Sich körperlich gesund erhalten

Pflichten und Segnungen des Priestertums: Grundkurs für Priestertumsträger, Teil A, 1998


Die Lektion soll jedem helfen zu verstehen, warum es so wichtig ist, den eigenen Körper gesund zu erhalten.

Einleitung

Einer der Gründe, weshalb wir auf die Erde gekommen sind, ist der, daß wir einen physischen Körper erhalten. Präsident Brigham Young hat gesagt: „Unser sterblicher Körper ist für uns von größter Bedeutung; ohne ihn könnten wir nie in den zukünftigen Ewigkeiten verherrlicht werden.“ (Discourses of Brigham Young, Seite 56.)

Unser Körper wird zwar in der Ewigkeit verherrlicht werden (siehe Alma 11:42–44), er ist aber in diesem Leben Krankheit, Schmerz und Verletzungen ausgesetzt. Einige Menschen sind vorübergehend behindert, andere ihr Leben lang verkrüppelt. In welchem Zustand unser Körper auch sein mag, er ist wichtig für uns, weil er uns hilft, vollkommen zu werden.

Der Mensch ist sowohl ein geistiges als auch ein körperliches Wesen. Und Körper und Geist können nicht voneinander getrennt werden. Der Geist und der Intellekt können ohne die Unterstützung und Kraft des Körpers nicht ihr ganzes Potential entfalten (siehe LuB 93:33,34). Ungeachtet dieser Tatsache entwickeln sich viele Priestertumsträger in geistiger und intellektueller Hinsicht, vernachlässigen aber ihre körperliche Entwicklung.

Präsident David O. McKay hat gesagt: „Der gesunde Mensch, der auf seine Gesundheit und sein körperliches Wohlbefinden achtet, ist kräftig und strahlt Vitalität aus; sein Körper ist ein Tempel, der einen passenden Wohnplatz für seinen Geist darstellt. … Darum ist es wichtig, daß wir auf unseren irdischen Körper achten und die Gesetze des Glücklichseins und körperlicher Gesundheit befolgen.“ (“The Whole Man”, Improvement Era, April 1952, Seite 221.)

Die Vorteile der Gesundheit

Nachfolgend sind einige Vorteile aufgeführt, derer man sich erfreut, wenn man einen gesunden Körper hat:

WIR KÖNNEN BESSER DIENEN

Je gesünder wir sind, desto besser sind wir in der Lage, anderen zu dienen und ihnen und uns selbst Glück zu bringen.

WIR SIND BESSERE FÜHRER

Aufgrund der Anforderungen, die an einen Führer gestellt werden, ist es wichtig, daß er Kraft und Energie besitzt. Seine Berufung erfordert, daß er so gesund wie möglich ist.

WIR FÜHLEN UNS SELBST BESSER, UND WIR VERHALTEN UNS ANDEREN GEGENÜBER BESSER

Wenn wir unseren Körper gesund erhalten, fühlen wir uns gut und haben Begeisterung für unsere Arbeit. Wir sind auch geduldiger, liebevoller und freundlicher zu anderen.

WIR KÖNNEN FÜR UNS SELBST SORGEN

Je gesünder unser Körper ist, desto besser sind wir in der Lage zu arbeiten und somit für uns selbst und unsere Familie zu sorgen.

Unsere körperliche Gesundheit bewahren

Viele Gesundheitsprobleme resultieren aus einer unsauberen Umgebung, Krankheit, Übergewicht, einer schlechten Ernährung, Erschöpfung und Mangel an Bewegung. Ungeachtet dessen, wo wir leben, können wir von diesen Gesundheitsproblemen betroffen sein. Damit wir diesen gesundheitlichen Problemen vorbeugen oder sie beheben können, müssen wir natürlich herausfinden, welche Gesundheitsprobleme wir persönlich haben. Wenn wir darüber erst einmal Klarheit haben, können wir Programme entwickeln, die auf unseren Zeitplan zugeschnitten sind, und die uns helfen, unseren Körper gesund zu erhalten.

Bei den örtlichen Stellen des öffentlichen Gesundheitswesens können wir Hilfe bei der Erstellung unseres persönlichen Gesundheitsprogramms erhalten.

Lassen Sie den Beauftragten von seinem Besuch einer solchen Stelle berichten.

Unser persönliches und familiäres Gesundheitsprogramm soll folgendes beinhalten:

DAS BEFOLGEN DES WORTES DER WEISHEIT

Der Herr hat uns gesagt, daß wir unserem Körper bestimmte Substanzen nicht zuführen sollen. Dazu gehört Tabak, Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol und bestimmte Lebensmittel. Anderseits hat er einige Nahrungsmittel und Getränke vorgeschlagen, die wir gebrauchen sollen, um unseren Körper gesund zu erhalten. Denjenigen, die das Wort der Weisheit halten, ist Gesundheit, Weisheit und Schutz verheißen (siehe LuB 89:18–21).

Lassen Sie einen Klassenteilnehmer vom Inhalt des Wortes der Weisheit berichten, das in LuB 89:1–17 zu finden ist.

Die folgende Geschichte veranschaulicht einige der Segnungen, die einem zuteil werden, wenn man das Wort der Weisheit befolgt.

„Vor 60 Jahren, ich war noch nicht ganz zwölf Jahre alt, arbeitete ich Seite an Seite mit meinem Vater bei der Getreideernte. Er schnitt das Getreide, und ich band die Garben. Es war Tag für Tag eine anstrengende Arbeit.

An einem Samstag fingen wir bei Morgendämmerung an und arbeiteten bis 20.30 Uhr. Ich war so müde, daß ich am liebsten sofort schlafen gegangen wäre. Ich wollte noch nicht einmal auf das Essen warten.

Mein Vater sah mich an und sagte sanft zu mir: ,Lee, das Getreide, das ich heute geschnitten habe, war noch sehr grün. Wenn wir bis Montag warten, um es zu bündeln, schrumpft das Korn. Wir müssen es noch heute nacht machen. Der Mond scheint hell draußen. Kannst du mir helfen?‘

Ich hielt die Tränen zurück und nickte.

Mein Vater sagte: ,Gut, wir essen zuerst ein wenig.‘

Wir waren bald mit unserem Abendbrot fertig, aber ich war noch immer so müde, daß ich kaum meinen Kopf heben konnte. Als mein Vater hinausgegangen war, die Schweine zu füttern, saß ich am Tisch und dachte voll Bitterkeit: ,Ich habe nie geraucht oder getrunken; ich habe immer das Wort der Weisheit befolgt. In „Lehre und Bündnisse“ heißt es, daß man laufen und nicht müde sein wird, gehen und nicht ermatten wird, wenn man das Wort der Weisheit befolgt. Und ich bin jetzt so müde, daß ich kaum meinen Kopf heben kann. Mein Mund zuckte, als ich damit kämpfte, die Tränen der Erschöpfung zu unterdrücken.

Es ist unmöglich zu beschreiben, was dann geschah. Es schien, als ob ein wunderbarer Lichtstrahl in meinen Körper gedrungen wäre und jede Faser meines Körpers erfüllte. Als Vater zurückkam, stand ich auf, und wir gingen aufs Feld.

Mein Vater war ein äußerst schneller Arbeiter, aber in jener Nacht konnte er mit mir nicht mithalten, obwohl er so schnell arbeitete, wie er nur konnte. Ich holte die Garben, die teilweise viel schwerer waren als ich, und warf sie von Reihe zu Reihe. Ich werde nie die Verwunderung in den Augen meines Vaters vergessen.“ (Leo W. Spencer, “To Run and Not Be Weary”, Ensign, März 1974, Seite 45.)

Arbeit

Arbeit ist ein Segen, kein Fluch. Sie ermöglicht uns nicht nur, für die Gesundheit unserer Familie zu sorgen, sondern sie hält auch unseren Körper aktiv und rege. (Siehe 1 Thessalonicher 4:11,12 und Psalm 128:2,3.)

Ausreichende Ruhe

Einige Menschen schlafen nicht lange genug, um die angemessene Ruhe zu erlangen. Andere schlafen dagegen länger als notwendig. Der Herr hat uns empfohlen, so viel zu schlafen, wie nötig, aber nicht länger. Wir sind alle unterschiedlich, und wir müssen uns so viel Ruhe nehmen, wie wir brauchen. Der Herr hat aber gesagt, daß wir früh zu Bett gehen und früh aufstehen sollen, damit Körper und Verstand gestärkt seien. (Siehe LuB 88:124.)

Persönliche Sauberkeit

Wir sollen uns regelmäßig waschen, die Zähne putzen und die Hände waschen, um Krankheit vorzubeugen. Ebenso sollen wir unsere Kleidung, Bettwäsche und unser Geschirr waschen.

Krankheiten werden vermieden, indem man die Erreger beseitigt. Wir können Krankheitserreger beseitigen, indem wir unseren Wohnbereich von Insekten und Tieren freihalten und menschliche und tierische Abfälle beseitigen. Aus dem gleichen Grund sollen auch Nahrungsmittel an einem sauberen, sicheren Ort aufbewahrt werden.

Angemessene Kost

Eine angemessene Kost enthält bei jeder Mahlzeit Nahrungsmittel aus drei Lebensmittelgruppen. Wir brauchen Fleisch und tierische Produkte zum Wachstum; Früchte und Gemüse als Schutz gegen Krankheit und Getreide und stärkehaltige Knollen- und Hülsenfrüchte als Energiequelle. (Zur weiteren Information siehe Die Heilige der Letzten Tage: Grundkurs für Frauen, Teil A, Lektion 22, „Die Ernährung der Familie“.)

Medizinische Vorsorge

Wir können uns und unsere Familie vor einigen Krankheiten schützen, indem wir uns impfen lassen. In den meisten Teilen der Welt werden Impfungen in Kliniken oder von praktischen Ärzten durchgeführt. Wir sollen auch regelmäßig unsere Zähne kontrollieren lassen.

Körperliche Bewegung

Zeigen Sie Bild 24-a, „Regelmäßige körperliche Bewegung ist für die Gesundheit wichtig“.

Man kann sich allein oder als Familie an körperlicher Bewegung erfreuen. Eine Sportart, die fast jeder ausführen kann, ist Laufen. Laufen kann man fast immer und überall, und man gewinnt dadurch den größten gesundheitlichen Nutzen in der kürzesten Zeit. Laufen auf der Stelle und Gehen sind ebenfalls gute Bewegungsübungen. Basketball, Fußball, Handball, Schwimmen und andere Sportarten machen Spaß und sorgen zugleich für körperliche Betätigung.

Bevor wir mit einem wirksamen Sportprogramm beginnen, sollten wir uns aber einer körperlichen Untersuchung unterziehen. Wenn wir den Rat eines Arztes einholen und befolgen, können wir es vermeiden, etwas zu tun, was uns eher schadet als nutzt.

Zeigen Sie Bild 24-b, „Sport ist ein ausgezeichnetes Familienprojekt“.

Erholung

Durch körperliche Aktivitäten bauen wir Spannungen und Druck ab, die durch unsere täglichen Pflichten entstehen. Deshalb sollten wir Zeiten der Erholung oft mit körperlichen Aktivitäten verbinden. Das hilft uns, geistig und körperlich gesund zu bleiben. Sport als Erholung bietet uns auch eine Möglichkeit, mit unserer Familie zusammenzusein. Der einzelne in der Familie ist nicht nur mehr motiviert, sich sportlich zu betätigen, man kommt sich auch persönlich näher.

Schluß

Ausgewogenheit ist eine Voraussetzung für ein glückliches Leben. Das heißt, daß wir uns darum bemühen müssen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit, Ruhe und Erholung zu erzielen. Präsident Brigham Young hat uns geraten:

„Bemühen wir uns, das gegenwärtige Leben bis aufs äußerste zu verlängern, indem wir jedes Gesetz der Gesundheit befolgen und Arbeit, Studium, Ruhe und Erholung in ein ausgewogenes Verhältnis bringen. So machen wir uns für ein besseres Leben bereit. Lehren wir unsere Kinder diese Grundsätze, damit … sie es lernen, eine Grundlage für ein gesundes und dynamisches Leben zu legen.“ (Discourses of Brigham Young, Seite 186.)

Die Kirche braucht Priestertumsträger, die sich geistig, intellektuell und körperlich vorbereitet haben, denn eine gute Gesundheit hilft uns dabei, in unseren vielen Aufgaben effektiv zu sein.

Aufgaben

  1. 1.

    Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre persönlichen Gesundheitsprobleme.

  2. 2.

    Entwickeln Sie für sich selbst und für Ihre Familie ein Programm zur körperlichen Fitneß.

Zusätzliche Schriftstellen

  • Sprüche 23:19–23 (Wir sollen weise in der Wahl unserer Speisen und Getränke sein.)

  • Sprüche 31:1–4 (Wir sollen uns nicht mit starken Getränken und Unmoral verunreinigen.)

Vorbereitung für den Lehrer

Bevor Sie diese Lektion unterrichten:

  1. 1.

    Lesen Sie Kapitel 27, „Arbeit und persönliche Verantwortung“ und 29, „Das Gesundheitsgesetz des Herrn“ im Leitfaden Grundbegriffe des Evangeliums.

  2. 2.

    Beauftragen Sie jemand aus der Klasse, eine Stelle des öffentlichen Gesundheitswesens zu besuchen und davon zu berichten. Er soll sich erkundigen, wie die betreffende Stelle den Kollegiumsmitgliedern bei ihren gesundheitlichen Bedürfnissen behilflich sein kann.

  3. 3.

    Beauftragen Sie einen anderen Klassenteilnehmer, einen fünfminütigen Bericht über das Wort der Weisheit zu geben (LuB 89:1–17).

  4. 4.

    Beauftragen Sie einige aus der Klasse, Geschichten und Schriftstellen im Unterricht vorzutragen.