Kapitel 20: Die Taufe

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 114–19


Das Gebot, sich taufen zu lassen

  • Warum müssen wir uns taufen lassen?

Für den Lehrer: Verwenden Sie die Fragen, die am Anfang eines Abschnitts stehen, um ein Gespräch in Gang zu bringen, und lassen Sie die Schüler oder Ihre Familie im Text nach weiteren Informationen suchen. Verwenden Sie die Fragen am Ende eines Abschnitts, um die Schüler oder Ihre Familie anzuregen, über die Bedeutung dessen, was sie gelesen haben, nachzudenken, es zu besprechen und in ihrem Leben anzuwenden.

Heute gibt es genau wie zur Zeit Jesu bestimmte Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums, die wir lernen und befolgen müssen. Ein Evangeliumsgrundsatz ist eine wahre Lehre, etwas, woran wir glauben. Eine Verordnung ist eine heilige Handlung oder Zeremonie. Die ersten beiden Grundsätze des Evangeliums sind der Glaube an den Herrn Jesus Christus und die Umkehr. Die Taufe ist die erste Verordnung oder heilige Handlung des Evangeliums. Unter anderem wies der Herr seine Apostel an: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Matthäus 28:19,20.)

Wir müssen uns zur Vergebung unserer Sünden taufen lassen

Wenn wir unseren Glauben auf Jesus Christus setzen, umkehren und uns taufen lassen, werden unsere Sünden durch das Sühnopfer Jesu Christi vergeben.

Aus der Schrift erfahren wir, dass Johannes der Täufer in der Wüste auftrat und Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden verkündigte (siehe Markus 1:4). Der Apostel Petrus lehrte: „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden.“ (Apostelgeschichte 2:38.) Als Paulus sich bekehrt hatte, sagte Hananias zu ihm: „Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen.“ (Apostelgeschichte 22:16.)

Wir müssen uns taufen lassen, um Mitglieder der Kirche Jesu Christi zu werden

„Alle diejenigen, die sich vor Gott demütigen und getauft zu werden wünschen und … wahrhaftig von all ihren Sünden umgekehrt sind …, sollen durch die Taufe in seine Kirche aufgenommen werden.“ (LuB 20:37.)

Wir müssen uns taufen lassen, bevor wir die Gabe des Heiligen Geistes empfangen können

Der Herr hat gesagt: „Wenn du dich mir zuwenden … willst … und von all deinen Übertretungen [Sünden] umkehren und dich taufen lassen willst, nämlich im Wasser, im Namen meines einziggezeugten Sohnes, … dann wirst du die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Mose 6:52.)

Wir müssen uns taufen lassen, um unseren Gehorsam zu zeigen

Jesus Christus war ohne Sünde, und doch ließ er sich taufen. Er sagte, seine Taufe sei notwendig, um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen (siehe Matthäus 3:15). Der Prophet Nephi erklärte, der Herr habe zu ihm gesagt: „Folgt mir nach und tut das, was ihr mich habt tun sehen … mit voller Herzensabsicht … und [indem ihr] keine Heuchelei und keine Täuschung vor Gott verübt, sondern mit wirklichem Vorsatz, und von euren Sünden umkehrt und dem Vater bezeugt, dass ihr willens seid, den Namen Christi auf euch zu nehmen durch die Taufe.“ (2 Nephi 31:12,13.)

Wir müssen uns taufen lassen, um in das celestiale Reich eingehen zu können

Jesus sagt: „Wer an mich glaubt und sich taufen lässt, der wird … das Reich Gottes ererben … Und wer nicht an mich glaubt und sich nicht taufen lässt, wird verdammt werden.“ (3 Nephi 11:33,34.) Die Taufe ist das Tor, durch das wir den Pfad zum celestialen Reich betreten (siehe 2 Nephi 31:17,18).

Die richtige Art und Weise der Taufe

  • Wie sollen wir getauft werden?

Es gibt nur eine richtige Art und Weise der Taufe. Jesus hat dem Propheten Joseph Smith offenbart, dass jemand, der die rechtmäßige Priestertumsvollmacht hat, zu taufen, „mit demjenigen oder derjenigen, der oder die zur Taufe erschienen ist, in das Wasser hinabsteigen [soll] … Dann soll er ihn oder sie im Wasser untertauchen und wieder aus dem Wasser hervorkommen.“ (LuB 20:73,74.) Das Untertauchen ist notwendig. Der Apostel Paulus lehrte, dass das Untertauchen im Wasser und das Wiederhervorkommen ein Sinnbild für Tod, Begräbnis und Auferstehung sei. Nach der Taufe beginnen wir ein neues Leben. Paulus hat gesagt:

„Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?

Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.

Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.“ (Römer 6:3-5.)

Die Taufe durch Untertauchen durch jemanden, der die Vollmacht dazu hat, ist die einzig annehmbare Art und Weise der Taufe.

  • Warum ist Vollmacht für die Taufe wichtig?

  • Auf welche Weise gleicht die Taufe durch Untertauchen dem Begräbnis und der Auferstehung des Heilands?

Taufe im Alter der Verantwortlichkeit

  • Wer soll getauft werden?

Jeder, der acht Jahre alt oder älter ist und für seine Handlungen verantwortlich ist, soll sich taufen lassen. Einige Kirchen lehren, dass kleine Kinder getauft werden müssen. Das entspricht nicht den Lehren des Erlösers. Als Jesus von kleinen Kindern sprach, sagte er: „Ihnen gehört das Himmelreich.“ (Matthäus 19:14.)

Der Prophet Mormon sagte, es sei ein ernstes Gespött vor Gott, kleine Kinder zu taufen, weil sie nicht fähig sind, Sünde zu begehen. Ebenso brauchen Menschen, die geistig nicht in der Lage sind, richtig und falsch zu unterscheiden, die Taufe nicht (siehe Moroni 8:9-22).

Alle anderen Menschen müssen sich taufen lassen. Wir brauchen diese heilige Handlung, die Taufe, und müssen den Bündnissen treu bleiben, die wir dabei schließen.

  • Was könnten Sie einem Freund sagen, der glaubt, dass kleine Kinder getauft werden müssen?

Wir schließen Bündnisse, wenn wir uns taufen lassen

In den heiligen Schriften wird viel über die Taufe gesprochen. An einer Stelle sagt der Prophet Alma, dass Glaube und Umkehr Schritte sind, die auf die Taufe vorbereiten. Er erklärt, dass wir bei der Taufe einen Bund mit dem Herrn schließen. Wir versprechen, was wir tun werden, und Gott verspricht, dass er uns dafür segnen wird.

Alma erklärt, dass wir den Wunsch haben müssen, das Volk Gottes genannt zu werden. Wir müssen bereit sein, einander zu helfen und zu trösten. Wir müssen allzeit und in allem und überall als Zeugen Gottes auftreten. Wenn wir das tun und uns taufen lassen, vergibt uns Gott unsere Sünden. Alma sagte zu den Menschen, die seinen Lehren glaubten:

„Siehe, hier sind die Wasser Mormon … und nun, da ihr den Wunsch habt, in die Herde Gottes zu kommen und sein Volk genannt zu werden, … was habt ihr dann dagegen, euch im Namen des Herrn taufen zu lassen, zum Zeugnis vor ihm, dass ihr mit ihm den Bund eingegangen seid, ihm zu dienen und seine Gebote zu halten, damit er seinen Geist reichlicher über euch ausgieße?“ (Mosia 18:8,10.) Die Menschen klatschten vor Freude in die Hände und sagten, das sei ihr Herzenswunsch. Alma taufte sie in den Wassern Mormon (siehe Mosia 18:7-17).

Alma erklärte, dass wir bei der Taufe Bündnisse mit dem Herrn schließen, nämlich:

  1. 1.

    in die Herde Gottes zu kommen

  2. 2.

    einer des anderen Last zu tragen

  3. 3.

    allzeit und überall als Zeugen Gottes aufzutreten

  4. 4.

    Gott zu dienen und seine Gebote zu halten

Wenn wir uns taufen lassen und die Bündnisse der Taufe einhalten, verspricht der Herr uns:

  1. 1.

    uns unsere Sünden zu vergeben (siehe Apostelgeschichte 2:38; LuB 49:13)

  2. 2.

    seinen Geist reichlicher über uns auszugießen (siehe Mosia 18:10)

  3. 3.

    uns die tägliche Führung und die Hilfe des Heiligen Geistes zu geben (siehe Apostelgeschichte 2:38; LuB 20:77)

  4. 4.

    uns in der ersten Auferstehung hervorkommen zu lassen (siehe Mosia 18:9)

  5. 5.

    uns ewiges Leben zu geben (siehe Mosia 18:9)

  • Was bedeutet es wohl, dass einer des anderen Last trägt? Dass man allzeit und überall als Zeuge Gottes auftritt?

Die Taufe gewährt uns einen neuen Anfang

Mit der Taufe beginnen wir eine neue Lebensweise. Deswegen nennen wir sie eine Neugeburt. Jesus sagt, dass wir nicht in das Reich Gottes kommen können, wenn wir nicht aus Wasser und Geist geboren werden (siehe Johannes 3:3-5). Dieser Grundsatz ist Adam deutlich erklärt worden:

„Da ihr durch Wasser und Blut und den Geist, den ich gemacht habe, in die Welt geboren wurdet und so aus Staub zu einer lebenden Seele geworden seid, so müsst ihr von neuem in das Himmelreich geboren werden, nämlich aus Wasser und aus dem Geist, und müsst durch Blut gesäubert werden, nämlich das Blut meines Einziggezeugten.“ (Mose 6:59.)

Der Apostel Paulus sagte, dass wir nach unserer Taufe ein neues Leben beginnen sollen: „Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe …, so sollen auch wir als neue Menschen leben.“ (Römer 6:4.) Eine der großen Segnungen der Taufe besteht darin, dass sie uns einen neuen Anfang auf unserem Weg zu unserem ewigen Ziel bietet.

  • Inwiefern war Ihre Taufe ein Neubeginn?

Zusätzliche Schriftstellen

  • 2 Nephi 31:4-7 (Zweck und Notwendigkeit der Taufe)

  • 3 Nephi 11:21-27; LuB 20:72-74 (wie die Taufe durchgeführt wird)

  • Apostelgeschichte 2:38,39 (Taufe zur Vergebung der Sünden)

  • Moroni 8:8-12; LuB 20:71,72 (kleine Kinder brauchen keine Taufe; alle, die umkehren, sollen sich taufen lassen)

  • Alma 7:14-16 (die Taufe ist eine Reinigung, man geht einen Bund ein, der zum ewigen Leben führt)