„Die Familie ist von Gott verordnet“

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll die ewige Bedeutung der Familie verstehen und motiviert werden, seine Familie zu stärken.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt „Die Familie – Eine Proklamation an die Welt“. (Der Stern, Januar 1996, Seite 93.) Jeder Teilnehmer braucht ein Exemplar der Proklamation, um sich im Unterricht darauf beziehen zu können. Die Proklamation findet sich auf Seite 265 in diesem Leitfaden und auf Seite 25–26 im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150). Sie ist auch einzeln erhältlich (35602 150, 35538 150 und 35571 150).

  2. 2.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  3. 3.

    Falls Sie die Aktivität unter „Aufmerksamkeit wecken“ verwenden, singen Sie mit der Klasse das Lied „Immer und ewig vereint“ (Gesangbuch, Nr. 201; Kinderliederbuch, Seite 98). Sie können auch eine kleine Gruppe PV-Kinder bitten, in Ihre Klasse zu kommen und dieses Lied vorzusingen.

Anmerkung: Die familiären Umstände können bei den Teilnehmern sehr unterschiedlich sein. Seien Sie daher einfühlsam, was diese Unterschiede betrifft, und betonen Sie, dass jeder ein Teil einer Familie ist und sowohl irdische wie auch himmlische Eltern hat.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

Lassen Sie die Teilnehmer das Lied „Immer und ewig vereint“ singen oder bitten Sie eine Gruppe PV-Kinder, es vorzusingen. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 3.)

Erinnern Sie die Teilnehmer danach an die Worte aus dem Refrain: „Mit der Familie mein kann ich für immer sein, wenn ich lebe nach des Vaters Plan.“

Erklären Sie: In dieser Lektion geht es um „Die Familie – Eine Proklamation an die Welt“, worin die Lehren des Herrn in Bezug auf die Familie enthalten sind und die uns durch die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf gegeben wurde. Wenn wir diese Lehren befolgen, können wir unsere Familie hier stärken und einigen und uns darauf vorbereiten, als ewige Familie zu leben.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht. Bitten Sie die Teilnehmer, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen aus der Schrift zu berichten.

1. Die Familie steht in Gottes Plan im Mittelpunkt

Erklären Sie: „Die Familie: Eine Proklamation an die Welt“ wurde im September 1995 auf der Allgemeinen FHV-Versammlung von Präsident Gordon B. Hinckley vorgelesen. Seitdem ist die Proklamation für die Mitglieder der Kirche und andere in aller Welt in vielen Sprachen veröffentlicht worden. Sie ist auch den Regierenden vieler Länder vorgelegt worden.

Bitten Sie einen Teilnehmer, die Überschrift, den Untertitel und die ersten zwei Absätze der Proklamation vorzulesen.

• Was geschieht in den Familien, im Gemeinwesen und im Land, das diesen Ratschlag und diese Warnung von Gottes Propheten angeraten erscheinen lässt?

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Warum gibt es jetzt die Proklamation zum Thema Familie? Weil die Familie angegriffen wird. Überall auf der Welt fallen Familien auseinander. Die Verbesserung der Gesellschaft kann nur zu Hause begin- nen. In der Regel tun Kinder das, was man ihnen beibringt. Wir versuchen, die Welt zu verbessern, indem wir die Familie festigen.“ (Der Stern, August 1997, Seite 5.)

• In der Proklamation wird festgestellt, dass Ehe und Familie „von Gott verordnet“ sind und im Mittelpunkt seines Planes „für die ewige Bestimmung seiner Kinder“ stehen. Warum steht die Familie im Mittelpunkt des Planes Gottes für die ewige Bestimmung seiner Kinder? (Siehe LuB 131:1–4; 1 Korinther 11:11.)

• In der Proklamation wird festgestellt, dass wir alle Geistkinder Gottes und in seinem Abbild geschaffen sind (siehe auch Genesis 1:26,27). Was sagt diese Lehre über unser Potenzial aus? Wie wirkt sich das Wissen, dass Sie zur Familie des himmlischen Vaters gehören, auf Ihre Gefühle für die irdische Familie aus? Wie kann uns diese Lehre stärken?

2. Heilige Handlungen machen es möglich, dass die Familie für immer vereint ist

Bitten Sie einen Teilnehmer, den dritten Absatz der Proklamation vorzulesen.

• Was lernen wir hier über den Zweck des Erdenlebens? Wie können uns unsere irdischen Erfahrungen bei unserem ewigen Fortschritt helfen?

• Was ist für die Ehe, für die Familie notwendig, damit sie ewig sein kann? (Das Ehepaar muss im Tempel gesiegelt werden und gemäß den Bündnissen leben, die mit dieser heiligen Handlung einhergehen.)

• Wie können wir uns mehr verpflichten, unsere Tempelbündnisse zu halten? Wie können die Eltern ihren Kindern helfen, sich auf den Tempel vorzubereiten?

• Wie soll sich die Verheißung, dass wir ewig mit unserer Familie sein können, auf die Art und Weise auswirken, wie wir unsere Angehörigen behandeln?

3. Die Kraft, mit der sterbliches Leben geschaffen wird, ist heilig

Bitten Sie einen Teilnehmer, den vierten und fünften Absatz der Proklamation vorzulesen.

• Was hat Gott hinsichtlich der Anwendung der Kraft, sterbliches Leben zu erschaffen, geboten? Warum ist es so wichtig, diesem Gebot zu gehorchen?

Elder Henry B. Eyring vom Kollegium der Zwölf hat gesagt:

„Kinder sind eine Gabe des Herrn an uns – sowohl in diesem Leben als auch in Ewigkeit. Ewiges Leben bedeutet nicht nur, dass unsere Nachkommen aus diesem Leben uns für immer gehören. Es bedeutet auch ewige Vermehrung. …

Wir können verstehen, warum unser himmlischer Vater uns gebietet, große Achtung vor dem Leben zu haben und die Kraft, die Leben erschafft, als heilig zu erachten. Wenn wir in diesem Leben keine solchen ehrfürchtigen Empfindungen haben, wie kann unser Vater sie uns dann in der Ewigkeit überlassen?“ (Der Stern, Oktober 1998, Seite 17ff.)

Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf hat gesagt: „Der Leib ist ein wesentlicher Bestandteil der Seele…… Wir verkünden, dass jemand, der den gottgegebenen Körper eines anderen ohne göttliche Billigung benutzt, den zentralen Zweck und die Vorgänge des Lebens missbraucht. … Bei sexueller Übertretung steht die Seele auf dem Spiel – Leib und Geist.“ (Der Stern, Januar 1999, Seite 90f.)

• Was können Eltern tun, damit die Kinder besser verstehen, wie wichtig sittliche Reinheit ist? (Sie können vorschlagen, dass die Eltern mit den Kindern über die Lehren in Bezug auf sexuelle Reinheit sprechen, die in Für eine starke Jugend [34285 150] und Für Eltern – Eine Hilfe bei der Kindererziehung [31125 150] zu finden sind.)

4. Die Eltern haben die heilige Pflicht, einander zu umsorgen und ihre Kinder zu unterweisen

Bitten Sie einen Teilnehmer, den sechsten Absatz der Proklamation vorzulesen.

• Was kann ein Ehepaar dafür tun, um die Liebe zueinander zu stärken?

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Wenn Sie verheiratet sind, müssen Sie Ihrem Ehepartner unverbrüchlich treu sein. Selbstsucht ist ein Feind glücklichen Familienlebens. Wenn es Ihnen aber in erster Linie um die Zufriedenheit, das Wohlergehen und das Glück Ihres Partners geht, und wenn Sie Ihre persönlichen Wünsche diesem hohen Ziel unterordnen, dann wird Ihre Ehe für die Ewigkeit Bestand haben.“ (Der Stern, April 1996, Seite 10.)

• Inwiefern sind Kinder gesegnet, deren Eltern einander lieben und umsorgen?

• Was müssen Eltern ihre Kinder lehren? (Siehe Mosia 4:14,15; LuB 68:25–28; 93:40.) Wie kann man Kindern diese Grundsätze am effektivsten beibringen? Was für einen Nutzen haben Sie aus den Belehrungen Ihrer Eltern gezogen?

• Bei welchen Gelegenheiten können die Eltern ihre Kinder belehren? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Beim Familienabend, beim Familiengebet, bei den Mahlzeiten, vor dem Schlafengehen, auf Reisen und bei der gemeinsamen Arbeit.)

• Welche Rolle spielt die Kirche bei der Unterweisung der Kinder? (Siehe das folgende Zitat.) Wie können Eltern bei der Unterweisung ihrer Kinder mit der Kirche zusammenarbeiten?

Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt: „Es obliegt den Eltern, ihre Kinder zu belehren. Die Sonntagsschule, die Primarvereinigung, [die Jungen Damen und Jungen Männer] und weitere Organisationen der Kirche spielen da nur eine Nebenrolle.“ (The Teachings of Spencer W. Kimball, Hrsg. Edward L. Kimball [1982], Seite 332.)

5. Eine erfolgreiche Ehe und Familie basiert auf rechtschaffenen Grundsätzen

Bitten Sie einen Teilnehmer, den siebten Absatz der Proklamation vorzulesen.

• In der Proklamation steht: „Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind.“ Wie haben die Lehren Christi in Ihre Familie Glück und Freude gebracht?

• In der Proklamation steht: „Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung.“ Wie haben Sie diese Prinzipien erfolgreich in Ihrer Familie gelehrt? (Sie können sich – vom Geist bewegt – auf einen oder zwei Grundsätze konzentrieren. Falls Sie mehr Zeit für diesen Teil der Proklamation verwenden wollen, gehen Sie zu Punkt 4 unter „Zur Vertiefung“.)

• Welches ist laut der Proklamation die vorrangige Aufgabe des Vaters? Was bedeutet, „in Liebe und Rechtschaffenheit“ zu präsidieren? (Siehe LuB 121:41–46.)

• Wie können sich die Jungen und die jungen Männer schon jetzt darauf vorbereiten, für ihre Familien zu sorgen? Wie können die Eltern die jungen Menschen ermutigen, eine gute Schulbildung zu erwerben und sich praktische Fähigkeiten anzueignen?

• Welche vorrangige Verantwortung wird in der Proklamation für die Mutter beschrieben? Wie können sich die Mädchen bereits jetzt darauf vorbereiten?

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt:

„Wenn man zu den althergebrachten und geheiligten Werten zurückkehren will, dann muss damit in der Familie begonnen werden. Dort lernt das Kind die Wahrheit, dort wird es zur Redlichkeit erzogen, dort wird Wert auf Selbstdisziplin gelegt und dort wird Liebe gepflegt. …

Schwestern, achten Sie auf Ihre Kinder. … Es gibt nichts, was für Sie als Mutter kostbarer ist als Ihr Kind. Ihre Kinder sind das wertvollste Gut, das Sie in Zeit und Ewigkeit haben werden. Sie können sich wahrhaft glücklich schätzen, wenn Sie dann im Alter auf diejenigen blicken können, die Sie zur Welt gebracht haben, und sehen, dass sie ein rechtschaffenes Leben führen und sich tugendhaft und redlich verhalten.“ (Der Stern, Januar 1999, Seite 117f.)

• Wie können Väter zur Kindeserziehung beitragen? Warum müssen die Eltern einander als gleichwertige Partner zur Seite zu stehen?

6. Ein jeder hat die Pflicht, die Familie zu stärken

Bitten Sie einen Teilnehmer, die beiden letzten Absätze der Proklamation vorzulesen.

• Die Proklamation schließt mit der Warnung vor den schwerwiegenden Konsequenzen, die der Zerfall der Familie hervorruft, und ruft alle Menschen auf, die Familie zu stärken. Was können wir als Einzelner und als Familie tun, um in unserem Gemeinwesen die Familie zu stärken und zu fördern?

Präsident Gordon B. Hinckley erklärte einer Versammlung von Bürgermeistern und anderen Würdenträgern: „Ich sage Ihnen, die Sie Männer und Frauen mit großem Einfluss sind und über die Städte dieses Landes präsidieren, dass es weit weniger kosten wird, die Schulen zu reformieren, die Tugenden guter Staatsbürgerschaft zu lehren, als kostenintensive Gefängnisse und Haftanstalten zu bauen und zu unterhalten. … Doch es gibt eine weitere Institution, die noch wichtiger ist als die Schule. Es ist die Familie. Ich glaube, dass keine Nation höher steigen kann als die Stärke ihrer Familien es zulässt.“ („U. S. Conference of Mayors“, Ensign, November 1998, Seite 109.)

• Warum muss die Familie stark sein, damit die Nationen überleben können?

Zum Abschluss

Bitten Sie die Teilnehmer, über ihre Familie nachzudenken und dabei folgende Fragen zu berücksichtigen: Spüren alle meine Lieben, dass ich sie liebe? Sind wir bemüht, wie eine ewige Familie zu leben? Was kann ich tun, um meine Familie zu stärken?

Geben Sie Zeugnis von der Wahrhaftigkeit der Grundsätze in der Proklamation und ermutigen Sie die Teilnehmer, weiterhin diese Lehren zu studieren und anzuwenden.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge im Unterricht verwenden.

1. Misshandlung erkennen und vermeiden

Die Proklamation warnt, dass derjenige, „der seinen Ehepartner oder seine Kinder misshandelt, … eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen muss.“ Die Führer der Kirche haben sich gegen jede Form von Misshandlung ausgesprochen. Das folgende Zitat von Präsident Gordon B. Hinckley an die Brüder im Priestertum gilt sowohl für Männer als auch für Frauen:

„Ihr dürft eure Frau niemals misshandeln! Ihr dürft eure Kinder niemals misshandeln! Ihr müsst sie vielmehr in den Arm nehmen und ihnen das Gefühl geben, dass ihr sie liebt, schätzt und achtet. Seid ein guter Ehemann! Seid ein guter Vater!“ („Inspirierende Gedanken“, Der Stern, Juni 1999, Seite 4.)

2. Video „Die Aufgabe der Eltern“

Falls das Video Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche – Video (56912 150) zur Verfügung steht, können Sie den 7 Minuten dauernden Film „Die Aufgabe der Eltern“ zeigen. Bitten Sie die Teilnehmer, dabei über die folgenden Fragen nachzudenken:

• Auf welche Weise sind Sie durch die Belehrungen Ihrer Eltern gesegnet worden? Was möchten Sie, dass Ihre Kinder von Ihnen lernen?

3. Zusätzliche Aussagen über die Familie

Sie können das folgende Zitat von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf vorlesen:

„Der Plan des Vaters sieht vor, dass die Liebe und Gemeinschaft in der Familie in Ewigkeit besteht. In der Familie … zu sein erfordert, dass jedes Familienmitglied umsorgt, geliebt, erbaut und gestärkt wird, damit alle im irdischen Leben rechtschaffen bis ans Ende ausharren und in alle Ewigkeit miteinander leben können. Es genügt nicht, nur uns selbst zu erretten. Es ist ebenso wichtig, dass unsere Eltern und unsere Geschwister errettet werden. Wenn wir allein zu unserem himmlischen Vater zurückkehren, wird er uns fragen: ‚Wo sind die anderen aus deiner Familie?‘“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 62.)

4. Gruppengespräch

Schreiben Sie die neun Grundsätze für erfolgreiche Ehen und Familien an die Tafel, wie sie im siebten Absatz in der Proklamation aufgeführt sind (im Anschluss an „Erfolgreiche Ehen und Familien“). Teilen Sie die Teilnehmer in Gruppen ein und teilen Sie jeder Gruppe einen oder mehrere Grundsätze zu. Bitten Sie die Gruppen, nachzudenken, wie sich diese Grundsätze in ihrer Familie anwenden und verstärken lassen. Wenn die Gruppen ein paar Minuten darüber gesprochen haben, bitten Sie aus jeder Gruppe einen Teilnehmer, kurz die Gedanken der Gruppe zusammenzufassen.

5. Die Proklamation beim Familienabend besprechen

Sie können anregen, dass die Teilnehmer die Proklamation bezüglich der Familie diese Woche beim Familienabend besprechen. Bitten Sie sie, am Anfang des nächsten Unterrichts darüber zu berichten.