Freude an Genealogie und Tempelarbeit finden

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll erkennen, auf wie mannigfache Weise er sich an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen kann. Jeder soll gebeterfüllt entscheiden, was er jetzt tun kann.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  2. 2.

    Bitten Sie zwei Teilnehmer eine Woche im Voraus, sich während der kommenden Woche auf irgendeine Weise mit Genealogie und Tempelarbeit zu befassen. Machen Sie klar, dass es vielerlei Arten gibt, wie man dazu beitragen kann. Man kann beispielsweise einen Familiengruppenbogen ausfüllen, den Namen eines Vorfahren für die Tempelarbeit einreichen, in den Tempel gehen, Tagebuch schreiben oder eine Lebensgeschichte verfassen oder mit den Kindern über ihre Vorfahren sprechen. Lassen Sie die beiden Teilnehmer im Unterricht darüber sprechen, wie es ihnen dabei ergangen ist.

  3. 3.

    Sie können sich auch Exemplare einiger Hilfsmittel beschaffen, die die Kirche für Genealogie und Tempelarbeit herausgibt, um sie im Abschnitt drei zu zeigen. (Siehe Seite 236.) Falls es in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Zweig einen Genealogie- Fachberater gibt, können Sie ihn bitten, diese Hilfsmittel im Unterricht kurz vorzustellen.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

Schreiben Sie in die Mitte der Tafel Ihren eigenen Namen. Schreiben Sie irgendwo an die Tafel auch die Namen Ihrer Eltern, einiger Vorfahren und, falls Sie Kinder haben, die Namen Ihrer Kinder. Sagen Sie den Teilnehmern kurz, wie Sie mit jedem, dessen Namen Sie an die Tafel geschrieben haben, verwandt sind.

Erklären sie, wodurch einige dieser Menschen vorübergehend von einander getrennt sind. Einige sind beispielsweise gestorben und daher von den anderen getrennt. Bei anderen besteht die Trennung darin, dass sie anderswo wohnen.

Weisen Sie darauf hin, dass Angehörige, selbst wenn sie vorübergehend von einander getrennt sind, doch ewig miteinander verbunden sein können. Ihr Herz kann sich einander zuwenden. (LuB 110:14,15.)

Erklären Sie: In dieser Lektion geht es darum, wie wir uns an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen können. Wer sich an diesem Werk beteiligt, lernt besser verstehen, was es bedeutet, Teil einer ewigen Familie zu sein. Unser Herz wendet sich unseren Vorfahren zu, deren Herz wendet sich uns zu, und Eltern und Kinder wenden einander das Herz zu.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht. Bitten Sie die Teilnehmer, von Erlebnissen zu erzählen, die sich auf die besprochenen Grundsätze beziehen.

Erwähnen Sie nochmals, dass dies die zweite Lektion über Genealogie und Tempelarbeit ist. In Lektion 39 wurde besprochen, wie wichtig es ist, dass wir in den Tempel gehen und die heiligen Handlungen des Priestertums für diejenigen vollziehen, die gestorben sind, ohne sie empfangen zu haben. In dieser Lektion geht es darum, wie wir uns an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen können.

1. Der Geist des Elija bewegt die Menschen dazu, das Herz ihren Vorfahren zuzuwenden

Erklären Sie: Die Mitglieder der Kirche sprechen oft vom Geist des Elija. Damit ist gemeint, dass im Menschen der Wunsch wach wird, „das Herz der Väter den Kindern und die Kinder den Vätern zuzuwenden“. (LuB 110:15.) Wir nennen dies den Geist des Elija, weil Elija die Schlüssel der Siegelungsmacht des Priestertums wiederhergestellt und Joseph Smith übertragen hat. (LuB 110:13–16.) Kraft dieser Macht können die Siegelungen vollzogen werden, wodurch eine Familie für immer vereint wird.

• Wozu bewegt der Geist des Elija die Mitglieder? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Er gibt uns ein, die heiligen Handlungen des Tempels für uns selbst zu vollziehen, genealogische Forschungen zu betreiben und den Tempel zu besuchen, um die heiligen Handlungen des Priestertums für die Toten an uns vollziehen zu lassen. Siehe auch das folgende Zitat.) Welche Erlebnisse haben Sie bereits mit dem Geist des Elija gehabt?

Präsident Gordon B. Hinckley hat darauf hingewiesen: „Unsere gesamten umfangreichen familiengeschichtlichen Anstrengungen sind auf die Tempelarbeit ausgerichtet. Sie dienen keinem anderen Zweck. Die heiligen Handlungen des Tempels werden die krönenden Segnungen, die die Kirche anzubieten hat.“ (Der Stern, Juli 1998, Seite 101.)

• Wozu bewegt der Geist des Elija die Menschen in aller Welt? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Genealogie ist ein weit verbreitetes Hobby geworden, und die technischen Errungenschaften erleichtern die genealogische Forschung und den Zugang dazu.)

2. Jedes Mitglied kann sich an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen

Bitten Sie die dazu beauftragten Teilnehmer, kurz über ihre Erfahrungen der vergangenen Wochen mit Genealogie und Tempelarbeit zu berichten. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 2.)

Lesen Sie sodann das folgende Zitat von Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf:

„Keine Arbeit gibt dieser Kirche mehr Schutz als die Tempelarbeit; und die genealogische Forschung unterstützt die Tempelarbeit. Keine Arbeit ist mehr geistig läuternd. Keine Arbeit gibt uns mehr Kraft.“ („Der heilige Tempel“, Der Stern, Juni 1992, Seite 36.)

• Wie haben Genealogie und Tempelarbeit dazu beigetragen, dass Sie sich geistig noch mehr geläutert und gestärkt fühlen?

Weisen Sie darauf hin, dass sich jeder sein Leben lang auf die eine oder andere Weise an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen kann. Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „[Wir müssen] erkennen, dass es bei der Erlösung der Toten viel zu tun gibt und dass man gebeterfüllt entscheidet, was man zu einer bestimmten Zeit am ehesten leisten kann. … Uns geht es nicht darum, jeden dazu zu bewegen, alles zu tun, sondern jeden zu ermuntern, überhaupt etwas zu tun.“ („In Weisheit und Ordnung“, Der Stern, Dezember 1989, Seite 6.)

• Wie haben Sie sich schon an Genealogie und Tempelarbeit beteiligt? (Schreiben Sie die Antworten der Teilnehmer an die Tafel. Besprechen oder ergänzen Sie diese Antworten mit Hilfe der folgenden Information. Falls Sie Erwachsene unterrichten, können Sie sie fragen, wie sie sich in verschiedenen Lebensphasen an Genealogie und Tempelarbeit beteiligt haben.)

Einen gültigen Tempelschein besitzen und regelmäßig in den Tempel gehen

Erklären Sie: Wir können uns an Genealogie und Tempelarbeit dadurch beteiligen, dass wir einen gültigen Tempelschein haben und so oft in den Tempel gehen, wie es unsere Umstände zulassen. Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt:

„Mit meiner ganzen Überzeugungskraft fordere ich unsere Mitglieder überall auf, würdig zu leben, damit sie einen Tempelschein haben können. Betrachten Sie den Tempelschein als etwas Wertvolles, und unternehmen Sie größere Anstrengungen, um zum Haus des Herrn zu gehen und am Geist und den Segnungen des Tempels teilzuhaben. Ich bin [sicher], dass jeder Mann und jede Frau, die aufrichtig und gläubig zum Tempel kommen, das Haus des Herrn als besserer Mann und bessere Frau verlassen. Ein jeder von uns muss sich [noch] verbessern. Wir [müssen immer wieder] den Lärm und die Unruhe der Welt hinter uns … lassen und in das heilige Haus Gottes … kommen, um dort seinen Geist in einer Umgebung der Heiligkeit und des Friedens zu spüren.“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 51.)

Weisen Sie darauf hin, dass wir einen Tempelschein besitzen sollen, selbst wenn es unsere Umstände nicht zulassen, dass wir regelmäßig zum Tempel fahren. Präsident Howard W. Hunter hat gesagt: „Der Herr würde sich sehr freuen, wenn jedes erwachsene Mitglied würdig wäre und einen Tempelschein besäße. All das, was wir tun beziehungsweise unterlassen müssen, um einen Tempelschein erhalten zu können, stellt nämlich sicher, dass wir mit uns selbst zufrieden und mit unserer Familie glücklich sind.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 7.)

• Welche Segnungen können uns zuteil werden, wenn wir einen Tempelschein besitzen und in den Tempel gehen?

• Wie können die Eltern ihre Kinder lehren, wie wichtig der Tempel ist? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Die Eltern können regelmäßig den Tempel besuchen oder darauf hinarbeiten, sie können mit ihren Kindern über den Tempel sprechen und Zeugnis von den Segnungen geben, die wir durch den Tempel empfangen, und sie können die Kinder, sobald sie 12 Jahre alt geworden sind, in den Tempel mitnehmen, damit sie sich für die Verstorbenen taufen lassen.)

Die heiligen Handlungen für verstorbene Verwandte vollziehen lassen

Erklären Sie: Wir können uns auch an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen, indem wir die heiligen Handlungen für unsere verstorbenen Verwandten vollziehen lassen. Selbst wenn schon ein anderer Angehöriger Genealogie betreibt, können wir oft noch verstorbene Verwandte finden, für die die heiligen Handlungen des Tempels noch nicht vollzogen worden sind.

Wir identifizieren zunächst unsere verstorbenen Verwandten. Wir können aufschreiben, an wen wir uns noch erinnern, wir können die Familienaufzeichnungen durchsehen und Eltern, Großeltern und andere Angehörige bitten, uns etwas über ihre Vorfahren zu erzählen. Wir können dazu auch die von der Kirche herausgegebene Computer-Software zu Hause oder in der Genealogie-Forschungsstelle benutzen. Weisen Sie darauf hin, wie machtvoll uns der Geist dabei helfen kann, unsere Vorfahren zu identifizieren. Wenn wir Glauben ausüben, kommen uns vielleicht Namen und Unterlagen auf unerwartete Weise zu.

Was wir über unsere Vorfahren in Erfahrung bringen, schreiben wir sodann auf Gene- alogieformulare – etwa auf Ahnentafeln und Familiengruppenbogen. Wenn einer unserer Vorfahren schon vor seinem Tod irgendwelche heiligen Handlungen des Priestertums empfangen hat, notieren wir das Datum, damit wir wissen, was noch zu tun ist.

Der Genealogie-Fachberater in der Gemeinde, im Zweig oder im Pfahl kann uns helfen, unsere Unterlagen für den Tempel vorzubereiten, so dass dort die heiligen Handlungen für unsere Vorfahren vollzogen werden können. Auch in den genealogischen Veröffentlichungen der Kirche, bei den örtlichen Priestertumsführern und im Tempel sind diese Anleitungen üblicherweise erhältlich.

Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf hat uns geraten: „Treffen Sie Vorkehrungen, stellvertretend für verstorbene Vorfahren an den siegelnden heiligen Hand- lungen … teilzunehmen. Wenn ich stellvertretend für einen anderen heilige Hand- lungen empfange, halte ich es für nützlich, mich mit dieser Person zu befassen. Ich denke an diese Person und bete, dass sie die heiligen Handlungen annimmt und davon profitiert. Tun Sie das mit dem Gebet im Herzen, dass der Heilige Geist Ihren Sinn erhellt und Ihr Leben bereichert. Solche würdigen Gebet[e] werden erhört.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 31.)

Etwas über das Leben unserer Vorfahren lernen

• Auf welche Weise haben Sie etwas über das Leben Ihrer Vorfahren in Erfahrung gebracht? Wie hat Ihnen das geholfen?

• Wie können Eltern ihren Kindern von den Vorfahren erzählen?

Elder Dennis B. Neuenschwander von den Siebzigern hat darüber gesprochen, dass es seine Aufgabe ist, seinen Kindern und Enkeln die Familiengeschichte nahezubringen:

„Keines meiner Kinder kann sich an meine Großeltern erinnern. Wenn ich will, dass meine Kinder und Enkel diejenigen kennen, die in meiner Erinnerung noch lebendig sind, muss ich die Brücke zwischen ihnen bauen. Ich allein bin die Verbindung zwischen den Generationen, die zu beiden Seiten von mir stehen. Es ist meine Aufgabe, ihre Herzen durch Liebe und Achtung miteinander zu verbinden, auch wenn sie einander nie persönlich gekannt haben. Meine Enkel werden nichts über die Geschichte ihrer Familie wissen, wenn ich nichts tue, um sie für sie aufzubewahren. Was ich nicht auf irgendeine Weise festhalte, wird verloren sein, wenn ich sterbe; und was ich nicht an meine Nachkommen weitergebe, werden sie nie besitzen. Dieses Werk, nämlich ewige Familienandenken zu sammeln und weiterzugeben, ist eine ganz persönliche Aufgabe. Wir können sie nicht ignorieren oder auf andere übertragen.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 98f.)

Tagebuch führen oder die persönliche bzw. die Familienchronik aufzeichnen

• Wie trägt das Führen eines Tagebuchs oder das Schreiben einer Lebensgeschichte zur genealogischen Arbeit bei? Welche Segnungen werden uns zuteil, wenn wir Tagebuch führen oder eine Familienchronik verfassen? (Regen Sie an, dass die Teilnehmer darüber sprechen, wie sie selbst und wie ihre Nachkommen dadurch gesegnet werden können.)

• Wie kann das Zusammenstellen einer Familienchronik dazu beitragen, dass wir das Herz unseren Verwandten zuwenden?

3. Die Kirche stellt uns für die Genealogie und Tempelarbeit viele Hilfsmittel zur Verfügung

Erklären Sie: Die Kirche stellt uns für Genealogie und Tempelarbeit viele Hilfsmittel zur Verfügung, beispielsweise:

  1. a)

    Tempelarbeit und Genealogie – Anleitung für die Mitglieder (34697 150)

  2. b)

    genealogische Formulare (beispielsweise Ahnentafeln und Familiengruppenbogen)

  3. c)

    Computer-Software

  4. d)

    Daten aus dem Internet

  5. e)

    Genealogie-Forschungsstellen (bringen Sie in Erfahrung, wo sich die nächste befindet)

Zeigen Sie ein Exemplar von Tempelarbeit und Genealogie – Anleitung für die Mitglieder sowie die genealogischen Formulare, und erklären Sie, wo man diese bekommt. Falls Sie den Genealogie-Fachberater der Gemeinde oder des Zweiges gebeten haben, den Teilnehmern die Hilfsmittel zu erklären, lassen Sie ihn dies nun tun. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 3.) Stellen Sie sicher, dass die Teilnehmer verstehen, dass sie sich auch dann, wenn sie keinen Zugang zu diesen Hilfsmitteln haben, an Genealogie und Tempelarbeit beteiligen können.

Zum Abschluss

Sprechen Sie darüber, wie wichtig Ihnen Genealogie und Tempelarbeit sind. Bitten Sie die Teilnehmer, gebeterfüllt festzulegen, wie sie sich derzeit daran beteiligen können. Geben Sie Zeugnis von den im Unterricht besprochenen Wahrheiten, wie der Geist Sie dazu bewegt.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können diesen Vorschlag im Unterricht verwenden.

Aktivität für die Teilnehmer

Besorgen Sie sich genügend Exemplare eines genealogischen Formulars, etwa einer Ahnentafel oder eines Familiengruppenbogens, so dass jeder Teilnehmer eines bekommen kann. Diese Formulare sind durch die Priestertumsführer oder den Genealogie-Fachberater erhältlich.

Teilen Sie die Formulare im Unterricht aus. Falls Sie genug Zeit haben, können Sie Stifte verteilen und die Teilnehmer im Unterricht an ihrem Formular arbeiten lassen. Andernfalls bitten Sie die Teilnehmer, ihr Formular zu Hause auszufüllen.