrheiten, die wir kennenlernen, sind alle wie kleine Stücke in einem größeren Bild. Sie sind weniger bedeutsam, wenn sie sich nicht in ein Gesamtbild einfügen lassen, nämlich den Plan der Errettung. Das Wissen vom Plan der Errettung kann dazu beitragen, dass wir rechtschaffene Entscheidungen treffen, Freude am Erdenleben finden und uns auf das ewige Leben vorbereiten. In dieser Lektion geht es um den Plan der Errettung.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht. Bitten Sie die Teilnehmer, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen aus der Schrift zu berichten.

1. Der Plan der Errettung ist „eines der besten Geschenke des Himmels an die Menschen“

Schreiben Sie an die Tafel Der himmlische Vater schuf den Plan _____________________.

Lassen Sie die Teilnehmer den Satz vervollständigen. Bitten Sie sie um möglichst viele Antworten aus der Schrift. Schreiben Sie die Antworten an die Tafel. Erwähnen Sie nach ein, zwei Minuten auch die folgenden Antworten, falls sie nicht schon genannt worden sind.

  • der Errettung (Alma 24:14; 42:5; Mose 6:62)

  • des Glücklichseins (Alma 42:8, 16)

  • der Erlösung (Jakob 6:8; Alma 12:25–33)

  • der Wiederherstellung (Alma 41:2)

  • der Barmherzigkeit (Alma 42:15, 31)

• Was sagen uns diese Begriffe über den Plan des himmlischen Vaters?

• Der Prophet Alma hat den Plan des himmlischen Vaters „den großen Plan des Glücklichseins“ genannt. (Alma 42:8.) Inwiefern kann uns der Plan der Errettung glücklich machen?

• Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: „Der große Plan der Errettung ist ein Thema, das unsere Aufmerksamkeit voll in Anspruch nehmen sollte; man sollte ihn als eines der besten Geschenke des Himmels an die Menschen betrachten.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Hrsg. Joseph Fielding Smith [1976], Seite 70.) Wie können wir dem Plan der Errettung „unsere Aufmerksamkeit voll“ zuteil werden lassen?

Erklären Sie: In dieser Lektion wird ein Überblick über den Plan der Errettung gegeben. Es wird gezeigt, wie die Evangeliumsgrundsätze als Teil dieses großen Plans miteinander in Verbindung stehen.

2. Das vorirdische Dasein

Erklären Sie: Der Plan der Errettung lässt sich in drei Teile gliedern: das vorirdische Dasein, das Erdenleben und das Leben nach dem Tod.

Schreiben Sie Das vorirdische Dasein an die Tafel. Weisen Sie darauf hin, dass eine bedeutsame Segnung der Wiederherstellung darin liegt, dass wir nun mehr über unser vorirdisches Dasein wissen. Dieses Wissen hilft uns, den Zweck des Lebens zu verstehen und zu begreifen, welche Rolle wir in Gottes Plan der Errettung spielen. Lassen Sie die Teilnehmer über die folgenden Fragen sprechen und die angegebenen Schriftstellen lesen.

• Wir sind Söhne und Töchter Gottes und haben bereits vor diesem Erdenleben als Geistkinder Gottes gelebt. (LuB 76:24; 93:29.) Wie wirkt sich das Wissen, dass Sie ein Kind Gottes sind, auf Sie aus?

• Vor der Erschaffung der Erde hat der himmlische Vater einen Rat im Himmel einberufen und all seinen Geistkindern den Plan der Errettung vorgelegt. Was gehört alles zu dem Plan, den der himmlische Vater uns im vorirdischen Leben vorgelegt hat? (Siehe 2 Nephi 2:24–26; Alma 34:8,9; Abraham 3:24,25. Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: das Sühnopfer Jesu Christi, die Erschaffung der Erde, der Fall, das Leben auf Erden, wo wir einen sterblichen Körper erhalten und geprüft werden, und die Entscheidungsfreiheit, nämlich die Macht, Gutes oder Böses zu wählen.)

• Wie hat sich Jahwe, der Erstgeborene des Vaters, zum Plan der Errettung gestellt? (Siehe Mose 4:2. Sie können LuB 19:16–19 und 76:40–42 lesen, woraus hervorgeht, dass der Erretter dem Willen des Vaters gehorcht hat. Weisen Sie darauf hin, dass der Plan der Errettung erst durch das Sühnopfer Jesu Christi möglich wurde. Der Erretter ist die Hauptfigur in Gottes Plan für unsere Errettung.)

• Luzifer rebellierte gegen den Plan der Errettung; er trachtete danach, unsere Entscheidungsfreiheit zunichte zu machen und sich die Macht des himmlischen Vaters anzueignen. (Mose 4:1, 3; LuB 29:36.) Er wurde der Satan, und er und seine Nachfolger wurden aus der Gegenwart des Vaters ausgestoßen und durften nicht auf der Erde leben. (LuB 29:36–38; 76:25–27; Mose 4:4; Abraham 3:26.) Warum müssen wir wissen, dass es den Satan und seine Nachfolger wirklich gibt?

• Wie haben wir auf den Plan der Errettung reagiert? (Siehe Ijob 38:4–7. Erklären Sie: Die neuzeitlichen Propheten haben gesagt, dass sich Vers 7 auf die Freude bezieht, die wir im vorirdischen Dasein empfanden, als wir den Plan der Errettung annahmen.)

Erklären Sie: Im vorirdischen Leben hat der himmlische Vater edle Geister erwählt und vorherordiniert, die sein Werk auf Erden vorantreiben sollten. (LuB 138:55,56; Abraham 3:22,23; siehe auch Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 371f.)

• Wie kann sich unser Wissen vom vorirdischen Dasein auf unsere Entscheidungen im täglichen Leben auswirken? Wie kann uns unser Wissen vom vorirdischen Dasein helfen, Prüfungen zu überstehen?

3. Das Erdenleben

Weisen Sie darauf hin, dass wir, weil wir im vorirdischen Dasein den Plan des himmlischen Vaters annahmen, unseren „ersten Stand“ bewahrten. Wegen unserer Glaubenstreue durften wir auf die Erde kommen, was unseren „zweiten Stand“ darstellt. (Abraham 3:26.)

Schreiben Sie Das Erdenleben an die Tafel. Erklären Sie: Wegen des Falls von Adam und Eva leben wir auf Erden in einem gefallenen Zustand. (LuB 29:40.) Wir sind sowohl dem physischen als auch dem geistigen Tod (da wir nicht mehr in der Gegenwart Gottes leben) unterworfen. (LuB 29:41,42; Alma 42:9, 14. Der zeitliche und der geistige Tod werden später im Unterricht besprochen.) Aus den neuzeitlichen Offenbarungen geht hervor, dass der Fall für unseren ewigen Fortschritt notwendig ist. Eva hat über die Segnungen des Falls gesagt: „Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung und das ewige Leben, das Gott allen gibt, die gehorsam sind.“ (Mose 5:11.)

Lesen Sie mit den Teilnehmern bei der Besprechung der folgenden Fragen auch die angegebenen Schriftstellen.

• Was ist unter anderem der Zweck des Erdenlebens? (Schreiben Sie die Antworten der Teilnehmer an die Tafel. Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Einen physischen Körper zu erlangen. Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: „Wir sind auf diese Erde gekommen, damit wir einen Körper erlangen und ihn rein darbringen können, nämlich vor Gott im celestialen Reich.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 184.)

  2. b)

    Durch Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes unsere Glaubenstreue unter Beweis zu stellen. (Abraham 3:25,26.) Dazu gehört, dass wir von unseren Sünden umkehren und die heiligen Handlungen der Errettung empfangen. (Alma 12:24; LuB 29:42,43; 3. Glaubensartikel.)

  3. c)

    In einer Familie zu leben und die Kinder durch die heiligen Handlungen des Tempels an ihre Eltern siegeln zu lassen. (Mose 2:28; LuB 93:40; 131:1–4; 138:48.)

Die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel haben verkündet, „dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und dass im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht. … Der göttliche Plan des Glücklichseins macht es möglich, dass die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Die heiligen Handlungen und Bündnisse, die im heiligen Tempel vollzogen werden können, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.“ („Die Familie – Eine Proklamation an die Welt“, Der Stern, Januar 1996, Seite 93.)

• Inwiefern wirkt sich Ihr Wissen vom Zweck des Erdenlebens auf Ihr tägliches Leben aus? Wie wirkt sich Ihr Wissen von diesem Zweck auf Ihre Entscheidungen aus?

• Zum Erdenleben gehört auch, dass der Satan uns versuchen darf. (LuB 29:39.) Warum wohl? (Siehe LuB 29:39; siehe auch 2 Nephi 2:11–13.) Warum ist die Entscheidungsfreiheit im Plan der Errettung so wichtig? (Siehe LuB 58:27,28; 101:78; 2 Nephi 2:25–27.)

4. Das Leben nach dem Tod

Weisen Sie darauf hin, dass das Leben nicht mit dem Tod zu Ende ist. Schreiben Sie Das Leben nach dem Tod an die Tafel. Lesen Sie mit den Teilnehmern bei der Besprechung der folgenden Fragen auch die angegebenen Schriftstellen.

• Nach dem Tod tritt unser Geist in die Geisterwelt ein. (Siehe Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 315.) Wie wirkt sich das, was wir auf Erden getan haben, auf unser Leben in der Geisterwelt aus? (Siehe Alma 34:34; 40:11–14.)

• Wer das Evangelium auf Erden nicht empfangen hat, kann das in der Geisterwelt tun. (LuB 137:7–9; 138:30–34). Was können wir dazu beitragen, dass diese Geister alle Segnungen, die im Plan der Errettung vorgesehen sind, empfangen? (Siehe LuB 128:6–8, 15. Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Wir können Genealogie betreiben und im Tempel die heiligen Handlungen des Priestertums für unsere Vorfahren vollziehen.)

• Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass der Fall den physischen und den geistigen Tod mit sich brachte. Wie werden wir vom physischen Tod erlöst? (Siehe Alma 11:42; LuB 88:14–16; 93:33. Durch das Sühnopfer Jesu Christi wird jeder auferstehen, nämlich „von diesem zeitlichen Tod auferweckt werden“. Unser Geist wird sich wieder mit unserem Körper vereinigen, und wir werden „eine Fülle der Freude“ empfangen können.) Wie können wir vom geistigen Tod erlöst werden? (Siehe Alma 42:11–13, 15; 3. Glaubensartikel.)

Erklären Sie: Nach der Auferstehung werden wir in die Gegenwart Gottes zurückgebracht, um gemäß unseren Werken gerichtet zu werden. (Alma 11:43–45; LuB 76:111.) Wir werden einen Platz im celestialen Reich, im terrestrialen Reich oder im telestialen Reich ererben. Wo, das hängt davon ab, wie wir das „das Zeugnis von Jesus“ empfangen haben. (LuB 76:51; siehe auch Vers 50,79–82.) In der nächsten Lektion werden unter anderem auch die drei Reiche der Herrlichkeit besprochen.

• Inwiefern hilft uns unser Wissen vom Leben nach dem Tod im Alltag?

Zum Abschluss

Lassen Sie das folgende Zitat von Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf vorlesen:

„Der Plan gliedert sich in drei Teile. Sie befinden sich jetzt im zweiten, im Mittelteil, in dem Sie durch Versuchung, durch Bedrängnis, vielleicht auch durch tragische Ereignisse geprüft werden. …

Bedenken Sie jedoch: Die Zeile ‚Und sie lebten glücklich auf immerdar‘ steht nie im zweiten Akt [eines Theaterstücks]. Diese Zeile gehört in den dritten Akt, wenn sich alle Rätsel gelöst haben und alles in Ordnung gekommen ist. …

Solange Sie keinen weitreichenden Blick für die ewige Natur [des Plans] haben, können Sie den Ungereimtheiten des Lebens keine rechte Bedeutung abgewinnen. Da wird einer mit so wenig geboren, dort einer mit so viel. Da lebt einer in Armut, mit Behinderungen, mit Schmerzen und Leid. Dort sterben selbst unschuldige Kinder eines frühen Todes. Es gibt die brutale, erbarmungslose Gewalt der Natur und das brutale Verhalten, das ein Mensch dem anderen zufügt. Wir haben in letzter Zeit viel davon erlebt.

Sie dürfen nicht meinen, dass Gott das absichtlich bewirkt, was er – für seinen eigenen Zweck – zulässt. Wenn Sie den Plan und den Sinn hinter all dem kennen, wird auch durch das alles kundgetan, dass Gott ein liebevoller himmlischer Vater ist.“ (The Play und the Plan [Satellitenübertragung, 7. Mai 1995], Seite 1f.)

Weisen Sie darauf hin, dass wir, wenn wir den Plan der Errettung kennen, leichter rechtschaffene Entscheidungen treffen, mehr Freude im Erdenleben finden und uns besser auf das ewige Leben vorbereiten können. Bringen Sie zum Ausdruck, was Sie für die Rolle Jesu Christi im Plan der Errettung empfinden. Geben Sie Zeugnis von den im Unterricht besprochenen Wahrheiten, wie der Geist Sie dazu bewegt.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder beide Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Video „Der Plan der Errettung“

Falls das Video Lehren aus dem Buch Lehre und Bündnisse und der Geschichte der Kirche (56933 150) zur Verfügung steht, können Sie den 4 Minuten dauernden Film „Der Plan der Errettung“ zeigen. Sie können danach alle oder einige der folgenden Fragen stellen:

• Inwiefern gleicht das Erdenleben dem Erlebnis des jungen Mannes, der im zweiten Akt auftrat?

• Wie hilft uns das offenbarte Wissen vom ersten Akt (dem vorirdischen Dasein) im zweiten Akt (im Erdenleben)? Wie hilft uns das Wissen vom dritten Akt (dem Leben nach dem Tod) im zweiten Akt?

• Der junge Mann hatte auf der Bühne keine Ahnung, wer nun eigentlich der Held und wer der Böse war. Welche Probleme können auftreten, wenn wir nicht wissen, wer in unserem Leben der Held und wer der Böse ist?

• Was tat der junge Mann, um sich über das Stück zu informieren? Was ist das „Manuskript“ für unser Leben?

2. Ein Rat an die Eltern

Lesen Sie mit den Teilnehmern Alma 12:32. Erklären Sie zuvor, dass sich das Wort ihnen hier auf Adam und Eva bezieht.

Weisen Sie darauf hin, dass Adam und Eva bereits den Erlösungsplan kannten, als sie die Gebote empfingen. Stellen Sie die folgenden Fragen:

• Inwiefern hilft uns unser Wissen vom Erlösungsplan, wenn wir Gebote empfangen? Wie können die Eltern dieses Lehrmuster bei ihren Kindern anwenden?