Kapitel 23: Das Abendmahl

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 133–37


Christus hat das Abendmahl eingeführt

  • Was sagen die Symbole des Abendmahls über das Sühnopfer Jesu Christi aus?

Jesus Christus möchte, dass wir uns an sein großes Sühnopfer erinnern und seine Gebote befolgen. Um uns dabei zu helfen, hat er uns geboten, uns oft zu versammeln und vom Abendmahl zu nehmen.

Das Abendmahl ist eine heilige Handlung des Priestertums, die uns an das Sühnopfer des Erlösers erinnert. Beim Abendmahl nehmen wir Brot und Wasser. Wir tun das zur Erinnerung an sein Fleisch und Blut, das er als Opfer für uns gegeben hat. Beim Abendmahl erneuern wir heilige Bündnisse mit dem Vater im Himmel.

Kurz vor seiner Kreuzigung sammelte Jesus Christus in einem Raum im Obergeschoss seine Apostel um sich. Er wusste, dass er bald am Kreuz sterben würde. Dies war das letzte Mal, dass er vor seinem Tod mit diesen Männern zusammen sein würde, die er liebte. Er wollte, dass sie sich immer an ihn erinnerten, damit sie stark und glaubenstreu blieben.

Um ihnen zu helfen, sich an ihn zu erinnern, führte er das Abendmahl ein. Er brach das Brot in Stücke und segnete es. Dann sagte er: „Nehmt, esst; dies ist zum Gedächtnis meines Leibes, den ich als Lösegeld für euch gebe.“ (JSÜ, Matthäus 26:22.) Dann nahm er einen Kelch mit Wein, segnete ihn, gab ihn den Aposteln zu trinken und sagte: „Dies ist zum Gedächtnis meines Blutes … , das für alle jene, die an meinen Namen glauben, zur Vergebung ihrer Sünden vergossen wird.“ (JSÜ, Matthäus 26:24; siehe auch Matthäus 26:26-28; Markus 14:22-24; Lukas 22:15-20.)

Nach seiner Auferstehung kam der Erlöser nach Amerika und führte bei den Nephiten dieselbe heilige Handlung ein (siehe 3 Nephi 18:1-11; 20:1-9). Nachdem die Kirche in den Letzten Tagen wiederhergestellt war, gebot Jesus seinem Volk erneut, zur Erinnerung an ihn vom Abendmahl zu nehmen. Er sagte: „Es ist ratsam, dass die Kirche sich oft versammelt, um zum Gedächtnis des Herrn Jesus Brot und Wein zu sich zu nehmen.“ (LuB 20:75.)

Wie das Abendmahl gespendet wird

Die heiligen Schriften erklären genau, wie das Abendmahl ge-spendet werden soll. Die Mitglieder der Kirche kommen an jedem Sonntag zum Gottesdienst zusammen und nehmen am Abendmahl teil (siehe LuB 20:75). Das Abendmahl wird von Priestertumsträgern, die die entsprechende Vollmacht haben, gesegnet und ausgeteilt. Ein Priester oder ein Träger des Melchisedekischen Priestertums bricht das Brot in Stücke, kniet nieder und segnet das Brot (siehe LuB 20:76). Ein Diakon oder ein anderer Priestertumsträger teilt das Abendmahlsbrot dann an die Gemeinde aus. Dann segnet der Priester oder der Träger des Melchisedekischen Priestertums das Wasser, das ebenfalls an die Mitglieder ausgeteilt wird. Als Jesus das Abendmahl einführte, gab er seinen Jüngern Wein. Aber in einer neuzeitlichen Offenbarung sagte er, dass es nicht wichtig ist, was wir beim Abendmahl essen und trinken, solange wir an ihn denken (siehe LuB 27:2,3). Heute trinken die Heiligen der Letzten Tage Wasser anstelle von Wein.

Jesus hat den genauen Wortlaut für beide Abendmahlsgebete offenbart. Es ist wichtig, dass wir aufmerksam zuhören, wenn diese wunderbaren Gebete gesprochen werden, und zu verstehen suchen, was wir versprechen und was uns versprochen wird. Das Gebet, mit dem das Brot gesegnet wird, lautet:

„O Gott, Ewiger Vater, wir bitten dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, segne und heilige dieses Brot für die Seele all derer, die davon nehmen, damit sie zum Gedächtnis des Leibes deines Sohnes essen und dir, o Gott, Ewiger Vater, bezeugen, dass sie willens sind, den Namen deines Sohnes auf sich zu nehmen und immer an ihn zu denken und seine Gebote, die er ihnen gegeben hat, zu halten, damit sein Geist immer mit ihnen sei. Amen.“ (LuB 20:77.)

Das Gebet, mit dem das Wasser gesegnet wird, lautet:

„O Gott, Ewiger Vater, wir bitten dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, segne und heilige diesen Wein [dieses Wasser] für die Seele all derer, die davon trinken, damit sie es zum Gedächtnis des Blutes deines Sohnes tun, das für sie vergossen wurde, damit sie dir, o Gott, Ewiger Vater, bezeugen, dass sie wahrhaftig immer an ihn denken, damit sein Geist mit ihnen sei. Amen.“ (LuB 20:79.)

Die heilige Handlung des Abendmahls wird sehr einfach und andächtig vollzogen.

  • Gehen Sie die Abendmahlsgebete sorgfältig durch. Denken Sie über die Bedeutung jeder einzelnen Aussage nach.

Die Bündnisse, die wir beim Abendmahl erneuern

  • Welche Bündnisse erneuern wir beim Abendmahl? Welche Segnungen verheißt uns der Herr, wenn wir diese Bündnisse einhalten?

Jedes Mal, wenn wir vom Abendmahl nehmen, erneuern wir Bündnisse mit dem Herrn. Ein Bündnis ist ein heiliges Versprechen zwischen dem Herrn und seinen Kindern. Die Bündnisse, die wir schließen, werden in den Abendmahlsgebeten deutlich zum Ausdruck gebracht. Es ist wichtig, dass wir diese Bündnisse kennen und wissen, was sie bedeuten.

Wir geloben, dass wir willens sind, den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen. Dadurch zeigen wir, dass wir bereit sind, uns mit ihm und seiner Kirche zu identifizieren. Wir verpflichten uns, dem Herrn und unseren Mitmenschen zu dienen. Wir versprechen, dass wir seinem Namen keine Schande machen wollen.

Wir geloben, immer an Jesus Christus zu denken. All unsere Gedanken, Gefühle und Taten werden von ihm und seiner Mission beeinflusst.

Wir versprechen, seine Gebote zu halten.

Wir nehmen diese Verpflichtungen auf uns, wenn wir uns taufen lassen (siehe LuB 20:37; Mosia 18:6-10). Wenn wir vom Abendmahl nehmen, erneuern wir also die Bündnisse, die wir bei der Taufe geschlossen haben. Jesus zeigte uns, wie wir am Abendmahl teilnehmen sollen (siehe 3 Nephi 18:1-12), und sagte, dass wir, wenn wir diesem Beispiel folgen, von unseren Sünden umkehren und an seinen Namen glauben, Vergebung für unsere Sünden erlangen (siehe JSÜ, Matthäus 26:24).

Der Herr verspricht uns, dass wir seinen Geist immer mit uns haben werden, wenn wir unsere Bündnisse einhalten. Wer vom Heiligen Geist geführt wird, hat die Erkenntnis, den Glauben, die Macht und die Rechtschaffenheit, um das ewige Leben zu erlangen.

  • Was können wir tun, um uns während der Woche an diese Versprechen zu erinnern?

Unsere innere Einstellung beim Abendmahl

  • Wie können wir uns auf das Abendmahl vorbereiten? Worüber können wir beim Abendmahl nachdenken, um uns an das Sühnopfer Jesu zu erinnern?

Für den Lehrer: Wenn in Ihrer Klasse viele Eltern sind, können Sie sie auffordern, Ideen zu äußern, wie sie ihre Kinder darauf vorbereiten können, beim Abendmahl andächtig zu sein.

Wir sollen uns geistig vorbereiten, bevor wir am Abendmahl teilnehmen. Der Herr betont, dass niemand unwürdig am Abendmahl teilnehmen soll. Das bedeutet, dass wir von unseren Sünden umkehren müssen, bevor wir vom Abendmahl nehmen. In der Schrift steht: „Wenn aber jemand übertreten hat, so lasst ihn nicht davon nehmen, bis er Sühne leistet.“ (LuB 46:4.) Der Herr wies die zwölf nephitischen Jünger an: „Ihr sollt nicht zulassen, dass irgendjemand wissentlich unwürdig von meinem Fleisch und Blut nimmt, wenn ihr es darreicht; denn wer mein Fleisch und Blut unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt Verdammnis für seine Seele.“ (3 Nephi 18:28,29.)

Während des Abendmahls sollen wir alle weltlichen Gedanken von uns fernhalten. Wir sollen Andacht empfinden und gebeterfüllt sein. Wir sollen an das Sühnopfer unseres Erlösers denken und dankbar dafür sein. Wir sollen unser Leben überprüfen und überlegen, wie wir uns verbessern können. Wir sollen uns auch erneut fest entschließen, die Gebote zu befolgen.

Wir brauchen nicht vollkommen zu sein, wenn wir vom Abendmahl nehmen, aber wir müssen den Geist der Umkehr im Herzen tragen. Die Einstellung, mit der wir am Abendmahl teilnehmen, wirkt sich darauf aus, welche Erfahrungen wir damit machen. Wenn wir mit reinem Herzen vom Abendmahl nehmen, erhalten wir die verheißenen Segnungen des Herrn.

  • Warum gewinnen wir wohl mehr geistige Kraft, wenn wir würdig am Abendmahl teilnehmen?

Zusätzliche Schriftstellen

  • 1 Korinther 11:27-29 (würdig am Abendmahl teilnehmen)

  • Johannes 4:5-14 (Jesus ist das lebendige Wasser)

  • Johannes 6:30-35 (Jesus ist das Brot des Lebens)