Kapitel 2: Unsere himmlische Familie

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 8–12


Wir sind Kinder unseres himmlischen Vaters

  • Was lernen wir aus den heiligen Schriften und von neuzeitlichen Propheten über unsere Beziehung zu Gott?

Gott ist nicht nur unser Herrscher und Schöpfer, er ist auch unser himmlischer Vater. Alle Menschen sind buchstäblich Söhne und Töchter Gottes. „Der Mensch [wurde], als Geist, von himmlischen Eltern gezeugt und geboren … [und wuchs] in den ewigen Wohnungen des Vaters zur Reife heran …, ehe er in einem sterblichen [physischen] Körper zur Erde kam.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, Seite 336.)

Jeder Mensch, der je auf der Erde geboren wurde, ist unser Geistbruder oder unsere Geistschwester. Da wir Geistkinder Gottes sind, haben wir die Fähigkeit geerbt, seine göttlichen Eigenschaften zu entwickeln. Durch das Sühnopfer Jesu Christi können wir wie unser himmlischer Vater werden und eine Fülle der Freude empfangen.

Für den Lehrer: Sie müssen nicht den gesamten Inhalt jedes Kapitels im Unterricht vermitteln. Trachten Sie nach der Führung des Geistes, wenn Sie sich gebeterfüllt auf den Unterricht vorbereiten, damit Sie erkennen, welche Punkte Sie ansprechen und welche Fragen Sie stellen sollen.

  • Wie beeinflusst Ihr Wissen, dass Sie ein Kind Gottes sind, Ihre Gedanken, Worte und Taten?

Wir haben eine Persönlichkeit und Talente entwickelt, als wir noch im Himmel lebten

  • Denken Sie über Talente und Gaben nach, mit denen Sie gesegnet sind.

Aus den heiligen Schriften erfahren wir, dass sich die Propheten bereits als Geist im Himmel auf ihre Führungsaufgabe auf der Erde vorbereitet haben (siehe Alma 13:1-3). Gott hat sie, bevor sie geboren wurden, dazu vorherordiniert (erwählt), seine Führer auf Erden zu sein. Unter ihnen waren Jesus, Adam und Abraham (siehe Abraham 3:22,23). Joseph Smith lehrte: „Jeder, der die Berufung hat, den Bewohnern der Erde geistlich zu dienen, wurde … zu diesem Zweck [vorher]ordiniert.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 568.) Es steht jedoch jedem frei, jegliche Gelegenheit zu dienen anzunehmen oder abzulehnen.

Im Himmel waren wir nicht alle gleich. Wir wissen zum Beispiel, dass wir Söhne und Töchter himmlischer Eltern waren – männlich und weiblich (siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Oktober 2004, Seite 49). Wir besaßen unterschiedliche Talente und Fähigkeiten, und wir wurden zu verschiedenen Aufgaben auf der Erde berufen. Wir können mehr über unsere „ewigen Möglichkeiten“ erfahren, wenn wir unseren Patriarchalischen Segen empfangen (siehe Thomas S. Monson, Der Stern, Januar 1987, Seite 63).

Ein Schleier bedeckt unsere Erinnerungen an das vorirdische Leben, aber unser Vater im Himmel weiß, wer wir sind und was wir getan haben, bevor wir auf die Erde gekommen sind. Er hat festgelegt, wann und wo jeder von uns geboren wird, damit wir genau das lernen können, was wir brauchen, und unsere jeweiligen Talente und unsere Persönlichkeit am besten einsetzen und entfalten können.

  • Inwiefern haben die Talente anderer Menschen Ihnen schon geholfen? Wie können Sie mit Ihren Talenten und Gaben Gutes tun?

Der himmlische Vater hat einen Plan vorgestellt, wie wir so wie er werden können

  • Inwiefern bereitet uns das Erdenleben darauf vor, wie unser himmlischer Vater zu werden?

Für den Lehrer: Geben Sie Ihren Schülern oder Ihrer Familie Zeit, über eine Frage nachzudenken, damit sie eine wohlüberlegte Antwort geben können. Wenn Sie eine Frage gestellt haben, könnten Sie beispielsweise sagen: „Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, über die Frage nachzudenken; ich werde Sie dann um Antworten bitten.“ Geben Sie Ihren Schülern dann Zeit zum Nachdenken.

Der himmlische Vater wusste, dass wir nur dann über einen gewissen Punkt hinaus Fortschritt machen konnten, wenn wir ihn eine Zeit lang verließen. Er wollte, dass wir die göttlichen Eigenschaften entwickeln, die er besitzt. Zu diesem Zweck mussten wir unsere vorirdische Heimat verlassen, um geprüft zu werden und Erfahrungen zu sammeln. Es war auch notwendig, dass unser Geist einen physischen Körper erhielt. Wir sollten unseren physischen Körper beim Tod zurücklassen und bei der Auferstehung wieder mit ihm vereint werden. Dann sollten wir einen unsterblichen Körper erhalten, der dem des himmlischen Vaters gleicht. Wenn wir unsere Prüfungen bestehen würden, sollten wir die Fülle der Freude erlangen, die unser himmlischer Vater empfangen hat (siehe LuB 93:30-34).

Der himmlische Vater berief einen großen Rat ein, um seinen Plan für unseren Fortschritt vorzulegen (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 229, 568). Wir erfuhren, dass wir so werden konnten wie er, wenn wir seinen Plan befolgten. Wir würden auferstehen; wir würden alle Macht im Himmel und auf Erden haben; wir würden himmlische Eltern werden und Geistkinder haben wie er (siehe LuB 132:19,20).

Wir erfuhren, dass Gott für uns eine Erde schaffen wollte, wo wir uns bewähren sollten (siehe Abraham 3:24-26). Ein Schleier sollte unsere Erinnerungen bedecken, sodass wir unsere himmlische Heimat vergessen würden. Dies war notwendig, damit wir unsere Entscheidungsfreiheit ausüben und Gut oder Böse wählen konnten, ohne von der Erinnerung an unser Leben beim himmlischen Vater beeinflusst zu werden. So konnten wir ihm gehorchen, weil wir an ihn glaubten, und nicht aufgrund unseres Wissens oder unserer Erinnerung an ihn. Er wollte uns helfen, die Wahrheit zu erkennen, wenn wir sie auf der Erde wieder hörten (siehe Johannes 18:37).

Beim großen Rat erfuhren wir auch, warum wir überhaupt Fortschritt machen sollten: um eine Fülle der Freude zu erlangen. Gleichzeitig erfuhren wir jedoch, dass manche sich täuschen lassen, andere Wege wählen und sich verirren würden. Wir erfuhren, dass wir alle während des Erdenlebens Prüfungen durchmachen mussten: Krankheit, Enttäuschung, Schmerz, Sorge und Tod. Uns war jedoch klar, dass dies alles uns Erfahrung bringen und uns zum Guten dienen würde (siehe LuB 122:7). Wenn wir es zuließen, sollten diese Prüfungen uns läutern und nicht bezwingen. Wir sollten auf diese Weise Ausdauer, Geduld und Nächstenliebe lernen (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, Seite 17ff.).

Bei diesem Rat erfuhren wir auch, dass wir alle – kleine Kinder ausgenommen – infolge unserer Schwäche sündigen würden (siehe LuB 29:46,47). Doch es sollte ein Erlöser gesandt werden, damit wir unsere Sünden überwinden und durch die Auferstehung auch den Tod überwinden konnten. Wenn wir an Jesus Christus glaubten, seinem Wort gehorchten und seinem Beispiel folgten, sollten wir erhöht werden und wie unser himmlischer Vater werden. Wir sollten eine Fülle der Freude erlangen.

  • Zählen Sie einige Eigenschaften des himmlischen Vaters auf. Wie hilft uns der Erlösungsplan, diese Eigenschaften zu entwickeln?

Zusätzliche Schriftstellen

  • Hebräer 12:9 (Gott ist der Vater der Geister)

  • Ijob 38:4-7 (Hinweis auf das vorirdische Dasein)

  • Abraham 3:22-28 (Vision vom vorirdischen Dasein)

  • Jeremia 1:5 (Vision vom vorirdischen Dasein)

  • LuB 29:31-38 (Vision vom vorirdischen Dasein)

  • Mose 3:4-7 (geistige und materielle Schöpfung)

  • 1 Korinther 15:44 (geistige und materielle Schöpfung)

  • LuB 76:23,24 (für Gott gezeugte Söhne und Töchter)

  • LuB 132:11-26 (der Plan des Fortschritts)