„Siehe, ich bin Jesus Christus, der Erretter der Welt“

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll das machtvolle Zeugnis vom Erretter verspüren, das durch das Buch Lehre und Bündnisse vermittelt wird, und ein stärkeres Zeugnis vom Sühnopfer des Erretters empfangen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen, die zu dieser Lektion gehören. Überlegen Sie beim Lesen der Schriftstellen auf Seite 9, welche davon für die Teilnehmer am nützlichsten sind. Machen Sie sich mit den Schriftstellen vertraut, die Sie auswählen, und verwenden Sie sie im Unterricht.

  2. 2.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch, und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  3. 3.

    Falls die folgenden Bilder verfügbar sind, verwenden Sie sie im Unterricht: „Jesus der Christus“ (62572 150; Bilder zum Evangelium, Nr. 240); „Jesus betet in Getsemani“ (62175 150; Bilder zum Evangelium, Nr. 227); und „Die Kreuzigung“ (62505 150; Bilder zum Evangelium, Nr. 230). Sie können das Bild „Jesus der Christus“ den ganzen Unterricht über gut sichtbar aufstellen oder aufhängen.

  4. 4.

    Falls Sie die Aktivität unter „Aufmerksamkeit wecken“ verwenden wollen, bringen Sie einen Zweig mit.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

Zeigen Sie einen Zweig, und erklären Sie, dass er nicht mehr die Nahrung bekommt, die er zum Leben braucht.

• Warum bekommt dieser Zweig nicht mehr die Nahrung, die er zum Leben braucht? (Er ist von seinen Wurzeln abgetrennt.)

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf vor:

„[Das Sühnopfer Jesu Christi] ist die Wurzel jeglicher Lehre des Christentums. Sie können noch so viel über das Evangelium wissen, das sich von dieser Wurzel aus verzweigt – wenn Sie aber bloß die Zweige kennen und diese Zweige nicht die Wurzel berühren und von dieser Wahrheit abgeschnitten sind, dann haben sie weder Leben noch Inhalt noch Erlösung in sich.“ (Conference Report, April 1977, Seite 80.)

Vergleichen Sie den abgeschnitten Zweig mit einem starken, gesunden Baum. Weisen Sie darauf hin, dass das Sühnopfer Jesu Christi uns Leben gibt und allen anderen Evangeliumslehren Bedeutung verleiht. Wir müssen, wenn wir uns auch im Lauf des Kurses mit weiteren Grundsätzen befassen, doch immer das Sühnopfer im Auge behalten.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht.

1. Das Buch Lehre und Bündnisse zeugt von Jesus Christus.

Heben Sie hervor, dass alle heilige Schrift unter anderem dazu da ist, um von Jesus Christus Zeugnis zu geben und die Menschen dazu zu bringen, zu ihm zu kommen und an der Errettung teilzuhaben. Die Bibel, das Buch Mose und das Buch Abraham in der Köstlichen Perle und das Buch Mormon sind Testamente oder Zeugen von Jesus Christus aus alter Zeit. Das Buch Lehre und Bündnisse ist ein Testament von Jesus Christus, das in dieser Evangeliumszeit gegeben wurde. Diese heilige Schrift legt davon Zeugnis ab, dass Jesus der Messias ist, dass er lebt und dass er auch heute noch zu den Propheten spricht und sein Volk führt.

Weisen Sie darauf hin, dass im Buch Lehre und Bündnisse machtvolle Zeugnisse vom Erretter und seinem Werk enthalten sind. Die meisten stammen vom Erretter selbst. Lassen Sie die Teilnehmer die folgenden Schriftstellen als Beispiel für viele lesen: LuB 50:41–44 und 76:22–24.

Erklären Sie: In dieser Lektion geht es darum, was das Buch Lehre und Bündnisse vom Erretter lehrt.

2. Jesus Christus „hat … die Schmerzen aller Menschen gelitten, damit alle Menschen umkehren und zu ihm kommen können“.

Zeigen Sie das Bild von Jesus in Getsemani und das Bild von Jesus am Kreuz. Erklären Sie: Im Buch Lehre und Bündnisse stehen viele Offenbarungen, die uns helfen können, das Sühnopfer Jesu Christi besser zu verstehen. Diese Offenbarungen lassen uns erahnen, wie schrecklich das Leiden des Erretters war und wie sehr er und der himmlische Vater uns lieben.

Der Erretter beschreibt das Sühnopfer

• Lesen Sie mit den Teilnehmern LuB 19:16–19. Erklären Sie: Dies ist die einzige Schriftstelle, in der der Erretter selbst beschreibt, wie sehr er während des Sühnopfers gelitten hat. Was sagt uns diese Schriftstelle über das Leid, das der Erretter für uns auf sich genommen hat? Warum war Jesus bereit, für uns solch großen Schmerz zu erdulden? (Siehe LuB 18:10,11; 19:19, 24; 34:3.)

Wegen des Sühnopfers werden wir alle auferstehen

• Lesen Sie mit den Teilnehmern die folgenden Schriftstellen: LuB 88:14–18; 93:33; Alma 11:42–44. Was lernen wir daraus über die Auferstehung? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Die Auferstehung ist die Erlösung der Seele. Geist und Körper werden wieder vereint und in vollkommener Gestalt untrennbar miteinander verbunden. (LuB 88:14–16; 93:33; Alma 11:42,43.)

  2. b)

    Die Auferstehung bereitet uns für die celestiale Herrlichkeit vor. (LuB 88:18.)

  3. c)

    Die Auferstehung ist notwendig, damit wir eine Fülle der Freude empfangen können. (LuB 93:33.)

  4. d)

    Jeder wird auferstehen. (Alma 11:44.)

Wegen des Sühnopfers können uns unsere Sünden vergeben werden, und wir können die celestiale Herrlichkeit ererben

• Lesen Sie mit den Teilnehmern die folgenden Schriftstellen: LuB 18:11,12; 19:16,17,20; 58:42; 76:62–70. Was lernen wir aus diesen Schriftstellen über die Segnungen, die uns aufgrund des Sühnopfers des Erretters zuteil werden können? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Wir können von unseren Sünden umkehren und zu ihm kommen. (LuB 18:11,12.)

  2. b)

    Christus hat für die Sünden eines jeden Menschen, der umkehrt, gelitten. (LuB 1 :16,17,20.)

  3. c)

    Wenn wir umkehren, vergibt uns der Herr und behält unsere Sünden nicht mehr im Gedächtnis. (LuB 58:42.)

  4. d)

    Wir können in der ersten Auferstehung hervorkommen, durch Christus vollkommen gemacht werden und die celestiale Herrlichkeit ererben. (LuB 76:62–70.)

Durch das Sühnopfer hat der Erretter vollkommenes Verständnis für uns in all unseren Nöten, Schmerzen und Bedrängnissen erlangt

Erklären Sie: Der Erretter hat während seines Erdenlebens und schließlich beim Sühnopfer so sehr gelitten, dass er dadurch vollkommenes Verständnis für alle unsere Schmerzen und Bedrängnisse erlangt hat.

Die Teilnehmer sollen LuB 122 aufschlagen. Dieser Abschnitt wurde dem Propheten Joseph Smith offenbart, als er im Gefängnis zu Liberty in Missouri gefangen gehalten wurde. Weisen Sie darauf hin, dass der Herr in den ersten sieben Versen von den Prüfungen des Propheten spricht. Im Vers 8 spricht der Herr sodann von sich selbst.

• Lesen Sie mit den Teilnehmern LuB 122:8. Inwiefern ist der Erretter „unter das alles“ hinabgestiegen? (Siehe Alma 7:11,12; LuB 62:1; 133:53. Da der Erretter alle unsere Nöte, Schmerzen und Bedrängnisse selbst erlebt hat, weiß er, wie uns zumute ist. Er weiß, wie er uns beistehen kann.) Wie kann uns dieses Wissen in Prüfungen helfen?

Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „Wenn wir in so schwierige Umstände kommen, dann können wir daran denken, dass Jesus unter all das niederfahren musste, ehe er sich über sie erheben konnte, dass er Schmerzen, Bedrängnisse und Versuchungen jeder Art erleiden musste, damit er von Barmherzigkeit erfüllt würde und wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß dessen Schwächen (siehe LuB 88:6; Alma 7:11,12).“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 62.)

• Wann haben Sie die Macht des Sühnopfers in Ihrem Leben verspürt? Was können wir tun, um diese Macht noch völliger zu verspüren?

• Wie können wir dem Erretter zeigen, dass wir für sein Sühnopfer dankbar sind? Wie soll sich unser Verständnis vom Sühnopfer auf unser tägliches Leben auswirken?

3. Das Buch Lehre und Bündnisse hilft uns, die Aufgaben und Eigenschaften des Erretters zu verstehen.

Erklären Sie: Um Glauben an Gott üben zu können, müssen wir „einen richtigen Begriff von seinem Charakter, seiner Vollkommenheit und seinen Eigenschaften“ haben. (Lectures on Faith, Hrsg. Joseph Smith, [1985], Seite 38.) Das Buch Lehre und Bündnisse hilft uns dabei.

• Welche Eigenschaften des Erretters lassen sich aus den Schriftstellen herauslesen, die wir heute gelesen haben? (Schreiben Sie die Antworten der Teilnehmer an die Tafel. Unter anderem können Nächstenliebe, Gehorsam, Demut und Fügsamkeit genannt werden.)

Wählen Sie einige der folgenden Schriftstellen aus und lesen Sie sie in der Klasse. Sprechen Sie darüber, was die jeweilige Schriftstelle über die Rolle und die Eigenschaften des Erretters aussagt. Fassen Sie das Besprochene an der Tafel zusammen.

  1. a)

    LuB 6:20,21. (Wenn wir glaubenstreu und eifrig sind, wird uns der Erretter mit den Armen seiner Liebe umfangen. Er ist das Licht, das in der Finsternis leuchtet.)

  2. b)

    LuB 6:32–37. (Er verspricht uns Schutz und Trost und möchte uns segnen, wenn wir an ihn denken und seinen Geboten gehorchen.)

  3. c)

    LuB 19:1–3. (Jesus hat den Willen des Vaters erfüllt und sich alles untertan gemacht. Er hat alle Macht inne und wird den Satan und dessen Werke vernichten. Er wird jeden Menschen gemäß dessen Werken richten.)

  4. d)

    LuB 29:1,2. (Sein Arm der Barmherzigkeit hat für unsere Sünden gesühnt. Wer auf seine Stimme hört und sich vor ihm demütigt, den wird er sammeln, wie eine Henne ihre Küken sammelt.)

  5. e)

    LuB 38:1–3. (Er ist der Schöpfer der Welt und weiß alles.)

  6. f)

    LuB 43:34. (Er ist der Erretter der Welt.)

  7. g)

    LuB 45:3–5. (Er ist unser Fürsprecher beim Vater.)

  8. h)

    LuB 50:44. (Er ist der gute Hirt und der Stein Israels – eine sichere Grundlage, auf die wir bauen können.)

  9. i)

    LuB 76:5. (Er ist barmherzig und gnädig zu denen, die ihn fürchten, und es freut ihn, die zu ehren, die ihm in Rechtschaffenheit und Wahrheit bis ans Ende dienen.)

  10. j)

    LuB 93:5–19. (Er ist der Einziggezeugte des Vaters. Er „beharrte von Gnade zu Gnade“, bis er eine Fülle der Herrlichkeit und Macht des Vaters empfing.)

  11. k)

    LuB 133:42–52. (Wenn er zur Zeit seines Zweiten Kommens voll Macht erscheint, werden diejenigen, die er erlöst hat, sein liebevolles Wohlwollen und seine Güte rühmen.)

  12. l)

    LuB 136:22. (Sein Arm ist ausgestreckt, um sein Volk zu erretten.)

• Weshalb müssen wir diese Rollen und Eigenschaften des Erretters kennen? Inwie- fern haben die Offenbarungen im Buch Lehre und Bündnisse etwas zu Ihrem Zeugnis vom Erretter hinzugefügt?

Zum Abschluss

• Lesen Sie mit den Teilnehmern LuB 19:23. Wie können die Wahrheiten, die heute besprochen wurden, Ihnen helfen, Frieden zu erlangen?

Geben Sie, wie der Geist Sie dazu bewegt, von Jesus Christus Zeugnis. Heben Sie hervor, dass wir alle wegen seines Sühnopfers auferstehen werden. Durch sein Sühnopfer lädt er uns ein, umzukehren und zu ihm zu kommen und „Frieden in dieser Welt und ewiges Leben in der zukünftigen Welt“ zu empfangen. (LuB 59:23.) Fordern Sie die Teilnehmer auf, an allen Segnungen des Sühnopfers teilzuhaben, indem sie Glauben an Jesus Christus üben, umkehren, den Geboten gehorchen und bis ans Ende ausharren.

Regen Sie an, dass die Teilnehmer bei ihrem diesjährigen Studium des Buches Lehre und Bündnisse weiterhin nach dem Ausschau halten, was darin über Jesus Christus gelehrt wird. Er ist in diesem Buch die Hauptperson. Die machtvollen Zeugnisse und Wahrheiten in diesen Offenbarungen können zu jedem Zeugnis von ihm noch etwas hinzufügen.

Zur Vertiefung

1. „Erstaunt und bewundernd“

Befassen Sie sich im Voraus mit dem Text des Liedes „Erstaunt und bewundernd“ (Gesangbuch, Nr. 118). Suchen Sie Zeilen im Liedtext, die sich durch Schriftstellen aus Lehre und Bündnisse untermauern lassen. Die folgenden Beispiele sind vielleicht hilfreich.

Zeile aus dem Lied

Passende Schriftstelle

„Erstaunt und bewundernd erkenne ich Jesu Lieb“

LuB 34:3

„Für mich, für den Sünder, erlitt er den bittren Tod“

LuB 19:16–19

„Wie groß sein Erbarmen, dass er kam vom Himmelsthron“

LuB 88:6; 122:8

„O sieh seine blutende Hand, wie sie zahlt die Schuld“

LuB 6:36,37

„Könnt je ich vergessen die Liebe und solche Huld?“

LuB 20:77

Lesen Sie im Unterricht das Lied vor, und lassen Sie zu jeder Zeile, die sich mit einer Schriftstelle untermauern lässt, einen Teilnehmer die passende Stelle vorlesen.

2. Unser „Fürsprecher beim Vater“ (LuB 45:3)

Schreiben Sie das Wort Fürsprecher an die Tafel. Erklären Sie: In Lehre und Bündnisse sagt der Herr mehrmals, dass er unser Fürsprecher ist. (LuB 29:5; 45:3; 62:1; 110:4.)

• Was ist ein Fürsprecher? (Jemand, der sich für einen andern einsetzt.)

• Lesen Sie mit den Teilnehmern LuB 45:3–5. Wozu brauchen wir einen „Fürsprecher beim Vater“? Welche Gründe nennt der Erretter dem Vater in Vers 4 und 5, die darlegen, warum wir immerwährendes Leben haben sollen? (Zuerst spricht er von seinem Sühnopfer – seinem Leiden, seinem Tod und seinem Blut. Danach führt er unseren Glauben an ihn an.)

3. Wegen seiner Namen ein Zeuge für Jesus Christus

Erklären Sie: In Lehre und Bündnisse stehen mehr als 60 Namen für Jesus Christus, und jeder davon ruft gebührende Achtung hervor. Der Herr nennt sich beispielsweise „Erlöser“, „Erretter“ und „das Licht und das Leben der Welt“.

Die Teilnehmer sollen aus dem Stichwortverzeichnis weitere Namen für Jesus Christus herausfinden. Schreiben Sie sie alle an die Tafel.

• Was sagen die Namen Jesu über seine Eigenschaften und seine Mission aus?

4. Das Licht Christi

Erklären Sie: Manchmal wird unser Gewissen das Licht Christi genannt. Das Licht Christi ist jedoch weit mehr als nur das. Die Teilnehmer sollen LuB 88:6–13; 93:2; Moroni 7:13,16–19 lesen.

• Was lernen wir aus diesen Schriftstellen über das Licht Christi? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Das Licht Christi „erfüllt die Unermesslichkeit des Raumes“ und gibt allem das Leben. (LuB 88:12,13.)

  2. b)

    Es erleuchtet und erbaut jeden Menschen, der auf die Welt kommt. (LuB 93:2.)

  3. c)

    Es hilft uns, Gut von Böse unterscheiden zu können, und lädt uns dazu ein, Gutes zu tun und an Christus zu glauben. (Moroni 7:13, 16–19.)

• Wie können wir dem Licht Christi einen größeren Platz in unserem Leben einräumen?