Lektion 7: Verkündet das immerwährende Evangelium

Grundlagen der Wiederherstellung – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Das Buch Lehre und Bündnisse enthält Offenbarungen, in denen der Herr durch Joseph Smith zu bestimmten Mitgliedern der Kirche sprach und ihnen gebot, Umkehr zu predigen und seine Auserwählten zu sammeln. Als der Prophet Joseph Smith Missionare berief und diese zu einem Werkzeug in der Hand des Herrn wurden, wuchs die Kirche sehr schnell. Auch heutzutage werden die Mitglieder durch die Missionsarbeit gesegnet, wenn sie ihre Pflicht tun und mit anderen über das Evangelium sprechen.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Lehre und Bündnisse 29:4-7; 33:2-7

Der Herr beruft Knechte, die helfen sollen, seine Kinder zu sammeln

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008) vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Die Missionsarbeit ist der Lebensnerv der Kirche. Ihr haben wir das Wachstum der Kirche im Wesentlichen zu verdanken. Durch diesen Dienst hat die Kirche … ihre gegenwärtige Größe erreicht.“ („Der Missionsdienst“, Erste weltweite Führerschaftsschulung, 11. Januar 2003, Seite 20.)

  • Inwiefern bildet die Missionsarbeit den „Lebensnerv der Kirche“?

Erklären Sie: In den Anfangstagen der Wiederherstellung kamen immer wieder Leute zum Propheten und baten um eine Offenbarung für sich, um zu erfahren, wie sie sich im Werk des Herrn einbringen konnten. Manchmal erging eine solche Offenbarung an einen Einzelnen, manchmal an mehrere Personen. Lehre und Bündnisse 33 ist ein Beispiel für eine Offenbarung, die für zwei Mitglieder bestimmt war, nämlich Ezra Thayer (oder Thayre) und Northrop Sweet.

Bitten Sie einige Teilnehmer, reihum Lehre und Bündnisse 33:2-7 vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und auf Begriffe, Formulierungen und Symbole achten, mithilfe derer der Herr unsere Rolle bei der Missionsarbeit erläutert und erklärt, wie wichtig es ist, das Evangelium in den Letzten Tagen zu verkünden.

  • Welche Symbole führt der Herr hier an? (Sie können die Antworten der Teilnehmer an die Tafel schreiben.)

  • Wie verdeutlichen diese Symbole unsere Aufgabe bei der Missionsarbeit und wie wichtig es ist, das Evangelium zu verkünden?

Die Teilnehmer sollen Vers 6 aufmerksam lesen und herausarbeiten, was damit erreicht wird, wenn wir anderen das Evangelium verkünden. Sie sollen dann mit eigenen Worten sagen, was sie herausgefunden haben. (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Wenn wir anderen vom Evangelium Jesu Christi erzählen, helfen wir dabei, die Auserwählten des Herrn zu sammeln. Erzählen Sie gegebenenfalls, dass Ezra Thayer nach dieser Offenbarung „seine Scheune“ mit Menschen füllte, die zuhörten, wie Joseph Smith und andere das Evangelium verkündeten [Documents, Volume 1: July 1828 – June 1831, Band 1 der Dokumentenreihe The Joseph Smith Papers, 2013, Seite 206].)

Lesen Sie gemeinsam, was Elder Bruce R. McConkie (1915–1985) vom Kollegium der Zwölf Apostel über die Bedeutung der Sammlung Israels gesagt hat:

Elder Bruce R. McConkie

„Die Sammlung Israels besteht darin, alles zu glauben und anzunehmen und gemäß dem zu leben, was der Herr seinem erwählten Volk vor alters angeboten hat. … Sie besteht darin, an das Evangelium zu glauben, sich der Kirche anzuschließen und ins Reich Gottes zu kommen.“ (A New Witness for the Articles of Faith, 1985, Seite 515.)

Ein Teilnehmer soll den nachstehenden Bericht über einige der ersten Missionare vorlesen, die kurz nach der Gründung der Kirche berufen wurden. Die Klasse soll darauf achten, wie es diesen Missionaren gelang, einige Erwählte des Herrn zu sammeln.

„[Im Herbst 1830] erhielt Joseph Smith vom Herrn die Offenbarung, dass Oliver Cowdery, Peter Whitmer Jr., Parley P. Pratt und Ziba Peterson „zu den Lamaniten gehen und ihnen mein Evangelium predigen“ sollten (LuB 28:8; 30:5,6; 32:1-3). Diese Missionare reisten etwa 2400 Kilometer und predigten kurz bei den verschiedenen Indianerstämmen. … Den größten Erfolg hatten die Missionare jedoch, als sie im Gebiet von Kirtland ankamen. Dort tauften sie etwa 130 Bekehrte, vor allem aus der Gemeinde der Reformierten Baptisten von Sidney Rigdon, und legten so die Basis für einen Sammelplatz für hunderte Mitglieder der Kirche im folgenden Jahr. Die Missionare fanden ebenfalls einige Bekehrte unter den Siedlern im Kreis Jackson, Missouri, wo später die Stadt Zion errichtet werden sollte.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2007, Seite 164; siehe auch Richard Dilworth Rust, „Eine Mission bei den Lamaniten: LuB 28, 30, 32“, Offenbarungen im Zusammenhang, 22. Februar 2013, history.lds.org.)

Erklären Sie, dass sich die Anzahl der Mitglieder der Kirche aufgrund dieser Bekehrungen im Norden Ohios mehr als verdoppelte.

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 29:4-7 für sich zu lesen und darauf zu achten, wie hier „die Auserwählten des Herrn“ beschrieben werden.

  • Wie hat der Erlöser seine Auserwählten beschrieben?

Erklären Sie, dass die Arbeit der ersten Missionare, die außerhalb von Nordamerika tätig waren, ein beeindruckendes Beispiel dafür ist, wie der Herr seine Auserwählten mithilfe seiner Knechte sammelt. Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Zusammenfassung vorzulesen. Die anderen sollen darauf achten, welchen Rat Elder Heber C. Kimball (1801–1868) von Joseph Smith erhielt.

„Heber C. Kimball, ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf, erzählte: ‚Um den ersten Tag im Juni 1837 kam der Prophet Joseph zu mir, während ich … im Tempel in Kirtland saß und flüsterte mir zu: „Bruder Heber, der Geist des Herrn hat mir zugeflüstert: ,Lass meinen Knecht Heber nach England gehen und dort das Evangelium verkündigen und dieser Nation die Tür zur Errettung öffnen.‘“‘ Elder Kimball war überwältigt von dem Gedanken an eine solche Unternehmung: ‚Ich selbst fühlte mich als einer der schwächsten Diener Gottes. Ich fragte Joseph, was ich sagen solle, wenn ich dort angekommen sei; er sagte mir, ich solle mich an den Herrn wenden und er würde mich führen und durch denselben Geist zu mir sprechen, der ihn [führte].‘

Der Prophet berief auch Orson Hyde, Willard Richards und Joseph Fielding in Kirtland, und Isaac Russell, John Snyder und John Goodson in Toronto, Kanada. Diese Brüder sollten sich Elder Kimball bei seiner Mission nach England anschließen. Sie trafen sich in New York City und segelten auf der Garrick am 1. Juli 1837 in Richtung Großbritannien los. Die erste Mission außerhalb Nordamerikas brachte im ersten Jahr, das die Missionare in England verbrachten, etwa 2000 Bekehrte zur Kirche. Elder Kimball schrieb dem Propheten freudig: ‚Ehre sei Gott, Joseph, der Herr ist mit uns unter den Nationen!‘

Eine zweite apostolische Mission in Großbritannien, an der die meisten der Zwölf Apostel unter der Führung von Brigham Young beteiligt waren, wurde vom Propheten von Nauvoo aus geleitet. Sie reisten im Herbst 1839 ab und erreichten England im Jahr 1840. Dort begannen sie eine Arbeit, die bis 1841 mehr als 6000 Bekehrte zur Kirche brachte.“ (Lehren: Joseph Smith, Seite 363, 365.)

  • Welchen Rat erhielt Heber C. Kimball vom Propheten Joseph Smith?

  • Wie hat der Herr Ihnen schon dabei geholfen, mit anderen über das Evangelium zu sprechen?

Lehre und Bündnisse 4:1-7; 18:10-16; 31:1-12; 34:5,6; 39:20-23; 88:81

Wer gewarnt worden ist, soll seinen Nächsten warnen

Erklären Sie, dass im Buch Lehre und Bündnisse die Mitglieder der Kirche immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sie die Aufgabe haben, Missionsarbeit zu verrichten, und wie sie dafür gesegnet werden. Unsere Aufgabe, andere am Evangelium teilhaben zu lassen, bildet ein Muster und einen Leitgedanken, der in den Offenbarungen des Buches Lehre und Bündnisse immer wiederkehrt. Wenn ein Leser lernt, Muster und Leitgedanken zu erkennen, kann er sich besser an den Worten von Christus weiden (siehe David A. Bednar, „Ein Vorrat an lebendigem Wasser“, Ansprache bei der CES-Fireside für junge Erwachsene vom 4. Februar 2007, speeches.byu.edu).

Die Teilnehmer sollen Lehre und Bündnisse 88:81 für sich lesen und mit eigenen Worten zusammenfassen, wie sich der Vers auf die heutigen Mitglieder der Kirche bezieht. (Die Teilnehmer antworten möglicherweise unter anderem, dass ein jeder, der das Evangelium Jesu Christi angenommen hat, die Pflicht hat, anderen davon zu erzählen.)

Verteilen Sie eine Kopie der nachstehenden Tabelle oder zeichnen Sie sie an die Tafel. Teilen Sie die Teilnehmer in drei Gruppen ein und lassen Sie jede Gruppe eine der Schriftstellen bearbeiten. Jede Gruppe soll ihre Schriftstelle lesen und herausarbeiten, welche Pflichten damit verbunden sind, andere am Evangelium teilhaben zu lassen, und welche Segnungen verheißen werden.

Wenn die Teilnehmer genügend Zeit hatten, sollen ein paar von ihnen berichten, was sie herausgefunden haben.

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, welche Pflicht wir Elder Bednar zufolge haben, andere am Evangelium teilhaben zu lassen.

Elder David A. Bednar

„Ergebene Jünger Jesu Christi waren und werden immer tapfere Missionare sein. Ein Missionar ist ein Nachfolger Christi, der Zeugnis von ihm als dem Erlöser ablegt und die wahre Lehre des Evangeliums verkündet.

Die Kirche Jesu Christi ist seit jeher eine missionarische Kirche und wird es immer sein. Die einzelnen Mitglieder der Kirche des Erretters haben die feierliche Verpflichtung auf sich genommen, bei der Erfüllung des göttlichen Auftrags, den der Herr seinen Aposteln im Neuen Testament übertragen hat, mitzuwirken:

‚Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28:19,20.)

Heilige der Letzten Tage nehmen diese Aufgabe, allen Menschen aus jedem Volk vom Herrn Jesus Christus und seinem wiederhergestellten Evangelium zu erzählen, ernst. …

Tatsächlich halten wir es für unsere heilige Pflicht, diese Botschaft jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk zu bringen.“ („Kommt und seht!“, Liahona, November 2014, Seite 107.)

  • Warum sollen Mitglieder der Kirche des Herrn die Missionsarbeit als heilige Verpflichtung ansehen?

Bitten Sie einen Teilnehmer, die nachstehende Aussage von Elder L. Tom Perry vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und überlegen, weshalb sie andere noch eifriger am Evangelium teilhaben lassen sollten.

Elder L. Tom Perry

„Im Mittelpunkt des Evangeliums steht das Sühnopfer unseres Herrn und Erretters. Das Sühnopfer verleiht die Macht, Sünden fortzuwaschen, zu heilen und ewiges Leben zu gewähren. All die unschätzbaren Segnungen des Sühnopfers können nur denen gegeben werden, die nach den Grundsätzen des Evangeliums leben und die dazugehörigen Verordnungen empfangen – Glaube an Jesus Christus, Umkehr, Taufe, das Empfangen des Heiligen Geistes und Ausharren bis ans Ende. Unsere große Missionsbotschaft an die Welt lautet, dass die ganze Menschheit eingeladen ist, gerettet zu werden und sich der Herde des guten Hirten, ja, Jesu Christi, anzuschließen.

Unsere Missionsbotschaft wird gestärkt durch das Wissen um die Wiederherstellung. Wir wissen, dass Gott heute genauso zu seinen Propheten spricht, wie er es in alter Zeit getan hat. Wir wissen auch, dass sein Evangelium mit der Macht und Vollmacht des wiederhergestellten Priestertums angewandt wird. Keine andere Botschaft hat für jeden, der heute auf der Erde lebt, so große Bedeutung für die Ewigkeit.“ („Seelen zu mir bringen“, Liahona, Mai 2009, Seite 110f.)

  • Weshalb sollte wohl jeder noch eifriger andere am Evangelium teilhaben lassen? (Die Teilnehmer sollen unter anderem erkennen: Wenn wir anderen vom Evangelium erzählen, bieten wir ihnen die Möglichkeit, die Segnungen des Sühnopfers Jesu Christi zu empfangen.)

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 34:5,6 und 39:20-23 zu lesen. Sie sollen einen weiteren wichtigen Grund herausfinden, weshalb der Herr uns geboten hat, andere an der Botschaft des Evangeliums teilhaben zu lassen. (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz nennen: Wenn wir andere an der Botschaft des Evangeliums teilhaben lassen, tragen wir dazu bei, dass sie sich auf das Zweite Kommen Jesu Christi vorbereiten können.)

  • Inwiefern motiviert es Sie, jemandem vom Evangelium zu erzählen, der nicht der Kirche angehört, weil Sie die ewige Bedeutung des Evangeliums verstehen?

  • Berichten Sie davon, wie Sie einmal jemandem vom Evangelium erzählt haben.

Geben Sie den Teilnehmern ein paar Minuten Zeit, darüber nachzudenken und aufzuschreiben, wie sie dazu beitragen können, das Evangelium zu verbreiten. Beispielsweise könnten sie den Namen eines Bekannten aufschreiben, der nicht der Kirche angehört, und sich fest vornehmen, ihm vom Evangelium zu erzählen. Lassen Sie ein paar Teilnehmer berichten, was sie tun wollen. Legen Sie ihnen ans Herz, jeder Eingebung zu folgen, die sie empfangen haben mögen, und jeden Tag um eine Gelegenheit zu beten, bei der sie jemandem vom Evangelium erzählen können.

Lesestoff für die Teilnehmer