Lektion 1: Ein wunderbares Werk, ja ein Wunder

Grundlagen der Wiederherstellung – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Im Laufe der Geschichte hat der Vater im Himmel Zeiten, in denen die Menschen vom Glauben abgefallen waren, dadurch beendet, dass er Propheten berief und ihnen die göttliche Vollmacht übertrug, die Fülle des Evangeliums wiederherzustellen und die Kirche Jesu Christi zu errichten. In unserer Evangeliumszeit war Joseph Smith dieser Prophet. Wenn die Teilnehmer verstehen, wie Gott sein Volk durch Propheten führt und auch seine Kirche aufrichtet, wird ihnen noch viel bewusster, dass eine Wiederherstellung erforderlich war. Auch können sie dieses Wissen besser an andere weitergeben.

Zusätzlicher Lesestoff

  • M. Russell Ballard, „Das Wunder der Bibel“, Liahona, Mai 2007, Seite 80ff.

  • Gordon B. Hinckley, „Auf dem Höhepunkt aller Zeiten“, Liahona, Januar 2000, Seite 87–90

  • Neal A. Maxwell, „Von Anfang an“, Der Stern, Januar 1994, Seite 17–20

  • Verkündet mein Evangelium! – eine Anleitung für den Missionsdienst, 2004, Seite 36–42

Anregungen für den Unterricht

Amos 8:11,12; Joseph Smith ‒ Lebensgeschichte 1:5-10

Der große Abfall vom Glauben und weshalb die Wiederherstellung notwendig war

Schreiben Sie zu Beginn des Unterrichts an die Tafel:

Hungersnot =

Bitten Sie einen Teilnehmer, Amos 8:11,12 vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und herausfinden, was mit dem Begriff Hunger symbolisiert wird.

  • Von welcher Art von Hunger hat Amos prophezeit? (Schreiben Sie die Antworten neben „Hungersnot =“ an die Tafel.)

  • Was sollte das Volk laut Amosʼ Prophezeiung aufgrund dieser Hungersnot tun?

  • Woran erkennen Sie, dass in der Welt Hunger „nach einem Wort des Herrn“ besteht (Amos 8:11)?

Erklären Sie: Obwohl sich die Prophezeiung in Amos 8:11,12 vermutlich mehrfach erfüllt hat, ist eine dieser Erfüllungen als großer Abfall vom Glauben bekannt. Die Teilnehmer sollen gegebenenfalls Abfall vom Glauben in ihre Schriften neben Amos 8:11,12 schreiben.

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage vorzulesen. Die Klasse soll herausfinden, was zum großen Abfall vom Glauben geführt hat.

„Nach dem Tod Jesu Christi verfolgten schlechte Menschen die Apostel und die Mitglieder der Kirche. Viele kamen ums Leben. Mit dem Tod der Apostel wurden die Schlüssel des Priestertums und die präsidierende Vollmacht des Priestertums von der Erde genommen. Die Apostel hatten dafür gesorgt, dass die Evangeliumslehren unverfälscht blieben. Sie hatten auf Ordnung in der Kirche geachtet und die Maßstäbe für die Würdigkeit der Mitglieder bewahrt. Ohne Apostel wurden die Lehren im Lauf der Zeit verfälscht. Es wurden unrechtmäßige Veränderungen bei der Organisation der Kirche und den heiligen Handlungen des Priestertums vorgenommen – etwa bei der Taufe und der Spendung der Gabe des Heiligen Geistes.

Die Menschen, die nun weder Offenbarung noch Priestertumsvollmacht hatten, stützten sich auf Menschenweisheit. Anhand dieser versuchten sie nun, die heiligen Schriften und die Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums Jesu Christi auszulegen. Falsches Gedankengut wurde als Wahrheit gelehrt. Das Wissen um das wahre Wesen Gottvaters, seines Sohnes und des Heiligen Geistes ging zum Großteil verloren. Die Lehre vom Glauben an Jesus Christus, von der Umkehr, der Taufe und der Gabe des Heiligen Geistes wurde abgeändert oder geriet in Vergessenheit. Die Priestertumsvollmacht, die die Apostel Christi innegehabt hatten, war nicht mehr auf der Erde zu finden.“ (Verkündet mein Evangelium! – eine Anleitung für den Missionsdienst, 2004, Seite 40.)

  • Welche Faktoren trugen dieser Erklärung zufolge zum Abfall vom Glauben bei?

  • Weshalb muss uns unbedingt bewusst sein, dass es tatsächlich einen Abfall vom Glauben gegeben hat? (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Wenn uns bewusst ist, dass ein Abfall vom Glauben stattgefunden hat, können wir auch begreifen, dass eine Wiederherstellung des Evangeliums notwendig war.)

Erklären Sie: In dieser Zeit des Abfalls vom Glauben übte der Vater im Himmel weiter Einfluss in der Welt aus, und zwar durch das Licht Christi, das jedem Menschen gegeben ist (siehe Moroni 7:16), sowie durch die Macht des Heiligen Geistes, der bezeugt, dass das Evangelium wahr ist (siehe Schriftenführer, „Heiliger Geist“, scriptures.lds.org). In vielen Kulturräumen inspirierte er Männer und Frauen, die während dieser Zeit seine Hilfe suchten. Reformatoren wie Martin Luther und William Tyndale arbeiteten hart dafür, dass sich die Christen enger an die Wertvorstellungen halten konnten, die in der Bibel standen. Die Anstrengungen von Reformatoren, Philosophen und selbst Staatsmännern in Europa und Nordamerika führten dazu, dass in vielen Teilen der Welt mehr Wert auf Menschenwürde und Religionsfreiheit gelegt wurde. Doch ungeachtet dieser wichtigen Entwicklung hatte Gott seine Kirche noch nicht vollständig wiederhergestellt (siehe Verkündet mein Evangelium!, Seite 52f.).

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008) vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Jahrhundertelang waren die Himmel verschlossen. Gute Männer und Frauen, nicht wenige – großartige, wunderbare Menschen – bemühten sich, Gottesverehrung und Lehre zu berichtigen, zu festigen, zu verbessern. Ich achte und ehre sie. Wie viel besser die Welt doch dank ihrer unerschrockenen Taten ist. Ich glaube, dass ihr Werk inspiriert war; dennoch wurde ihnen nicht gewährt, dass sich die Himmel öffneten und Gott ihnen erschien.“ („Die wunderbare Grundlage unseres Glaubens“, Liahona, November 2002, Seite 80.)

Weisen Sie darauf hin, dass der junge Joseph Smith im Jahr 1820 nach der wahren Kirche suchte, sie aber nicht finden konnte. Bitten Sie die Teilnehmer, Joseph Smith –Lebensgeschichte 1:5-10 für sich zu lesen und darauf zu achten, welche Probleme wegen des Abfalls vom Glauben entstanden waren.

  • Mit welchen Worten beschreibt Joseph Smith die geistigen Herausforderungen seiner Zeit?

  • Wie beschreibt er, was in ihm wegen der religiösen Erregung in seiner Umgebung vorging?

Rufen Sie den Teilnehmern ins Gedächtnis, dass Joseph Smiths Suche nach der Wahrheit zur ersten Vision und zu seiner Berufung als Prophet führte. (Darüber werden Sie in der nächsten Lektion sprechen.) Weisen Sie darauf hin, dass die Berufung des Propheten Joseph Smith und die Wiederherstellung des Evangeliums einem von Gott eingesetzten Muster folgten, das sich im Laufe der Geschichte wiederholt hat. Beispielsweise erfolgten die Berufungen Henochs (siehe Mose 6:26-32) und Noachs (siehe Mose 8:17-20) nach diesem Muster. Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Erläuterung des Musters vorzulesen:

„In der Bibel steht immer wieder, dass Gott zu Propheten gesprochen hat. Es steht dort aber auch, dass die Menschen oftmals vom Glauben abgefallen sind. Um einer solchen Zeit des Glaubensabfalls ein Ende zu machen, hat Gott in seiner Liebe zu seinen Kindern immer wieder einen neuen Propheten berufen und ihm die Priestertumsvollmacht übertragen, damit er das Evangelium Jesu Christi wiederherstellen und von Neuem lehren konnte. Im Grunde genommen ist jeder Prophet ein Treuhänder, der dem Haushalt Gottes hier auf der Erde vorsteht. Ein solcher Zeitabschnitt unter der Verantwortung und Führung eines Propheten wird Evangeliumszeit genannt.“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 38; siehe auch Schriftenführer, „Evangeliumszeit“.)

  • Inwiefern folgt die Wiederherstellung des Evangeliums durch Joseph Smith einem Muster, das auch in früheren Evangeliumszeiten zu erkennen war? (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollten die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Nach einer Zeit des allgemeinen Abfalls vom Glauben beruft Gott Propheten und überträgt ihnen Vollmacht, damit sie das Evangelium wiederherstellen und von Neuem verkünden können. Die Teilnehmer sollen auch diese Lehre verstehen: Joseph Smith wurde von Gott dazu berufen, das Evangelium für unsere Evangeliumszeit wiederherzustellen.)

  • Inwiefern fällt es Ihnen leichter, jemandem, der nicht der Kirche angehört, die Wiederherstellung zu erklären, wenn Sie dieses Muster verstanden haben?

Betonen Sie: Joseph Smith erfuhr in der ersten Vision, dass es auf der Erde keine wahre Kirche gab und dass die Fülle des Evangeliums Jesu Christi wiederhergestellt werden musste. Die Bibel enthält zwar Prophezeiungen über den Abfall vom Glauben, doch liegt der wichtigste Beweis dafür, dass dieser Abfall tatsächlich stattgefunden hat, darin, dass Joseph Smith als Prophet berufen und das Evangelium wiederhergestellt wurde.

2 Nephi 27:25,26; Lehre und Bündnisse 1:12-30

Die Wiederherstellung des Evangeliums ist „ein wunderbares Werk, ja ein Wunder“

Erklären Sie: In den heiligen Schriften werden Gründe dafür genannt, dass der Herr sein Evangelium in den Letzten Tagen auf Erden wiederhergestellt hat.

Bitten Sie die Teilnehmer, 2 Nephi 27:25,26 für sich zu lesen und darauf zu achten, wie der Herr den geistigen Zustand der Welt zur Zeit der Wiederherstellung schildert. Schlagen Sie den Teilnehmern vor, Wörter und Formulierungen zu markieren, mit denen diese Zustände beschrieben werden. (Hinweis: Die Teilnehmer können das, was sie aus den Schriften erfahren, am besten erfassen und festhalten, wenn sie wichtige Wörter und Formulierungen markieren.) Geben Sie ihnen ausreichend Zeit und fragen Sie dann, was sie herausgefunden haben.

  • Warum wird die Wiederherstellung auch als „wunderbares Werk, ja ein Wunder“ bezeichnet?

  • Inwiefern empfinden Sie die Wiederherstellung als „wunderbar“? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und weisen Sie darauf hin, dass das Evangelium als „wunderbares Werk, ja ein Wunder“ ein Leitgedanke ist, der im Buch Lehre und Bündnisse immer wieder vorkommt. „Leitgedanken sind Gesichtspunkte oder Gedanken, die einen Bogen spannen, immer wieder vorkommen, ein großes Ganzes schaffen.“ [David A. Bednar, „Ein Vorrat an lebendigem Wasser“, Ansprache bei der CES-Fireside für junge Erwachsene vom 4. Februar 2007, Seite 5, speeches.byu.edu.])

Bitten Sie die Hälfte der Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 1:12-17 zu lesen. Sie sollen herausarbeiten, welche Gründe der Herr für die Wiederherstellung des Evangeliums anführt. Die anderen sollen Lehre und Bündnisse 1:18-30 lesen. Sie sollen herausarbeiten, wie die Kinder Gottes durch die Wiederherstellung des Evangeliums gesegnet werden können. (Hinweis: Lehre und Bündnisse 1:30 wird in Lektion 6 ausführlicher behandelt.)

Geben Sie den Teilnehmern ausreichend Zeit und lassen Sie sie anschließend berichten, was sie herausgefunden haben. Vergewissern Sie sich, dass die Teilnehmer diesen Grundsatz begreifen: Dank der Wiederherstellung des Evangeliums wird der Glaube derjenigen, die an Christus glauben, gefestigt, und sie können das Unheil der Letzten Tage überstehen.

Lesen Sie diese Aussage des Propheten Joseph Smith (1805–1844) vor:

Der Prophet Joseph Smith

„[Propheten] … haben mit freudiger Erwartung nach dem Tag Ausschau gehalten, nämlich der Zeit, in der wir leben; angefeuert von himmlischer Vorfreude, haben sie unseren Tag besungen [und beschrieben und davon prophezeit].“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2007, Seite 203.)

  • Warum haben wohl die Propheten früher nach diesem Tag Ausschau gehalten? (Unter anderem werden die Teilnehmer vermutlich nennen, dass sich die Wiederherstellung über die ganze Erde ausbreiten und die Welt auf das Zweite Kommen Jesu Christi vorbereiten wird.)

Ein paar Teilnehmer sollen diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley reihum vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Brüder und Schwestern, ist Ihnen klar, was wir haben? Erkennen Sie, welche Stelle wir in diesem großen Drama der Menschheitsgeschichte einnehmen? Das ist der Hauptpunkt all dessen, was vorher gewesen ist. …

Das Werk der letzten Zeit, jenes Werk des Allmächtigen, wovon vor alters gesprochen worden ist und das die Propheten und Apostel verkündet haben, ist gekommen. Es ist da. Aus einem uns unbekannten Grund wurde uns in Gottes Weisheit gestattet, zu dieser herrlichen Zeit auf die Erde zu kommen. …

Da wir nun so vieles haben und wissen, sollten wir eigentlich bessere Menschen sein, als wir es sind. Wir sollten Christus ähnlicher sein, vergebungsbereiter, hilfsbereiter und rücksichtsvoll zu allen.

Wir stehen heute auf dem Höhepunkt aller Zeiten, erfüllt von ehrfurchtsvollem und feierlichem Geschichtsbewusstsein. Dies ist die letzte, die abschließende Evangeliumszeit, auf die alle vergangenen hingedeutet haben. Ich gebe Ihnen Zeugnis und bezeuge, dass das alles wahr und wirklich ist.“ („Auf dem Höhepunkt aller Zeiten“, Liahona, Januar 2000, Seite 89f.)

  • Welche Gedanken und Empfindungen kommen Ihnen bei dem Satz: „Wir stehen heute auf dem Höhepunkt aller Zeiten“?

  • Falls es nicht zu persönlich ist, berichten Sie selbst von einem Erlebnis, durch das Ihr Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi gestärkt wurde.

  • Wie können wir unsere Dankbarkeit für die Wiederherstellung des Evangeliums zum Ausdruck bringen?

Lesestoff für die Teilnehmer