Gesiegelt für die Zeit als auch für alle Ewigkeit

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll verstehen, dass die ewige Ehe ein wesentlicher Teil im Plan des himmlischen Vaters ist. Jugendliche sollen sich intensiver auf die ewige Ehe vorbereiten, und Ehepaare sollen ermutigt werden, dem Ehebündnis treu zu bleiben.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt LuB 131:1–4; 132:4–33 und die sonstigen in der Lektion angegebenen Schriftstellen.

  2. 2.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  3. 3.

    Falls Sie Jugendliche unterrichten, bringen Sie ein Exemplar der Broschüre Für eine starke Jugend (34285 150) mit zum Unterricht. Sie können auch Exemplare für alle Teilnehmer mitbringen oder sie bitten, ihre eigenen mitzubringen.

  4. 4.

    Falls Sie die Aktivität unter „Aufmerksamkeit wecken“ verwenden, sprechen Sie ein Gemeindemitglied an, das im Tempel geheiratet hat. Bitten Sie den Betreffenden, zu Unterrichtsbeginn vier bis fünf Minuten über den Tag zu berichten, als er oder sie im Tempel geheiratet hat. Fragen Sie, ob er bzw. sie ein Foto oder sonst ein Erinnerungsstück mitbringen kann, und bitten Sie darum, bei der Vorbereitung folgende Fragen zu berücksichtigen:

    • Wie haben Sie sich auf Ihre Siegelung vorbereitet?

    • Welchen Unterschied macht es, wenn man im Tempel geheiratet hat?

    • Welchen Rat würden Sie den Teilnehmern geben, die noch nicht im Tempel geheiratet haben, damit sich diese besser darauf vorbereiten können?

Anmerkung: Nehmen Sie Rücksicht auf die Gefühle von Alleinerziehenden und anderen, die nicht in einer herkömmlichen Familie leben (siehe „Zur Vertiefung“, Punkt 1). Sollten die Teilnehmer Fragen zur Scheidung oder anderen heiklen Themen stellen, bitten Sie sie, darüber ein persönliches Gespräch mit dem Bischof zu führen und dies nicht in der Klasse zu erörtern.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

Bitten Sie das zuvor dazu beauftragte Gemeindemitglied, über den Tag zu sprechen, als er oder sie im Tempel geheiratet hat. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 4.) Äußern Sie sich nach dem Vortrag kurz zu dem, was gesagt worden ist. Erklären Sie sodann, dass es in dieser Lektion um die ewige Ehe geht.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht. Bitten Sie die Teilnehmer, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen aus der Schrift zu berichten.

1. Die ewige Ehe ist ein grundlegender Teil im Plan des himmlischen Vaters

Lehren und besprechen Sie LuB 131:1–4; 132:4–33. Erklären Sie: Diese Verse enthalten Offenbarungen, die der Herr dem Propheten Joseph Smith hinsichtlich der ewigen Ehe gegeben hat. Elder Parley P. Pratt, eines der ursprünglichen Mitglieder des Kollegiums der Zwölf in dieser Evangeliumszeit, erinnerte sich daran, was er empfand, als er Joseph Smith zum ersten Mal diese Lehre verkünden hörte:

„Ich hatte vorher schon geliebt, aber nicht gewusst, warum. Jetzt liebte ich – mit einer Reinheit, mit der Intensität eines erhabenen, hehren Gefühls, das meine Seele emporhob. … Ich spürte, dass Gott tatsächlich mein himmlischer Vater ist, das Jesus mein Bruder ist und dass die Frau meines Herzens eine unsterbliche, ewige Partnerin ist. … Kurz, ich konnte jetzt mit dem Geist und auch mit Verständnis lieben.“ (Autobiography of Parley P. Pratt [1975], Seite 298.)

• Die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel haben erklärt, dass „die Ehe zwischen Mann und Frau … wesentlich für [Gottes] ewigen Plan“ ist. („Die Familie: Eine Proklamation an die Welt“, Der Stern, Juni 1996; siehe auch LuB 49:15.) Warum ist die Ehe wesentlich für Gottes ewigen Plan? (Siehe LuB 131:1–4; 1 Korinther 11:11.)

Verwenden Sie eins oder mehrere der folgenden Zitate. Lassen Sie die Teilnehmer nach jeder Aussage besprechen, was sie bedeutet und wie sich das Gesagte anwenden lässt.

Elder Joseph B. Wirthlin vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „Die schöne Gemeinschaft der ewigen Ehe ist eine der größten Segnungen, die Gott seinen Kindern gewährt. Die vielen gemeinsamen Jahre mit meiner lieben Frau haben mir die größte Freude meines Lebens gebracht. Seit Anbeginn der Zeit gehört die eheliche Gemeinschaft zu den Grundlagen des großartigen Plans des himmlischen Vaters für unser Glücklichsein. Unser Leben wird zum Guten gelenkt, und wir werden erbaut und auch erhoben, wenn wir mit unseren Lieben in der Familie zusammen sind.“ (Der Stern, Januar 1998, Seite 33.)

Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „Der schließliche Zweck all dessen, was wir lehren, besteht darin, Eltern und Kinder im Glauben an den Herrn Jesus Christus zu vereinen, damit sie als Familie glücklich sind – im ewigen Ehebund aneinander gesiegelt, verbunden mit den vorangegangenen Gene- rationen –, und damit ihnen die Erhöhung in der Gegenwart des himmlischen Vaters gewiss ist.“ (Der Stern, Juli 1995, Seite 8.)

Präsident Joseph Fielding Smith hat gesagt: „Die Heiligen der Letzten Tage glauben daran, dass es der Herr vorgesehen hat, dass das Ehebündnis ewig besteht. Es bildet die Grundlage der ewigen Erhöhung, denn ohne die Ehe gäbe es im Reich Gottes keinen ewigen Fortschritt.“ (Lehren der Erlösung, Hrsg. Bruce R. McConkie, [1982], Band 2, Seite 63.)

• Wenn ein Mann und eine Frau nicht im Tempel für Zeit und Ewigkeit geheiratet haben, wie steht es dann um ihren Ehestand, wenn einer von ihnen stirbt? (Siehe LuB 132:7, 15–18. Ihre Ehe hat „keinerlei Wirksamkeit … und Gültigkeit“, selbst wenn die beiden einander gelobt haben, für immer zusammen bleiben zu wollen.)

• Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel für Zeit und Ewigkeit heiraten, schlie- ßen sie einen Bund mit dem Herrn. Welche Segnungen werden sie empfangen, sofern sie dem Bund treu sind? (Siehe LuB 131:1–4; 132:19–24,30,31. Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Sie werden „in der Zeit und in aller Ewigkeit“ zusammen sein. (LuB 132:19.) Ihre Kinder können Teil ihrer ewigen Familie sein. (Sie können erklären, dass wir unter dem Heiligen Geist der Verheißung den Heiligen Geist verstehen, der bestätigt, dass die heiligen Handlungen des Priestertums, die wir empfangen, und die Bündnisse, die wir geschlossen haben, vom Herrn angenommen sind. Diese Zusicherung hängt von unserer Glaubenstreue ab.)

  2. b)

    Sie werden im höchsten Grad der celestialen Herrlichkeit erhöht werden, wo der himmlische Vater und Jesus Christus sind. (LuB 131:1–3; 132:23,24.)

  3. c)

    Sie werden „Throne, Reiche, Mächte, … Gewalten [und] Herrschaften … ererben“. (LuB 132:19.)

  4. d)

    Sie werden in alle Ewigkeit Nachkommen, nämlich Geistkinder haben. (LuB 132:19,30,31; siehe auch LuB 131:4.)

  5. e)

    Sie „werden … Götter sein, weil sie alle Macht haben.“ (LuB 132:20,21.)

• Welche Segnungen genießen wir durch eine Tempelehe hier auf Erden? (Regen Sie an, dass die Teilnehmer über ihre Empfindungen hinsichtlich der Tempelehe spre- chen. Falls Sie die Aussage von Elder Joseph B. Wirthlin auf Seite 177 noch nicht gelesen haben, können Sie es jetzt tun.)

2. Jugendliche sollen sich jetzt auf die ewige Ehe vorbereiten

Falls Sie Jugendliche belehren, nutzen Sie diesen Abschnitt des Unterrichts, um sie zu ermutigen, sich auf eine Tempelehe vorzubereiten. Unterrichten Sie Erwachsene, können Sie diesen Abschnitt auslassen oder nur einen kleinen Teil davon verwenden.

• Warum wohl wird den Jugendlichen der Kirche gegenüber die Tempelehe so sehr betont? (Die Teilnehmer sollen verstehen, dass die Entscheidung, im Tempel zu heiraten, eine der wichtigsten Entscheidungen ist, die ein Mensch trifft. Ein Mitglied der Kirche soll sich schon als junger Mensch auf eine ewige Ehe vorbereiten.)

Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt: „Die Ehe ist möglicherweise die wichtigste aller … Entscheidungen und hat die weitreichendsten Auswirkungen, denn hier geht es nicht nur um das momentane Glücklichsein, sondern auch um ewige Freude. Sie betrifft nicht nur die beiden Menschen, die daran beteiligt sind, sondern auch ihre Familien und insbesondere ihre Kinder und Kindeskinder über viele Generationen hinweg.“ („Oneness in Marriage“, Ensign, März 1977, Seite 3.)

• Was können junge Männer und Frauen tun, um sich bereitzumachen, im Tempel zu heiraten?

• Wie beeinflussen Verabredungen in den Teenagerjahren im späteren Leben die Ehe? (Falls Sie Exemplare von Für eine starke Jugend mitgebracht haben, können Sie die Teilnehmer den Punkt „Mit einem Jungen bzw. Mädchen ausgehen“ (Seite 7) vorlesen lassen.

• Was für einen Mann beziehungsweise was für eine Frau möchtet ihr später einmal heiraten? (Sie können jeden Teilnehmer bitten, eine Eigenschaft zu nennen und zu sagen, warum sie wichtig ist. Schreiben Sie die Antworten an die Tafel. Weitere Gedanken finden Sie in den folgenden Zitaten.) Wie müsst ihr leben, wenn ihr euch darauf vorbereiten wollt, so jemand zu heiraten? (Lassen Sie die Teilnehmer diese Frage im Stillen für sich selbst beantworten.)

Präsident Gordon B. Hinckley rät: „Wählt einen Partner, der denselben Glauben hat wie ihr. Dann ist die Chance viel größer, dass ihr glücklich werdet. Wählt euch einen Partner, den ihr immer ehren, dem ihr immer Achtung entgegenbringen könnt, der eine Ergänzung zu euch darstellt, dem ihr euer ganzes Herz, eure ganze Liebe, eure ganze Ergebenheit, eure ganze Treue schenken könnt.“ („Die Pflichten des Lebens“, Der Stern, Mai 1999, Seite 4.)

Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf hat gesagt:

„Um eine ewige Ehe zu schließen, ist mehr notwendig als ein hübsches Gesicht oder eine attraktive Figur. Da gibt es mehr zu bedenken als die Frage, ob jemand beliebt ist oder Charisma besitzt. Wenn ihr nach einem ewigen Partner beziehungsweise nach einer ewigen Partnerin sucht, dann sucht nach jemand, der die wesentlichen Eigenschaften entwickelt, die zum Glück führen: eine tiefe Liebe zum Herrn und zu seinen Geboten – der Entschluss, danach zu leben –, freundlich und verständnisvoll, bereit, anderen zu vergeben, willens, von sich selbst zu geben – der Wunsch, eine Familie zu haben, die durch wunderbare Kinder vollendet wird, und der feste Entschluss, sie zu Hause in den wahren Grundsätzen zu unterweisen.

Ein wesentlicher Punkt für die Wahl einer zukünftigen Frau ist ihr Wunsch, Frau und Mutter zu werden. Sie soll die heiligen Eigenschaften entwickeln, die Gott seinen Töchtern geschenkt hat, damit sie eine großartige Frau und Mutter werden kann: Geduld, Freundlichkeit, Liebe zu Kindern, der Wunsch, lieber für ihre Kinder zu sorgen, als eine berufliche Karriere anzustreben. Sie soll eine gute Ausbildung erwerben, um sich auf die Anforderungen des Mutterseins vorzubereiten.

Ein zukünftiger Ehemann soll außerdem sein Priestertum ehren und es dazu einsetzen, anderen zu dienen. Sucht nach einem Mann, der seine Rolle als Ernährer der Familie akzeptiert, der fähig ist, dieser Aufgabe nachzukommen, und eifrig bemüht ist, sich auf die Erfüllung dieser Aufgabe vorzubereiten.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 29.)

• Wie können die Eltern und andere Erwachsene den Jugendlichen helfen, sich auf eine ewige Ehe vorzubereiten? Wie können sie schon kleinen Kindern helfen, sich auf eine ewige Ehe vorzubereiten?

3. Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel aneinander gesiegelt sind, müssen sie dem Bund treu bleiben, um die verheißenen Segnungen zu erlangen

Lassen Sie eine Teilnehmerin das folgende Zitat vorlesen. Die Teilnehmer sollen raten, von wem es stammt.

„Ich war mir einfach sicher, dass die ersten Jahre reine Glückseligkeit sein würden. Aber während des ersten Jahres des Zusammenlebens stellte ich fest, dass eine Menge Zugeständnisse gemacht werden mussten. Natürlich waren sie nicht so, dass man deswegen gleich heim zur Mutter laufen musste. Aber ich weinte hin und wieder in mein Kissen. Die Probleme hingen meist damit zusammen, dass man nach dem Zeit- plan des anderen leben und etwas auf die Art des anderen tun sollte. Wir liebten einander, da gab es keinen Zweifel. Aber wir mussten uns erst aneinander gewöhnen. Ich glaube, jedes Paar muss sich aneinander gewöhnen.“

Sagen Sie den Teilnehmern, dass diese Aussage von Schwester Marjorie P. Hinckley, der Frau des Präsidenten Gordon B. Hinckley stammt. (Sheri L. Dew, Go Forward with Faith: The Biography of Gordon B. Hinckley [1996], Seite 118.) Weisen Sie darauf hin, dass Liebe, Arbeit und Engagement nötig sind, wenn eine Ehe erfolgreich sein soll. Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel aneinander gesiegelt sind, empfangen sie die verheißenen Segnungen nur dann, wenn sie „im Bund aushalten“ (LuB 132:19). Verwenden Sie die Fragen, Schriftstellen und Zitate in diesem Abschnitt der Lektion, um klarzumachen, was Männer und Frauen tun müssen, um im Bund auszuhalten.

• Lesen Sie mit den Teilnehmern LuB 42:22. Erklären Sie: Dieses Gebot gilt für Mann und Frau. Was bedeutet es, einen Mann bzw. eine Frau von ganzem Herzen zu lieben? Was bedeutet es, an einem Mann bzw. einer Frau festzuhalten und an keinem oder keiner anderen?

Präsident Spencer W. Kimball hat dies so erklärt:

„Wenn der Herr von ganzem Herzen sagt, lässt dies kein Teilen, Aufteilen oder Vorenthalten zu. …

Die Worte kein anderer schließen jeden und alles andere aus. Der Ehepartner hat dann den allerhöchsten Stellenwert; weder gesellschaftliche noch berufliche noch politische Verpflichtungen oder irgendwelche anderen Interessen oder Menschen dürfen jemals Vorrang vor dem Ehepartner haben. …

Die Ehe setzt absolute Loyalität und absolute Treue voraus. Jeder Mann, jede Frau geht die Partnerschaft unter der Bedingung ein, dass er oder sie dem Partner rückhaltlos und in aller Würde das ganze Herz sowie alle Kraft, Loyalität, Ehre und Zuneigung widmet. Jede Abweichung ist Sünde, jedes Teilen dieser Gefühle Übertretung. Genau wie wir ‚das Auge nur auf die Herrlichkeit Gottes gerichtet‘ haben sollen, sollen wir auch Auge, Ohr und Herz nur auf die Ehe, den Partner und die Familie gerichtet haben‘. (Faith Precedes the Miracle [1972], Seite 142f.)

Präsident Gordon B. Hinckley hat Ehepaaren diesen einfachen Rat gegeben: „Seid einander bedingungslos treu.“ (Der Stern, Mai 1999, Seite 4.)

• Wenn ein Mann und eine Frau im Tempel heiraten, geloben sie, einander und dem Herrn treu zu sein. Wodurch können Ehepaare die Liebe zueinander und zum Herrn stärken? (Fassen Sie die Antworten der Teilnehmer an der Tafel zusammen. Unter anderem können genannt werden: gemeinsam beten und in der Schrift lesen, gemeinsam nach Führung durch den Geist streben, den Familienabend halten, gemeinsam ausgehen, sich Zeit nehmen, um miteinander zu reden, einander bei der Hausarbeit helfen und gemeinsam den Tempel besuchen. Sie können Punkt 2 aus „Zur Vertiefung“ als Teil dieses Unterrichtsgesprächs verwenden.)

Zusammenfassung Falls Sie Jugendliche oder andere, die noch nicht im Tempel geheiratet haben, unterrichten, bitten Sie sie, sich auf die ewige Ehe vorzubereiten. Halten Sie die Teilnehmer, die im Tempel geheiratet haben, dazu an, dem Ehebund treu zu bleiben.

Geben Sie von den in dieser Lektion besprochenen Wahrheiten Zeugnis, wie der Geist Sie dazu bewegt.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Einem glaubenstreuen Mitglied werden die Segnungen der Ewigkeit nicht vorenthalten

Lesen Sie die folgenden Aussagen vor; sie betreffen die Alleinstehenden.

Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf hat gesagt:

„Wir wissen, dass viele würdige und wundervolle Heilige der Letzten Tage derzeit nicht unter idealen Bedingungen leben und nicht die Möglichkeit haben, solchen Fortschritt zu machen. Ehelosigkeit, Kinderlosigkeit, Tod und Scheidung vereiteln die Realisierung von Idealen und verschieben die Erfüllung der verheißenen Segnungen. Außerdem sind manche Mütter, die gern Vollzeitmutter und Hausfrau sein wollen, buchstäblich gezwungen, vollzeitig berufstätig zu sein. Aber solche Enttäuschungen sind nur vorübergehend. Der Herr hat verheißen, dass seinen Söhnen und Töchtern, die die Gebote halten und ihren Bündnissen gemäß leben und sich das wünschen, was Recht ist, in der Ewigkeit keine Segnung vorenthalten werden wird.

Viele der wichtigsten Einschränkungen des Erdenlebens werden im Millennium wieder ausgeglichen. Dann nämlich wird alles in Erfüllung gehen, was im großen Plan des Glücklichseins für alle würdigen Kinder unseres Vaters noch unvollständig ist. Wir wissen, dass das für die heiligen Handlungen des Tempels gilt. Ich glaube, es wird auch für die Familienbeziehung und die mit der Familie verbundenen Erfahrungen gelten.“ (Der Stern, Januar 1994, Seite 70.)

Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „Falls Sie alleinstehend sind und keine echte Aussicht auf eine celestiale Ehe haben, dann leben Sie so, dass Sie ihrer würdig sind. Beten Sie darum. Akzeptieren Sie den Zeitplan des Herrn. Weichen Sie in keiner Weise von Ihren Grundsätzen ab, denn das würde ausschlie- ßen, dass Sie diese Segnung auf dieser oder der anderen Seite des Schleiers empfangen. Der Herr kennt die Absichten Ihres Herzens. Seine Propheten haben erklärt, dass Sie diese Segnung empfangen werden, wenn Sie sich ständig darum bemühen, sich dafür bereit zu machen. Wir wissen nicht, ob das auf dieser oder auf der anderen Seite des Schleiers sein wird. Aber leben Sie entsprechend. Beten Sie darum.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 31.)

2. Beispiele einer glücklichen, dauerhaften Tempelehe

Überlegen Sie gebeterfüllt, und sprechen Sie dann ein Ehepaar an, das eine gute Tempelehe führt. Bitten Sie die beiden, zwei oder drei Minuten lang darüber zu spre- chen, wie man eine glückliche, dauerhafte Ehe führen kann.

Nach diesen Präsentationen können Sie den Teilnehmern die Gelegenheit geben, weitere diesbezügliche Vorschläge zu machen.

3. Auftrag für Jugendliche und Junge Alleinstehende Erwachsene

Falls Sie Jugendliche oder die Jungen Alleinstehenden Erwachsenen unterrichten, fordern Sie sie auf, zu Hause einen Brief zu schreiben, in dem sie ihre Liebe zu ihrem zukünftigen Ehepartner zum Ausdruck bringen. Weisen Sie sie an, diesen Brief aufzubewahren, bis sie verheiratet sind, und ihn dann mit dem Partner gemeinsam zu lesen.

4. Weltliche Tendenzen meiden

• Welche Tendenzen zeigen, dass der Mensch Gottes Maßstab für die Ehe miss- achtet? Was können wir tun, um Gottes Maßstab treu zu bleiben?

5. Video „Tempel und Familie“

Falls das Video Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche (56912 150) zur Verfügung steht, können Sie den 9 Minuten dauernden Film „Tempel und Familie“ zeigen.

6. Mehrehe

Nachstehende Information erhalten Sie als Hilfe, falls die Teilnehmer Fragen zur Ausübung der Mehrehe haben. Der Unterricht soll sich aber nicht vornehmlich darauf konzentrieren.

Der Grund, weshalb der Herr seinem Volk geboten hat, die Mehrehe zu praktizieren

Zu verschiedenen Zeiten hat der Herr seinem Volk geboten, die Mehrehe zu praktizieren. Er gab beispielsweise Abraham, Isaak, Jakob, Mose, David und Salomo dieses Gebot. (LuB 132:1.) Der Herr lehrte durch den Propheten Jakob im Buch Mormon den Zweck der Mehrehe: „Wenn ich, spricht der Herr der Heerscharen, mir Nachkommen erwecken will, so werde ich es meinem Volk gebieten.“ (Jakob 2:30; Hervorhebung hinzugefügt; siehe auch Verse 23–29.)

Die Offenbarung, in dieser Evangeliumszeit die Mehrehe zu praktizieren

In dieser Evangeliumszeit hat der Herr einigen Mitgliedern in den Anfangstagen der Kirche geboten, die Mehrehe zu praktizieren. Für den Propheten Joseph Smith und diejenigen, die ihm am nächsten standen, darunter auch Brigham Young und Heber C. Kimball, war dies ein schwieriges Gebot, doch sie befolgten es. Die Ausübung wurde durch die Führer der Kirche geregelt. Wer die Mehrehe einging, brauchte eine Genehmigung dafür, und die Eheschließung musste durch die siegelnde Macht des Priestertums erfolgen.

Die Position der Kirche zur Mehrehe heute

1890 empfing Präsident Wilford Woodruff eine Offenbarung, dass die Führer der Kirche nicht länger die Ausübung Mehrehe lehren sollen. (Amtliche Erklärung Nr. 1, Seite 258f. in Lehre und Bündnisse; siehe in der englischen Ausgabe von Lehre und Bündnisse auch Auszüge aus Reden, die Präsident Woodruff unmittelbar im Anschluss an die Amtliche Erklärung Nr. 1 gehalten hat.)

1998 hat Präsident Gordon B. Hinckley folgende Aussage über die Position der Kirche zur Mehrehe gemacht: „Ich möchte kategorisch sagen, dass diese Kirche mit denen, die Polygamie praktizieren, nichts zu tun hat. Es sind keine Mitglieder der Kirche. … Wenn festgestellt wird, dass eins unserer Mitglieder die Mehrehe praktiziert, wird es exkommuniziert, was die schwerste Strafe ist, die die Kirche verhängen kann. Diejenigen, die an so etwas beteiligt sind, übertreten nicht nur Zivilgesetze, sondern auch das Gesetz dieser Kirche.“ (Der Stern, Januar 1999, Seite 84.)