Kapitel 37: Verantwortung in der Familie

Grundbegriffe des Evangeliums, (2011), 212–17


Die Aufgaben der Eltern

  • Welche Aufgaben haben die Ehepartner bei der Erziehung ihrer Kinder?

Jeder nimmt in seiner Familie einen wichtigen Platz ein. Der Herr hat uns durch seine Propheten erklärt, wie Eltern und Kinder sich verhalten und wie sie füreinander empfinden sollen. Sei es als Ehemann, als Ehefrau oder als Kind: Wir müssen wissen, was der Herr von uns erwartet, damit die Familie ihren Zweck erfüllen kann. Wenn jeder seinen Teil beiträgt, werden wir für immer vereint sein.

Für den Lehrer: Nehmen Sie, wie in Kapitel 36, auf die Gefühle derer Rücksicht, die zu Hause nicht in idealen Verhältnissen leben. Heben Sie hervor, dass auch Alleinerziehende unter der Führung des Herrn und mit Unterstützung ihrer Angehörigen sowie der Kirche ihre Kinder erfolgreich erziehen können.

In ihrer heiligen Aufgabe als Eltern stehen sich „Vater und Mutter … als gleichwertige Partner zur Seite“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Der Stern, Januar 1996, Seite 93). Sie sollen zusammenarbeiten, um für die geistigen, seelischen, intellektuellen und körperlichen Bedürfnisse der Kinder zu sorgen.

Einige Aufgaben müssen Mann und Frau gemeinsam übernehmen. Die Eltern haben die Aufgabe, ihren Kindern das Evangelium nahezubringen. Der Herr hat darauf hingewiesen, dass die Sünde auf dem Haupt der Eltern sei, wenn sie ihre Kinder nicht lehren, was Glaube, Umkehr, Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes bedeuten. Die Eltern sollen ihre Kinder auch lehren, zu beten und die Gebote des Herrn zu befolgen (siehe LuB 68:25,28).

Unter anderem bringt man den Kindern am besten durch das eigene Beispiel etwas bei. Mann und Frau sollen in Wort und Tat im Umgang miteinander und mit ihren Kindern zeigen, dass sie einander lieben und achten. Uns muss immer bewusst sein, dass jeder in der Familie ein Kind Gottes ist. Die Eltern müssen ihre Kinder mit Liebe und Achtung behandeln und dabei konsequent, aber liebevoll sein.

Eltern müssen auch verstehen, dass Kinder manchmal falsche Entscheidungen treffen, obwohl ihnen wahre Grundsätze beigebracht wurden. In einem solchen Fall dürfen Eltern nicht aufgeben. Sie sollen ihre Kinder weiter unterweisen, ihre Liebe zum Ausdruck bringen, ein Vorbild sein und für ihre Kinder fasten und beten.

Im Buch Mormon lesen wir, wie die Gebete eines Vaters den widerspenstigen Sohn auf den Weg des Herrn zurückgebracht haben. Alma der Jüngere hatte sich gegen die Lehren seines rechtschaffenen Vaters Alma gewandt und versucht, die Kirche zu vernichten. Glaubensvoll betete der Vater für seinen Sohn. Ein Engel erschien Alma dem Jüngeren, der daraufhin von seiner schlechten Lebensweise umkehrte. Er wurde ein bedeutender Führer der Kirche (siehe Mosia 27:8-32).

Die Eltern können in der Familie eine Atmosphäre der Achtung und Rücksichtnahme schaffen, wenn sie ihre Kinder liebevoll anleiten und führen. Eltern sollen auch dafür sorgen, dass ihre Kinder Erlebnisse haben, die sie glücklich machen.

  • Wie können Mann und Frau sich in ihren Aufgaben gegenseitig unterstützen? Wo finden Alleinerziehende Unterstützung?

Die Aufgaben des Vaters

  • Welche positiven Beispiele kennen Sie, wie ein Vater seine Kinder gut erzogen hat?

„Gott hat es so vorgesehen, dass der Vater in Liebe und Rechtschaffenheit über die Familie präsidiert und dass er die Pflicht hat, dafür zu sorgen, dass die Familie alles hat, was sie zum Leben und für ihren Schutz braucht.“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 93.) Ein Vater, der ein würdiges Mitglied der Kirche ist, darf das Priestertum tragen, wodurch er der Priestertumsführer seiner Familie ist. Er soll seine Familie in Demut und mit Güte führen, nicht mit Zwang oder Gewalt. In den heiligen Schriften lesen wir, dass ein Priestertumsträger andere Menschen nur mit überzeugender Rede, Milde, Liebe und Wohlwollen anleiten soll (siehe LuB 121:41-44; Epheser 6:4).

Der Vater lässt alle in der Familie an den Segnungen des Priestertums teilhaben. Ein Mann, der das Melchisedekische Priestertum trägt, kann ihnen diese Segnungen zukommen lassen, indem er einen Krankensegen oder einen besonderen Priestertumssegen gibt. Auf Weisung eines präsidierenden Priestertumsführers kann er außerdem ein kleines Kind segnen oder jemanden taufen, konfirmieren oder zum Priestertum ordinieren. Er soll seiner Familie ein gutes Beispiel geben, indem er die Gebote hält. Er soll auch darauf achten, dass die Familie zweimal am Tag gemeinsam betet und den Familienabend hält.

Der Vater soll sich für jedes seiner Kinder Zeit nehmen. Er soll sie richtige Grundsätze lehren, mit ihnen über ihre Probleme und Sorgen sprechen und sie liebevoll beraten. Im Buch Mormon finden wir einige gute Beispiele dafür (siehe 2 Nephi 1:14 bis 3:25; Alma 36 bis 42).

Der Vater hat auch die Pflicht, für die materiellen Bedürfnisse der Familie zu sorgen und sicherzustellen, dass sie Essen, Wohnung, Kleidung und Ausbildung erhält. Auch wenn er nicht für den ganzen Lebensunterhalt sorgen kann, entzieht er sich nicht der Aufgabe, für seine Familie zu sorgen.

Die Aufgaben der Mutter

  • Welche positiven Beispiele kennen Sie, wie eine Mutter ihre Kinder gut erzogen hat?

Präsident David O. McKay hat gesagt, dass die Mutterschaft die höchste Berufung ist (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: David O. McKay, Seite 177). Es ist eine heilige Berufung; in Partnerschaft mit Gott bringt sie seine Geistkinder zur Welt. Kinder bekommen zu können ist eine der größten Segnungen. Falls es keinen Vater in der Familie gibt, präsidiert die Mutter über die Familie.

Präsident Boyd K. Packer sprach jenen Frauen, die selbst keine Kinder bekommen können, jedoch trotzdem bemüht sind, für andere zu sorgen, ein besonders großes Lob aus. Er sagte: „Wenn ich von Müttern spreche, dann meine ich nicht nur Frauen, die selbst Kinder geboren haben, sondern auch die Frauen, die Kinder großgezogen haben, die von anderen geboren wurden, und die vielen Frauen, die selbst keine eigenen Kinder haben, aber für andere Kinder eine Mutter waren.“ (Mothers, 1977, Seite 8.)

Neuzeitliche Propheten haben gesagt: „Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig.“ (Der Stern, Januar 1996, Seite 93.) Die Mutter muss Zeit mit ihren Kindern verbringen und ihnen das Evangelium nahebringen. Sie soll mit ihren Kindern spielen und arbeiten, damit sie ihre Umwelt entdecken können. Sie muss auch ihrer Familie beibringen, wie man das Zuhause zu einem angenehmen Ort macht. Wenn sie warmherzig und liebevoll ist, trägt sie dazu bei, dass ihre Kinder sich selbst akzeptieren.

Im Buch Mormon wird von einer Gruppe von zweitausend jungen Männern berichtet, die dank der Erziehung ihrer Mütter Großartiges geleistet haben (siehe Alma 53:16-23). Sie zogen unter der Leitung des Propheten Helaman in die Schlacht gegen ihre Feinde. Sie hatten von ihren Müttern gelernt, ehrlich, tapfer und verlässlich zu sein. Ihre Mütter hatten sie auch gelehrt, dass der Herr sie befreien würde, wenn sie nicht zweifelten (siehe Alma 56:47). Keiner von ihnen kam in der Schlacht um. Sie glaubten fest an das, was ihre Mütter sie gelehrt hatten, und sagten: „Wir zweifeln nicht; unsere Mütter haben es gewusst.“ (Alma 56:48.) Jede Mutter, die ein Zeugnis hat, kann großen Einfluss auf ihre Kinder ausüben.

Die Aufgaben der Kinder

  • Wie tragen Kinder dazu bei, dass ihre Eltern ein glückliches Zuhause schaffen können?

Die Kinder teilen mit ihren Eltern die Verantwortung, ein glückliches Zuhause zu schaffen. Sie sollen die Gebote halten und mit den übrigen Familienmitgliedern zusammenarbeiten. Der Herr hat keine Freude daran, wenn Kinder streiten (siehe Mosia 4:14).

Der Herr hat den Kindern geboten, ihre Eltern zu ehren. Er sagte: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land.“ (Exodus 20:12.) Seine Eltern ehren bedeutet, dass man sie liebt und achtet. Es bedeutet auch, dass man ihnen gehorcht. In den heiligen Schriften heißt es: „Gehorcht euren Eltern, wie es vor dem Herrn recht ist.“ (Epheser 6:1.)

Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt, dass die Kinder lernen müssen, wie man arbeitet, und dass sie bei der Hausarbeit und im Garten mithelfen sollen. Man soll ihnen Aufgaben übertragen, die dazu beitragen, dass das Zuhause sauber und ordentlich ist (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, Seite 142).

  • Wie können Kinder ihren Eltern zeigen, dass sie sie achten und ehren?

  • Was hat dazu beigetragen, dass Sie Ihre Eltern achten und ehren? Was haben Ihre Eltern für Sie getan?

Wer Verantwortung übernimmt, empfängt Segnungen

  • Was kann jeder in der Familie zu einem glücklichen Zuhause beitragen?

Eine liebevolle und glückliche Familie entsteht nicht durch Zufall. Jeder in der Familie muss dazu beitragen. Der Herr hat sowohl den Eltern als auch den Kindern Aufgaben zugeteilt. In den heiligen Schriften lesen wir, dass wir freundlich und rücksichtsvoll miteinander umgehen sollen. Wenn eine Familie miteinander spricht, betet, singt oder arbeitet, kann sie ein harmonisches Zusammen-leben genießen (siehe Kolosser 3).

  • Welche Traditionen und Verhaltensweisen tragen zu einem glücklichen Zuhause bei?

Zusätzliche Schriftstellen und weiteres Material

  • Sprichwörter 22:6 (Kindererziehung)

  • Epheser 6:1-3 (Kinder sollen den Eltern gehorchen)

  • LuB 68:25-28; Epheser 6:4 (Aufgaben der Eltern)

  • „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“ (erhältlich auf LDS.org und in vielen Veröffentlichungen der Kirche, etwa in Der Stern, Januar 1996, Seite 93; Für eine starke Jugend [Bestell-Nr. 36550 150], Seite 44; Treu in dem Glauben [Bestell-Nr. 36863 150], Seite 56-59)

  • Anleitung für die Familie (Bestell-Nr. 31180 150)