„Ich werde es dir im Verstand und im Herzen durch den Heiligen Geist sagen“

Lehre und Bündnisse und Geschichte der Kirche: Anleitung für die Lehrkraft der Evangeliumslehreklasse, 2000


Ziel

Jeder Teilnehmer soll persönliche Offenbarung durch den Heiligen Geist erkennen lernen und dazu angeregt werden, nach dieser Segnung zu trachten.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 6, 8, 9, 11 und die anderen Schriftstellen dieser Lektion.

  2. 2.

    Sehen Sie das Material im Begleitheft für den Teilnehmer (35686 150) für diese Lektion durch und legen Sie fest, wie Sie sich im Unterricht darauf beziehen werden.

  3. 3.

    Falls Sie die Aktivität unter „Aufmerksamkeit wecken“ verwenden, bringen Sie ein Radio mit.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Aufmerksamkeit wecken

Verwenden Sie zu Unterrichtsbeginn die folgende Aktivität oder eine andere passende Einleitung:

• Zeigen Sie das Radio, schalten Sie es jedoch nicht ein. Warum können wir nicht hören, was gesendet wird?

• Schalten Sie das Radio ein, aber stellen Sie keinen Sender ein. Was müssen wir tun, bevor wir den Sender deutlich hören können? Inwiefern lässt sich das Hören auf den Heiligen Geist mit dem Suchen nach dem Radiosender vergleichen? (Wenn wir uns um Führung durch den Heiligen Geist bemühen, lässt sich das mit dem Einschalten des Radios vergleichen. Was wir tun müssen, um das Flüstern des Heiligen Geistes zu hören, lässt sich damit vergleichen, am Radio einen Sender einzustellen oder, falls nötig, das Radio zu reparieren.)

Erklären Sie: In dieser Lektion geht es darum, dass jeder Teilnehmer lernt, wie sich persönliche Offenbarung durch den Heiligen Geist erkennen lässt.

Unterrichtsgespräch und Anwendung

Wählen Sie gebeterfüllt das Material aus, das den Bedürfnissen der Teilnehmer am ehesten entspricht. Sprechen Sie darüber, wie sich diese Schriftstellen im Alltag anwenden lassen. Bitten Sie die Teilnehmer, von persönlichen Erlebnissen zu erzählen, die sich auf die Grundsätze in der Schrift beziehen.

Erwähnen Sie nochmals, dass dies die zweite der beiden Lektionen über persönliche Offenbarung ist. In Lektion 5 wurde besprochen, wie man sich dafür bereit macht, persönliche Offenbarung zu empfangen. In dieser Lektion geht es darum, wie man persönliche Offenbarung erkennt.

1. Verstehen lernen, wie sich der Heilige Geist uns kundtut

Erklären Sie: Offenbarung kann auf vielerlei Weise kommen. Darunter fallen etwa das Erscheinen des Herrn oder eines Boten, die Stimme des Herrn oder eines Boten, Visionen und Träume. Für gewöhnlich empfängt man Offenbarung jedoch dadurch, dass der Heilige Geist durch Gedanken zu unserem Verstand und durch Gefühle zu unserem Herzen spricht. Der Heilige Geist ist ein Mitglied der Gottheit. Er ist ein Offenbarer, der lehrt, tröstet, warnt, stärkt und führt.

Erklären Sie: Der Heilige Geist tut sich uns auf vielerlei Weise kund. Lassen Sie die Teilnehmer die folgenden kursiv gedruckten Schriftstellen lesen. Sie sollen anschlie- ßend herausarbeiten, was wir aus diesen Schriftstellen darüber lernen, wie sich der Heilige Geist kundtut. (Vorschläge für die Antworten sind in Klammer angegeben). Fassen Sie die Antworten an der Tafel zusammen und besprechen Sie sie.

A Lehre und Bündnisse 8:2,3; 85:6. (Er spricht mit leiser, feiner Stimme zu unserem Verstand und unserem Herzen.) Siehe auch 1 Könige 19:12; 1 Nephi 17:45; Helaman 5:30.

Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf lehrte: „Visionen geschehen. Stimmen werden von hinter dem Schleier vernommen. Ich weiß das. Aber diese Erlebnisse sind Ausnahmen. … Die meisten Offenbarungen ergehen an die Führer und die Mitglieder der Kirche durch die sanfte, stille Stimme oder durch ein Gefühl und nicht so sehr durch eine Vision oder eine Stimme, die ganz bestimmte Worte spricht, die wir dann hören können. Ich bezeuge die Wirklichkeit dieser Art von Offenbarung, ich habe sie als bekannte, ja tägliche Erfahrung kennenlernen dürfen, die mich im Werk des Herrn führt.“ („Teaching and Learning by the Spirit“, Ensign, März 1997, Seite 14.)

Elder Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf hat gelehrt: „Diese subtilen, zarten geistigen Kundgebungen werden weder mit dem Auge gesehen noch mit dem Ohr vernommen. Zwar werden sie als Stimme beschrieben, doch ist es eher eine fühlbare als eine hörbare Stimme.“ (That All May Be Edified [1982], Seite 335.)

• Warum muss man diesen Grundsatz, nämlich wie sich der Heilige Geist kundtut, verstehen? Warum ist es gefährlich, wenn man erwartet, dass Kundgebungen von Gott dramatisch oder spektakulär sind?

Elder Dallin H. Oaks hat uns gewarnt:

„Es gibt Menschen, die diesen Grundsatz falsch verstanden haben. Deshalb halten sie immer Ausschau nach großartigen Kundgebungen, wie sie in der heiligen Schrift niedergelegt sind, und erkennen darüber die leise, feine Stimme nicht, die ihnen etwas zuflüstert. … Wir müssen uns vor Augen halten, dass der Herr selten mit lauter Stimme spricht. Was er uns zu sagen hat, ist fast immer nur ein Flüstern. …

Es gibt Menschen, die diese Grundsätze der Offenbarung nicht verstehen und sich ihr Zeugnis nicht eher eingestehen, bis sie ein Wunder erlebt haben. Ihnen ist nicht bewusst, dass die meisten Menschen … nicht auf einmal ein Zeugnis erlangen, sondern Schritt für Schritt.“ (Der Stern, Mai 1999, Seite 21, 24.)

B Lehre und Bündnisse 6:15; 11:13,14. (Er erleuchtet uns den Verstand.)

• Auf welche Weise erleuchtet uns der Geist den Verstand?

(Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Der Geist kann uns den Verstand erleuchten, indem er uns neue Gedanken oder Einsichten, plötzliche Eingebungen und starke Gefühle oder Eindrücke gibt (siehe beispielsweise LuB 128:1). Der Prophet Joseph Smith hat gelehrt, dass einem Offenbarung auch dadurch zuteil wird, dass „reine Intelligenz“ in einen einströmt und „plötzlich ein Gedanke“ auftaucht. (Lehren des Propheten Joseph Smith, Hrsg. Joseph Fielding Smith [1976], Seite 153.)

Bitten Sie die Teilnehmer, von Begebenheiten zu erzählen, als der Heilige Geist ihnen durch neue Gedanken oder Einsichten, plötzliche Eingebungen und starke Gefühle oder Eindrücke den Verstand erleuchtet hat.

C Lehre und Bündnisse 6:22,23. (Er spricht uns Frieden zu.)

Erklären Sie: Oliver Cowdery hatte eine Zeit lang bei den Eltern von Joseph Smith gewohnt, danach erst lernte er den Propheten kennen. Damals hatte Oliver bereits gebetet und die friedevolle Zusicherung erhalten, dass die Berufung und das Werk Joseph Smiths von Gott stammten. Oliver Cowdery fuhr daraufhin nach Harmony in Pennsylvania und begann, für Joseph Smith bei der Übersetzung des Buches Mormon zu schreiben. Bald darauf begehrte Oliver Cowdery „ein weiteres Zeugnis“ jener Zusicherung, die er schon zuvor erhalten hatte. (LuB 6:22.)

• Was erfuhr Oliver Cowdery durch Offenbarung vom Herrn bezüglich seines Wunsches nach einem weiteren Zeugnis von der göttlichen Mission des Propheten? (Siehe LuB 6:22,23.) Bitten Sie die Teilnehmer, von Erlebnissen zu berichten, als der Geist ihnen Frieden zugesprochen hatte. Wie können wir lernen, dem Frieden, den der Geist uns zuspricht, mehr zu vertrauen?

D Lehre und Bündnisse 9:7,8. (Er kann machen, dass das Herz in uns brennt.) Siehe auch Lukas 24:32.

Weisen Sie darauf hin, dass sich LuB 9 zwar darauf bezieht, wie Oliver Cowdery versucht hat, das Buch Mormon zu übersetzen, doch gelten die Grundsätze auch für persönliche Offenbarung. Heben Sie hervor, dass das Brennen im Herzen nur eine Art und Weise ist, wie der Heilige Geist sich uns kundtut. Sie können anhand der folgenden Zitate erläutern, was damit gemeint ist.

Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „Dieses Brennen in der Brust ist keine rein körperliche Empfindung. Es ist mehr wie ein warmes, helles Leuchten in eurem Wesen.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 54.)

Elder Dallin H. Oaks hat gesagt: „Ich kenne Menschen, die mir sagen, sie hätten niemals ein Zeugnis vom Heiligen Geist empfangen, weil ihr Herz niemals in ihnen gebrannt habe. Was versteht man denn darunter, dass einem das Herz in der Brust brennt? Heißt das, dass man innere Glut spüren muss, so wie es bei einem Brand der Fall ist? Wenn das so sein muss, dann hat auch mein Herz niemals in mir gebrannt. Mit dem Begriff ‚brennen‘ ist hier doch eher gemeint, dass man Trost und Ruhe spürt.“ (Der Stern, Mai 1999, Seite 22.)

E Lehre und Bündnisse 98:12. (Er tut sich oftmals „Zeile auf Zeile, Weisung auf Weisung“ kund und offenbart nicht alles auf einmal.)

Erklären Sie: Offenbarung empfängt man für gewöhnlich entsprechend dem Maß, wie man sich dafür bereitgemacht hat. Je mehr wir bereit sind, umso mehr wird uns offenbart. Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf hat gesagt:

„Wenn wir nach Inspiration trachten, um eine richtige Entscheidung zu treffen, gibt der Herr uns sanfte Anregungen. Von uns wird erwartet, dass wir nachdenken, Glauben üben, arbeiten, manchmal ringen und dann handeln. Selten wird eine vollständige Antwort auf eine wichtige Entscheidungsfrage oder zu einem komplexen Problem auf einmal gegeben. Eher kommt sie Stück um Stück, ohne dass dabei das Ende zu sehen ist.“ (Der Stern, Januar 1990, Seite 30.)

Bitten Sie die Teilnehmer, von Erlebnissen zu berichten, als ihnen Führung von Gott Zeile auf Zeile – oder Schritt für Schritt – zuteil wurde.

2. Warnungen hinsichtlich der persönlichen Offenbarung

Lassen Sie die Teilnehmer die folgenden kursiv gedruckten Schriftstellen lesen. Sie sollen anschließend herausarbeiten, welche Warnungen in diesen Schriftstellen hinsichtlich der persönlichen Offenbarung genannt werden. (Vorschläge für die Antworten sind in Klammer angegeben). Fassen Sie die Antworten an der Tafel zusammen.

A Lehre und Bündnisse 109:44. (Wir sollen darum beten, dass der Wille des Herrn geschehe – und bereit sein, unseren Willen seinem Willen unterzuordnen.) Siehe auch Matthäus 6:10.

• Warum ist es wichtig, dass wir, wenn wir nach persönlicher Offenbarung trachten, unseren Willen dem Willen Gottes unterordnen?

• Woran können wir erkennen, wann die Antwort Gottes „Nein“ lautet? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Wir haben ein schlechtes Gefühl, sind verwirrt, unruhig und belastet oder haben „eine Gedankenstarre“ [LuB 9:9]. Bitten Sie die Teilnehmer, von Erlebnissen zu berichten, als sie so empfanden.)

• Wie sollen wir reagieren, wenn ein aufrichtiges Gebet um etwas, was wir uns sehr wünschen, nicht so erhört wird, wie wir es gern hätten? Wie können uns solche Erfahrungen helfen?

B Lehre und Bündnisse 88:68. (Wir müssen immer bedenken, dass Offenbarung auf die Weise des Herrn und zu der von ihm bestimmten Zeit erfolgt.)

Erklären Sie: Offenbarung empfängt man nicht immer an dem Ort, zu dem Zeitpunkt oder auf die Weise, wie man es erwartet. Wer versucht, Offenbarung zu erzwingen, wann und wie er sie gern hätte, kann getäuscht werden. Elder Dallin H. Oaks hat gesagt, dass –

„ … der Herr zur von ihm bestimmten Zeit und auf seine Weise durch den Geist zu uns spricht. Viele Menschen verstehen diesen Grundsatz nicht. Sie meinen, wenn sie bereit seien und es ihnen passe, könnten sie den Herrn anrufen, und er würde ihnen umgehend antworten, und zwar so, wie sie es ihm vorgegeben haben. Doch so funk- tioniert Offenbarung nicht. …

Der Grundsatz, der in dieser Offenbarung (LuB 88:68) dargelegt wird, gilt für alles, was vom himmlischen Vater kommt: ‚Es wird zu der von ihm bestimmten Zeit sein, auf seine Weise und gemäß seinem eigenen Willen.‘ Geistiges lässt sich nicht erzwingen.“ (Der Stern, Mai 1999, Seite 21.)

C Lehre und Bündnisse 28:2,6,7; 43:2– 4 (Wir empfangen Offenbarung gemäß unserer Treuhandschaft und unseres Aufgabenbereichs.)

Der Prophet Joseph Smith hat gelehrt, „dass es der Weltordnung Gottes widerspricht, dass irgendein Mitglied der Kirche oder sonst jemand eine Anweisung für jemanden erhält, der eine höhere Vollmacht innehat als der Betreffende.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 23.)

Kurz bevor Dallin H. Oaks als Apostel berufen wurde, hat er gesagt: „Das Haus unseres himmlischen Vaters ist ein Haus der Ordnung. … Nur der Präsident der Kirche empfängt Offenbarung für die gesamte Kirche. … Für die Gemeinde empfängt der Bischof Offenbarung. … Jeder Einzelne kann Offenbarung für sein eigenes Leben empfangen. Doch wenn jemand behauptet, er empfange Offenbarung für jemand anderen, der nicht in seinen Aufgabenbereich fällt – wenn etwa ein Mitglied der Kirche behauptet, Offenbarung für die gesamte Kirche zu empfangen, oder wenn jemand sagt, er hätte eine Offenbarung für jemand anderen, für den ihm nicht inner- halb der Ordnung der Kirche präsidierende Vollmacht zusteht –, dann können Sie sicher sein, dass eine solche Offenbarung nicht vom Herrn kommt.“ („Revelation“, New Era, September 1982, Seite 45f.)

• Weshalb ist dieser Grundsatz für die Leitung der Kirche so wichtig? Warum müssen wir lernen, wie wir zu anderen Menschen stehen? (Falls es für Ihre Klasse angebracht ist, können Sie für dieses Unterrichtsgespräch die Anregung aus „Zur Vertiefung“, Punkt 2, herausgreifen.)

D Lehre und Bündnisse 11:12–14; 50:23,24 (Wir müssen herausfinden, ob eine Offenbarung von Gott kommt.)

Erklären Sie: Uns obliegt es, herauszufinden, ob eine Offenbarung tatsächlich von Gott kommt. Manchmal halten wir eine Projektion unserer Wünsche für Offenbarung, und manchmal können falsche Offenbarungen vom Satan kommen.

• Wie können wir herausfinden, ob eine Offenbarung von Gott kommt? (Siehe LuB 11:12–14; 50:23,24. (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden: Eine Offenbarung von Gott stimmt mit den heiligen Schriften und dem Rat der lebenden Propheten überein. Sie erbaut. Sie bringt uns nicht dazu, etwas zu tun, was gegen die Grundsätze der Rechtschaffenheit ist.)

Die Erste Präsidentschaft hat gesagt: „Wenn … durch Inspiration etwas vermittelt wird, was im Widerspruch zu den anerkannten Offenbarungen der Kirche steht oder den Entscheidungen der dazu befugten Autoritäten entgegengesetzt ist, können die Mitglieder der Kirche wissen, dass es nicht von Gott ist, auch wenn es noch so plausibel scheint. … Wenn etwas nicht dem entspricht, was durch das Oberhaupt der Kirche von Gott kommt, darf es nicht als bindend oder zuverlässig betrachtet werden.“ (Messages of the First Presidency of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Hrsg. James R. Clark, [1965–1975], 4:285.)

3. Wenn keine Offenbarung empfangen oder die Offenbarung nicht erkannt wird

• Was sollen wir tun, wenn persönliche Offenbarung nicht so kommt, wie wir sie uns wünschen? (Unter anderem soll auch folgendes genannt werden:)

  1. a)

    Geduldig sein und weiterhin glaubenstreu auf den Herrn harren. (LuB 98:2.) Er erhört unser Beten zu der von ihm bestimmten Zeit. Wer sich in Geduld übt, wächst geistig und entwickelt göttliche Eigenschaften. Sie können den zweiten Absatz des Briefes lesen lassen, der in der Amtlichen Erklärung Nr. 2 zitiert wird, und darauf hinweisen, dass sich selbst die Propheten in Geduld üben müssen, während sie nach Führung durch Gott trachten.

  2. b)

    Uns noch mehr bemühen, geistig gestimmt zu sein, damit wir die Einflüsterungen des Geistes empfangen und erkennen können.

  3. c)

    Uns noch mehr bemühen, zu studieren und zu beten und dabei zu bedenken, dass wir das vielleicht noch nicht lange genug, gläubig genug oder ehrlich genug getan haben.

  4. d)

    Glaubenstreu den Geboten gehorchen (Jesaja 59:2).

  5. e)

    Die Sache eine Weile auf sich beruhen lassen. Plötzliche Eingebungen kommen oft ganz unerwartet, wenn wir unseren Sinn nicht mehr verkrampft darauf richten.

  6. f)

    Erkennen, dass wir vielleicht Rat in einer Angelegenheit suchen, die wir nach bestem Wissen und Gewissen selbst entscheiden sollen. In einem solchen Fall überlässt uns der Herr möglicherweise die Entscheidung. (Siehe beispielsweise LuB 58:25–28; 60:5; 61:22; 62:5.) Der Herr lässt uns oft eigene Entscheidungen in Rechtschaffenheit treffen.

  7. g)

    Überlegen, ob wir nicht vielleicht schon eine Antwort bekommen haben, die wir aber nicht akzeptiert haben, weil sie nicht das war, was wir erhofft oder erwartet hatten. Wenn wir nicht von dem abgehen, was wir uns wünschen, können wir die Verbindung mit dem Geist abbrechen.

Elder Boyd K. Packer hat uns geraten:

„Mitunter ringt man mit einem Problem und findet keine Antwort. Was ist schiefgelaufen? Vielleicht machen Sie gar nichts falsch, vielleicht tun Sie nur das Richtige noch nicht lange genug. Denken Sie daran: Geistiges lässt sich nicht erzwingen. Manchmal sind wir verwirrt, weil wir ein Nein nicht als Antwort akzeptieren wollen. …

Behalten Sie schwierige Fragen im Hinterkopf und tun Sie, was Sie zu tun haben. Denken Sie still und beständig darüber nach, und beten Sie ebenso.

Die Antwort kommt vielleicht nicht blitzartig, sondern ansatzweise, dort und da ein wenig Inspiration – ‚Zeile auf Zeile, Weisung auf Weisung‘ (LuB 98:12).

So manche Antwort erhält man, wenn man in der Schrift liest oder einem Sprecher zuhört. Und gelegentlich, wenn etwas sehr wichtig ist, dann kann die Antwort auch durch klare und machtvolle Eingebung erfolgen. Diese Eingebungen sind dann deutlich und unmissverständlich.“ (Conference Report, Oktober 1979, Seite 29f.)

Zum Abschluss

Heben Sie hervor, dass man die Sprache des Geistes verstehen lernen muss und darf. Fordern Sie die Teilnehmer auf, alles zu tun, was notwendig ist, um Einflüsterungen des Heiligen Geistes zu empfangen und zu erkennen. Geben Sie Zeugnis davon, dass wir, wenn wir uns bereit machen und gut zuhören, „Offenbarung um Offenbarung“ durch den Heiligen Geist empfangen werden (siehe LuB 42:61).

Zur Vertiefung

1. Kinder über persönliche Offenbarung belehren

Falls Sie Erwachsene unterrichten, können Sie darüber sprechen, wie man Kindern den Grundsatz persönlicher Offenbarung vermittelt.

2. Warnung vor Offenbarungen bezüglich eines Ehepartners

Die folgenden warnenden Worte von Elder John H. Groberg von den Siebzigern erläutern einen wichtiger Grundsatz in Bezug auf das Erbitten göttlicher Führung bei der Wahl des Ehepartners:

„Ich möchte … eine Warnung aussprechen: Sie können von Gott keine einseitige Offenbarung bezüglich der ewigen Ehe empfangen. Nur wenn beide dasselbe Gefühl haben, können Sie sicher sein, dass es vom Herrn ist. Wer versucht, den freien Willen eines anderen in sein angebliches Offenbarungsschema zu pressen, tut sich selbst und dem Freund bzw. der Freundin nichts Gutes.“ („What Are You Doing Here?“ New Era, Januar 1987, Seite 37.)

3. Wie Präsident Joseph F. Smith sein Zeugnis empfangen hat

Lesen Sie vor, wie Präsident Joseph F. Smith sein Zeugnis empfangen hat:

„Als ich als Junge meinen Dienst für den Herrn begann, ging ich oft hinaus und bat den Herrn, mir etwas Wunderbares kundzutun, damit ich ein Zeugnis bekäme. Doch der Herr zeigte mir keine Wunder, sondern die Wahrheit – Zeile um Zeile und Weisung um Weisung, hier ein wenig und dort ein wenig –, bis er mir die Wahrheit vom Scheitel bis zur Sohle kundgetan hatte und ich von Zweifel und Furcht völlig frei war. Er brauchte dazu keinen Engel und musste nicht mit der Stimme eines Erzengels sprechen. Durch die Einflüsterungen der leisen, feinen Stimme des Geistes des lebendigen Gottes gab er mir mein Zeugnis. Gemäß diesem Grundsatz und dieser Macht wird er allen Menschenkindern Kenntnis von der Wahrheit geben.“ (Gospel Doctrine, [1939], Seite 7.)