2. Wir müssen würdig sein, den tempel betreten zu dürfen

Kraft aus der Höhe -- Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel, (2003), 7


„Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass jedes Mitglied der Kirche für den Tempel würdig ist. Ich hoffe, dass jedes erwachsene Mitglied für einen Tempelschein würdig ist und ihn auch hat.“ (Präsident Howard W. Hunter.)

Ziel der Lektion

Die Teilnehmer sollen erkennen, dass sie würdig sein müssen, den Tempel betreten zu dürfen.

Vorbereitung

  1. 1.

    Bitten Sie den Bischof bzw. Zweigpräsidenten schon eine Weile im Voraus, im Unterricht darüber zu sprechen, wie man einen Tempelschein erhält. Der Abschnitt „Die Ausstellung des Tempelscheins kommt einem Segen gleich“ auf Seite 11 bis 13 enthält Material, das für diese Präsentation verwendet werden kann. Falls der Bischof nicht kommen kann, können Sie auch einen seiner Ratgeber um die Präsentation bitten.

  2. 2.

    Schreiben Sie das folgende Zitat an die Tafel oder auf ein Poster: „[Ich] bitte … alle Mitglieder der Kirche, dem Leben und dem Beispiel des Herrn Jesus Christus noch mehr Beachtung zu schenken.“ (Präsident Howard W. Hunter, Der Stern, Januar 1995, Seite 7.)

Gestaltung des Unterrichts

Bitten Sie einen Teilnehmer um das Anfangsgebet.

Stellen Sie fest, ob es Fragen gibt. Nehmen Sie sich die Zeit, die Fragen so gut es geht und wie der Geist des Herrn es Ihnen eingibt, zu beantworten. Vergessen Sie nicht, dass einige Aspekte der Tempelarbeit außerhalb des Tempels nicht besprochen werden dürfen.

Erklären Sie, dass jemand, der in den Tempel geht, seinen Glauben an den himmlischen Vater und Jesus Christus dadurch zeigen muss, dass er das Evangelium lebt und die Gebote hält. Er muss sittlich rein sein, den vollen Zehnten zahlen, das Wort der Weisheit befolgen, den Sabbat heilig halten und sich bemühen, auch sonst in jeder Hinsicht rechtschaffen zu leben. Er muss auch vom Bischof bzw. vom Zweigpräsidenten und vom Pfahl- bzw. Missionspräsidenten interviewt und für würdig befunden werden, einen Tempelschein zu erhalten. In dieser Lektion werden einige Evangeliumsgrundsätze und Gebote behandelt, an die sich die Teilnehmer halten müssen, um für den Tempel würdig zu sein.

Sittliche Reinheit

Erklären Sie, dass der Herr und seine Propheten des Öfteren wiederholt haben, wie wichtig es ist, sittlich rein zu sein. Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Wir treten für Keuschheit vor der Ehe und völlige Treue in der Ehe ein. Das ist alles. So lebt man glücklich. So wird man zufrieden. Es bringt inneren Frieden mit sich, und in der Familie herrscht Frieden.“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 46.)

Lesen Sie gemeinsam die folgenden Schriftstellen:

  • Lehre und Bündnisse 42:22-24 (Der Herr hat uns geboten, unseren Ehepartner zu lieben und niemanden sonst zu begehren. Er hat uns geboten, keinen Ehebruch zu begehen.)

  • Lehre und Bündnisse 121:45 (Der Herr hat uns geboten, „Tugend immerfort [unsere] Gedanken zieren“ zu lassen.)

  • 1 Timotheus 4:12 (Wir müssen ein Vorbild an Lauterkeit sein.)

  • 1 Nephi 10:21 (Nichts, was unrein ist, kann bei Gott wohnen.)

  • 13. Glaubensartikel (Wir treten für Keuschheit und Tugend ein.)

• Warum legt der Herr so großen Wert auf sittliche Reinheit?

• Welche Folgen von Unsittlichkeit können wir in der Welt um uns herum beobachten? Inwieweit werden wir gesegnet, wenn wir sittlich rein leben?

Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf das Zitat, das Sie an die Tafel oder auf ein Poster geschrieben haben (siehe den Abschnitt „Vorbereitung“ in dieser Lektion).

• Wie kann dieser Aufruf uns und unseren Kindern helfen, den Versuchungen der Welt zu widerstehen und sittlich rein zu leben?

Der Zehnte

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 119:4 zu lesen.

Führen Sie die folgende Erklärung der Ersten Präsidentschaft dazu, was der Zehnte ist, an: „Die einfachste Aussage, die wir kennen, ist die Feststellung, die der Herr selbst getroffen hat, nämlich die Mitglieder sollen jährlich ein ‚Zehntel ihres Ertrags‘ zahlen, worunter das Einkommen zu verstehen ist.“ (Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 19. März 1970.) Mit den Zehntengeldern werden Gemeindehäuser und Tempel errichtet, die Missionsarbeit gefördert und das Reich Gottes auf Erden aufgebaut.

Lesen Sie die folgende Aussage von Präsident James E. Faust vor:

„Der Zehnte ist ein Grundsatz, der für das Glück und das Wohlergehen der Mitglieder in aller Welt – seien sie nun reich oder arm – unerlässlich ist. Der Zehnte ist ein Grundsatz des Opferns und ein Schlüssel, mit dem man die Schleusen des Himmels öffnet. … Mitglieder der Kirche, die keinen Zehnten zahlen, verlieren nicht ihre Mitgliedschaft, sie verlieren nur Segnungen.“ (Der Stern, Januar 1999, Seite 67f.)

Gehen Sie mit den Teilnehmern folgende Schriftstellen durch:

  • Levitikus 27:30 (Der Zehnte gehört dem Herrn; er ist ihm heilig.)

  • Maleachi 3:8-11 (Wir berauben Gott, wenn wir unseren Zehnten zurückhalten; Gott segnet diejenigen in reichem Maße, die ihren Zehnten zahlen.)

• Inwieweit sind Sie gesegnet worden, weil Sie den Zehnten gezahlt haben?

• Warum berauben wir wohl den Herrn, wenn wir unseren Zehnten zurückhalten? (Siehe LuB 104:14.)

Erklären Sie, dass jedes Mitglied einmal im Jahr aufgefordert wird, mit dem Bischof bzw. Zweigpräsidenten zur Zehntenerklärung zusammenzukommen und anzugeben, ob es den vollen Zehnten zahlt. Bei dieser Zusammenkunft kann jeder feststellen, wie gut er dieses wichtige Gebot hält.

Das Wort der Weisheit

Erklären Sie, dass der Herr von uns erwartet, dass wir uns vor dem Besuch des Tempels von Gewohnheiten befreien, die uns in geistiger wie in physischer Hinsicht unrein und krank machen.

Lesen Sie einige oder alle der folgenden Schriftstellen:

  • 1 Korinther 3:16,17 (Unser Körper ist ein Tempel Gottes und darf nicht verunreinigt werden.)

  • Lehre und Bündnisse 89 (Diese Offenbarung ist als das Wort der Weisheit bekannt. In Vers 1-9 geht es um das, was wir nicht zu uns nehmen dürfen. In Vers 10-17 steht, was gut für den Körper ist. In Vers 18-21 wird geschildert, was der Herr denen verheißt, die seine Gebote befolgen.)

• Inwieweit animiert uns die heutige Welt, die Gebote, die uns im Wort der Weisheit gegeben sind, zu übertreten?

• Wie können wir uns und unseren Kindern helfen, das Gesundheitsgesetz des Herrn zu halten?

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 29:34 zu lesen.

• Inwiefern können wir geistig wie körperlich gesegnet werden, wenn wir das Wort der Weisheit befolgen?

• Was sind die „große[n] Schätze der Erkenntnis“ (LuB 89:19), die wir empfangen können, wenn wir diese Gebote halten?

Lesen Sie diese Aussage von Präsident Boyd K. Packer vor:

„Was ihr geistig lernt, hängt in gewissem Maß davon ab, wie ihr den Körper behandelt. Darum ist das Wort der Weisheit so wichtig.

Die Sucht erregenden Stoffe, die von dieser Offenbarung verboten werden, also Tee, Kaffee, alkoholische Getränke und Tabak, stören, genau wie andere süchtig machende Drogen auch, das feine Empfinden für geistige Kommunikation.

Missachtet das Wort der Weisheit nicht, denn das kann euch jene großen Schätze der Erkenntnis, ja, verborgene Schätze kosten, die denen verheißen sind, die es halten. Und gute Gesundheit ist noch ein weiterer Segen.“ (Der Stern, Januar 1995, Seite 55.)

Der Sabbat

Lesen Sie gemeinsam Exodus 20:8-11.

Erklären Sie, dass dem Volk des Herrn schon immer geboten war, den Sabbat heilig zu halten. Der Herr hat denjenigen, die das tun, große Segnungen verheißen.

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 59:9-13 zu lesen.

• Welche wichtigen Gründe führt der Herr an, damit wir den Sabbat heilig halten?

• Inwiefern können wir uns an Lehre und Bündnisse 59:9-13 orientieren, wie der Sabbat heilig zu halten ist?

• Welche Segnungen werden denjenigen verheißen, die den Sabbat richtig begehen?

Gehen Sie im Unterrichtsgespräch auf die folgenden Grundsätze ein, über die Elder James E. Faust gesprochen hat:

„Warum hat Gott uns aufgefordert, den Sabbat zu heiligen? Es gibt meiner Meinung nach mindestens drei Gründe dafür. Der erste hat damit zu tun, dass unser Körper Ruhe und Erholung braucht. …

Den zweiten Grund halte ich jedoch für weitaus bedeutender. Er hat damit zu tun, dass wir es nötig haben, aufzutanken und unser geistiges Ich zu stärken. …

Der dritte Grund ist wohl der wichtigste von allen. Er hat damit zu tun, dass Gehorsam gegenüber den Geboten ein Ausdruck unserer Liebe zu Gott ist. Gesegnet sind die, deren Liebe zum Erretter ein ausreichender Grund dafür ist, dass sie seine Gebote halten.“ (Der Stern, Januar 1992, Seite 32.)

• Inwieweit sind Sie gesegnet worden, weil Sie den Sabbat heilig halten?

Fordern Sie die Teilnehmer auf, sich fest vorzunehmen, nach den Geboten zu leben, die Sie heute besprochen haben: sittliche Reinheit, der Zehnte, das Wort der Weisheit und die Sabbatheiligung. Sie sind dann besser vorbereitet, in den Tempel zu gehen, und werden die Segnungen des Herrn in noch reicherem Maße empfangen.

Die Ausstellung des Tempelscheins kommt einem Segen gleich

Erklären Sie, dass man, ehe man in den Tempel gehen kann, für würdig befunden worden sein muss, einen Tempelschein zu erhalten. Wie das folgende Zitat erläutert, kann die Ausstellung des Tempelscheins für jeden von uns einem Segen gleichkommen:

„Der Bischof ist verpflichtet, sich unserer Würdigkeit durch bestimmte Fragen zu vergewissern. So ein Interview hat für Sie als Mitglied der Kirche große Bedeutung, bietet es Ihnen doch die Gelegenheit, mit einem ordinierten Diener des Herrn Ihre Lebensweise zu überprüfen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird Ihnen der Bischof helfen können, es zu bereinigen. Auf diese Weise, nämlich bei der Unterredung mit einem allgemeinen Richter in Israel, können Sie erklären, dass Sie würdig sind, mit der Zustimmung des Herrn in den Tempel zu gehen, oder es kann Ihnen geholfen werden, diese Würdigkeit zu erlangen.“ (Vorbereitung auf den heiligen Tempel, Seite 3.)

Erklären Sie, dass der Bischof bzw. Zweigpräsident und der Pfahl- bzw. Missionspräsident einen jeden interviewen, der zum ersten Mal einen Tempelschein bekommen oder im Tempel heiraten möchte. Die Ratgeber in der Bischofschaft und in der Pfahlpräsidentschaft können diejenigen interviewen, die ihren Tempelschein erneuern lassen möchten.

Bitten Sie nun den Bischof bzw. Zweigpräsidenten oder einen Ratgeber in der Bischofschaft, über den Tempelschein zu sprechen. Er soll der Gruppe nicht die eigentlichen Fragen des Tempelinterviews vorlesen, sondern vielmehr darüber sprechen, was die Teilnehmer erwartet, wenn sie zum Interview für den Tempelschein kommen. Die folgenden Aussagen können als Richtschnur dienen:

Wer einen Tempelschein bekommen möchte, muss ein Zeugnis vom himmlischen Vater, vom Herrn Jesus Christus und vom Heiligen Geist haben. Er muss den Propheten des Herrn, die anderen Generalautoritäten und die örtlichen Führer der Kirche unterstützen. Er darf nicht mit Gruppen oder Einzelnen, die von der Kirche abgefallen sind oder deren Lehren oder Handlungen mit dem Evangelium unvereinbar sind, sympathisieren oder Verbindung haben.

Wer einen Tempelschein bekommen möchte, muss stets die Abendmahls-, Priestertums- und sonstigen Versammlungen besuchen. Er muss seine Berufungen, die durch die Vollmacht des Priestertums ausgesprochen wurden, gewissenhaft erfüllen. Er muss danach streben, alle Gebote des Herrn zu halten; dazu gehört es, den vollen Zehnten zu zahlen, in Wort und Tat ehrlich zu sein sowie sich Tee, Kaffee, Alkohol, Tabak und anderer schädlicher oder süchtig machender Substanzen zu enthalten.

Er muss rein und tugendhaft leben und das vom Herrn gegebene Gesetz der Keuschheit befolgen, das jede sexuelle Beziehung mit jemand anderem als dem rechtmäßig angetrauten Ehepartner verbietet. Er muss seine Angehörigen sowohl in geistiger wie in physischer Hinsicht so behandeln, dass es mit den Grundsätzen des Evangeliums vereinbar ist. Er darf niemanden geistig, körperlich oder seelisch misshandeln.

Er muss bereit sein, seine Sünden zu bekennen und davon zu lassen. Schwerwiegende Sünden, beispielsweise sittliche Übertretungen, Missbrauch bzw. Misshandlung von Angehörigen, das Sympathisieren mit abgefallenen Gruppen oder deren Praktiken und grobe Verstöße gegen Landesgesetze müssen dem Bischof bzw. Zweigpräsidenten frühzeitig gemeldet werden, ehe man zu einem Tempelschein-Interview geht. Falls einem das Gewissen, nämlich das allen Menschen gegebene Licht Christi, keine Ruhe lässt und man sich fragt, ob eine Angelegenheit mit dem Bischof bzw. Zweigpräsidenten besprochen werden sollte, ist es wahrscheinlich angebracht, das zu tun.

Wer geschieden wurde, braucht die Freigabe vom Bischof bzw. Zweigpräsidenten und vom Pfahl- bzw. Missionspräsidenten, ehe ein Tempelschein ausgestellt werden kann. Er muss sich an alle Auflagen des Scheidungsurteils halten und mit den Unterhaltszahlungen auf dem Laufenden sein.

Wer einen Tempelschein bekommen möchte, muss von einem Mitglied der Pfahlpräsidentschaft bzw. vom Missionspräsidenten interviewt werden, nachdem er bereits eine Unterredung mit jemandem von der Bischofschaft bzw. mit dem Zweigpräsidenten hatte. Manch einer mag sich fragen, warum dies notwendig ist. Wer einen Tempelschein erhalten möchte, ersucht wahrhaftig um die Genehmigung des Herrn, den Tempel betreten zu dürfen. Wir genießen den Vorzug, unsere Würdigkeit vor zwei Zeugen zu bekunden, die bevollmächtigte Diener des Herrn sind. Es ist ein Segen, vor den Dienern des Herrn bestätigen zu können, dass wir würdig sind, in den heiligen Tempel zu gehen.

„Ich fordere die Mitglieder der Kirche auf, den Tempel des Herrn als das große Symbol ihrer Mitgliedschaft und als gottgegebenen Ort für ihre heiligsten Bündnisse anzunehmen.“ (Präsident Howard W. Hunter.)

Zum Abschluss

Unterstreichen Sie anhand der folgenden Aussage von Präsident Howard W. Hunter, wie wichtig es ist, für den Tempel würdig zu sein und immer einen gültigen Tempelschein zu haben:

„Ich fordere die Mitglieder der Kirche auf, den Tempel des Herrn als das große Symbol ihrer Mitgliedschaft und als gottgegebenen Ort für ihre heiligsten Bündnisse anzunehmen. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass jedes Mitglied der Kirche für den Tempel würdig ist. Ich hoffe, dass jedes erwachsene Mitglied für einen Tempelschein würdig ist und ihn auch hat, selbst wenn es nicht so nah bei einem Tempel wohnt, dass es häufig davon Gebrauch machen kann.“ (Der Stern, September 1994, Seite 4.)

Geben Sie Zeugnis von den Segnungen, die Sie empfangen haben, weil Sie so würdig leben, dass Sie den Tempel besuchen können.

Bitten Sie jemanden um das Schlussgebet.