Glaube an Jesus Christus

Pflichten und Segnungen des Priestertums: Grundkurs für Priestertumsträger, Teil A, 1998


Die Lektion soll jedem dabei helfen, seinen Glauben an Jesus Christus zu stärken.

Einleitung

Zeigen Sie Bild 27-a, „Glaube an Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums“. Das Bild soll während der ganzen Lektion zu sehen sein.

Jesus Christ(Klicken Sie hier für eine größere Ansicht.)

27-a, Glaube an Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums.

Glaube an Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums. Wenn wir an Jesus glauben, haben wir Vertrauen zu ihm; wir vertrauen ihm und nehmen ihn und seine Lehren an. Der Apostel Paulus hat geschrieben: „Denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.“ (2 Korinther 5:7.) Das heißt, daß der Glaube der geistige Beweis dafür ist, das etwas, was wir nicht sehen oder hören können, doch existiert und wahr ist. Wir haben zum Beispiel nicht gesehen, daß Jesus für uns gestorben ist und für unsere Sünden gelitten hat, aber wir wissen es durch den Glauben. Alma hat gesagt: „Glauben heißt nicht, daß man eine vollkommene Kenntnis von etwas hat; wenn ihr darum Glauben habt, so hofft ihr auf etwas, was man nicht sieht, was aber doch wahr ist.“ (Alma 32:21.)

Glaube an Jesus Christus

Der Glaube an Jesus Christus befähigt Menschen, Opfer zu bringen oder schwierige Aufgaben zu erfüllen. Aufgrund seines Glaubens war Abraham z. B. bereit, seinen Sohn zu opfern, Henoch wurde entrückt und Noach vor der Sintflut gerettet (siehe Hebräer 11). Diese und viele andere Wunder wurden durch Glauben an Jesus Christus zustande gebracht. „Denn Wundertaten werden durch Glauben gewirkt.“ (Moroni 7:37.)

Der Glaube befähigt uns auch, Leid, Prüfungen und Not zu ertragen. Ijob war z. B. in der Lage, sein großes Leid zu ertragen, weil er Glauben an Christus hatte. Der Herr gab Ijob Kraft, denn er kennt die, die ihm vertrauen, und er hilft ihnen. (Siehe Nahum 1:7.)

Obwohl Ijob mehr gelitten hat, als die meisten von uns leiden müssen, verleugnete er nie sein Zeugnis oder wandte sich gegen Gott. Alle seine Kinder wurden getötet, als ein großer Sturm sein Haus zerstörte. Sein Körper war von Geschwüren bedeckt. Seine Freunde und sogar seine Frau verspotteten ihn und sagten ihm, daß er leiden müsse, weil er ein schlechter Mensch sei. Aber aufgrund seines Glaubens ertrug Ijob seine Prüfungen. Im Höhepunkt seines Leidens konnte er noch Gott preisen und bezeugen, daß er wußte, daß sein Erlöser lebt und am letzten Tag auf der Erde stehen wird (siehe Ijob 19). Sein Glaube wurde schließlich belohnt: seine Leiden nahmen ein Ende, und er wurde vom Herrn reichlich gesegnet.

Die Geschichte Ijobs zeigt, wie Glaube, gleich einem Anker, uns helfen kann, an unserem Zeugnis festzuhalten, wenn Prüfungen kommen (siehe Ester 12:4). Wir mögen unter Krankheit, Armut, Tod oder Versuchung leiden, wenn wir aber Glauben an Jesus Christus ausüben, werden wir gestärkt und gesegnet.

Welche Probleme können in unserem Leben auftreten? Warum sollen wir nicht über diejenigen richten, die Probleme haben?

Unseren Glauben an Christus stärken

Wir sollen uns immer bemühen, unseren Glauben zu stärken. Wenn wir das tun, werden wir Segnungen erlangen und die Freude empfinden, die entsteht, wenn wir dem Herrn nahe sind. Alma sagt uns, daß die Entwicklung des Glaubens an Christus mit dem Pflanzen, Züchten und Ernten eines Obstbaumes zu vergleichen ist.

Zeigen Sie Bild 27-b, „Glaube beginnt mit dem Pflanzen eines Samenkorns“.

father, son working in garden (Klicken Sie hier für eine größere Ansicht.)

27-b, Glaube beginnt mit dem Pflanzen eines Samenkorns.

Der erste Schritt in der Entwicklung des Glaubens kann mit dem Pflanzen eines Samenkorns verglichen werden. Alma hat gesagt: „Wenn ihr eure Geisteskraft weckt und aufrüttelt, nämlich um mit meinen Worten einen Versuch zu machen, und zu einem kleinen Teil Glauben ausübt, ja, wenn ihr nicht mehr tun könnt, als daß ihr den Wunsch habt zu glauben, dann laßt diesen Wunsch in euch wirken, … daß ein Samenkorn in euer Herz gepflanzt werden kann.“(Alma 32:27,28.)

Wie können wir ein Samenkorn des Glaubens in unser Herz pflanzen?

Glaube beginnt gewöhnlich dann, wenn wir das Wort Gottes hören oder lesen und den Wunsch haben zu glauben. Wenn wir mit dem Gehörten oder Gelesenen einen Versuch machen, wenn wir uns bemühen, zu glauben und gemäß den Grundsätzen zu leben, die uns gelehrt wurden, dann fangen wir an, in unserem Herzen zu verspüren, daß das, was uns gelehrt wurde, wahr ist. (Siehe Johannes 7:16,17.)

Zeigen Sie Bild 27-c, „So, wie eine Pflanze Sonne, Luft und Wasser braucht, braucht auch der Glaube ständig Nahrung“.

Der zweite Schritt ähnelt der Pflege einer Pflanze. So, wie eine Pflanze Sonne, Luft und Wasser braucht, um zu wachsen, muß auch unser Glaube genährt werden, wenn er wachsen soll.

Wie können wir unseren Glauben an Jesus Christus nähren oder vergrößern?

Wir können unseren Glauben nähren, indem wir in der Schrift lesen und darüber nachdenken, fasten und beten, dem Herrn dienen, die Führer der Kirche unterstützen und die Gebote Gottes befolgen. Wie eine Pflanze ohne Wasser stirbt, wird auch ein Glaube ohne Tat sterben. Wir müssen unseren Glauben beständig durch rechtschaffene Taten nähren. (Siehe Jakobus 2:14–26.)

Zeigen Sie Bild 27-d, „Die Früchte des Glaubens sind Friede, Freude und ewiges Leben“.

family working in garden(Klicken Sie hier für eine größere Ansicht.)

27-d, Die Früchte des Glaubens sind Friede, Freude und ewiges Leben.

Durch unseren Eifer im Nähren unseres Glaubens können wir uns großer Segnungen erfreuen, genauso wie wir die Früchte einer Pflanze genießen können, wenn wir sie gut gepflegt haben.

Was sind die Segnungen oder Früchte des Glaubens an Jesus Christus?

Glaube befähigt uns:

  • „an allem Guten festzuhalten“ (siehe Moroni 7:28)

  • uns an Frieden und Glück zu erfreuen, da wir die Zukunft nicht fürchten

  • Antwort auf unsere Gebete zu erlangen

  • unsere Last durch Gott leicht gemacht zu bekommen (siehe Matthäus 11:28,29)

  • Vergebung für unsere Sünden zu erlangen, wenn wir davon umkehren

  • die Macht des Priestertums auszuüben

  • den Heiligen Geist mit uns zu haben (siehe Moroni 7:32)

  • Wunder in unserem Leben zu erfahren (siehe 2 Nephi 26:13)

  • zu unserem himmlischen Vater zurückzukehren, um nach der Auferstehung mit ihm zu leben

Die Bibel berichtet von einer Frau, die zwölf Jahre lang sehr krank gewesen war. Sie hatte alles, was sie hatte, dafür ausgegeben, um von den Ärzten geheilt zu werden, aber sie konnten ihr nicht helfen. Eines Tages kam Jesus in ihr Dorf. Sie hatte von Jesus gehört und glaubte, daß sie geheilt würde, selbst wenn sie nur sein Gewand berühren könnte. Und so übte sie ihren Glauben aus und berührte den Erretter, als er an ihr vorüberging. Unmittelbar nachdem sie sein Gewand berührt hatte, war sie geheilt, und Jesus wandte sich zu ihr um und sagte: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.“ (Siehe Lukas 8:43–48.)

Die Frau in der Geschichte hat ihren Glauben dadurch genährt, daß sie ihn in die Tat umsetzte. Sie berührte das Gewand des Erretters und empfing so die Segnungen ihres Glaubens, indem sie geheilt wurde.

Warum ist es wichtig, Glauben an Jesus Christus auszuüben, wenn wir Kranke segnen oder selbst einen Segen bekommen?

Lassen Sie den zuvor Beauftragten die folgende Geschichte vortragen oder vorlesen.

Randall Ellsworth übte als Missionar großen Glauben aus, nachdem er bei einem Erdbeben in Guatemala schwer verletzt worden war. Während des Erdbebens stürzte ein Gebäude über ihm zusammen. Eine Generalautorität beschrieb das Erlebnis des jungen Missionars folgendermaßen:

„Ich vermute, er war zwölf Stunden lang eingeklemmt. Von der Taille abwärts war er völlig gelähmt. Seine Nieren funktionierten nicht, und es gab keine Hoffnung, daß er jemals wieder würde gehen können. …

Er wurde nach … Maryland geflogen. Dort wurde er im Krankenhaus von einem Fernsehreporter interviewt. Dieser sprach ihn an und sagte: ,Die Ärzte sind der Meinung, daß Sie nie wieder werden gehen können. Was denken Sie darüber, Elder Ellsworth?‘ Der Missionar antwortete: ,Ich werde wieder gehen können, und nicht nur das, ich habe von einem Propheten die Berufung erhalten, in Guatemala eine Mission zu erfüllen, und ich werde dorthin zurückkehren und diese Mission erfüllen.‘ …

Er machte doppelt so viele Übungen, wie die Ärzte angeordnet hatten. Er übte Glauben aus, und er erhielt einen Priestertumssegen. Seine Genesung war ein Wunder, das die Ärzte und Spezialisten, die ihn behandelten, in Erstaunen versetzte. Irgendwann war er in der Lage, auf seinen Füßen zu stehen. Dann konnte er mit Krücken gehen. Zu diesem Zeitpunkt sagten die Ärzte zu ihm: ,Wenn die Kirche es bewilligt, dann können Sie ins Missionsfeld zurückkehren.‘ Er ging. Wir sandten ihn nach Guatemala. Er kehrte in das Land zurück, in das er berufen worden war, zurück zu den Leuten, die er von ganzem Herzen liebte.

Er ging zu Fuß – einen Stock in jeder Hand, und er erfüllte das gleiche Tagespensum, wie die anderen Missionare. [Eines Tages sah ihn sein Missionspräsident an und fragte ihn: ,Elder Ellsworth, Sie haben so viel Glauben, warum werfen Sie diese beiden Stöcke nicht einfach weg und gehen so?‘ … Er legte die Stöcke weg und benutzte sie seitdem nie wieder.“ (Siehe Marion G. Romney, “Trust in the Lord”, Ensign, November 1977, Seite 42.)

Lassen Sie das zuvor beauftragte Kollegiumsmitglied seine Bekehrungsgeschichte erzählen oder von einer Zeit berichten, in der es während einer persönlichen Krise oder Prüfung ganz auf seinen Glauben bauen mußte.

Schluß

Wir müssen unseren Glauben ständig nähren, damit er wachsen kann. Er ist eine Gabe und ein Segen, den wir immer und überall brauchen. Alles, was wir in der Kirche tun, erfordert Glauben an Jesus Christus. Es erfordert z. B. Glauben, den Zehnten zu zahlen, in der Kirche zu dienen oder genug Geld zu sparen, um zum Tempel fahren zu können. Wenn wir unseren Glauben an Jesus Christus nähren, indem wir ihm gehorchen, sein Evangelium studieren, beten, fasten, die Versammlungen besuchen und in der Kirche dienen, empfangen wir viele wunderbare Segnungen. Die größte Segnung, die aus der Entwicklung unseres Glaubens resultiert, besteht darin, daß wir würdig sind, zu unserem Vater im Himmel zurückzukehren.

Aufgaben

  1. 1.

    Üben Sie Ihren Glauben aus, wenn Sie dazu aufgefordert werden, eine Priestertumsverordnung, wie z. B. einen Krankensegen, zu vollziehen.

  2. 2.

    Wenden Sie bei der Bewältigung persönlicher Probleme das Prinzip des Glaubens an.

Zusätzliche Schriftstellen

  • Markus 6:5,6 (Wunder können nicht ohne Glauben geschehen.)

  • Hebräer 11 (Belehrung über die Macht des Glaubens.)

  • 1 Petrus 1:3–9 (Errettung kommt durch Glauben.)

  • Enos 4–8,15 (Durch Glauben erlangen wir die Vergebung unserer Sünden.)

  • Ether 12:12–21 (Beispiele von der Macht des Glaubens.)

Vorbereitung für den Lehrer

Bevor Sie diese Lektion unterrichten:

  1. 1.

    Lesen Sie Kapitel 18, „Glauben an Jesus Christus“ im Leitfaden Grundbegriffe des Evangeliums.

  2. 2.

    Studieren Sie das Kapitel 11 im Brief an die Hebräer.

  3. 3.

    Beauftragen Sie einige aus der Klasse, Geschichten und Schriftstellen im Unterricht vorzutragen.